[ROMAN] Der Feuervogel von Istradar von Ria Winter

Autorin: Ria Winter
Taschenbuch: 300 Seiten
ISBN-13: 978-3751902144
Preis: 3,99 EUR (eBook) | 12,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Als der legendäre Feuervogel aus dem Kreml von Istradar verschwindet, setzt sich  die Soldatin Alina in den Kopf den Schatz wiederzufinden du so die Gunst von ihrer Herrin Oksana zurückzugewinnen. Auch die Diebin Firaya, die in den Schatten der Stadt lebt, will den Feuervogel finden, um ihr Volk vor der grausamen Herrscherin zu schützen. Der Zufall führt die unterschiedlichen Frauen zusammen – angetrieben vom selben Ziel beschließen sie zusammenzuarbeiten, was aufgrund ihrer Herkunft nicht einfach ist. Zudem fühlen sie sich immer stärker zueinander hingezogen, was die Suche nach dem Feuervogel erschwert, vor allem da niemand weiß, wie das magische Artefakt überhaupt aussieht …

Eigene Meinung:
Mit dem lesbischen Fantasy „Der Feuervogel von Istradar“ legt Ria Winter nach „Tal der Toten“ ihren zweiten Roman vor. Das Buch erschien im März 2020 im Selfpublishing und spielt in einem slavisch angehauchten Fantasy-Setting.

Die Geschichte setzt nach dem Diebstahl des Feuervogels an und entführt den Leser nach Istradar, einer Stadt, die sich mitten im Umbruch befindet, da Oksana den eigentlichen Herrscher vertrieben hat und unter ihrer teils grausamen Herrschaft ein neues Reich errichten will. Für de Bewohner der Stadt, ganz besonders für die fremdländischen, die aufgrund ihrer Herkunft und Hautfarbe nur wenig zu sagen haben, ist sie schlimmer als jeder andere Herrscher. Aus diesem Grund sucht die Diebin Firaya nach dem gestohlenen Artefakt – um bessere Bedingungen für ihr Volk aushandeln zu können. Sie lebt in den Schatten, hat gelernt niemandem zu vertrauen und für sich selbst einzustehen. Aline wiederum ist Teil der Soldatinnen um Oksana, ehemalige Leibwächterin, die alles daran setzt, ihre alte Stellung und damit die Gunst ihrer Herrin zurückzuführen. Auch sie hat klare Ziele vor Augen, muss aber nach und nach erkennen, wie grausam und unerbittlich die Frau ist, der sie dient.
Als Leser ist man von Anfang an im Geschehen, begleitet abwechselnd Firaya und Alina auf ihren Wegen durch die Stadt und entdeckt nach und nach die Geheimnisse des Feuervogels und die Kräfte, die diesem Artefakt innewohnen. Die Autorin zeichnet eine sehr lebendige, atmosphärische Stadt, die man stets vor dem inneren Auge sieht und die mit all ihren Fehlern beim Lesen präsent ist. Ria Winter versteht es fantastische Welten ohne die typischen Wesen (Elfen, Zwerge, Magier) lebendig werden zu lassen, sondern webt lediglich kleine fantastische Elemente in eine mittelalterlich aufgebaute Welt. Sehr gelungen sind wie bei ihrem Debüt „Tal der Toten“ die Wendungen zum Ende hin, die der Geschichte eine ganz eigene Dynamik geben und dafür sorgen, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Positiv ist zudem, dass der Schwerpunkt des Buches nicht auf der Liebesgeschichte liegt, sondern diese nur am Rande eine Rolle spielt.

Die Charaktere sind sehr sympathisch, gut nachvollziehbar und lebendig. Sowohl mit Firaya als auch mit Alina sind der Autorin zwei starke, unabhängige Frauen gelungen, die sich in einer Welt behaupten müssen, die teils grausam und unberechenbar ist.  Beide sind dabei nicht unfehlbar – ihre Entscheidungen sind nicht immer optimal, sorgen aber für Dynamik und Spannung. Gerade Firaya trägt das ein oder andere Geheimnis mit sich, das erst nach und nach enthüllt wird.
Auch die Nebenfiguren sind sehr lebendig, handeln logisch und sind wichtig für die Geschichte. Gerade Janka, die am Anfang nur am Rande in Erscheinung tritt, nimmt nach und nach eine wichtige Schlüsselrolle ein, die man ihr zu Beginn nicht zugetraut hat.

Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln – Ria Winters Schreibstil ist dicht, spannend und atmosphärisch. Die Geschichte wird dieses Mal wechselnd aus Firayas und Alinas Sicht erzählt, so dass man beide Frauen kennenlernt und sich mit ihnen identifizieren kann. Neben den tollen, sehr stimmungsvollen Beschreibungen der Stadt und der Menschen, die in ihr leben, können auch die Dialoge und die Kampfszenen überzeugen – man ist immer direkt im Geschehen und wird von den Ereignissen mitgerissen.
Das einzige, das man sich wünscht, ist ein Glossar um die verschiedenen Völker besser auseinanderhalten zu können und die Unterschiede zu verstehen. Man merkt beim Lesen, dass die Autorin viel Hintergrundwissen zur Welt und den Bewohnern hat, der den Lesern fehlt. Vielleicht erfährt man in einer Fortsetzung mehr – das Buch ist zwar in sich abgeschlossen, bietet aber Potenzial für weitere Geschichten um Firaya und Alina.

Fazit:
„Der Feuervogel von Istradar“ ist ein gelungener, lesbischer Fantasyroman, der durch eine schöne, spannende Geschichte, tolle, lebendige Charaktere und einen stimmungsvollen Schreibstil besticht. Ria Winter weiß, wie man Geschichten erzählt und den Leser fesselt, Spannung aufbaut und mit geschickten Wendungen die Handlung vorantreibt. Wer „Tal der Toten“ mochte, kommt auch an ihrem zweiten Roman nicht vorbei – man darf gespannt sein, was die Autorin als nächstes zu Papier bringt. Wer spannende Fantasyromane mit tollen, starken Frauen mag, sollte zugreifen. Sehr zu empfehlen.

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