[ZITATE-FREITAG] Nullpunkt

Hallo ihr Lieben,

es ist wirklich lange her, dass ich einen Zitate-Freitag außerhalb der üblichen Special Weeks gemacht habe – dabei habe ich wirklich viele tolle Bücher gelesen, die ich gerne hier vorstellen möchte. Es wird Zeit, die Rubrik wieder aufleben zu lassen, denn “nur” Rezensionen sind auf Dauer ziemlich langweilig, oder? Ich werde also schauen, ob ich es nicht zumindest einmal im Monat schaffe, ein Buch mittels Zitaten vorzustellen. Dieses Mal habe ich mich für “Nullpunkt” von Mo Kast entschieden – das Buch ist wirklich beeindruckend, das sollte viel mehr Leser finden 🙂

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[ZITATE-FREITAG] Narbenmond

Hallo in die Runde,

der Zitate-Freitag ist fester Bestandteil der Special Week – nichtsdestotrotz unterscheidet er sich ein wenig von den bisherigen 😉 Dieses Mal hat nämlich die Autorin selbst die Zitate ausgewählt (nicht ich) und ihre Lieblingsstellen für euch zusammengestellt. Wer schon immer wissen wollte, welche Szenen Serena bei “Narbenmond am liebsten hatte, kann jetzt nachlesen. Ich wünsche euch viel Spaß 🙂

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[ZITATE-FREITAG] Like a (bad) Dream Part 2

Hallo ihr Lieben,

wie angekündigt kommt heute der zweite Zitate-Freitag zur “Like a (bad) Dream”-Anthologie – 9 weitere Kurzgeschichten werden mit jeweils zwei kurzen (manchmal längeren) Zitaten vorgestellt. Der erste Part ist hier zu finden – also schaut vorbei, wenn ihr diesen Zitate-Freitag verpasst habt. Wer es ausführlicher mag, kann natürlich auch einen Blick in die Leseproben der einzelnen Kurzgeschichten werfen – diese sind ausführlicher und bieten einen perfekten Einstieg in jede Geschichte.

Nun erstmal viel Spaß mit den Zitaten 🙂

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[ZITATE-FREITAG] Like a (bad) Dream Part 1

Hallo ihr Lieben,

der letzte Zitate-Freitag ist wirklich lange her, da wird es wirklich Zeit mal wieder einen zu veranstalten. Da ich bereits bei der ersten Anthologie einen Zitate-Freitag gemacht habe, will ich auch dieses Mal einen Einblick in die neue Bemefizanthologie geben. Da dieses Mal 18 Autor*innen dabei sein werden und ich mir gedacht habe, dieses Mal 2 Zitate aus jeder Geschichte zu posten, wird es zu “Like a (bad) Dream” zwei Zitate-Freitage geben. Mit diesem Post stelle ich euch die ersten 9 Geschichten vor, in zwei Wochen sind die anderen 9 dran. Also schaut Ende Juni wieder vorbei 🙂

Wer es ausführlicher mag, kann natürlich auch einen Blick in die Leseproben der einzelnen Kurzgeschichten werfen – die sind ausführlicher und ihr erfahrt ein bisschen mehr 🙂

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[ZITATE-FREITAG] Navy Seals – Wild Forces 1-3

Hallo ihr Lieben,

wie bei jeder Special Week darf auch bei dieser der Zitate-Freitag nicht fehlen – da ich Band 1-3 der “Navy Seals – Wild Forces” vorstelle, gibt es dieses Mal eine geballte Zitate-Sammlung aus 3 Büchern. Gerne dürfte ihr Bianca und mir eure Lieblingsstellen aus den Büchern verraten – wir sind gespannt 🙂 weiterlesen…

[ZITATE-FREITAG] Unter einem Banner

Hallo ihr Lieben,

der letzte Zitate-Freitag ist eine gefühlte Ewigkeit her, Zeit endlich mal wieder ein Buch auf diesem Weg vorzustellen. Dieses Mal habe ich “Unter einem Banner” ausgesucht – aus mehreren Gründen. Zum einen ist das Buch wirklich fantastisch – ich habe mich schon lange nicht mehr so intensiv in eine Geschichte reingedacht und mit den Helden mitgefiebert, zum anderen hat die Autorin Elea Brandt mit diesem Buch bei den Literarischen Winterspielen in der Kategorie “Wortkunstlauf” den ersten Platz belegt (Gratulation noch einmal an dieser Stelle). Wenn das kein Grund ist, auf diesem Blog ein paar Zitate aus “Unter einem Banner” zu präsentieren, die zeigen, wie gut die Autorin ihr Handwerk beherrscht und die euch hoffentlich neugierig machen. weiterlesen…

[ZITATE-FREITAG] Failed 1 und 2

Hallo ihr Lieben,

wie bei jeder Special Week darf auch der Zitate-Freitag nicht fehlen – natürlich habe ich mir meine Lieblingsstellen aus “Failed” 1 und 2 rausgesucht – gerne könnt ihr in den Kommentaren eure Lieblingspassagen posten. Ich bin gespannt.

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„Ich bin erfreut, Sie kennenzulernen. Ich kenne Ihre Akte recht gut. Äußerst bemerkenswert für einen Kategorie Drei-Wandler. Beeindruckend, wie Sie den Einsatz in Bolivien damals erledigt haben. Respekt. Ebenso den in Mexiko. Dank der Informationen, die Sie uns beschafft haben, konnten wir die ganze Drogenbande auf einmal auffliegen lassen. Oh, und ich bedauere, was mit Ihrem Partner geschehen ist. Unschön, wenn dergleichen passiert.“

Arschloch! Musste er das zur Sprache bringen? Louis zwang sich zu einem unverbindlichen Lächeln, spürte, wie die Gesichtszüge einfroren.

„Ja, in der Tat war es sehr unschön, zusehen zu müssen, wie er von einem Wandler ohne jedes bisschen Selbstdisziplin zerfleischt wurde, der dann auch noch auf Bewährung freikam“, rutschte es Louis zischend heraus. Scheiß drauf, er konnte dabei seinen Mund einfach nicht halten.

“Failed 1”, S. 13 (c) Chris P. Rolls

„Willkommen bei ‚Failed‘.“

„‘Failed‘?“

„Jepp, das sind wir: Die Misslungenen.“ Jamie kniff ein Auge zu, legte den Kopf schief und musterte Cosmo. „Hast du es ihm noch nicht gesagt?“

„Ich glaube, er hat mir vieles noch nicht gesagt“, warf Louis ein, kurz bevor Cosmo ein entschuldigend klingendes: „Nein, war noch nicht der richtige Moment“, hervorbrachte.

„Ach, sag nicht, Cosmo, du denkst, der kleine Hasi verpisst sich gleich wieder vor Schreck?“ Carlos rollte auf seinem Stuhl zum nächsten Tisch, von dem ein Summen erklang, drückte ein paar Tasten und das Summen erlosch.

„Solange er uns keine Hasenköttel in den Ecken dalässt …“, brummte Jamie, leckte sich über die Lippen und schnappte sich ein Handtuch aus dem wilden Chaos auf einem anderen Tisch.

„Für gewöhnlich bin ich stubenrein, also, was hat das zu bedeuten?“

“Failed 1”, S. 47 (c) Chris P. Rolls

„Zeit für euren ersten Einsatz“, verkündete Trevorian in der zweiten Woche, instruierte Cosmo und ihn. Es ging darum, sich auf das Gelände und in das Gebäude von ‚Better Life‛ zu schleichen und herauszufinden, wo Dr. Quintus sich gerade aufhielt. Er schien der Kern- und Angelpunkt zu sein. Wenn sie seinen Aufenthaltsort wussten, dann ließ sich auch herausfinden, wie weit das Serum gediehen war und wie es zum Einsatz kam. Kursierende Gerüchte, dass es bereits auf dem Schwarzmarkt der Syndikate und Drogenbosse erhältlich war, ließen sich bisher jedoch nicht bestätigen. Stattdessen tauchten weitere Fälle von Wandlern auf, die in ihrer Wandlung gefangen waren.

„Irgendjemand stellt das Serum her und testet es“, vermutete Trevorian. „Wenn es Dr. Quintus zusammen mit Goodman ist, müssen wir sie ins Visier nehmen. Der letzte Fall betraf einen Agenten, der in einem russischen Syndikat eingesetzt war. Es besteht daher der Verdacht, dass das Zeugs bereits zum Einsatz kommt. Versucht, in das Gebäude zu kommen und mehr herauszufinden. Wir wissen nicht, wer von der Firma alles involviert ist. Das Gebäude wird nicht besonders gesichert. Ein hoher Maschendrahtzaun umgibt das Außengelände und den Forschungstrakt. Das Bürogebäude ist praktisch ungesichert, der Forschungstrakt jedoch besser.“

“Failed 1”, S. 96-97 (c) Chris P. Rolls

„Ich würde es mir nie verzeihen, wenn dir etwas passieren würde“, murmelte Cosmo plötzlich so leise, dass es fast ein Wispern war. Etwas berührte Louis’ Nacken, federleicht, warm und ein wenig feucht. War das ein Kuss? Bildete er sich das gerade ein? Schauder jagten über seinen Rücken, Gänsehaut überzog die Arme und ihm entkam ein Keuchen.

„Hast du …?“, brachte er völlig perplex hervor, wandte sich um, bedauerte sogleich den Verlust der warmen Berührung. „Hast du mich gerade geküsst?“

Cosmos Zungenspitze blitzte, er fuhr sich verlegen über die Lippen, die rechte Hand wühlte sich in seine Haare. „Also eigentlich war es eher geschnäbelt“, nuschelte er, senkte den Blick und wirkte wie ein bei einem Streich ertappter Junge.

„Geschnäbelt?“ Entgeistert starrte Louis ihn an, wusste nicht, was er fühlen oder denken sollte. Das war ein Kuss gewesen. Eindeutig. Cosmo hatte ihn geküsst. „Also für mich fühlte es sich wie ein verdammter Kuss an!“

“Failed 1”, S. 152-153 (c) Chris P. Rolls

„Bist du okay?“ Wie besorgt, wie süß unsicher das klang. Mühevoll drehte Louis den Kopf, während Finger seinen Nacken berührten, die Haare zur Seite strichen, seine Wange liebkosten. „Keine Ahnung. Ich habe das Gefühl, als ob du mich durch die Matratze bis in die unterste Wohnung genagelt hättest.“

„Sorry. Es ist … wohl etwas mit mir … durchgegangen. Du warst so scharf, ich …“ Es klang bedrückt und verschämt, die Finger fuhren über seine Lippen, ein Kuss landete auf der Stirn, dann zog ihn Cosmo an sich, schlang die Arme um ihn und wisperte: „Ich habe ein wenig die Kontrolle verloren.“

„Büffel! Eindeutig bist du ein Büffel“, murmelte Louis und es klang so zärtlich liebevoll, wie er es meinte. „Und du darfst mich auch ‚Hasi’ nennen. Ab und an.“

“Failed 1”, S. 191 (c) Chris P. Rolls

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meine Rezension

„Schon was von unserem Sklaventreiber gehört?“

Herman reagierte zunächst nicht, fummelte mit einer winzigen Zange herum, ehe er diese seufzend beiseitelegte, die Brille hochschob und Louis mit einem deutlich genervten Blick musterte.

„Trevor wird sich schon melden, wenn er wieder im Land ist. Oder auch nicht. Sag bloß, du vermisst ihn?“

„Nicht direkt, aber die Luft hier drinnen wird durch eure Fürze nicht gerade besser. Geht ihr nie raus? Mir steht der Sinn gerade sehr nach einem Ausflug in den Osten. Sollen ja faszinierende Länder sein.“

„Ah, die Sache mit den Säuberungsaktionen reizt dich.“ Nickend rieb sich Herman über den tätowierten Nacken, machte sich nebenbei ein paar Notizen. Es war nicht übermäßig warm in der Basis, Herman trug jedoch meist ein Muskelshirt. Das brachte seine Tätowierungen gut hervor, täuschte jedoch nicht darüber hinweg, dass es nicht viel an Muskeln gab. „Gut möglich, dass Trevor da bereits dran ist und euch einsetzt, sobald es ein konkretes Ziel gibt. Vielleicht will er dir auch einfach mehr Zeit geben, dein Duotier zu trainieren.“

“Failed 2”, 10% (c) Chris P. Rolls

„Sehr gut. Das gesamte Team von Failed ist also vollzählig. Wenn ihr diese Botschaft seht, wurde also ein Code Fünf ausgelöst. Das System hat bereits einen vollständigen Neustart absolviert. Alle relevanten Daten sind dabei natürlich erhalten geblieben. Wie ich sehe, habt ihr herausgefunden, wie ihr Zugang bekommt. Diese Botschaft bedeutet auch, dass ich wahrscheinlich nicht mehr am Leben bin, denn ein Code Fünf wird nur in dem Fall ausgelöst, wenn ich fünf Tage lang keinen entsprechenden Code in mein Handy, und damit in unser System, eingebe.

In diesem Fall ist vorgesehen, dass die Leitung von Failed vorübergehend an einen von euch übertragen wird, bis alles geregelt wurde. Wie ihr sehen könnt, läuft dort unten ein Timer. Nach einer Woche wird automatisch das Notfallprogramm der Shifter Force gestartet werden. Dieses sieht in einem solchen Fall die totale Löschung von Failed vor. Das gesamte System wird sich im Zuge dessen selbst vernichten. Selbstverständlich wurde für jedes Teammitglied vorgesorgt: Eure bisherigen Identitäten werden vollständig eliminiert, ihr erhaltet umgehend neue. Jeder von euch wird zudem ein spezielles Geheimkonto zugewiesen bekommen, auf dem ihr eure finanzielle Absicherung für die Zukunft finden werdet. Failed wird es damit nicht länger geben und sämtliche Spuren dazu werden verschwinden. Wir haben nie existiert. Ich bedanke mich bei jedem von euch für die gute Arbeit und bedauere, dass sie nicht länger anhalten konnte.“

“Failed 2”, 21% (c) Chris P. Rolls

„Das ist Merle“, stellte Louis sie den anderen vor, die neugierig einen Halbkreis bildeten. Mit einem Satz sprang die Amsel aus dem Käfig und auf seine Schulter, gab einen überaus verblüfft klingenden Laut von sich, während sie die Umgebung scannte. Noch einmal schaute sie sich um, dann flatterte sie los, umkreiste aufgeregt zwitschernd einmal den Raum und ließ sich auf der Stuhllehne neben Louis nieder.

„Ein Rabe?“ Jamie kratzte sich am Hinterkopf. „Kann man dem denn trauen?“

Louis ahnte, was passieren würde, wich rasch zur Seite, spürte nur noch einen Luftzug. Ein kurzer, krächzender Laut erklang und gleich darauf stand ein dürrer, sehr hellhäutiger Mensch mit hüftlangen, pechschwarzen Haaren vor ihnen. Die Augen waren schwarzbraun, das Gesicht schmal und androgyn, die Nase, wie bei vielen Vogelwandlern, scharf geschnitten, jedoch mit einem weichen Kinn. Die flache Brust war glatt, wies direkt über dem Brustbein eine tätowierte Feder auf, die schmalen Schultern gingen in wenig bemuskelte Arme über. Schnaubend stemmte Merle die Hände in die Hüften.

„Rabe? Dir haben sie wohl ins Gehirn geschissen? Jeder Vollidiot kann doch wohl eine Amsel von einem Raben unterscheiden. Was bist du denn für ein weltfremder Trottel?“

„Er ist Amerikaner“, wandte Louis schmunzelnd ein, zuckte entschuldigend die Schultern.

„Ah. Mein Beileid. Die gucken ja bekanntlich nicht viel über ihren Tellerrand.“

“Failed 2”, 49% (c) Chris P. Rolls

In der kleinen Kuhle unter dem Felsvorsprung flach auf den Boden gepresst, drückte Louis die Nase fest gegen seine weichen Pfoten. Die Augen geschlossen, versuchte er ruhig und entspannt zu atmen, was angesichts seiner wilden Flucht alles andere als einfach war. Weit entfernt vernahm er das Geräusch von Schüssen, heftige Einschläge und Detonationen. Dabei konnte er nicht einmal sagen, ob diese von den unbekannten Angreifern oder einer der kämpfenden Militärfraktionen kamen. Oder wem der Einsatz galt.

Zu allen Göttern und Genetikern, die für Wandler und Konsorten verantwortlich waren, betete er, dass nichts davon mit Cosmo zusammenhing. Verdammt, er hätte umdrehen, sich vergewissern müssen, dass er entkommen war. Was, wenn er verletzt worden war? Oder gefangen? Und er war einfach abgehauen.

“Failed 2”, 63% (c) Chris P. Rolls

„Wie lautet dein Name? Cosmo?“, mischte sich nun Vlastimil ein und Louis beobachtete, wie Cosmos Körpersprache von irrsinniger Wut zu ultimativer Vorsicht wechselte. Klar, er erkannte auch sofort, dass dieser Mann äußerst gefährlich war. Stumm nickte er, der Unterkiefer mahlte.

„Korrekt.“ Was für eine Selbstbeherrschung. Louis war irre stolz auf ihn.

„Trevor Trevorian ist dein Ausbilder gewesen.“ Das war keine Frage, dennoch nickte Cosmo erneut. Wie skeptisch er dreinblickte, wie wachsam. Wenn es nicht so eine dumme, verfahrene Situation gewesen wäre, hätte Louis eine ganze Reihe kieksender Laute ausstoßen können, so begeistert war er von Cosmo.

„Sehr schön. Nun denn, um die Sache abzukürzen: Du hast exakt 48 Stunden Zeit, Trevorian für uns aufzuspüren“, übernahm Bronislav plötzlich und Louis vermeinte eine winzige unwillige Bewegung an Vlastimil wahrzunehmen. Der gab ungern die Kontrolle ab.

„Ich soll Trevor finden?“ Perplex starrte Cosmo in den Monitor. War das eine Schramme da oben an seiner Stirn? Hoffentlich war er nicht wirklich verletzt worden.

„Finden, ausschalten und uns seinen Kopf bringen. Mit dem Chip natürlich, damit wir sichergehen können, dass er es wirklich ist“, ergänzte Bronislav mit einem gehässigen Verziehen des Mundes, welches die nette Bezeichnung ‚Lächeln‘ nicht verdiente.

“Failed 2”, 73% (c) Chris P. Rolls

Ich euch gefallen die Zitate aus den beiden Büchern von “Failed” und sie geben einen guten Einblick in die Geschichte. Schaut auch die kommenden Tage vorbei – denn wie bei jeder Special Week gibt es am Sonntag im Rahmen des Leseinterviews tolle Preise zu gewinnen – wer weiß, vielleicht ist da auch “Failed” dabei 😉

Liebe Grüße,
Juliane

[ZITATE-FREITAG] Cavaliersreise

Hallo ihr Lieben,

der letzte Zitate-Freitag liegt eine Ewigkeit zurück, daher dachte ich, es sei an der Zeit dieses wundervolle Jugendbuch auf diesem Weg noch besser vorzustellen und euch ein bisschen den Mund wässrig zu machen. Es ist ein tolles Buch, dass ich sehr genossen habe. Die Charaktere habe ich auf jeden Fall ins Herz geschlossen, also schaut auf jeden Fall rein, wenn ihr die Gelegenheit habt.

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[ZITATE-FREITAG] Anamarnas Prophezeiung

Hallo ihr Lieben,

die Special Week neigt sich leider schon dem Ende entgegen, doch bevor es mit dem Autoreninterview weitergeht, habe ich euch einige Zitate aus “Anamarnas Prophezeiung” rausgepickt. Ich hoffe sehr, dass euch die Textstellen gefallen und ihr Lust auf dieses gelungene Fantasy-Epos bekommt 🙂

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Aryon und Gaven liebten sich im Ufergras, neckten sich und genossen die Sonne auf ihrer Haut. Denn sie waren nicht nur Freunde – sie waren auch ein heimliches Liebespaar.

Aryon, der allen Frauen und Mädchen in Kelmaran freundlich und mit Respekt gegenübertrat, stand nicht der geringste Sinn nach weitergehender Tuchfühlung. Er hatte es schon sehr früh bemerkt, sich aber, wie es seine Art war, nichts dabei gedacht und es hingenommen wie ein weiteres Geschenk, das ihm vom Leben angeboten wurde. Später war er wenigstens so schlau gewesen, seine Neigung zu verbergen und Liebesspiele mit dem eigenen Geschlecht im Verborgenen auszutragen. Natürlich würde die Sache irgendwann zu einem Problem werden, aber es gehörte nicht zu seinem unbekümmerten Wesen, sich darüber jetzt schon Sorgen zu machen. Er fand, so wie es war, hatte es das Geschick wunderbar eingerichtet. Die Sache war so unkompliziert. Wenn er hingegen in eine von Lybarns Töchtern verliebt wäre, dann hätte er mit ihr bestimmt nicht allein zum Fluss reiten dürfen. Und auch sonst nirgendwo hin. Aber auf zwei junge Burschen, die zum Angeln wollten, achtete niemand. Und am Abend konnten sie in der Dorfschenke noch ganz unbeschwert ein Bier zusammen trinken. Das war ein Leben, wie es ihm gefiel.

“Anamarnas Prophezeiung – Sammelband”, S. 89 (c) Jutta Ahrens

Aryon lehnte sich kurz an seinen Freund. »Das, was ich vorhatte, muss ich immer noch tun. Ich muss jemanden finden, es ist lebenswichtig für mich. Aber ich hätte dich gern dabei.«

»Aber ja, du brauchst doch einen Leibwächter.« Rymor grinste glücklich und klopfte auf sein Schwert, das er neben sich auf das Bett gelegt hatte. »Wohin geht denn die Reise und wie lange wird sie dauern? Chiharun wird mir schon ein paar Tage freigeben.«

»Rymor.« Aryon sah ihn ernst an. »Wenn du mich begleitest, muss ich dir alles über mich erzählen. Es kann dann kein Geheimnis mehr zwischen uns geben. Ich hoffe, du bist stark genug, es zu ertragen. Und wenn nicht, dann sag es mir aufrichtig, dann werde ich dich und auch Jabhardan für immer verlassen.«

»Sag nicht so schreckliche Dinge. Ich bin doch keine Memme. Ich bleibe dein Freund, selbst wenn du dich zur Nacht in ein Seeungeheuer verwandelst.«

»Nun, beinah hast du es getroffen. Ich bin dazu verdammt, in der Nacht zu leben und mich von Menschenblut zu ernähren …«

“Anamarnas Prophezeiung – Sammelband”, S. 151 (c) Jutta Ahrens

»Das ist ein sehr gutes Angebot, will ich meinen.«

»Wenn du lügst, stirbst du einen so qualvollen Tod …«

Lukir winkte ab. »Drohe mir nicht. Sonst bleibst du der armselige Sterbliche, der du bist.«

»Was müsste ich denn tun?«, fragte Taswinder hastig. »Kommt es vom Bluttrinken?«

»Beruhige dich. Ich werde dir zu der Unsterblichkeit verhelfen, über die ich verfüge. Allerdings stelle ich zwei Bedingungen. Nein, eigentlich drei. Aber zuerst zur wichtigsten: Du besitzt das Wissen der Acht. Du musst den Bann aufheben, den sie vor siebzig Jahren über mich verhängt haben.«

»Vor siebzig Jahren? Einen Bann?«, wiederholte Taswinder verwirrt. Er begriff gar nichts mehr, und Lukir berichtete ihm wahrheitsgemäß, was sich damals im blauen Turm zugetragen hatte.

»Du bist also ein Verbannter und besitzt die fünfte Stufe? Ich ahnte gleich, dass du etwas Besonderes bist. Und das ist tatsächlich vor siebzig Jahren passiert? Wenn du die Wahrheit sagst, dann hast du nicht nur die Unsterblichkeit, sondern auch die ewige Jugend erreicht.«

“Anamarnas Prophezeiung – Sammelband”, S. 214-215 (c) Jutta Ahrens

Die Lichter im Brunnen

In einem Dorf gab es einen Brunnen, auf dessen Grund viele bunte Lichter flackerten. Aber niemand wusste, woher sie kamen. Alle Bemühungen, ihre Ursache zu ergründen, blieben vergeblich.

Eines Tages kletterte der kleine Sohn einer Magd auf den Brunnenrand. Als er die vielen bunten Lichter sah, haschte er nach ihnen und stürzte hinab. Die Mutter des Knaben lief schreiend herbei, aber von ihrem Kind war nichts mehr zu sehen. Kurz darauf begann das Wasser zu brausen und zu zischen, und es stieg ein gewaltiger Drache daraus empor, dessen Leib mit bunten Schuppen bedeckt war. Er entfaltete seine riesigen Flügel, erhob sich in die Lüfte und rauschte davon. Als er über die Stadt Ruadhan flog, verlor er eine dunkelblaue Schuppe, so groß wie eine Männerfaust. Sie fiel auf den Marktplatz, und ein kleiner Junge las sie auf.

Die bunten Lichter im Brunnen aber waren für immer erloschen.

“Anamarnas Prophezeiung – Sammelband”, S. 277-278 (c) Jutta Ahrens

Als er den Deckel hochklappte, starrte er den blauen Stein ungläubig an. Er brachte kein Wort hervor.

»Bist du nicht zufrieden mit dem Geschenk?«, fragte Demaran besorgt.

»Es – es ist nicht das, was ich erwartet habe«, stotterte Lukir.

»Und was hast du erwartet?«, fragte Morphor.

»Das Oktogon! Das echte Oktogon!«

»Das ist ein Oktogon«, bemerkte Morphor nachsichtig.

»Das hier ist nur ein nachgemachter achteckiger Kristall. Wäre es das wahre Oktogon, würde es zu mir sprechen.« Er fuhr mit den Fingerspitzen über seine Oberfläche. »Da! Es passiert nichts. Es ist wertlos! Man hat mich betrogen.«

»Du sprichst von dem Oktogon, das den acht Weisen in Lyngorien gehört?«, fragte Demaran. »Befindet es sich denn nicht im blauen Turm?«

»Nein! Taswinder hat es ihnen geraubt und sich damit geschmückt. Es ist ein magischer Stein, der in den Händen des Falschen großes Unheil anrichten kann. Deshalb habe ich Rymor beauftragt, es zu stehlen. Was hier passiert ist, verstehe ich nicht.«

»Ich glaube, Lukir, du schuldest uns eine Geschichte«, sagte Morphor sanft.

“Anamarnas Prophezeiung – Sammelband”, S. 317 (c) Jutta Ahrens

Taswinder strebte allumfassende Macht an, und doch würde er niemals eine Liebe erleben, wie sie Rymor und Aryon verband. Was hätte er nicht alles für eine solche Liebe gegeben! Sofort schüttelte er diesen Gedanken ab.

»Ja. Ich hoffe, du hast Merodan gut vorbereitet?«

»Nun, er ist nicht gerade versessen auf seine Braut, und die graue Ratte Jahangir ist auch nicht sein bester Freund. Aber er weiß, was auf dem Spiel steht und hat sich darauf eingelassen. Wenn nichts Unvorhergesehenes geschieht, dürfte das vertrauliche Treffen zur allseitigen Zufriedenheit ausgehen. Ich vertraue da auch deinem Einfluss auf Jahangir.«

Aryon schloss die Tür zu Merodans Zimmer auf. Er öffnete sie weit und ließ Taswinder den Vortritt. Merodan stand in der Mitte des Raums und sah ihnen entgegen. Wie stets war seinen Gesichtszügen keine Bewegung anzumerken.

»Bist du bereit, dem Fürsten Jahangir und seiner Tochter Malaika gegenüberzutreten in der Absicht, um ihre Hand anzuhalten?«, fragte Taswinder.

Merodan nickte. »Ja.«

»Bist du gleichzeitig bereit, jeder Feindschaft zwischen unseren Stämmen abzuschwören und dem Fürsten den Respekt entgegenzubringen, der ihm gebührt?«

»Ich werde den Gepflogenheiten genügen.«

Taswinder nickte. Mehr Entgegenkommen hatte er nicht erwartet.

Aryon lächelte Merodan zu. »Heute lasse ich die Tür offen.«

Merodan verzog die Mundwinkel. Zu spät, schienen sie auszudrücken. Ich darf keinen Abarranen mehr töten.

“Anamarnas Prophezeiung – Sammelband”, S. 407-408 (c) Jutta Ahrens

»Bitte erzähl mir alles von Anfang an. Ich kam zu dir ins Zimmer? Und dann?«

Aryon schilderte ihm nun den Hergang in allen Einzelheiten. Dabei rief er sich erneut die vielen Merkwürdigkeiten in Erinnerung. »Ich sagte mir, vielleicht hat dir Taswinder etwas gegeben, das deinen Willen verwirrt oder völlig ausschaltet.«

»Dennoch hätte ich nicht gleichzeitig in Jomarphor sein können. Nein, ich fürchte, die Wahrheit ist unangenehmer als du denkst. Ich nehme an, Taswinder selbst hat dir da einen Besuch abgestattet. Er wollte dich töten, und weil er nicht wusste, dass du unverwundbar bist, ist er gescheitert. Das muss ihm einen Schock versetzt haben.«

»Ja, ja, es passt alles auf ihn. Dennoch – ich habe dich erkannt. Du siehst Taswinder nun wirklich nicht ähnlich. Und da ich außer Sperma nichts zu mir nehme, konnte mir Taswinder auch nichts unter das Essen oder ein Getränk mischen.«

»Dann muss er über die Gabe verfügen, die Gestalt eines anderen anzunehmen. Anders kann ich es mir nicht erklären. Was wissen wir schon von der Kraft seiner Steine?«

Aryon traten vor Erleichterung Tränen in die Augen. Aufstöhnend umarmte er Rymor, drückte ihn stumm an sich und begann hemmungslos, an seiner Schulter zu schluchzen.

»Ich hätte es nicht ertragen, weißt du«, flüsterte er, nachdem er sich ein wenig beruhigt hatte.

Rymor strich ihm über das Haar und küsste ihn auf die Stirn. »Und ich hätte es nicht getan. So viel Magie besitzt kein Stein der Welt.«

Etwas beschämt richtete sich Aryon wieder auf. Doch plötzlich besaß er einen wilden Blick. »Taswinder muss weg!«, zischte er. »Was er mir damit angetan hat, verzeihe ich ihm nie.«

“Anamarnas Prophezeiung – Sammelband”, S. 525-526 (c) Jutta Ahrens

Tief unter sich sah er die Menschen in Panik zusammenlaufen und nach oben starren. Ihr Geschrei drang bis zu ihm hinauf. Einige trugen Waffen, die sie in ihrer Hilflosigkeit gegen ihn richteten. In seinen Augen waren das nur Nadeln, aber er konnte die Leute verstehen. Wie mussten sie ihn hassen! Das betrübte Chichi sehr.

Er bemühte sich, seine Kreise in großer Höhe zu ziehen. So richteten die Flammen vielleicht nicht so viel Schaden an, weil sie vorher vom Wind ausgeblasen würden. Aber kaum hatte er sich dazu entschlossen, drückte ihn eine unbekannte Macht tiefer hinunter. Vernichte Khazrak und seine Bewohner! Verbrenne sie alle! So lautete der Befehl. Er konnte ihm nicht entkommen. Alle da unten mussten sterben, und er selbst war machtlos dagegen. Die Vorstellung ergrimmte ihn und machte ihn gleichzeitig traurig. Warum wollte dieser Mann – Taswinder war sein Name – eine ganze Stadt vernichten? Er besaß so viel Macht. Weshalb nutzte er sie nicht dazu, den Menschen zu helfen? Chichi wollte so gern verstehen, aber die Kluft zwischen ihm und den Menschen war zu groß geworden.

Wenn die Sache hier vorbei war, das schwor er sich, wollte er sich persönlich um den Stein kümmern. Er musste unschädlich gemacht werden, das hätte er schon beim ersten Mal tun sollen. Aber der jahrelange Rückzug aus der Welt hatte ihn träge gemacht.

“Anamarnas Prophezeiung – Sammelband”, S. 594 (c) Jutta Ahrens

»Hm.« Lukir verdrehte die Augen. »Hier wird es schwierig. Ich muss wohl etwas ausholen und dir etwas über die Unsterblichkeit und die Wanderung von Seelen erzählen.«

»Über was?«, stöhnte Merodan und schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn. »Hört das denn niemals auf? Stehe ich noch auf festem Boden? Fällt der Himmel morgen auf uns herab? Womit muss ich noch rechnen? Soll ich zum Bluttrinker werden, um unsterblich zu werden?«

»Nein«, sagte Lukir. »Lass dir erzählen, was es mit dem Verlassen der Seele aus dem Körper auf sich hat. Nur sehr wenige Menschen sind dazu imstande. Ich habe es mit eisernem Willen und qualvollem Verzicht geschafft. Aus diesem Grund habe ich mich auf die Festung zurückgezogen. Warum habe ich das auf mich genommen? Ich will meinen ekelhaften, mit altem Blut vollgesogenen Körper verlassen. Nun suche ich einen Menschen, der meine Seele freiwillig in sich aufnimmt. Wenn ich ihn finde, werde ich mich mit der seinen verbinden, und im Laufe der Zeit werden wir eins sein. Mein alter Körper wird sehr schnell verfallen und sterben. Wenn du, Merodan, mich aufnehmen wolltest, dann würden meine magischen Fähigkeiten auch auf dich übergehen. Und wenn du eines Tages alt bist und es ans Sterben geht, dann können sich unsere verbundenen Seelen einen neuen, jungen Körper suchen. Du würdest mit mir gemeinsam unsterblich werden.«

“Anamarnas Prophezeiung – Sammelband”, S. 646 (c) Jutta Ahrens

Ich hoffe sehr, dass euch diese Zitate einen guten Einblick in das Buch geben und ein wenig neugierig machen. Das Buch gibt es übrigens am Sonntag zu gewinnen – also haltet die kommenden Tage die Augen offen. Es lohnt sich 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[ZITATE-FREITAG] Die stille Seite der Musik

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meine Rezension

Auch in dieser Nacht, auf dem Beifahrersitz von Eddis BMW M4, vergesse ich alles um mich herum, während ich Einaudis Meisterstück lausche. Ich sitze reglos, nur meine Finger berühren sacht die unsichtbaren Tasten des imaginativen Klaviers vor meinen geschlossenen Augen. Gleich erreicht das Stück seinen dramatischen Höhepunkt, gleich wird es …

Wie aus dem Nichts wird mein Körper zur Seite gerissen. Mein Kopf prallt gegen das Seitenfenster. Ich reiße die Augen auf. Meine Finger verlassen die Tasten, suchen Halt. Doch vergeblich. Schon dreht sich mein Magen um. Oder nein? Das Auto dreht sich? Schleudert zur Seite. Ein Stöpsel gleitet aus meinem Ohr. Ich höre die Mädchen kreischen. Schreie ich auch? Die »Oltremare« verklingt auf ihrem Höhepunkt. Schmerz schießt durch meinen Arm und Rücken. Dann wird alles schwarz.

“Die stille Seite der Musik”, Seite 8 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

»Tino!«

Ich drehe mich um. Wenigstens ich reagiere, wenn man mich anspricht. Petra steht in der Stalltür und winkt mir.

»Dein Bungalow ist bezugsfertig. Der Schlüssel liegt unter der Fußmatte, da ich gleich nochmal weg muss.« Ihr Blick schweift zu dem Kerl, der noch immer das Pferd striegelt, ohne uns zu beachten.

»Wie ich sehe, hast du Flo schon kennen gelernt.«

Ich hebe die Schultern. »Kann man so nicht sagen. Ich hab Hallo gesagt, aber der redet nicht mit mir. Ist der taub oder was?«

Mit einem Mal tritt ein Ausdruck auf Petras Gesicht, der eine merkwürdige Mischung aus Betroffenheit und einem leichten Tadel sein könnte. Ich blick’s nicht …

»Ja.«

»Was ja?«

»Florian ist gehörlos.«

Upps! Voll ins Fettnäpfchen!

“Die stille Seite der Musik”, Seite 23-24 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Ein Schatten huscht über Flos Gesicht, während er liest, jedoch ganz kurz nur. Etwas wie Mitleid sehe ich nicht in seinem Blick. Na ja, wahrscheinlich denkt er sich, dass ich mich nicht so anstellen soll. Immerhin kann ich ja hören.

Das tut mir leid. Gibt es keine Aussicht auf Heilung? Durch Physio oder eine Operation? Willst du das überhaupt?

Sekundenlang starre ich auf den Zettel. Macht der Witze? Ob ich geheilt werden will? Ich würde verdammt nochmal beide Beine dafür eintauschen, um meine Finger wieder richtig bewegen, wieder Klavier spielen zu können.

Genauso schreibe ich das auf und kann mir nicht verkneifen hinzuzufügen: Würdest du nicht auch alles tun, um hören zu können?

Flo liest. Er runzelt die Stirn. Schüttelt den Kopf. Und dann lacht er. Lautlos zwar, aber es ist eindeutig ein Lachen. Was ist denn jetzt kaputt?

Nach einem einzigen Satz streckt er mir den Block entgegen.

Ich habe viel dafür getan, nichts mehr hören zu müssen.

Mein Kopf ruckt nach oben. Ich starre Flo an, dann wieder den Zettel und wieder Flo. Verarscht der mich?

“Die stille Seite der Musik”, Seite 50-51 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Wieder schließe ich die Augen und … hebe nur einen Moment später die Hände, um mir die Finger fest in die Ohren zu stecken. Denn plötzlich ist da der Drang, den Moment genauso zu erleben, wie Flo es tut. Tatsächlich gelingt es mir, Möwenschreie und Wellenrauschen aus meiner Wahrnehmung auszuschließen. Ich sehe und höre nichts mehr. Hole tief Luft und atme ganz langsam aus. Konzentriere mich auf die Empfindungen, die mir geblieben sind. Und vielleicht ist es nur Einbildung, reines Wunschdenken, doch mit einem Mal kann ich das Meer riechen.

Konnte ich zuvor schon. Doch nun ist alles viel intensiver. Es ist eine Mischung aus Salz, Seetang und … Ich kann’s nicht so genau einordnen und öffne die Lippen leicht, um den Geruch auch in meinen Mund zu lassen. Ihn auf meiner Zunge in Geschmack umzuwandeln. Und es scheint sogar zu gelingen.

“Die stille Seite der Musik”, Seite 108 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Scheiße, hämmert es in meinem Kopf. Und nochmal: Scheiße, Scheiße, Fuuuck!

Die Bewegungen meiner Hand sind binnen eines Herzschlags erstarrt, stattdessen umklammere ich meinen Penis, als müsse ich mich daran festhalten. Irgendwo in einer hinteren Gehirnwindung wundere ich mich darüber, dass mein Ständer sich aufgrund des Schocks nicht verflüchtigt. Doch noch viel dringender als die Antwort auf dieses Warum, möchte ich wissen, was Flo jetzt denkt. Oder vielleicht will ich es auch nicht wissen?

Tatsache ist, er starrt mich an und sieht dabei mindestens mittelmäßig schockiert aus. Es ist offensichtlich, dass er sehr genau mitbekommen hat, was ich gerade getan habe und dass er nicht die geringste Ahnung hat, was er jetzt machen soll. Von Wegrennen bis mir eine scheuern scheint mir–- von seinem Standpunkt aus betrachtet – alles eine akzeptable Reaktion.

“Die stille Seite der Musik”, Seite 131 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Mir fallen beinahe die Gläser aus der Hand. Ich bleibe wie angewurzelt stehen. In meinem Kopf pocht’s blöde, keine Ahnung, ob es die Beats oder mein Herzschlag sind . Ist mir auch vollkommen egal im Moment. Alles, was mich im Moment interessiert, ist die Tatsache, dass Flo und der fremde Kerl am Knutschen sind. Mitten auf der Tanzfläche. Vor meiner Nase. Ja, geht’s noch?

Mir wird ganz flau im Magen, als ich es begreife: Flo ist definitiv schwul. Und ich bin schlichtweg zu spät dran.

Ich hab‘ den Mund nicht aufbekommen und nun hat ein anderer sich meinen Sunnyboy geschnappt. Hängt an seinen Lippen, vergräbt die Finger in seinem Haar und streichelt seinen Nacken. All diese Dinge, die ich gerne mit Flo machen würde.

“Die stille Seite der Musik”, Seite 141 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Als Pianist – okay, Ex-Pianist – und Musikliebhaber habe ich die Angewohnheit, mich in den unmöglichsten Momenten zu fragen, welches Klavierstück die Szenerie wohl am besten untermalen würde. Meistens habe ich direkt ein bestimmtes Lied im Ohr und mache dies zu meinem ganz persönlichen Soundtrack des Geschehens. Doch jetzt, in Flos Armen, eingehüllt in seinen Geruch, mit seinen Lippen auf meinen und seinen Händen auf meiner nackten Haut, könnte jedes Musikstück passend sein – oder aber keines.

Seine Berührungen erinnern an Yann Tiersens »Esther« – warm und fragend. Eine stumme Suche. Seine Küsse schmecken nach Ludovico Einaudis »Nuvole Bianche«, nach Zärtlichkeit und Hingabe. Sind eine Eroberung. Unser gegenseitiges Kennenlernen ist zart und gleichzeitig wild wie Einaudis »Fly«. Und wenn ich tief in mich hineinhöre, tut es sogar weh. Nur ein kleines bisschen. Es ist dieser bittersüße, sanft-reißende Schmerz, der auch Hans Zimmers »Time« innewohnt.

“Die stille Seite der Musik”, Seite 164 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Flo schluchzt lautlos. Auch seine rechte Hand bebt, als er sie hebt und eine einzige Gebärde damit formt: Eine waagrechte Faust mit ausgestrecktem kleinem Finger und Zeigefinger. Ich bin mir nicht sicher, was sie bedeutet, dennoch nicke ich. Dann schlage ich die Beifahrertür zu.

»Fahren Sie bitte los.«

Der Motor brummt auf, das Taxi rollt los. Ich schaue in den Rückspiegel und wünsche mir, es nicht getan zu haben. Flo wendet sich ab, weint jetzt richtig und fällt schutzsuchend in Petras Arme.

Mensch, Flo, du kleiner Sonnenschein, wenn ich gewusst hätte, dass es dir so weh tut, wenn ich gehe, hätte ich nicht …

Ich beiße mir auf die Lippe, bis es schmerzt. Balle die Hände zu Fäusten. Doch, ich hätt’s trotzdem getan. War einfach zu schön.

“Die stille Seite der Musik”, Seite 193 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

»Hey!« Céline strahlt mich an. »Deine Mum hat mich reingelassen. Störe ich?«

– Nein. –

Erst ihr irritierter Blick zeigt mir, dass ich meine Antwort tatsächlich gebärdet habe.

»Nein«, beeile ich mich schnell zu sagen und irgendwie … stört sie schon ein bisschen. Mein Kopf wirbelt zu Flo herum. Er schaut mich abwartend an.

»Das … ähm … Céline, das ist Flo.« Etwas hilflos deute ich auf den Bildschirm.

»Oh, der Flo?« Sie kommt näher und neigt sich über meine Schulter, um direkt in die Kamera schauen zu können. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie sie Flo winkt. Er erwidert die Geste mit erzwungenem Lächeln.

– Das ist C-É-L-I-N-E -, erkläre ich Flo, halte inne.

– Eine Freundin? Aus der Schule? –

Ich halte den Atem an.

»Was meint er, Schatz?« Zu allem Überfluss schmiegt sie sich von hinten an meinen Rücken und schlingt die Arme um meinen Hals. Leugnen zwecklos.

– Sie ist meine feste Freundin. Wir sind zusammen. –

“Die stille Seite der Musik”, Seite 228-229 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

In diesen Gedanken versunken lasse ich den Jeep aus der breiten Hofeinfahrt rollen, biege rechts ab und steuere auf die steile Straße abwärts zu. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie Yannik sich umdreht.

»Warte mal …«

Ich werfe einen Blick in den Rückspiegel und sehe eine Gestalt über den Hof rennen. Severin? Er gestikuliert wild, scheint irgendetwas zu schreien. Hat der sie noch alle? Obwohl ich keine Lust auf den Kerl habe, trete ich auf die Bremse. Aber … es passiert nichts. Wie jetzt? Ich trete stärker aufs Pedal. Nichts. Keine Reaktion. Der Wagen wird nicht langsamer, rollt unaufhörlich auf die steile Straße zu.

Autounfall, flackert ein einziges Wort grell wie in Neonlettern gezeichnet vor meinem inneren Auge. Es ist wie ein ganz, ganz schlechtes Déjà-vu!

“Die stille Seite der Musik”, Seite  270 (c) Svea Lundberg / Traumtänzer Verlag

Ich hoffe, mit diesen Zitaten konnte ich euch einen kleinen Einblick in das Buch gewähren und ihr bekommt Lust auf “Die stille Seite der Musik.”  Holt es euch – es lohnt sich 🙂

Liebe Grüße,
Juliane