[BLOGTOUR] MAIN Verlag – Polygon Noir Edition

Hallo ihr Lieben,

wie angekündigt macht die Blogtour heute bei mir Station und ich darf über euch das Jugendbuchlabel des Verlags vorstellen. Wie ihr wisst habe ich ein großes Herz für Kinder- und Jugendbücher, weswegen ich selten im einen entsprechenden Titel im queeren Genre herumkomme. Umso mehr freue ich mich, dass die Jugendbücher beim Verlag ein festes Label haben und in den kommenden Monaten eine Menge geplant ist <3

Zunächst aber eine kurze Zusammenfassung, was die Polgyon Noir Edition eigentlich ist:

Die Polygon Noir Edition startete 2014 im MAIN Verlag und bietet ein kleines, aber erlesenes Programm, das von Casandra Krammer betreut wird. Sie richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene (new adult) und ist auf Veröffentlichungen im Gay-Genre mit Schwerpunkt auf Romanzen spezialisiert. Unser Ziel ist es mit den Büchern zu unterhalten und im Herzen zu berühren. Außerdem wollen wir neuen und vor alledem jungen Autoren eine Plattform bieten, ihre Geschichten ein buntes Publikum zu präsentieren.

Bisher sind zwei Bücher erschienen, die ich natürlich gelesen und auf Like a Dream vorgestellt habe, zudem habe ich vor kurzem ein Interview mit Casandra Krammer geführt, wo sie auch ein wenig über Polygon Noir Edition erzählt. Damit ihr einen besseren Einblick in die bisherigen Veröffentlichungen bekommt, habe ich mir aus den beiden Büchern meine Lieblingszitate gepickt – passend zum Geburtstag des Verlags zu jedem Buch 3×3 Zitate 🙂


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meine Rezension

»Ach ja, Juli … Ach so, verzeih, dein Vater kommt erst morgen Abend nach Hause. Irgendeiner der Mitarbeiter hat gepfuscht und jetzt stehen sie alle da vor einem Berg an Arbeit. Dann kann ich dir morgen gerne wieder was kochen, wenn du magst!«
Was zum … »Nein!«, keuche ich angsterfüllt auf. Wenn ich es auch nur in Erwägung ziehen sollte, diesen Fraß zu essen, werde ich tot umfallen, daran besteht kein Zweifel!
Phil verschränkt die tätowierten Arme vor seiner Brust und zieht einen Flunsch, der so lächerlich an ihm aussieht, wie ein rosa Tutu wohl an mir.
»Du bricht mir das Herz, Emilio«, motzt er kindlich. Im selben Moment sehe ich den Schelm in seinen Augen blitzen und bin mir tausendprozentig sicher, dass er das nur macht, um mich mal wieder zu ärgern.

“Eisprinz und Herzbube”, S. 32 (c) Elena Loisan / MAIN Verlag

Ich atme ein paarmal tief ein und will mich gerade Sophie zuwenden, da sehe ich Nicholas unweit neben uns – und mit ihm Chris, den er gegen eine der Steinsäulen, die das Vordach des Kinos stützen, presst und … leidenschaftlich küsst. Mit einem Mal bleibt mir irgendwas im Halse stecken.
Sind es Worte oder mein Atem oder vielleicht angesammelter Sabber vom Schlafen, keine Ahnung. Vor lauter Schreck über
die beiden verschlucke ich mich und breche in heilloses Gehuste aus. Sophie, die mit dem Rücken zu mir steht, wirbelt nun hastig herum, starrt mich wie einen seltenen Käfer einen Augenblick lang an, während ich wild nach Luft ringe, röchele
und huste. Zaghaft klopft sie mir auf den Rücken. »Milo, alles okay?«, fragt sie etwas besorgt.
»Sicher«, krächze ich, huste noch einige Male und werfe einen raschen Blick Richtung Nicholas, der – oh Schande – aufgehört hat, Chris auszusaugen und mich nun mit düsterem Blick mustert. Zugleich will ich im Boden versinken, es fühlt sich fast so an, als hätte ich ihn gerade mit jemandem im Bett erwischt.

“Eisprinz und Herzbube”, S. 74-75 (c) Elena Loisan / MAIN Verlag

Oh mein … Was … Oh mein Gott! Was zum Henker war das? Was war das?!
Mit meinen ganzen Sachen in den Armen stolpere ich auf die Tribüne, verziehe mich in einen der hintersten Schlupfwinkel und ziehe mir hastig etwas an. Mein Atem geht flach, das Herz bollert wie verrückt, die Hände zittern und meine Lippen brennen wie Feuer. Oh mein Gott … Ein Kerl hat mich geküsst. Nein. Der Kerl hat mich geküsst! Warum?! Was sollte das? Wollte er sich damit beweisen, dass seine belämmerte Theorie stimmt? Der hat sie doch nicht mehr alle! Küsst mich einfach so und rammt seine Zunge in meinen Mund! Ich komme nicht klar damit, am liebsten würde ich laut losheulen. Was sollte das, was war das?!
Der Typ ist doch irre. Erst schnauzt er mich grundlos an, unterstellt mir vollkommen haltlosen Unsinn und dann macht er so was?!
Während seines Dauermonologes ist irgendwann der ziemlich offensichtliche Groschen bei mir gefallen: Er weiß es gar nicht.
Und ich dachte immer, die ganze Schule wüsste von meinen schwulen Vätern … Aber er weiß es gar nicht!

“Eisprinz und Herzbube”, S. 92-93 (c) Elena Loisan / MAIN Verlag

Mein Herz klopft wild und ich spüre, wie meine Hände anfangen zu zittern. Kann ich es wagen, die Kiste mit hinunterzunehmen? Würde es einer der beiden merken und dann wütend werden? Ich sollte nicht herumschnüffeln, schon gar nicht in etwas so Privatem, aber ich kann einfach nicht anders. Meine Väter haben nie von früher geredet und ich weiß so wenig von meiner leiblichen Mutter … Ich muss diese Kiste mitnehmen, auch wenn ich mich dabei mies fühle!
Hektisch greife ich mir die Briefe und werfe sie ebenfalls in den Karton, bevor ich den Schrank wieder verschließe und den Schlüssel einstecke.
Plötzlich ist die Angst, erwischt zu werden, noch viel größer als zuvor. Schließlich ist auch mein Fund und ebenso der Verrat größer. Also mache ich mich hektisch daran, wieder in meinem Zimmer zu verschwinden und falle dabei beinahe die Holzleiter hinunter.

“Eisprinz und Herzbube”, S. 158 (c) Elena Loisan / MAIN Verlag

Für einen kurzen Augenblick starren wir uns an, durcheinander und verzweifelt, fragend, ehe ich mich zusammen mit ihm ins Zimmer dränge, die Tür zuschlage und ihn in einer Art Kurzschlussreaktion fest in die Arme nehme.
Er sagt nichts, legt die Hände nur zögernd auf meinen Rücken und drückt das warme Gesicht ein wenig fester an meine Schulter. Er zittert, während ich nach Worten ringe.
»Es tut mir so leid«, bringe ich schließlich rau hervor. »Ich wusste nicht … Es tut mir so leid, dass ich so schrecklich zu dir war!«
Natürlich ist er empfindlich, wenn es um Schwule geht! Seine Eltern sind beide Männer … Er ist damit aufgewachsen, ihm wurde weiß Gott was an den Kopf geworfen … Natürlich gibt es dann Zündstoff, wenn er mit mir gesehen wird! Hätte ich das gewusst …
Ob er weiß was ich meine oder nicht, er schüttelt an meiner Schulter den Kopf, drückt sich von mir weg.

“Eisprinz und Herzbube”, S. 168 (c) Elena Loisan / MAIN Verlag

»Lass uns auf dein Zimmer gehen«, meint er und in seinem Blick liegt mehr als nur Lust, ein vages Versprechen, sinnliche Verheißung. Mir wird heiß, ich keuche leise auf, presse mich an ihn und küsse ihn wieder wild, ziehe ihn aber gleichzeitig ein paar holprige Schritte mit mir Richtung Treppe.
»Emilio«, murmelt er leise gegen meine Lippen. »Ich …«
Er kommt nicht dazu, zu Ende zu sprechen. Unweit hinter mir ertönt ein Geräusch, ein Prusten, dann ein heftiges Husten. Wie von der Tarantel gestochen fahren wir auseinander und da steht Phil in der Wohnzimmertür, eine Tasse Kaffee in der Hand, die er über seinen Hustenanfall beinahe fallen lässt, und hastet zurück ins Wohnzimmer.
Geschockt starre ich ihm nach, mein Herz hämmert mir bis zum Hals. Was macht der denn hier? Warum ist er nicht auf der Arbeit?! Oh Gott, irgendjemand muss mich erschießen, sofort!

“Eisprinz und Herzbube”, S. 243-244 (c) Elena Loisan / MAIN Verlag

»Milo«, fragt Phil leise, nachdenklich. »Willst du sie kennenlernen? Deine Mutter?«
Er schaut mich jetzt langsam an, Unsicherheit im Blick. Hat er da eben falsch gehandelt oder nicht? Ich kann förmlich sehen, wie plötzlich die Zweifel an ihm nagen.
»Nein«, sage ich fest und begebe mich langsam ebenfalls zur Couch, um mich mit einigem Abstand neben ihn zu setzen.
»Mir wäre es am liebsten, sie bleibt da, wo sie ist und ich muss nie wieder auch nur ein Lebenszeichen von ihr wahrnehmen«, gebe ich zu.
Phil lacht wieder dieses freudlose kleine Lachen. »Mir3 auch«, stimmt er zu und schüttelt den Kopf. »Ich verstehe Juli einfach nicht … Dass er sie hier noch mit offenen Armen empfangen will!«

“Eisprinz und Herzbube”, S. 306-307 (c) Elena Loisan / MAIN Verlag

Ich höre den Jungen wimmern, während seine Mutter sich zu ihm hinunterbeugt und ihm die Jacke hastig auszieht. Mein Vater jedoch hebt fragend die Augenbrauen: »Ich wusste nicht, dass es dich so aufregen würde, wenn dein Halbbruder …«
»Ich habe keinen Bruder!«, bricht es plötzlich aus mir heraus. Als diese Frau die Jacke locker in der Hand hält, trete ich auf sie zu und entreiße sie ihr mit einer mörderischen Wut im Bauch. »Und ich habe auch keine Mutter!«, fauche ich sie an und sehe den Schmerz in ihren Augen, aber es interessiert mich nicht im Geringsten.
»Aber dich hat ja nie interessiert, was deine eigene Familie will!«, schreie ich meinen Vater an und mache dabei ein paar Schritte zurück Richtung Tür. »Weder haben dich Phils Gefühle interessiert, noch meine! Ich will sie hier nicht, ich brauche sie nicht! Ich will nur Phil zurück! Ihr könnt mir alle gestohlen bleiben!«

“Eisprinz und Herzbube”, S. 365 (c) Elena Loisan / MAIN Verlag

»Phil? Äh …«
»Ja?«
»…« Tief durchatmen. Ganz tief. Mein Herz bollert wie verrückt, aber es gibt jetzt kein Zurück mehr, also los. Hab Mut!
»Wie funktioniert Sex zwischen Männern?«, stoße ich hastig hervor und sehe Phil zum ersten Mal in meinem Leben sprachlos. Ihm fällt für einen kurzen Moment alles aus dem Gesicht, er öffnet den Mund, schließt ihn wieder und starrt mich an, als wären mir plötzlich Hörner gewachsen.
Keine Ahnung, wie lange wir uns so anschweigen. Die Stille ist zäh wie ein alter Kaugummi. Endlich räuspert sich Phil.
»Äh … Warum redest du mit mir darüber? Ich meine, dein Vater … Moment mal, du willst mit diesem Kerl …?« Jetzt kommt wieder Leben in ihn, er richtet sich auf und starrt mich an. »Hey, warte, du bist fünfzehn! Du hast überhaupt mit gar niemandem Sex haben zu wollen!«

“Eisprinz und Herzbube”, S. 404-405 (c) Elena Loisan / MAIN Verlag


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meine Rezension

»Mach dich bereit, wir sind gleich da«, teilt Frau Hinze mir knapp und teilnahmslos mit.
»Okay«, antworte ich ihr nickend.
Frau Hinze ist die zuständige Sachbearbeiterin vom Jugendamt. Sie hat ihren Elan und ihr Engagement schon vor langer Zeit verloren, zumindest kommt es mir jedes Mal so vor, wenn ich sie treffe. Das wird nach dem heutigen Tag hoffentlich nicht mehr allzu oft passieren. Wir sind auf dem Weg zu meiner neuen Familie.
Meine Eltern haben den Autounfall nicht überlebt. Ich habe es knapp geschafft, lag viele Wochen lang im Koma, und als ich endlich wieder aufwachte, war ich blind. Ein Schädel-Hirn-Trauma hat meinem Sehzentrum im Gehirn das Licht ausgeknipst. Ob ich jemals wieder etwas sehen kann, weiß ich nicht. Das weiß niemand so genau, selbst die Spezialisten nicht.

“Und der Himmel ist doch bunt”, S. 5-6 (c) Stephanie Mangliers/ MAIN Verlag

Am Anfang hatte ich mich geweigert, die Brailleschrift zu lernen. Ich wollte absolut gar nichts damit zu tun haben. Es kam für mich überhaupt nicht infrage, mich mit meiner Blindheit abzufinden und das Beste daraus zu machen, wie alle so schön von mir verlangten. Mittlerweile weiß ich, dass es nicht anders geht. Ich muss weitermachen. Also fing ich vor knapp acht Monaten damit an, die Brailleschrift zu lernen, und ich verzweifle immer noch oft daran. Diese ganzen Punkte auseinanderzuhalten ist harte Arbeit. Das ABC kann ich jetzt fast auswendig und einfache Worte bringen mich auch nicht mehr sofort aus dem Konzept, zumindest beim Schreiben. Geschriebene Worte gleich richtig zu ertasten, schaffe ich fast nie und das frustriert mich jedes Mal total. Große Lust habe ich deshalb auch nicht dazu, aber anders geht es nicht mehr und ich muss das jetzt lernen.
»Na.« Maggie öffnet meine Zimmertür. »Was machst du denn?«
»Ich übe schreiben«, antworte ich ihr.
»Oh!« Sie betritt mein Zimmer und bleibt hinter mir stehen. »Das find’ ich toll.«
»Ist nicht so einfach.«
»Glaub’ ich dir sofort.«

“Und der Himmel ist doch bunt”, S. 25 (c) Stephanie Mangliers/ MAIN Verlag

»Och, musst du wieder auf der Bank sitzen?«, ärgert Leon mich.
Darauf entgegne ich nichts, schließlich sitze ich am kürzeren Hebel. War ja klar, dass ich mir einen blöden Spruch anhören muss.
»Gott sei Dank sitzt er da, so laufen wir nicht Gefahr, dass er uns eiskalt überrennt!«, meint Patrick und lacht dabei. »Komm, lassen wir den Krüppel  einfach mal Krüppel sein.«
An Leon und Patrick, das wird mir jetzt klar, würde ich bald meine Freude verlieren.
»Hör mal mit den dummen Sprüchen auf, das nervt echt!«, beschwert sich Toby bei Patrick, womit ich nicht gerechnet habe.
Tobys Stimme kenne ich mittlerweile gut. Er hat echt was auf dem Kasten und ist mündlich im Unterricht sehr stark. Er sitzt  weiter hinten, aber ich weiß gar nicht, wer neben ihm sitzt. Ich weiß nur, dass Toby einer der Klassensprecher ist.

“Und der Himmel ist doch bunt”, S. 42-43 (c) Stephanie Mangliers/ MAIN Verlag

»Sag mal …« Ich überlege, wie ich die Frage am besten stellen sollte. »Was hat Patrick damals vor der Schule gemeint, als er nicht nur mich, sondern auch dich als behindert beschimpft hat?«
Nick räuspert sich kurz. »Mir geht’s gut, keine Sorge.«
»Okay. Das ist ja schon mal gut zu wissen, aber was hat er dann gemeint?«
Nick schnalzt ein paar Mal mit der Zunge, gibt mir aber keine Antwort und ich hake nicht weiter nach. Irgendwas ist da, und wenn er jetzt nicht darüber reden will, dann hoffentlich ein anderes Mal. Drängen will ich ihn auf keinen Fall, denn ich weiß ja selbst, wie schwierig es ist, etwas auszusprechen.
»Na ja«, sagt Nick dann doch. »Er meint damit, dass ich schwul bin.«
»Oh …« Jetzt bin ich überrascht, denn damit habe ich nicht gerechnet. »Oh!«
»Ja, genau.« Sein Ton wird abfällig. »Oh.«

“Und der Himmel ist doch bunt”, S. 107-108 (c) Stephanie Mangliers/ MAIN Verlag

Je näher ich Caro in den nächsten Tagen komme, desto mehr verliere ich den Kontakt zu Nick und dadurch auch zum Rest der Clique. Das ist für mich ziemlich schwer zu ertragen. Nick fährt morgens und nachmittags wieder grußlos mit dem Rad an mir vorbei, was mir jedes Mal einen fiesen Stich versetzt und was ich furchtbar unfair finde. Noch deutlicher hätte er mir seine Ablehnung nicht zeigen können. Ich stehe wieder völlig allein da und nach der Sache mit Kevin und Leon in der Toilette mache ich mir schon ziemlich Sorgen, wieder in der Schusslinie zu stehen. Dazu kommt, dass ich im Unterricht immer noch neben Nick am Tisch sitze und er mich einfach ignoriert. Das ist ein richtig beschissenes Gefühl und das alles nur wegen Caro. Dabei trifft sie ja eigentlich überhaupt keine Schuld.

“Und der Himmel ist doch bunt”, S. 139 (c) Stephanie Mangliers/ MAIN Verlag

»Was willst du denn hier?!« Er klingt total entsetzt.
»Gucken, wie’s dir geht«, antworte ich ruhig und bemerke sofort den
Geruch von kaltem Zigarettenrauch im Zimmer.
»Ich lass euch zwei dann mal in Ruhe quatschen«, meint die Oma freundlich und schließt die Zimmertür hinter sich.
»Hau bloß ab!«, fährt Patrick mich an.
Ich an seiner Stelle hätte auch keinen Bock darauf, wenn er einfach zu mir nach Hause gekommen wäre, aber ich will mich nicht vertreiben lassen. Nicht nach dem netten Empfang durch seine Oma.
»Wie geht’s dir?«, frage ich einfach.
»Mann, verpiss dich!«
»Nein!«, widerspreche ich energisch.
Für einen kurzen Moment ist Patrick wohl sprachlos, aber er fängt sich schnell wieder. »Ey, Jason, ehrlich. Sieh zu, dass du wegkommst.«
Darauf will ich gar nicht erst eingehen, aber ich wage es auch nicht, mich vom Fleck zu bewegen. Ich darf mich aber nicht einschüchtern lassen. Deswegen bin ich nicht hergekommen.
»Ich habe dich schlimm verletzt, oder?«

“Und der Himmel ist doch bunt”, S. 163 (c) Stephanie Mangliers/ MAIN Verlag

»Darf ich dich küssen?«, fragt Nick etwas schüchtern und meine Antwort ist ein wortloses Nicken. Keinen Augenblick später spüre ich Nicks Lippen auf meinen und ich lege meine Arme um ihn. Dieses Kribbeln in meinem Bauch ist einfach  atemberaubend schön. Die ganze letzte Woche sind wir unzertrennlich gewesen, aber trotzdem hat Nick ein klein wenig Distanz gewahrt. Von unseren Freunden weiß niemand davon und auch Maggie und Andreas habe ich noch nichts erzählt. Keine Ahnung, wann ich das mache, aber momentan ist es gut so, wie es ist.
»Deine Haare sind klitschnass«, sagt Nick leise und streicht mir ein paar Strähnen von der Stirn.
»Ich weiß«, antworte ich und fasse in seine Haare. »Deine aber auch.«

“Und der Himmel ist doch bunt”, S. 182 (c) Stephanie Mangliers/ MAIN Verlag

»Na alles! Jason, wie kommst du nur auf die ekelhafte Idee, Typen zu vögeln?« Er stößt mir von vorn die Hand gegen die Schulter. Ich habe keine Ahnung, was ich dazu sagen soll.
»Du bist wohl total irre geworden, seit deine Eltern tot sind!« Er tippt mir gegen die Stirn. Dieser Satz hat mich tief getroffen.
»Lass mich raten, es ist dieser Blonde, stimmt’s?«, fragt Max provozierend nach.
»Er heißt Nick!«, antworte ich protestierend.
»Das war ja so klar!«
Im Wohnzimmer ist es fast ganz still. Keiner sagt etwas, nur die Musik dudelt weiter leise vor sich hin. Ich fühle mich ätzend, so auf dem Präsentierteller. Warum musste das ausgerechnet heute und so passieren?
»Mein bester Freund ist schwul!« Max klatscht in die Hände. »Ich glaub es nicht.«

“Und der Himmel ist doch bunt”, S. 197 (c) Stephanie Mangliers/ MAIN Verlag

Ich schlucke. »Die späte Störung tut mir leid, aber ich muss unbedingt mit Nick sprechen.«
»Komm erst mal rein, du frierst ja. Ist was passiert?«
»Ja«, ich nicke und plötzlich bricht riesige Freude über mich herein.
»Darf ich hochgehen?«
»Bitte, geh ruhig.«
Ich steige sofort die Treppen nach oben und öffne ohne zu klopfen Nicks Zimmertür. Da ist das Licht wieder!
»Jason?«, fragt Nick verwundert. »Was …«
»Ich sehe Licht!« Meine Freude überwältigt mich jetzt so sehr, dass ich in Tränen ausbreche.
Nick antwortet nicht sofort. »Was?«, hakt er dann nach.
»Ich sehe Licht.«

“Und der Himmel ist doch bunt”, S. 217 (c) Stephanie Mangliers/ MAIN Verlag

Ich hoffe, die Auswahl gefällt euch und ihr habt Lust bekommen, die Bücher zu lesen. Wenn nicht, sind vielleicht die kommenden Titel etwas für euch, denn Casandra Krammer hat sich bereiterklärt einen Ausblick auf das kommende Jahr zu geben, damit ihr wisst, welche tollen Bücher auf euch zukommen:

2017 wird bei uns ein spannendes Jahr. Als erstes starten wir mit „Eis bricht langsam“ von Dima von Seelenburg durch, das Buch richtet sich vor allem an jüngere Teenager, die noch nicht ganz ihren Platz in der Welt gefunden haben. Danach sind mehrere Veröffentlichungen geplant, die noch keine feste Reihenfolge haben. Zum einen erwartet euch der Debütroman von Gordon Ambos mit dem Jugendbuch-Titel „Das Meer dazwischen“, indem es um große zwischenmenschliche Gefühle geht, bei denen Leser, die es etwas tiefgreifender mögen, auf ihre Kosten kommen. Auch alle Fans von „Eisprinz und Herzbube“ werden nicht enttäuscht. Elena Losian hat nämlich eine Prequel zu unserem Bestseller geschrieben und überrascht unsere Leser mit viel Herz und Humor. Es geht dabei um die Liebesgeschichte der Väter unseres Eisprinz-Protagonisten. Wir haben unglaublich viel tolles Feedback zu den beiden bekommen und waren gleich gegeistert von der Prequel-Idee. Für dieses Buch suchen wir gerade fieberhaft nach einem Titel.
Zu guter Letzt haben wir noch zwei weitere Projekte, die mit viel Glück noch 2017 erscheinen werden – versprechen kann ich aber nichts 😉
Da haben wir zum einen meinen eigenen (Anm. Casandra Krammers) Roman „Tage im Ascheregen“, indem es vor alledem um dunkle Geheimnisse geht. Das Buch pendelt an der Schwelle zwischen Jugendbuch und New Adult und wird ein gefundenes Fressen für alle, die ein Herz für Außenseiter haben.
Zum Schluss haben wir ein Roman, der bereits seit 2014 darauf wartet, veröffentlicht zu werden. Es dreht sich dabei um „Von den Zehenspitzen bis ins Herz“ von Diare Cornley, ebenfalls ein Jugendbuch mit Hang zum New Adult das sich an alle richtet, die gerne Geschichten zum Thema Friendzone lesen. Das Projekt ist noch aus meiner damaligen Zeit als leidenschaftliche Fanfiktion-Leserin und ich hoffe unsere Leser dafür begeistert zu können.

Damit verabschiede ich mich von euch. Ich hoffe sehr, der Blogtour-Beitrag hat euch gefallen und ihr habt einen guten Einblick in das Label “Polygon Noir Editon” erhalten. Am Sonntag geht es mit Antheum in Love bei Bookwormdreamers weiter – schaut auf jeden Fall vorbei.

Liebe Grüße,
Juliane

[ANKÜNDIGUNG] Blogtour MAIN Verlag

Hallo ihr Lieben,

der MAIN-Verlag, von denen ich auf “Like a Dream” schon einige Romane rezensiert habe, wird am 15.12.2016 drei Jahre alt. Aus diesem Grund findet in der Zeit bis Weihnachten einen Blogtour statt, um den Verlag näher vorzustellen. Hier gelangt ihr zur Website des Verlages.

Folgende Blogtour ist Teil der Verlags-Blogtour. Schaut in den kommenden Tagen bei den jeweiligen Bloggern vorbei, um den Verlag und deren Programm besser kennenzulernen.

Hier der Tourplan:

Mittwoch, 14. Dezember 2016
Der MAIN Verlag – Bücherjunky
Die ersten Schritte es Verlages zu Lesbian und Trans – Tausend Leben

Freitag, 16. Dezember 2016
Polygon Noir Editon – bei mir auf Like A Dream

Sonntag, 18. Dezember 2016
Antheum in Love – Bookwormdreamers

Dienstag, 20. Dezember 2016
Gay Romance – chrissi die büchereule

Donnerstag, 22. Dezember 2016
Die Welt der Schatten – Buchmelodie
GayCrime/Thriller – Miss Rose’s Bücherwelt

Wir freuen uns auf regen Besuch und sind gespannt, wie ihr die einzelnen Beizträge findet. Seid gespannt.

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Eine Randbemerkung von Isabelle Rowan

Autor: Isabelle Rowan
Taschenbuch: 244 Seiten
ASIN: B019NXZHIE
Preis: 5,14 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Einem ärztlichen Rat folgend nimmt sich der Geschäftsmann John McCann ein Jahr Auszeit und erwirbt den kleinen Buchladen „Margins“, um zur Ruhe zu kommen und seine Energie in eine einfachere Arbeit zu stecken. Zu Beginn ist er skeptisch und nimmt sich vor den verwinkelten Laden auf Vordermann zu bringen, doch er nimmt schnell Abstand davon – einerseits wegen Jamie, dem Sohn der ehemaligen Besitzerin und wegen Davids, einem Obdachlosen, der jeden Tag zum Lesen ins Margin kommt. Mit der Zeit lernt John den stillen David nicht nur besser kennen, er verliebt sich auch in ihn und setzt alles daran ihm zu helfen. Doch Davids Gründe, auf der Straße zu leben, sind vielseitig und seine Probleme nicht so einfach zu bezwingen …

Eigene Meinung:
Der Roman „Eine Randbemerkung“ stammt aus der Feder Isabelle Rowans und erschien 2015 in deutscher Übersetzung bei Dreamspinner Press. Neben etlichen weiteren Gay Romance Romanen hat die Autorin auch die Weihnachtsnovelle „Twelve Days“ geschrieben, in der „A Note in the Margin“ fortgesetzt wird. Weiterlesen …

[LIKE A DREAM] Vorstellung: Bianca Nias

Hallo in die Runde,

heute darf ich euch Bianca Nias vorstellen – die Autorin, die wohl jeder Leser schwuler Gestaltwandler kennt, denn ihre “Bruns_LLC” – Reihe ist wohl jedem bekannt, der sich mit dem Genre beschäftigt hat. Dass sie sich nicht nur gutaussehenden Großkatzen widmet, verrät sie im Interview 🙂

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Ich bin geboren und aufgewachsen in unserer wunderschönen hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Genauer gesagt, in Naurod, wo ich in den 80er und 90er Jahren eine tolle Kindheit hatte, die noch von Rollschuhfahren auf der Straße, Hüttenbauen im Wald und Radpolospielen geprägt war (das ist dort „Nationalsport“). Ich bin in Vollzeit als Finanzbeamtin tätig, daher bleibt mir nach einer 42-Stunden-Woche (und 10 Stunden/Woche auf der Autobahn von und nach Limburg, wo ich heute wohne) verdammt wenig Zeit für Hobbys. Am Wochenende stehen natürlich die Familie, mein Mann und meine beiden Söhne im Vordergrund. Wenn ich dann mal Zeit für mich habe (und nicht am Schreiben bin) verziehe ich mich gerne mit einem eBook in die Badewanne oder auf die Couch oder beschäftige mich mit meinen Hunden Enya und Dexter.

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Meine beiden Söhne wurden älter, erwachsener und plötzlich kam eine Zeit, wo ich als Mama nicht mehr so gefordert war. Vor allem, weil vor dem Mittag keiner aus den Federn gekrochen kam. Ich hatte also plötzlich viel mehr Zeit für mich selbst – und dann hatte ich diese eine, ganz bestimmte Szene von einer Begebenheit am Waldsee im Kopf und begann, sie aufzuschreiben. Daraus entwickelte sich nach und nach „Tajo@Bruns_LLC“. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Das Schreiben ist für mich Entspannung und Herausforderung zugleich. Es ist wie ein Ventil, das ich öffnen kann, denn über die Woche hinweg haben sich einige Szenen und Dialoge in meinem Kopf angesammelt, die es dann am Wochenende zu be- und verarbeiten gilt

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Like a Dream – Unexpected Regrets“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Wie das bei mir oft so ist, hatte ich als Idee nur ein Fragment der Story im Kopf (die Begegnung der zwei sich zunächst fremden Protagonisten in der Sauna und ihr unerwartetes Wiedersehen). Alles andere entwickelt sich bei mir meistens erst mitten im Schreibprozess, wenn ich mich frage, wie es zu dieser Situation gekommen ist und was das für zwei Typen sind, die dort aufeinandertreffen.

Was hast du neben „Like a Dream – Unexpected Regrets“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Derzeit arbeite ich an der „Weihnachtsgeschichte 2016“ zu der Bruns-Reihe. Es hat sich mittlerweile so eingebürgert, dass ich einmal im Jahr eine solche Kurzgeschichte verfasse. Das macht auch riesig viel Spaß, sich wieder mit den Figuren aus Tajo & Co zu beschäftigen – das fühlt sich fast wie ein Nachhausekommen an.
Außerdem habe ich schon mit dem dritten Band der Navy-Seals-Reihe begonnen, da ich diesen (wenn alles klappt) im März zur Leipziger Buchmesse veröffentlichen möchte. Er wird „Operation Icebraker“ heißen und wieder eines meiner Selfpublishing-Projekte sein.

Außerdem wartet eigentlich noch der „Werwolf von Nebenan“, den ich zusammen mit Susann Julieva schreibe, auf seine Weiterentwicklung. Der Plot steht soweit und ich hoffe, dass wir ihn vielleicht im Laufe des Jahres 2017 fertig haben in die Welt entlassen können.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Nein, weder einen bestimmten Ort noch eine bestimmte Person. Wenn man anfängt, ganz bewusst auf diese Ideen und „Geistesblitze“ zu achten, merkt man, wie verrückt das alles sein kann. Da stehe ich im Supermarkt an der Kasse – und plötzlich ist so eine Idee da, bei der ich am liebsten schnell zu Block und Bleistift greifen würde, um sie aufzuschreiben. Wenn also
irgendwann einmal jemand in der Schlange an der Kasse hinter dir steht, mit einem abwesenden Gesichtsausdruck und einem dümmlichen Grinsen im Gesicht, muss das kein Irrer oder Treibtäter sein. Vielleicht ist es tatsächlich ein armer Autor, der gerade von seiner Muse etwas zugeflüstert bekommen hat.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Keine bestimmte. Ich schreibe einfach drauf los und lasse den Dingen ihren Lauf. Das hat dann den Effekt, dass die Geschichte oder manche Szenen sich oft in eine ganz andere Richtung entwickeln, als es ursprünglich beabsichtigt war. Ich stehe dann als Autor daneben und denke „Hey Jungs, was soll das, was macht ihr da?“, aber lasse der Story ganz bewusst ihre Eigendynamik. Beim „Date-Manager“ hatte ich es erstmals mit einem zuvor angelegten Storyboard versucht. Wer es sich, wenn er das Buch gelesen hat, hinterher mal anschaut, wird sich totlachen, wie wenig davon übriggeblieben ist.

Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwerfällt?
Nein, eigentlich nicht. Anfangs habe ich mir Ziele gesetzt, wie viele Wörter ich am Tag schreiben will und war unzufrieden mit mir selbst, wenn ich das nicht geschafft habe. Mittlerweile habe ich zwar immer noch diese 2000 Wörter pro Tag als Anhaltspunkt, gehe aber damit viel gelassener um. Man kann beim Schreiben nichts erzwingen. Manchmal läuft es fantastisch, wie geschmiert, manchmal ringt man um jeden Satz. Das zu akzeptieren, muss man lernen, dann kann man viel entspannter an so ein Projekt herangehen.

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Ich brauche absolute Ruhe zum Schreiben. Die beste Zeit des Tages ist also, wenn alle anderen Familienmitglieder noch schlafen, da habe ich meine größten Schaffensphasen.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Ja, klar. Ich lese gerne und viel, mittlerweile aber mit einem ganz anderen Blick auf die Story. Oft lese ich ein Buch und habe mittendrin den Handlungsbogen vor Augen, wie ich den Plot aufbauen würde. Dann bin ich einfach gespannt darauf, wie der Autor des Buches das gelöst hat und lasse mich überraschen. Ansonsten bin ich (neben der Fortführung der Bruns- und der Navy-Seals-Reihe) eher darauf bedacht, Ideen zu entwickeln, die bisher noch nicht in anderen Büchern aufgetaucht und verarbeitet worden sind. Ist mittlerweile gar nicht mehr so einfach. J
Zu der Bruns-Reihe bin ich ganz klar von G.A Aiken inspiriert worden. Deren Buchreihe „Lions“ ist klasse und im M/M-Bereich hatte es damals noch nichts Vergleichbares gegeben. Also habe ich einfach das geschrieben, was ich selbst gerne lesen würde.

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Mit „Keyla@Bruns_LLC“ habe ich ja bereits einen Ausflug in den Hetero-Bereich gewagt, was auch Spaß gemacht hat, aber sicherlich nicht mein bevorzugtes Genre werden wird. Vor ein paar Wochen habe ich zusammen mit Rebecca Thrayner einfach aus Lust und Laune mit einem Kinderbuch / Bilderbuch begonnen. Ich schreibe ein paar Zeilen, Rebecca zeichnet ein Bild dazu (und das kann sie echt super!). Vielleicht bauen wir diese Idee tatsächlich einmal aus.

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Vom Ablauf her genau so, wie ich es am Wochenende mache. Frühmorgens aufstehen, Kaffee kochen, den PC anwerfen und schreiben. Zwischendurch in Facebook rumhängen und mit den Freunden chatten und rumblödeln. Wenn dann noch eine Haushälterin, eine Putzfrau und ein Whirlpool zum Entspannen vorhanden sein würden – dann wäre es sicherlich perfekt. J

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Mittlerweile haben sie sich daran gewöhnt, denke ich. Anfangs fanden sie das sicherlich verrückt, weil ich im Gay-Genre schreibe, aber auch die Aufregung darüber hat sich irgendwann gelegt. Und so liest meine Schwiegermama meine Bücher und fragt mich nach den neuen Ideen und den Projekten, mit meinem Mann zusammen entwickele ich manche Actionszenen und meine Jungs quetsche ich über Musikgruppen, Jugendsprache und Internetneuheiten aus.

Was würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Wer Spaß daran und eine Idee im Kopf hat, sollte das auch tun. Wenn man veröffentlichen will, muss man sich nur im Klaren darüber sein, dass man seine Ideen und Gedanken in die Welt hinaus entlässt und damit jedem Leser die Möglichkeit gibt, seinen Senf dazu zu geben. Anfangs eignen sich gerade solche Plattformen wie Fanfiction oder Bookrix dazu, um das Geschriebene von anderen Leuten lesen und bewerten zu lassen. Dann muss man lernen, konsequent an sich zu arbeiten, Kritik zuzulassen und noch nach der Vollendung des Skriptes einen Haufen Arbeit reinzustecken. Ich habe zwischenzeitlich erfahren, wie viel Arbeit es bedeutet, bis ein Buch in die Welt entlassen werden kann. Über Coverdesign, Lektorat und Korrektorat bis zur Veröffentlichung haben einige Leute jede Menge Zeit und Herzblut in diese geschriebenen Zeilen gesteckt, mit den Worten jongliert und unrunde Sätze begradigt. Dass es dann Menschen gibt, die nicht bereit sind, diese Arbeit mit der Bezahlung eines angemessenen Preises zu honorieren, macht mich echt traurig.

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Logisch, ich habe eigene, ganz egoistische und materielle Wünsche (ein neues Auto, die Renovierung des Bades) oder hoffe, dass meine Kinder ihren Weg gehen und ein wenig von dem annehmen werden, was ich ihnen an Werten und von meiner eigenen Einstellung mitgebe. Aber ich bin auch in einem Alter, wo ich mich ganz entspannt zurücklehne und zufrieden das betrachte, was ich bisher erreicht habe.

Ein Traum wäre es sicherlich, mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Es vielleicht sogar hauptberuflich machen zu können und nur „aus Spaß“ weiterhin im Finanzamt zu arbeiten. Meinen dortigen Job würde ich jedoch nie ganz aufgeben wollen, denn den Kontakt mit meinen Kollegen und die abwechslungsreiche, teilweise auch sehr spannende Arbeit, diese Jagd nach den Steuersündern, würde ich sicherlich vermissen.

Global betrachtet hege ich natürlich noch die Hoffnung, dass die Menschen irgendwann zur Vernunft kommen und die gegenseitige Akzeptanz eine Selbstverständlichkeit wird. Das betrifft sowohl die Herkunft, Hautfarbe, Religion als auch die sexuelle Orientierung.


Ich bedanke mich bei Bianca für das tolle Interview und die spannenden Antworten. Ich hoffe sehr, dass ihr den Gestaltwandlern der Autorin eine Chance gibt (hier auf Like a Dream” werden fast alle Bände vorgestellt ;)). Nächste Woche geht es mit einem Interview weiter – seid gespannt, wen ich dann für euch in petto habe 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Ankündigungen zur Anthologie

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Hallo in die Runde,

die Anthologie ist inzwischen seit einem Monat auf dem Markt und s ist einfach toll, wie unser Projekt angenommen wird. Auf der Gay Book Fair haben wir einen grandiosen Start hingelegt, denn viele Besucher haben sich ein Exemplar von “Like a Dream” gesichert. Inzwischen gibt es die Anthologie auch in den Räumlichkeiten der “Bar jeder Sicht” zu erwerben – wie ihr wisst kommen alle Einnahmen dem Verein zugute, zu dem die Bar gehört.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch unsere erste große Anthologielesung ankündigen. Diese findet am Samstag, 10. Dezember 2016, ab 19:00 Uhr in der “Bar jeder Sicht” in Mainz statt. Folgende Autoren werden vorraussichtlich mit von der Partie sein:

  • Bianca Nias
  • Savannah Lichtenwald
  • Anna Maske
  • Tanja Meurer
  • Juliane Seidel

Sollten weitere Autoren zusagen, werde ich das natürlich noch bekannt geben. Wir freuen uns auf euch und sind schon sehr gespannt auf unsere Lesung.

Zu guter Letzt möchte ich noch auf einige wundervolle Rezensionen hinweisen, die in den letzten Wochen eintrudelten. An erster Stelle ist die Rezension von Ulla zu nennen, die bereits am Montag nach dem Erstverkaufstag online ging:

Ulla liebt Bücher

Das Buch „Like a dream“ enttäuscht nicht, ganz im Gegenteil. Es präsentiert eine wirklich „traumhafte“ Auswahl an 16 Storys von ebenso vielen Autoren, die sich dem Thema aus ganz unterschiedlichen Seiten nähern. Bekannte und – zumindest mir – bisher unbekannte Namen haben teils lustige, teils nachdenkliche, aber immer unheimlich berührende Geschichten beigesteuert. Einige sind zeitgenössisch, andere haben eine deutliche Fantasy-Komponente. Spannend ist die Auseinandersetzung mit dem sehr aktuellen Thema Flüchtlinge, das in einigen Storys aufgegriffen und von ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet wird.

Ich finde die Auswahl und Zusammenstellung der Geschichten erstklassig, entsprechend erhält das Buch von mir mehr als 5 Punkte und eine begeisterte Leseempfehlung. Außerdem ist nicht nur für jeden Geschmack etwas dabei, obendrein geht der Erlös der Antho auch noch an einen guten Zweck.

El Ma liest

Von mir gibt es für diese Anthologie auf jeden Fall eine volle Lese- und Kaufempfehlung. Wie eingangs erwähnt, hätte ich ein paar der Geschichten so wahrscheinlich nicht gelesen, mein „darauf einlassen“ war gut und richtig. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich echt etwas verpasst, wenn ich sie nicht gelesen hätte.

Weitere Rezensionen folgen, denn aktuell läuft auf Facebook unsere Leserunde – wer mitmachen will, kann gerne noch quereinsteigen. Wir freuen uns auf euch.

Nächste Woche kehren wir zu den Interviews zurück – seid gespannt, wen ich für euch in petto habe 🙂

 

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Die Blechdose von Kim Fielding

Autor: Kim Fielding
Taschenbuch: 237 Seiten
ASIN: B00NF7G8BK
Preis: 5,14 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Nach der Scheidung von seiner Frau hält William nichts mehr in der Großstadt. Daher nimmt er das Angebot an, während der Arbeit an seiner Dissertation in einer alten, verlassenen Irrenanstalt in der Nähe der dörflichen Gemeinde Jelley‘s Valley als Hausmeister zu arbeiten. Als er während seiner Streifzüge durch das alte Gebäude zufällig auf eine Blechdose stößt, die in einer Wand versteckt ist, findet er Briefe des ehemaligen Anstaltsinsassen Bill, der wegen sexueller Perversion und Homosexualität Ende der 30er Jahre eingeliefert wurde. William erfährt schreckliches, findet aber zeitgleich durch Bills Briefe den Mut zu sich selbst und seiner eigenen Sexualität zu stehen. Dabei hilft ihm auch der junge Colby, den er in Jelley’s Valley kennenlernt und für den er bald mehr als Freundschaft empfindet …

Eigene Meinung:
Der Roman „Die Blechdose“ stammt aus der Feder Kim Fieldings, die bereits etliche Gay Romane in den Staaten bei Dreamspinner Press veröffentlicht hat. Bereits 2014 erschien ihr sensibler und eindringlicher Roman „Die Blechdose“ in deutscher Übersetzung bei Dreamspinner, weitere Romane sind u.a. beim Cursed Verlag erhältlich („Bones“-Reihe). Weiterlesen …

[LIKE A DREAM] Leserunde – jetzt bewerben!

 

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Hallo ihr Lieben,

die Autor*innen von “Like a Dream” laden zur gemeinsamen Leserunde auf Facebook ein. Wir brennen darauf, zu erfahren, wie ihr die Anthologie und die Kurzgeschichten findet und freuen uns auf gemeinsame Diskussionen mit euch. Zu diesem Zweck stellen wir 10 eBooks im Wunschformat zur Verfügung – sollte es mehr als 30 Bewerber geben, werden wir die Anzahl auf 15 erhöhen 🙂

Ihr könnt euch bis zum 11.11. für eins der Bücher bewerben – Start ist der 13.11. in einer öffentlichen Gruppe auf Facebook. Wir erwarten eine aktive Teilnahme von euch, sprich Kommentare zu jeder Geschichte und eine abschließende Rezension (auf Amazon und weiteren Plattformen). Natürlich ist jeder eingeladen, der das Buch schon hat und sich gerne dazugesellen möchte, denn je mehr, umso besser 🙂

Kommentiert einfach unter dem entsprechenden Facebook-Post – wir freuen uns auf euch.

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Anthologie erschienen

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standIhr Lieben,

sie ist da! Unsere Anthologie wurde gestern auf der Gay Book Fair 2016 beim Stand von QUEER gelesen vorgestellt und kann ab heute überall gekauft werden. Die Messe war ein voller Erfolg, denn viele haben sich am Erstverkaufstag ein Buch gesichert und es sich von den anwesenden Autoren (und natürlich der Coverdesignerin) signieren lassen. Zudem haben die sympathischen Jungs von Gay Jet unsere Anthologie ebenfalls passend präsentiert:

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Nun sind wir gespannt, wie euch unsere Anthologie gefällt und freuen uns auf euer Feedback, ganz gleich ob in Form von Rezensionen, kurzen Anmerkungen oder persönlichen Nachrichten. Also schaut bei Amazon, Weltbild oder Bücher.de vorbei und sichert euch euer Exemplar 🙂 Zu empfehlen ist auch das Printbuch, denn nur in diesem ist eine exklusive Zeichnung zu Tanja Meurers Kurzgeschichte “Bruderliebe” enthalten, auf die im eBook verzichtet wurde.

Amazon | Weltbild | Bücher.de

Wer es ausführlicher mag und die Geschichten gemeinsam mit anderen und den Autoren lesen will, wird Ende Oktober die Chance haben an einer Leserunde auf Facebook teilzunehmen. Informationen dazu wird es demnächst geben 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[LIKE A DREAM] Anthologie vorbestellbar

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Hallo in die Runde,

nur noch wenige Tage, dann erscheint unsere Benefizanthologie. Auf Amazon ist das eBook bereits gelistet und vorbestellbar – es erscheint am Samstag, den 22.10.2016. Wer es sich jetzt vorab sichert, erhält es pünktlich um Mitternacht auf seinen Reader und kann es als erstes lesen <3

like-a-dream-benefizanthologie-ebook-01-ck

Hier nochmal der Klappentext
Nimm dir Zeit zum Träumen – es bringt dich den Sternen näher. (Irisches Sprichwort)

Seit über 15 Jahren beschäftigt sich der Blog „Like a Dream“ mit queeren Romanen, Comics und Filmen. Grund genug, den Geburtstag mit einer besonderen Anthologie zu feiern. 15+ Autor*innen präsentieren fantasievolle, nachdenkliche und sinnliche Geschichten zum Thema Träume, Wünsche und Hoffnungen.

Der Erlös der Anthologie geht an das Mainzer LSBTI-Zentrum „LBSK e.V.“, das nicht nur mit der „Bar jeder Sicht“ einen Treffpunkt in Mainz geschaffen hat, sondern auch zahlreiche Gruppen und Vereine unterstützt.

Mit Beiträgen von: Tanja Meurer, Florian Tietgen, Bianca Nias, Elisa Schwarz, Laurent Bach, Leann Porter, Sabrina Železný, Jobst Mahrenholz, Karo Stein, Thomas Pregel, Alexa Lor, Chris P. Rolls, Anna Maske, Savannah Lichtenwald, Jannis Plastargias und Juliane Seidel.

Vorbestellen:

Amazon

Wir sind sehr gespannt, wie euch unsere Träume gefallen – wie gehabt könnt ihr viele von den teilnehmenden Autoren auf der Gay Book Fair kennenlernen. Wir freuen und auf euch.

Liebe Grüße,
Juliane

 

[ROMAN] Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell von Svea Lundberg

Autor: Svea Lundberg
Taschenbuch: 364 Seiten
ISBN: 978-3960890218
Preis: 12,95 EUR (Taschenbuch) | 5,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Für Jerik ist es Liebe auf den ersten Blick als er in einem Musical den Tänzer Alexej sieht und sich in den Bachstage-Bereich schleicht, um ein Date mit dem jungen Mann auszumachen. Auch dabei läuft alles bestens – die beiden kommen sich näher und Alexej scheint Jeriks Gefühle zu erwidern. Recht schnell kommen jedoch auch erste Probleme ans Licht – Alexej verdient nicht nur mit dem Tanzen sein Geld, hin und wieder verkauft er sich auch an andere Männer. Jerik ist entsetzt, hält er doch an einer rein monogamen Beziehung fest. Richtig problematisch wird es jedoch erst, als er bemerkt, dass Alexej ihm einen weiteren wichtigen Punkt verschwiegen hat: er verkauft sich nicht nur an andere Männer, er konsumiert auch Drogen, um den Akt mit Fremden erträglich zu machen. Und zwischen Kontrolle und Sucht verläuft eine dünne Grenze, die Alexej schon längst nicht mehr erkennen kann. Für Jerik, der seiner großen Liebe helfen will, überschlagen sich nach und nach die Ereignisse, da ihn Alexejs Probleme selbst immer tiefer hinabziehen …

Eigene Meinung:
Mit dem Gay Drama „Inbetween – Zwischen Bühne und Bordell“ legt Svea Lundberg ihren zweiten Roman bei deadsoft vor, der im kommenden Jahr mit einem Spin-Off fortgesetzt werden soll. Im Gegensatz zu ihrem Krimi „Kristallschnee“ handelt es sich bei „Inbetween“ um ein waschechtes Drama, bei dem sowohl Alexej als auch Jerik einiges zu bewältigen haben. Weiterlesen …