[ROMAN] Herz der Meerjungfrau von Nana Chiu

Autor: Nana Chiu
Taschenbuch: 224 Seiten
ISBN:978-3946408154
Preis: 4,99 EUR ( eBook) |10,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Ein Fluch verändert Lex‘ Leben vollständig – statt höhere Magie wirken und Dämonen jagen zu können, bleibt nur noch ein Dasein mit kleineren Aufträgen und der Gefahr bei innerlich zu verbrennen. Abhilfe könnte das Angebot der Meerjungfrau Kel schaffen: Im Austausch für ihr mächtiges, heilendes Blut muss Lex einen Tag mit ihr verbringen und ihr Hong Kong zeigen. Zudem bietet sie ihre Hilfe an, einen vermissten Junge zu finden, den Lex im Auftrag einer alten Schamanin sucht. Trotz Unsicherheit nimmt Lex das Angebot an, ohne zu ahnen, welche Probleme die wachsende Beziehung zu Kel heraufbeschwört und welches Geheimnis unter Hong Kong schlummert …

Eigene Meinung:
Mit „Herz der Meerjungsfrau“ legt Nana Chiu ihren Debütroman vor. Das 220 Seiten starke Büchlein erschien bei tensual publishing, einem Label des deadsoft Verlags. Die Geschichte wartet mit einigen queeren Charakteren auf, allen voran Lex, der/die zwischen den Geschlechtern wechseln kann und sich eher dem Partner anpasst, mit dem er/sie zusammen ist.

weiterlesen…

[KURZROMAN] Geister auf der Metropolitan Line von Ben Aaronovitch

Autor: Ben Aaronovitch
Taschenbuch:  176 Seiten
ISBN: 978-3423217330
Preis: 7,99 EUR (eBook) / 8,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Nahezu täglich werden Geister auf der Metropolitan Line gesichtet – gerade Pendler melden immer wieder, dass sie von ihnen belästigt wurden. Das Problem ist jedoch, dass sie sich nur wenige Minuten später nicht mehr daran erinnern, jemals einen Geist gesehen und den Notruf gewählt zu haben. Natürlich wird Folly mit dem Fall beauftragt und Peter Grant darf sich der Sache annehmen – zusammen mit seiner Cousine Abigail, die darauf brennt irgendwann ebenfalls zur Zauberin ausgebildet zu werden. Passende Anlagen besitzt sie, seitdem sie Peter einst bei einem Fall geholfen hat. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Ursache der Geistererscheinungen und stoßen dabei auf einen realen Kriminalfall mit lebenden Menschen …

Eigene Meinung:
„Geister auf der Metropolitan Line“ ist ein Kurzroman zu Ben Aaronovitchs beliebter „Flüsse von London“-Reihe. Das knapp 170-seitige Büchlein spielt zeitlich zwischen Band 5 und 6 und behandelt eine Nebenhandlung, die nichts mit der eigentlichen Storyline der Urban Fantasy-Reihe zu tun hat (von einigen kleinen Hinweisen einmal angesehen). Dementsprechend sollte man die Geschichte und die Figuren kennen, wenn man sich diesen Spin-Off holen will – für Neueinsteiger ist „Geister auf der Metropolitan Line“ definitiv nicht geeignet. weiterlesen…

[ROMAN] Clean von Juno Dawson

Autor: Juno Dawson
Taschenbuch:  400 Seiten
ISBN: 978-3551583826
Preis: 12,99 EUR (eBook) / 17,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Lexi Volkov hat alles was man sich wünschen kann – als reiche Hotelerbin hat sie Geld im Überfluss, ihre Leben dreht sich um Partys, ausgedehnte Shopping-Touren und angesagte Restaurants. Dass sie hin und wieder kokst und andere Drogen einwirft, ist ihrer Meinung doch normal – jeder tut es schließlich. Dass sie ein Problem hat, wird erst deutlich, als ihr Bruder sie in halbtotem Zustand auf der privaten Entzugsklinik Clarity abliefert und sie dort dem 70-Tage-Programm unterzogen werden soll, inklusive Therapien und intensiven Gesprächen, teils mit Doktor Goldstein, teils mit den anderen jungen Leuten, die jeder gegen ihre eigene Problemen kämpfen: Drogen, Zwangsneurosen, Alkohol, Essprobleme. Lexi begibt sich in Behandlung und findet in ihren Mitinsassen Freunde, doch so leicht ist es nicht aus dem Teufelskreis herauszukommen, besonders gedanklich und gefühlstechnisch nicht …

Eigene Meinung:
Mit „Clean“ legt die bekannte Autorin Juno Dawson ihr neustes Jugendbuch vor. Sie hat mit ihren spannenden Jugendromanen und Sachbüchern nicht nur mehrere Preise gewonnen, ihre Werke wurden auch in viele Sprachen übersetzt. Zudem liegen ihr LGBTIQ-Charaktere und eine erhöhte Sichtbarkeit, so dass in all ihren Büchern queere Charaktere vorkommen, bei „Clean“ ist es das Transmädchen Kendall. weiterlesen…

[ROMAN] Der Schein von Ella Blix

Autor: Ella Blix (Antje Wagner / Tania Witte)
Taschenbuch:  472 Seiten
ISBN: 978-3401604138
Preis: 14,99 EUR (eBook) / 18,00 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Alina steht ein halbes Jahr Horror und Abgeschiedenheit auf der abgelegenen Ostseeinsel Griffiun bevor, da ihr Vater kurzfristig einen Forschungsauftrag in den USA bekommt – für ihn ein Traum, für Alina ein Albtraum, immerhin darf sie die Zeit auf dem Inselinternat Hoge Zand verbringen. Schnell findet sie in den Lonelies neue Freunde und stößt inmitten des verbotenen Naturschutzgebietes im nördlichen Teil der Insel auf ein seltsames Mädchen namens Tinka, das mehr als nur ein Geheimnis hat. Zudem sichtet sie ein seltsames Geisterschiff am Nordstrand und findet heraus, dass in den letzten Jahrhunderten immer wieder Menschen verschwanden oder unheilbar Kranke plötzlich auf wundersame Weise geheilt wurden. Als sie der Wahrheit näherkommt, muss Alina feststellen, dass ihre eigene Vergangenheit eng mit den sonderbaren Vorfällen verbunden ist und sie eine Entdeckung macht, die alles in Frage stellt, was sie jemals für wahr gehalten hat …

Eigene Meinung:
Mit dem Jugendroman „Der Schein“ präsentieren die Autorinnen Antje Wagner und Tania Witte alias Ella Blix ihr erstes gemeinsames Projekt. Erstere ist im Jugendbuch keine Unbekannte – Antje Wagner ist für ihre ungewöhnlichen, sehr authentischen Jugendbücher bekannt und konnte bereits etliche Preise gewinnen. Tania Witte hat bisher eine queere Trilogie im Querverlag herausgebracht, ebenso mehrere Kurzgeschichten in Anthologien. weiterlesen…

[ROMAN] Der Galgen von Tyburn von Ben Aaronovitch

Autor: Ben Aaronovitch
Taschenbuch:  416 Seiten
ISBN: 978-3423216685
Preis: 8,99 EUR (eBook) / 10,95 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Nach einer ausufernden Party mehrerer Jugendlicher in einem leerstehenden Luxusappartment ist die 17-jährige  Christina Chorley tot und die Tochter von Lady Tyburn eine der Hauptverdächtigen, hat sie doch die Drogen besorgt, an denen das Mädchen gestorben ist. Peter Grant, junger Police Officer und einziger Zauberlehrling des Folly wird zu den Ermittlungen hinzugezogen und steht schon bald vor einigen Rätseln und Problemen – wer verschaffte den Jugendlichen Zutritt? Wie kamen sie an die tödlichen Drogen? Und wie soll er Lady Tys Bitte erfüllen, ihre Tochter Olivia aus den Ermittlungen herauszuhalten? Als wäre das nicht genug, tauchen plötzlich begehrte magische Objekte auf eBay auf und werden dem Folly parallel von Reynard Fossman angeboten. Und plötzlich ist jeder hinter einem wertvollen Buch her, das niemand geringerem gestohlen wurde als dem Gesichtslosen …

Eigene Meinung:
Mit „Der Galgen von Tyburn“ gehen die Abenteuer von Peter Grant in die sechste Runde. Die erfolgreiche Urban-Fantasy-Krimi-Reihe von Ben Aaronovitch entführt den Leser einmal mehr ins heutige London und wartet mit einer gelungenen Mischung aus Action, Spannung und Humor auf. Die Reihe wurde im englischen Sprachraum um mehrere Comics erweitert, die Side-Abenteuer der Figuren erzählen und ist noch nicht abgeschlossen. Auf Band 7 muss der Leser noch etwas warten – dtv wird jedoch im Sommer 2018 den Kurzroman „The Furthest Station“ auf Deutsch herausbringen, der zeitlich zwischen Band 5 und 6 spielt. weiterlesen…

Offener Brief zum Thema Gay Romance

Hallo ihr Lieben,

ich weiche an dieser Stelle mal von meinem üblichen Programm ab und möchte meine Meinung zu einem Thema posten, das gerade extrem hochkocht und mich in gewisser Weise wütend macht. Ich hab lange überlegt, ob ich überhaupt darauf eingehe, um diesem Thema und den darin involvierten Personen nicht noch mehr Spielraum gebe (und Aufmerksamkeit schenke, die sie nicht verdient haben). Die Autorin Jana Walther hat eine wundervolle Anthologie herausgegeben (die noch auf meiner Leseliste liegt), die inzwischen auch auf Queer.de vorgestellt wurde. Frank Hebenstreit hat eine wirklich schöne, treffende Rezension geschrieben, die ich gerne gelesen habe und die wirklich Lust auf Jana Walthers Sommeranthologie macht.

Und dann habe ich mir die Kommentare angesehen und das kalte Grausen bekommen. Ich bin ehrlich – als Frank die „Like a Dream“ Anthologie vorgestellt hat, habe ich Angst vor genau solchen Reaktionen gehabt. Irgendwie traurig, dass man sich im Grunde nur am Rande über eine schöne Berichterstattung freuen kann, weil man sich parallel Sorgen macht, dass ein paar Kommentatoren (nicht einmal Leser!) das Buch, an dem du lange gearbeitet hast niedermacht und auf übelste Weise beschimpft. Ich weiß, sowas sollte an mir abprallen, aber irgendwie bin ich in letzter Zeit zu oft über solche Kommentare gestolpert und es ist mir ein Bedürfnis, meiner Wut Luft zu machen, denn natürlich kommt es als allererstes zu Aussagen wie „Nicht schon wieder Gay Romance von irgendwelchen Hetentussen! Abgesehen davon, dass das Geschreibsel für Frauen ist, die anscheinend keinen Mann abkriegen, kann keiner der nervigen Tratschtanten schreiben“. Im folgenden Verlauf werden die Kommentare um ein Vielfaches haarsträubender, herablassender und entwertender, bis man das Gefühl hat, der Kommentator würde Frauen liebend gern das Schreiben (und wahrscheinlich auch alle Grundrechte) verbieten und ihnen jegliche Rechte absprechen überhaupt über Männer zu schreiben. Zudem scheint für ihn festzustehen, dass Heteros nur über Heteros schreiben dürfen, nur Schwule haben das Recht über Schwule zu schreiben und Lesben haben bitteschön nur in ihrem Metier zu bleiben. Wo kommen wir denn hin, wenn sich eine Gruppe erdreistet über etwas zu schreiben, was sie nicht persönlich betrifft. Da tun mir ja all die Krimiautoren leid, die über Mord und Totschlag schreiben – aber keine Mörder oder Verbrecher sind (wie sollen die denn bitteschön wissen, wie ein Mörder tickt?), oder die Kinderbuchautoren, die nicht mal Kinder haben!

Ich habe schon mitbekommen, wie extrem rassistisch (das Wort trifft es nicht ganz) und voreingenommen die queere Community untereinander ist – Schwule gegen Lesben, Alle gegen Bisexuelle, Asexuelle existieren ja nicht wirklich (wie kann man auch kein Interesse an Sex haben) und alle anderen werden seltsam beäugt. Das ist ein Hacken und Stechen, was mir inzwischen echt zuwider ist und bevor jemand lautstark protestiert – ich bin auf CSDs und hab Augen im Kopf. Es ist für mich unverständlich, wie die Community für Gleichberechtigung und Akzeptanz kämpfen kann und dann auf eine solch schmutzige Art gegen etwas vorgeht, was ihnen nicht ins Konzept passt. Aber Hauptsache ich posaune meine Meinung heraus und mache Autorinnen runter, die nicht einmal ansatzweise so mies sind, wie da dargestellt wird. Warum kann man die Welt nicht so nehmen, wie sie ist – bunt, queer und abwechslungsreich? Warum darf eine Frau nicht über Männer schreiben, sondern bekommt dann zu hören, dass sie schwule Männer für ihre Fantasien missbraucht. Was ist dann mit all den Männern, die Erotik über zwei Lesben oder BDSM Werke schreiben, in denen Frauen erniedrigt werden? Die dürfen sich da natürlich frei bedienen, sind ja nur Frauen, die da Männerfantasien erfüllen.

An dem Punkt für ich liebend gern die Beschreibung von Andrew Grey ein, der für seine „Liebe“-Reihe und diverse sehr kitschige Farm-Romane bekannt ist. Wer seine Bücher kennt, weiß, dass sie vor Romantik, Drama und Blümchensex nur so strotzen und definitiv in die Sparte Liebesroman einzuordnen sind. Der Autor ist groß, breit, muskulös und soweit ich weiß halber Motorradrocker, ebenso sein Mann. Will man ihm jetzt auch vorschreiben, dass er bitte knallharte, männliche Romane statt Gay Romance zu schreiben hat, weil etwas anderes nicht zu ihm passt?

Natürlich nicht – jeder darf ja schreiben und publizieren, was er/sie will. So weltoffen wollen wir ja schließlich alle sein. Warum dürfen das dann Frauen nicht (noch heute gibt es Männer, die der Meinung sind, dass sie nicht in der Lage sind komplexe Fantasy oder Thriller zu schreiben – J.K. Rowling hat deswegen ihren vollständigen Namen nicht auf den Büchern stehen, weil die Verleger damals Angst hatten, dass ein Frauenname auf einem Kinderbuch nicht funktioniert)? Warum kann man Bücher, die einem nicht liegen und thematisch nicht gefallen, nicht einfach ignorieren? Warum muss man unter dem Deckmäntelchen der queeren Gemeinschaft auf Bücher und Autorinnen rumhacken und darüber jammern, dass sie ja daran Schuld sind, dass es keine männlichen Autoren innerhalb des Genres gibt. Wenn man nur halb so viel Energie in die Suche verschwendet hätte, wüsste man, dass es unzählige Autoren gibt – im Querverlag, bei Gmünder, im Albino Verlag. Und nein, da stecken nicht immer Frauen dahinter … und selbst wenn. Ist ein tolles, schwules Buch auf einmal schlechter, weil es in Wirklichkeit eine Frau geschrieben hat? Ich verstehe dieses Gejammer nicht und den Hass, der da unterschwellig mitschwingt. Wenn ich etwas nicht mag, dann mach ich einen Bogen drum und gut ist.

Es macht mich einfach traurig so etwas zu lesen, mehr noch, als wenn ich mich mit einem homophoben Kommentar auseinandersetzen muss. Eben weil es aus einer Richtung kommt, die Toleranz und Akzeptanz für sich einfordert, aber nicht bereit ist, über ihren Tellerrand zu schauen und das komplette Spektrum queer zu akzeptieren (und dazu gehört auch, dass Frauen (ob lesbisch, asexuell oder hetero ist vollkommen egal) halt auch mal über Schwule schreiben). Und vielleicht auch mal zu akzeptieren, dass es auch Schwule gibt, die Romantik mögen und gerne Gay Romance lesen, ebenso wie es schwule Leser gibt, die es gerne expliziter mögen. Der Markt ist inzwischen wahrlich groß und abwechslungsreich genug, um jedem die passende Unterhaltung zu bieten. Wer krampfhaft nach schlecht geschriebenen Gay Romance Büchern sucht, nur um sich immer wieder selbst darin zu bestätigen, wie schrecklich furchtbar es doch ist, wenn Frauen dieses Thema aufgreifen, der tut mir wirklich leid. Die Zeit könnte man wesentlich besser nutzen – indem man sich die Bücher rauspickt, die einen wirklich interessieren und die anderen einfach ignoriert.

Leben und leben lassen!

Und die Akzeptanz und Toleranz, die man für sich einfordert, vielleicht auch mal anderen zugestehen.