[ROMAN] Geister Inklusive 2 – Drama und Dämonenjäger von Louisa Masters

Autor*in: Louisa Masters
Übersetzer*in: Johanna Hofer von Lobenstein
Taschenbuch: 320 Seiten
ISBN: 978-3989060159
Preis: 6,99 EUR (eBook) / 14,00 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Nachdem der Seelenfresser auf dem Mannix Estate gebannt ist, glaubt Geschäftsführer Kieran, dass im Hotel endlich Ruhe einkehrt, auch wenn das Vortex noch geöffnet ist, dass es den Geistern ermöglicht sich jedem zu zeigen. Das ändert sich schlagartig, als der Angestellte Skye von einem Wesen aus der anderen Welt besessen wird und sie gezwungen sind zu einem waschechten Dämonenjäger Kontakt aufzunehmen. Connor, der ihnen bereits aus der ferne mit dem Seelenfresser geholfen hat, ist bereit, sie dieses Mal direkt zu unterstützen. Schnell wird klar, dass er nicht nur ein Experte ist und zu einer viel größeren, Jahrhunderte alten Organisation gehört, er hat auch einen Narren an Kieran gefressen, der mit den Neckereien des Dämonenjägers so gar nichts anfangen kann …

Eigene Meinung:
Mit „Geister und Dämonenjäger“ legt der Second Chances Verlag den zweiten Teil der Gay Urban Fantasy Reihe „Geister inklusive“ von Louisa Masters vor. Wie schon in „Spuk und Schmied“ ist die Geschichte im Spukhotel Mannix Estate angesiedelt und führt die Geschichte um Josh, Kieran und die Hotelangestellten weiter. Dabei steht dieses Mal mit Kieran und Connor ein anderes Pärchen im Zentrum, während die Rahmengeschichte und auch die Hintergrundwelt weiterentwickelt wird. Zur Reihe gehören noch zwei weitere Bände, die sich auf die restlichen, vorwiegend schwulen bzw. bisexuellen Charaktere konzentrieren.

Die Geschichte ist recht generisch gehalten, da bereits beim Lesen des Klappentextes klar war, in welche Richtung die Handlung entwickelt. Sicherlich legt Louisa Masters auch Wert darauf die Rahmenhandlung weiterzuentwickeln und setzt auf die Mischung aus Fantasy, Humor und queerer Lovestory, dennoch bietet „Drama und Dämonenjäger“ wenig Spannung und Abwechslung. Das liegt vor allem daran, dass sowohl die Geister als auch die Dämonen aus der Welt jenseits des Vortex nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen und man auf ein großes Finale, wie man es am Ende des ersten Bandes hatte, vergeblich wartet. Stattdessen liegt der Fokus auf Kieran und Connor, die so forciert in eine Liebesgeschichte hineingezwungen werden, dass man kurz davor ist, die Lust an der Geschichte zu verlieren. Das liegt vor allem an den Nebenfiguren (Menschen und Geister), deren Anwesenheit in diesem Band scheinbar nur dazu dient, die beiden Männer miteinander zu verkuppeln – durch Andeutungen, Sprüche und entsprechende Aktionen. Hauptgrund für die meisten: Der bisexuelle Kieran ist einsam und hatte ewig keine Beziehung mehr und Connor steht auf rothaarige Männer wie Kieran und ärgert ihn die meiste Zeit. Dass Kieran kein Interesse hat und die meiste Zeit von Connor genervt ist, wird wegignoriert – denn das Necken ist ja ein Ausdruck seine Gefühle für ihn. Das ist nicht nur auf so vielen Ebenen falsch, es sorgt auch dafür, dass man die sich entwickelnde Liebe der Beiden nicht wirklich nachvollziehen kann. Nichtsdestotrotz kommen Kieran und Connor zusammen, denn das ist letztendlich Ziel der Buches. Als Leser*in hat man leider das Gefühl, dass dies stark von der Autorin forciert wurde und andere Möglichkeiten nicht einmal in Erwägung gezogen wurden. Es muss ein schwules Liebespaar geben, die beiden stehen im Zentrum, also wird das bis zum bitteren Ende inklusive einigen expliziten Szenen durchgezogen. Es ist schade, dass über diese forcierte Beziehung die Hintergrundhandlung nur am Rande fortgeführt wird – sicher man erfährt einiges über die Dämonenwelt (Connor ist schließlich seit Jahren Dämonenjäger und Teil einer entsprechenden Organisation) und es werden neue Figuren eingeführt, doch die Spannung und Action, die Louisa Masters im ersten Band eingebaut hat, fehlt fast vollkommen. Man hat eher das Gefühl, als falle der Autorin auf den letzten 50 Seiten auf, dass man vielleicht noch eine Actionszene mit einem Dämon einbauen sollte, um die Urban Fantasy Leser*innen nicht ganz zu verlieren. Das ist schade, denn wer den Mix aus Fantasy, Geistern, Dämonen und Liebesgeschichte aus dem ersten Band mochte, wird enttäuscht sein.

Die Figuren sind nichtsdestotrotz sympathisch, wenngleich sie wesentlich stereotyper daher kommen und den üblichen Klischees entsprechen – natürlich sind die Hauptfiguren sexy und finden den jeweils anderen optisch ansprechend, als sei dieser Aspekt das wichtigste an dem Love Interest. Kieran ist die meiste Zeit genervt und kann Connor im Grunde nicht ausstehen (warum er einem Techtelmechtel im Doppelbett zustimmt, kann man nur schwer verstehen), Connor wiederum verhält sich recht kindisch, trägt aber viel Wissen in sich und weiß, wie man mit dem Vortex/Portal umgehen muss.
Die übrigen Figuren kommen nur am Rande vor – sie nehmen noch weniger Raum ein, als im ersten Band, was sehr schade ist, denn die Interaktionen zwischen den Menschen und den Geistern haben im zweiten Band wirklich gefehlt.

Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln – Louisa Masters hat einen schönen, flüssigen und sicheren Schreibstil, der Leser*innen schnell in die Geschichte zieht und durch die Seiten fliegen lässt. Sie hat in Händchen für Dialoge und Beschreibungen, ebenso für ihre verschiedenen Figuren. Hin und wieder könnte der Fokus mehr auf der Fantasy Geschichte und den Geistern liegen, anstatt auf der Beziehung und der Liebesgeschichte zwischen dem Main Pairing, doch bei solch generischen Büchern sollte man sich von Anfang an darauf einstellen, dass die jeweiligen Pärchen im Mittelpunkt stehen. Bleibt zu hoffen, dass es im nächsten Teil wieder mehr um die fantastische Rahmenhandlung geht und man mehr über die daraus resultierenden Probleme erfährt, als über die Beziehung des nächsten Pärchens, das verkuppelt werden will …

Fazit:
„Drama und Dämonenjäger“ führt die „Geister inklusive Reihe“ von Louisa Masters mit viel Drama, generischer Liebe und einigen recht stereotypen Figuren fort, erreicht jedoch nicht den Witz und Charme des ersten Bandes. Dafür rückt die eigentliche Urban Fantasy Handlung zu sehr in den Hintergrund und der Fokus liegt zu stark auf dem Zusammenbringen eines Pärchens, das eigentlich nicht so wirklich zusammenpasst. Es ist schade, denn bei „Spuk und Schmied“ stimmte die Mischung, man hatte Spaß an den Figuren und wurde am Ende mit einem spannenden Kampf gegen einen Dämonen belohnt – im zweiten Band wirkt alles leider weniger stimmig, die Liebesgeschichte zu forciert. Bleibt zu hoffen, dass der dritte Teil der Reihe wieder mit einer ausgewogenen Mischung aus Fantasy, Action und Liebe punkten kann, „Drama und Dämonenjäger“ gelingt dies leider nicht …

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