[ZITATE-FREITAG] [3517] Anno Domini – Wir waren Götter

Hallo ihr Lieben,

es wird Zeit endlich mal ein Buch von Raik Thorstad im Rahmen des Zitate Freitags vorzustellen und nach einigem Überlegen viel die Wahl auf ihren Science Fantasy “[3517] Anno Domini – Wir waren Götter”, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich mag Aiden und Ragnar unheimlich gerne, ganz besonders Letzteren. Keine Ahnung, was mich an dem Merowinger so fasziniert, aber neben Sascha aus “Leben im Käfig” und “Nach der Hölle links” mag ich ihn einfach am meisten. Ich hoffe, euch gefällt die Zitate-Auswahl und ich kann eure Neugierde wecken 🙂

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meine Rezension

Ragnar stieß sich vom Bett ab und schlenderte zum nahen Fenster. Dem Lichteinfall nach zu urteilen befanden sie sich in einem der obersten Stockwerke des Turms.

Mit dem Rücken zu Aiden sagte er: »Du bist jetzt mein Eigentum. Die Regeln sind leicht zu verstehen. Selbst für einen ungebildeten Kerl aus der Unterstadt. Du hältst dich in allen Belangen zu meiner Verfügung, und ich passe dafür gut auf dich auf.« Ragnar drehte sich um. Er lehnte am Glas, während er Aiden lüstern betrachtete. »Kennst du dich mit Sex unter Männern aus?«

»Mit freiwilligem oder erzwungenem Sex?«, konnte Aiden sich nicht verkneifen.

Anscheinend trübte der Durst seinen Verstand. Hatte er nicht entschieden, dass er zu erschöpft war, um frech zu werden? Leider stand ihm die Erinnerung an die peinlichen ärztlichen Untersuchungen, an die Selbstverständlichkeit, mit der Ragnar ihm zwischen die Beine gefasst hatte, noch zu klar vor Augen.

Nun war es an Ragnar zu schweigen, bevor er seinen sinnlichen Mund zu einer scharfen Linie verzog. »Wenn du mich so fragst: sowohl als auch.«

“[3517] Anno Domini – Wir waren Götter”, S. 48-49 (c) Raik Thorstad / Incubus Verlag

Eine weitere Anzeige sprang ihm ins Auge. Sie war mit einem Wort versehen, das ihm nichts sagte. Er deutete mit dem Finger darauf. »Wenn der Chip nicht arbeitet, was ist dann das?«

Ragnar drehte das Display um, runzelte die Stirn und sah Aiden schließlich ernst in die Augen. »Körpereigene Schmerzmittel. Dir wurde ein Loch in den Schädel geschnitten, falls du dich nicht erinnerst. Ich hielt es für richtig.«

Unwillkürlich sammelte sich Speichel in Aidens Mund. Er musste schlucken. Gegen seinen Willen fand er Ragnars Bemühen, ihn nicht unnötig leiden zu lassen, beruhigend. Der Merowinger mochte ein selbstgerechter Dreckskerl sein, aber er hatte daran gedacht, Aiden Schmerzen zu ersparen. Wenn man im Hinterkopf behielt, dass er seinen Dienst verweigerte, war das nicht selbstverständlich.

Ragnar hätte die Schmerzen nutzen können, um ihn zu erpressen. Doch er hatte es nicht getan, wie er auch darauf verzichtete, Aiden mithilfe seiner eigenen Körperchemie in die Knie zu zwingen.

Es hätte ihn schlimmer treffen können. Andererseits war es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis Ragnars Geduld erschöpft war.

Und dann?

“[3517] Anno Domini – Wir waren Götter”, S. 118 (c) Raik Thorstad / Incubus Verlags

Aiden begriff, dass er ein Instrument war. An ihm wurde Ragnars Fähigkeit zu herrschen erprobt. In Takirs Augen hatte er jämmerlich versagt. Fragte sich nur, was diese Niederlage für Aiden nach sich zog. Würde man ihn ersetzen? Bekamen sie noch eine Chance, Ragnar und er?

Inzwischen bereute Aiden einiges, was er getan und gesagt hatte. Er wünschte sich verzweifelt, er hätte Ragnar leiser die Meinung gesagt. Er wünschte, er hätte sich hier und da etwas kooperativer gezeigt, um Takir in Sicherheit zu wiegen. Er wünschte, er hätte rechtzeitig zu schätzen gewusst, wie locker Ragnar seine Zügel hielt. Aber vielleicht hatte er den direkten Vergleich gebraucht, um die relative Milde seines Herrn anzuerkennen.

Vertrauen, dämmerte Aiden, erwartete niemand von ihm. Und es war ihm in diesen Stunden zu seinem eigenen Entsetzen auch vollkommen egal.

“[3517] Anno Domini – Wir waren Götter”, S. 175-176 (c) Raik Thorstad / Incubus Verlag

Es würde Aiden gefallen, kam es Ragnar in den Sinn.

Was würde er sagen, wenn seine Familie die Möglichkeit bekäme, die rostende, stinkende Plattform der Unterstadt zu verlassen und sich auf einer der Inseln ein kleines Haus zu bauen? Sich eine Katze zu halten? Nicht bei jeder Gelegenheit damit rechnen zu müssen, ins Wasser geweht zu werden?

Was, wenn er zu Aiden sagen könnte: »Hast du Lust, mit mir am Strand zu liegen? Oder im Wald joggen zu gehen?« Nicht in den Fluren, nicht in den Sportanlagen mit der künstlichen Belüftung, nicht auf der Brüstung, wo jeder Schritt dröhnte.

Ragnar stöhnte innerlich auf.

Die Erinnerung hatte ihn eingeholt. Die Erinnerung an bittere Vorwürfe, an seine eigene Unfähigkeit und darunter das Gefühl, versagt zu haben.

Wenn er sich konzentrierte, konnte er das Salz auf Aidens Haut noch schmecken. Er hatte sich eine Kostprobe davon gewünscht, bevor er abreiste. Bekommen hatte er einen verärgerten Lustdiener, der abgelehnt hatte, mit ihm zusammen zu sein.

“[3517] Anno Domini – Wir waren Götter”, S. 256-257 (c) Raik Thorstad / Incubus Verlag

Ragnar blieb die Luft weg. Instinktiv krallte sich seine Rechte in Aidens Oberarm, als könne er ihn dadurch schützen. Er sah den Tod im Blick seines Vaters, die Allmacht, die dessen Position ihm bescherte. Wenn Takir jetzt und hier entschied, Aiden solange zu foltern, bis sein Herz aussetzte, gab es nichts und niemandem, der etwas dagegen unternehmen konnte.

Takir hatte recht. Er war ein unreifer Narr, der für ein paar Stunden verlogener Freiheit mit dem Leben eines Mannes gespielt hatte.

»Vater …«, setzte er zum Sprechen an.

Er hasste sich sowohl für den Versuch, als auch dafür, dass ihm die Stimme versagte. Er hasste es, am Boden zu knien und sich langsam bewusst zu machen, dass nicht nur Aidens Leben in Gefahr war, sondern auch das seiner anderen Begleiter. Dass es ihre Geschäfte waren, die sie auch ohne sein Zutun mindestens einmal in der Woche in die Unterstadt geführt hatten, war kein großer Trost.

Zum ersten Mal klang Takir zornig: »Was? Was hast du mir noch zu sagen? Nichts, nicht wahr? Du solltest sowieso besser den Mund halten. Meine Geduld ist am Ende. Wachen!« Die Männer näherten sich ihm und verbeugten sich sicherheitshalber, um nicht Ziel seiner Wut zu werden. »Bringt meinen Sohn und sein Spielzeug in die Festung. Schafft sie direkt zu Geno. Er weiß, was er zu tun hat. Was die anderen angeht …«, er musterte sie desinteressiert, »… nehmt Franco erst einmal mit. Alexis hat etwas für ihn übrig. Vielleicht kastriere ich ihn nur oder denke mir etwas anderes Nettes für ihn aus. Was meine verräterischen Wachleute angeht − schneidet ihnen die Kehle durch.«

“[3517] Anno Domini – Wir waren Götter”, S. 345 (c) Raik Thorstad / Incubus Verlag

»Und genau das ist es, was ihr plant: Ihr wollt fliehen.«

»Wir wollen von vorn anfangen«, berichtigte Branka ihn. Sie kam auf ihn zu und kniete sich vor ihm auf den Boden. »Komm mit uns. Ich kann dir nichts versprechen. Vielleicht ist auf unseren Kontakt doch kein Verlass. Es gibt sogar Leute, die glauben, dass Takir selbst der Zar ist, der ein krankes Spiel mit uns spielt. Es kann sein, dass unsere Schiffe abgeschossen werden, sobald wir das Hoheitsgebiet der Merowinger verlassen. Aber wenn wir es schaffen …«, ihre Augen begannen zu leuchten, »… könnten wir an Land leben. Mit festem Boden unter den Füßen und Bäumen um uns herum. Wir könnten vernünftige Häuser bauen und unsere eigene Ernte einbringen. Wir wären frei.«

Überwältigt grub Aiden die Finger in die Oberschenkel. Was Branka ihm anbot, klang wie ein Wunschtraum. Tatsächlich hatten ihnen die alten Frauen in der Unterstadt früher Märchen vom festen Land erzählt. Von reißenden Flüssen und gewaltigen Städten war die Rede gewesen, von Schlössern mit Gärten, deren Bebauung einzig der Kunst und Freude der Betrachter galten.

Von grauen Asphaltbändern, auf denen Automobile in Windeseile vom einen Ort zum nächsten sausten. Von Getreidefeldern, deren Ende sich am Horizont nicht ausmachen ließ, und Wäldern, in denen man wochenlang wandern konnte, ohne das andere Ende zu erreichen. Die Welt war damals viel größer gewesen. Es gab Ebenen voller Grün, mit Schnee bedeckte Berge, weite Flusslandschaften, Sümpfe und Wüsten. Jetzt gab es nur noch Wasser. Zumindest für sie.

Es klang zu schön, um wahr zu sein.

Aiden befeuchtete die trockenen Lippen und sah auf Branka herunter. In einem plötzlichen Bedürfnis nach Nähe nahm er ihre Hand in seine und hielt sie fest. »Deswegen bist du hier? Deshalb bringst du dich fast um? Damit ich hier rauskomme, obwohl es mir in der Festung tausend Mal besser geht als dir in der Unterstadt?«

»Du bist mein Bruder«, sagte sie schlicht.

“[3517] Anno Domini – Wir waren Götter”, S. 411-412 (c) Raik Thorstad / Incubus Verlag

Die Herrin der Festung trat zwei Schritte nach vorn und lächelte Geno kurz zu. Dann wandte sie sich mit gestrafften Schultern und erhobenem Kopf an die Anwesenden.

»Ja, ihr habt richtig verstanden. Ich bin euer Zar, und nur, damit wir uns nicht missverstehen: Ich entscheide, wann und ob dieses Schiff ablegt. Seit 20 Jahren habe ich auf diesen Tag hingearbeitet. Ich werde ihn mir von euch nicht nehmen lassen.« Sie musterte die Flüchtlinge. Bei den meisten musste sie dafür das Kinn heben. »Ich habe meine Hand über euch gehalten und dafür gesorgt, dass ihr im Stillen Vorbereitungen treffen konntet. Ich habe bewerkstelligt, dass eure Raubzüge selten schiefgingen. In eurem Laderaum liegen Maschinen und Gerätschaften, die ich euch gestattet habe, aus meinen Lagerhallen zu entfernen. «

»Warum?«, fragte Jenson und näherte sich ihr misstrauisch.

»Euer Charakter mag weniger verdorben sein als der von Takir.« Er spuckte auf den Boden. Aiden fiel auf, dass Jenson immer noch die Herrschaftsanrede verwendete, und wunderte sich. »Aber warum solltet Ihr ein Interesse daran haben, uns fortgehen zu lassen?«

»Weil ihr jetzt in meiner Schuld steht und ich euch meinen Preis nennen kann.«

»Einen Preis?«, höhnte jemand aus der Menge. »Die Herrschaft über unsere neue Kolonie? Steuern? Zwangsarbeit?«

Alexis lächelte dünn. »Nein. Nur, dass ihr meinem Sohn erlaubt, eure Mannschaft zu verstärken. Ihr habt die Wahl. Entweder Ragnar begleitet euch oder dieses Schiff bleibt, wo es ist.«

“[3517] Anno Domini – Wir waren Götter”, S. 489 (c) Raik Thorstad / Incubus Verlag

Ragnars grüne Augen waren dunkel vor Unsicherheit. Schließlich senkte er unter einem harschen Atemzug die Hand in die Tasche und zog die Fernbedienung heraus. Er betrachtete sie, als wäre sie ein kostbarer Schatz. Sein Daumen strich über das Gehäuse. Dann sagte er: »Ich wollte dir das hier geben.« Mit einer raschen Bewegung drückte er Aiden die Steuerung in die Hand und verwirrte ihn damit vollends.

Er wollte sagen: »Na endlich.« Oder »Warum muss man dich immer erst daran erinnern, was richtig ist?«

Aber Ragnars Verhalten war eigenartig. Er wollte ihm die Fernbedienung doch nicht geben. Misstrauisch betrachtete Aiden das Gerät in seiner Hand und fragte sich, ob Ragnar dreist genug war, ihm eine Attrappe unterzuschieben.

Und tatsächlich, auf den zweiten Blick erkannte er, dass es nicht seine Fernbedienung war. Das Gehäuse war dunkler und die Kanten abgerundet. Auch das Display war von anderer Bauart.

Aiden sah zu Boden und biss die Zähne aufeinander, um nicht zu explodieren. »Das ist nicht meine«, sagte er gepresst.

Ragnar würgte ein trockenes Lachen hervor. »Das weiß ich.« Er zögerte einen Augenblick, dann fügte er kaum hörbar hinzu: »Es ist meine.«

“[3517] Anno Domini – Wir waren Götter”, S. 550 (c) Raik Thorstad / Incubus Verlag

Ich hoffe sehr, dass euch die Zitate gefallen und ihr zum Buch freifen wollt, um Ragnars und Aidens geschichte zu lesen. Damit verabschiede ich mich für diese Woche von euch 🙂

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Als die Mädchen zu Wölfen wurden von Nino Delia

Autor: Nino Delia
Taschenbuch: 272 Seiten
ISBN: 978-3-95533-315-7
Preis: 9,99 EUR (eBook) | 14,90 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Robyns Leben scheint perfekt, seitdem der Wolfsjäger Hunter um ihre Hand angehalten hat. Für ihn will sie eine perfekte, keusche und gehorsame Ehefrau sein. Allerdings meint das Schicksal es nicht gut mit ihr, als sie beim Kräutersuchen im Wald einem großen weißen Wolf gegenübersteht und von diesem gebissen wird. Hunter, der statt zu helfen, feige davonläuft, fühlt sich in die Ecke gedrängt, kann Robyn doch seine Stellung als Anführer der Red Rider gefährden, wenn sie gegenüber der Dorfgemeinschaft seine Feigheit offenlegt. Er jagt sie davon und Robyn gelangt über Umwege zu der eigenbrötlerischen Gwen, die mitten im Wald lebt. Da der Winter vor der Tür steht, verbring Robyn die kalte Jahreszeit bei ihr. Dabei kommen sich die beiden näher und Robyn erfährt nicht nur, dass Gwen der weiße Wolf ist – sie beginnt auch sich zu verändern, macht sich erstmals selbstständig Gedanken und erkennt, dass sie keinen Mann braucht, um ein glückliches Leben zu führen. Als sie im Frühling ins Dorf zurückkehrt, erkennt sie, dass ihre beste Freundin Rose vor langer Zeit ebenfalls von einem Wolf gebissen wurde und sich daraufhin zu einer selbstständigen, jungen Frau gewandelt hat. Gemeinsam schmieden sie den Plan all den Frauen des Dorfes mit Gwens die Augen zu öffnen und Hunter endgültig das Handwerk zu legen …

Eigene Meinung:
Mit „Als die Mädchen zu Wölfen wurden“ erschien 2016 das Debüt der Autorin Nino Delia im Ylva Verlag. Der märchenhafte Fantasy-Roman erschien zuvor unter dem Titel „Caged Birds Rising“ in den USA, bevor er in deutscher Fassung in Deutschland erschien. Weiterlesen …

[ROMAN] Der Savant von Innis von Susanne Esch

Autor: Susanne Esch
Taschenbuch: 326 Seiten
ISBN: 978-3-942277-29-7
Preis: 5,95 EUR (eBook) | 11,90 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Mit Beginn der Pubertät ändert sich Yuros überschaubares Leben in einem abgeschiedenen Kloster in den Grafilla-Bergen. Er entwickelt besondere Fähigkeiten, die er nur bedingt kontrollieren kann, zudem zieht es ihn in die Welt hinaus, um ein ihm unbekanntes Schicksal zu erfüllen. Als er sich entschließt den Konvent zu verlassen, begleitet ihn sein bester Freund Solus, zu dem er schon immer eine besondere Verbindung hat. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und müssen erkennen, dass das Schicksal des Planeten Innis, der von außerirdischen Invasoren eingenommen wurde, in ihren Händen liegt. Doch der Weg zur Befreiung ist lang, denn selbst als sich Yuro als Savant entpuppt, ein Wesen, dass alle besonderen Fähigkeiten ihres Volkes in sich vereint, ist er noch lange nicht vor Fehlern gefeit …

Eigene Meinung:
Der Roman „Der Savant von Innis“ stammt von der deutschen Autorin Susanne Esch und erschien 2013 im Titus Verlag. Die Geschichte um Yuro und Solus wurde im März 2015 mit dem Roman „Solus – Reise in die Vergangenheit“ fortgesetzt, der nach den Ereignissen aus „Der Savant von Innis“ spielt. Neben diesen beiden Romanen erschienen weitere Bücher der Autorin im Titus Verlag. Weiterlesen …

[ROMAN] Sutphin Boulevard von Santino Hassell

Autor: Santino Hassell
Taschenbuch: 291 Seiten
ISBN:  978-1-63477-775-9
Preis: 6,99 EUR (eBook)
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Story:
Seit über 20 Jahren sind Michael und Nunzio beste Freunde, zusammengeschweißt durch eine ähnlich schwere Kindheit und etliche Probleme, die sie stets gemeinsam bewältigt haben. Eine Reise nach Italien soll die beiden New Yorker Lehrer auf andere Gedanken bringen, doch ausgerechnet kurz vor dem Abflug taucht Michaels alkoholkranker Vater wieder auf und nistet sich bei dessen jüngerem Bruder Raymond im Haus ihrer verstorbenen Mutter ein. Kurzerhand kippt Micheal die Reise und zieht zurück nach Hause, um den Burgfrieden zwischen seinem Vater und Raymond irgendwie zu wahren. Zudem will er in Ruhe über den heißen Dreier nachdenken, den er kurz zuvor mit Nunzio und dem jungen David genossen hat, denn der intensive Sex mit seinem besten Freund richtet ein gewaltiges Chaos in Michaels Gefühlswelt an. Zu allem Überfluss wird David als neue Lehrkraft an seiner Schule eingestellt und zu Hause droht die Situation mit Micheals Vater endgültig zu eskalieren. Als der alte Mann stirbt, bricht Michael endgültig zusammen und greift selbst zur Flasche, ohne darauf zu achten, in welchen Teufelskreis er sich begibt …

Eigene Meinung:
„Sutphin Boulevard“ ist der erste Teil der „Five Boroughs“-Reihe von Santino Hassell und erschien im Juni 2016 in deutscher Übersetzung bei Dreamspinner Press. Der Roman markiert den ersten Teil der „Five Borough“-Reihe, deren Bücher in New York spielen. Vom Autor liegen etliche weitere Romane und Reihen in englischer Sprache vor. Weiterlesen …

[ROMAN] This ain’t Love von Rosha Reads

Autor: Rosha Reads
Taschenbuch: 266 Seiten
ISBN: 978-3-945934852
Preis: 5,99 EUR (eBook) | 11,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Für den jungen Arbeiter Finn sind One-Nights-Stands ein absolutes No-Go. Für ihn gehört zum Sex Vertrauen und ein fester Partner, dem er sich ohne Bedenken hingeben kann. Da solche Männer eher eine Seltenheit sind, ist Finn zumeist allein und geht im Gegensatz zu seinem besten Freund nach einem Barbesuch meist allein nach Hause. Sein neuer Nachbar Kyle ist in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil: gutaussehend, souverän und gut betucht. Zudem hat er einen ungewöhnlichen Nebenjob: er ist Luxus-Callboy und schläft gegen Geld mit Männern.

Gegen alle Bedenken und trotz aller Unterschiede werden die beiden Freunde – Finn genießt die Nähe zu seinem Nachbarn, Kyle kann sich Finns rauer Attraktivität nur schwer entziehen. Selbst als sie miteinander im Bett landen, weigern sich beide zuzugeben, dass mehr Gefühle im Spiel sind, als sie wahrhaben wollen …

Eigene Meinung:
Der lockerleichte Roman „This ain’t Love“ von Rosha Reads erschien als „Cock Lit“- Veröffentlichung bei Deadsoft. Die Veröffentlichung ist nicht die erste Publikation der Autorin – unter ihrem richtigen Namen erschienen bereits diverse Kurzgeschichten und Romane, u.a. der Roman „Into Blackness – Die Schwärze hinter dem Licht“, der 2015 beim Deadsoft-Label Tensual Publishing erschien. Weiterlesen …

[ROMAN] Vielleicht für immer von Susann Julieva

Autor: Susann Julieva
Taschenbuch: 336 Seiten
ISBN: 978-3-95823-047-7
Preis: 7,95 EUR (eBook) | 10,95 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Zehn Jahre sind vergangen, seitdem Sam seine große Jugendliebe Gabriel aus den Augen verloren hat, nachdem dieser den Kontakt komplett einstellte. Seitdem ist Sam kaum in der Lage eine vernünftige Beziehung zu führen – zu sehr wiegt die Angst erneut fallen gelassen zu werden. Da bietet sich ihm plötzlich die Möglichkeit die Angelegenheit direkt mit Gabriel, der inzwischen zum aufstrebenden Star der Musikbranche avanciert ist, zu klären. Für die Europatour wird kurzfristig ein Kameramann gesucht, der Gabriel und die Gruppe begleitet und für die Fans kleine Videobotschaften erstellt. Sofort bringt Sams beste Freundin Leni ihn beim Assistenten von Gabes Managerin ins Gespräch und kurz darauf hat er den Job.

Die Europatour beginnt unterkühlt, doch schon bald muss Sam erkennen, dass seine Gefühle für Gabe auch nach so langer Zeit nicht erloschen sind. Auch der junge Musiker kann sich seiner alten Liebe nur schwer erziehen, hütet jedoch ein Geheimnis, dass alles zerstören könnte, was sich zwischen den beiden Männern anbahnt …

Eigene Meinung:
Susann Julievas „Vielleicht für immer“ erschien 2016 beim Cursed Verlag. Die Geschichte ist ein Spin-Off ihres Debüts „Böse Jungs“ (erschienen bei Ullstein Forever), bzw. der Bonusgeschichte „Berlin Blues“, in der Gabriel West erstmals als Nebenfigur auftauchte. Der Roman über Gabe und Sam ist in sich abgeschlossen. Weiterlesen …

[ROMAN] Der Ball ist rosa von Anja Goerz

Autor: Anja Goerz
Taschenbuch: 184 Seiten
ASIN: B00IZAEXCS
Preis: 4,99 EUR (eBook)
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Story:
Der Fußballer Henning steht bereits mit einem Bein in der deutschen Nationalmannschaft und sieht einer großen Karriere entgegen. Einzig das Gerücht über seine angebliche Homosexualität, dass sich dank der Klatschpresse beharrlich hält, hängt wie ein Damoklesschwert über ihm. Für seinen Agenten Arne steht fest – Henning braucht eine Freundin. Da der Sportler keine Zeit für Dates und mühseliges Kennenlernen hat, wird prompt ein Vertrag mit dem minder erfolgreichen Model Isabella aufgesetzt, die fortan als Spielerfrau an seiner Seite auftauchen soll. Deren Exfreund ist weniger begeistert, dass Isi plötzlich mit Henning liiert ist, was im Laufe der Zeit zu etlichen Verwechslungen, Eifersüchteleien und Problemen führt …

Eigene Meinung:
Anja Goerz ist ausgebildete Redakteurin und Moderatorin (sowohl fürs Fernsehen, als auch fürs Radio). Seit 2011 veröffentlicht sie zudem Romane und Kurzromane für Frauen – der vorliegende Roman „Der Ball ist rosa“ erschien 2014 bei „books2read“ als eBook und widmet sich auf humorige Art und Weise dem Thema schwule Fußballer und die damit einhergehenden Probleme. Da es sich bei diesem Roman allerdings um einen klassischen Liebesroman handelt, ist Henning natürlich nicht schwul – so viel will ich gleich zu Beginn verraten, damit gerade Leser von Gay Romanen nicht auf eine falsche Fährte gelockt werden. Weiterlesen …

[ZITATE-FREITAG] Café der Nacht

Hallo ihr Lieben,

einmal mehr habe ich mir für heute ein wundervolles Buch rausgepickt, das ich euch auf diesem Weg näherbringen möchte: “Café der Nacht” von Susann Julieva. Wer ruhige, intensive Coming-of-Age Romane mag und Bücher liebt, die in der Künstlerszene spielen, sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen. Mir hat es unheimlich gut gefallen – ich mag den Stil der Autorin, die Dialoe und die Beschreibungen. Wer das Buch also noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren 🙂

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meine Rezension

Er richtete sich unwillkürlich auf. Am Briefpapier war ein wundersam vertrauter Duft, der staubige Fetzen von Vergangenheit aus dunklen Ecken zerrte. Lavendel … und das ausgelassene Klirren von Gläsern wie ein Echo in seinen Gedanken.

In elegant geschwungener Handschrift waren nur wenige Sätze flink aufs Papier geworfen worden. Maxim las sie zweimal, dreimal und schließlich nochmals, während er sich abwesend hinter seinen Schreibtisch zwängte und auf den knarrenden Stuhl sank. Diese Worte – zu unglaublich, wie ein Schlag, noch unbewertet, ob erfreulich oder nicht. Der Brief war von seiner alten Freundin Dela. Und wie es schien, war er von diesem Moment an designierter neuer Besitzer des legendären Cafés der Nacht.

“Café der Nacht”, S. 6 (c) Susann Julieva / Deadsoft Verlag

Zunehmend von einer warmen, entspannten Müdigkeit umfangen beobachtete er seine Umgebung. Ein neues Zuhause, ein neues Leben. Alles war so schnell gegangen. Schwindelerregend schnell. So schnell, dass es noch gar nicht real schien. Er blieb in seiner Nische, bis irgendwann, spät, endlich alle gegangen waren. Bis Rufus zum letzten Mal die Bar abgewischt und ihm den Weg in den zweiten Stock zu seinem Pensionszimmer gezeigt hatte. Dort fiel er sofort wie erschlagen ins Bett und schlief traumlos wie ein Stein. Denn von jetzt an erwarteten ihn Träume, die bereits seine Tage füllen würden. Und so fing alles an.

“Café der Nacht”, S. 28-29 (c) Susann Julieva / Deadsoft Verlag

Vida nickte und neigte den Kopf leicht zur Seite, während sie behutsam den Zucker in ihrem Cappuccino verrührte. Sie nahm ihre Sonnenbrille ab. „Und so eine Leidenschaft vermisst du in deinem Leben.“

„Ich weiß, das ist Blödsinn.“

„Wieso ist das Blödsinn?“

„Ich meine bloß, ich kann nicht ewig Hilfsbarkeeper bleiben. Irgendwann werde ich mir wohl einen richtigen Beruf suchen müssen. Etwas Ernsthaftes.“

Sie lächelte. „Schon seltsam. Wir leben in einer Gesellschaft, die Künstler zwar bewundert, aber die Kunst für brotlos hält. Da sind all diese wohlmeinenden Menschen, die meinen, man sollte besser einen soliden Beruf ergreifen.“ Eine der beiden Bienen kam herangeschwirrt und ließ sich auf Vidas Untertasse nieder. Sie betrachtete das pelzige Insekt und stellte ihre Tasse auf der weißen Tischplatte ab. „Dabei ist die Basis von Kunst Unvernunft. Es sind immer die unvernünftigsten Künstler, die die größten Meisterwerke schaffen. Stell dir vor, Schiller hätte auf seinen Vater gehört und wäre Regimentsarzt geblieben. Oder Michelangelo hätte sich wegen seiner Zweifel nie an die Sixtinische Kapelle gewagt.“

„Aber es ist gar nicht so leicht, unvernünftig zu sein.“

„Gegen den Strom zu schwimmen ist immer gefährlich“, meinte Vida versonnen. „Der Weg des Künstlers ist riskant, weil es die bewusste Entscheidung für ein anderes Leben ist, als das von der Gesellschaft als normal erachtete. Das ist oft schwer zu ertragen.“

“Café der Nacht”, S. 83 (c) Susann Julieva / Deadsoft Verlag

Monroe blinzelte. Als würde er aus einer Trance erwachen, begreifen, was er im Begriff war, zu tun. Rasch sah er weg, in Sekundenschnelle wieder distanziert und unnahbar. Der Moment verstrich. Maxim schloss die Augen, die Hitze verflog. Die Vertrautheit des Moments zerriss wie ein Spinnennetz im Wind, wehte davon. Gerade noch mal davongekommen. Maxim war schwindelig bei dem Gedanken daran, was er gerade eben fast hätte geschehen lassen, und doch saß die Enttäuschung tief.

Monroe wollte ihn nicht, würde ihn nie wollen. Was immer gerade zwischen ihnen vorgegangen war, er war high, er war nicht er selbst gewesen. Und doch fühlte es sich an, als wäre genau das Gegenteil der Fall gewesen. Als wäre er drauf und dran gewesen, die Mauer, die ihn umgab, einzureißen und Maxim einzulassen. Maxim sah in den Himmel hinauf und schnaubte leise über seine Einfältigkeit. Sicher bildete er sich das alles nur ein. Wunschdenken. Er musste aufhören mit diesem Unsinn, oder es würde ihm wirklich ergehen wie Nona. Dennoch blieb eine nie gekannte Leere, ein vages Sehnen zurück. Und ein verwirrtes, viel zu schnell pochendes Herz.

“Café der Nacht”, S. 111-112 (c) Susann Julieva / Deadsoft Verlag

Er schien nur noch aus Sehnsucht und Verlangen zu bestehen. Das alles war einfach zu viel. Er wusste nicht, wie es geschah, doch irgendetwas übernahm die Kontrolle. Wie von selbst lehnte er sich hinüber, sachte, langsam, und küsste Vida, sanft und behutsam. Vidas Lippen waren weich und warm.

Maxim öffnete langsam die Augen. Er blickte direkt in das unergründliche Grün. Sah, was in den Tiefen ihres Blickes geschah.

Ein Erkennen, Verstehen. Und sofort darauf eine tiefgehende, so ohnmächtige Traurigkeit, dass Maxims Kehle schlagartig wie zugeschnürt war. Er begriff nicht, was hier gerade vor sich ging, aber ihm war klar, dass er etwas Falsches getan hatte. Etwas Unverzeihliches.

Maxim war so bestürzt, dass er sich weiß werden fühlte. „Entschuldige“, flüsterte er.

Vida erhob sich wortlos. Maxim spürte intuitiv, dass er etwas zwischen ihnen zerbrochen hatte. Es war, als ob er beobachten könnte, wie Monroes Gesicht die magische Wandlung durchlief, wie er wieder zu sich selbst wurde. Monroe hob langsam die Hand und zog die dunkle Perücke von seinem Kopf. Sein Gesicht zeigte keinerlei Regung, kein Gefühl. Doch sein Blick traf Maxim bis ins Mark. Als er die Stille brach, war seine Stimme rau und abweisend. „Bist du jetzt zufrieden?“

“Café der Nacht”, S. 224 (c) Susann Julieva / Deadsoft Verlag

„Das ist Unsinn, Liebes! Sieh mich an, Maxim. Du hast nie zwischen ihnen gestanden. Dean hat nur dich geliebt!“

Maxim starrte sie an, sprachlos für einen Moment. Er sah weg, um zu verbergen, wie berührt er war. Geliebt. Wie hätte er da jemals sicher sein können? Doch Dela dies sagen zu hören, war fast so, als hätte Monroe es selbst gesagt. Für einen Moment schien er hier zu sein, ganz nah. Maxim schloss die Augen. Mühsam sammelte er sich.

„Du liebst ihn immer noch“, bemerkte Dela weich und strich ihm behutsam über den Arm.

Maxim wurde in dem Moment, in dem sie es aussprach, klar, dass es die Wahrheit war. Er liebte ihn. Er liebte Dean Monroe, und er würde es immer tun. Es hatte keinen Sinn, es länger vor sich selbst zu verleugnen. „Ich habe versucht, das zu lassen“, erwiderte er betont heiter. „Das ist schließlich verrückt. Es ist zwanzig Jahre her. Und alles, was wir hatten, war ein Augenblick.“

„Nenn mich eine Romantikerin, aber manchmal ist das alles, was nötig ist.“ Sie lächelte.

“Café der Nacht”, S. 255-256 (c) Susann Julieva / Deadsoft Verlag

Maxim sah versonnen an ihm vorbei. „Aber Freiheit ist einsam.“

„Freiheit ist das Einzige, was zählt. Eher würde ich mir eigenhändig einen Finger abhacken, als sie zu verlieren.“

„Du würdest dir einen Finger abkacken? Du bist ja verrückt.“ Maxim sah ihn halb lachend, halb entgeistert an.

Monroe jedoch schien es ernst zu meinen. „Ich würde noch viel mehr tun, wenn es nötig wäre.“

Maxim grinste und tippte auf Monroes rechte Hand. „Welchen denn?“ Er zeigte auf den Mittelfinger. „Den hier?“

„Niemals. Der wird gebraucht.“

„Wie wär’s mit dem Ringfinger? Das wäre doch poetisch. So voller Aussagekraft.“

Monroe lachte. „Sehr gut. Der soll es sein.“

„Du spinnst.“

„Zum Glück.“ Seine Augen jedoch waren ernst, als er Maxim wieder ansah. „Irgendwann werden wir beide frei sein, du und ich. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen.“

Maxim sah ihn fragend an. Sein Herz pochte laut. „Der Zeitpunkt für was?“

Monroe lächelte nur. „Merk dir das, Max. Merk dir meine Worte. Vergiss sie nicht.“

“Café der Nacht”, S. 266-267 (c) Susann Julieva / Deadsoft Verlag

Er fühlte eine Leere in sich, wie er sie nicht mehr empfunden hatte, seit Monroe damals vom Café der Nacht fortgegangen war. Nun hatte er ihn zum zweiten Mal verlassen, und diesmal war es seine eigene Schuld. Doch anders als damals hatte er die Gewissheit, dass ihre Geschichte damit endgültig zu Ende war. Es würde keine Fortsetzung geben. Es gab keinen richtigen Zeitpunkt für sie. Das hatte er Monroe ins Gesicht gesagt, getrieben von altem Zorn und verletztem Stolz. Doch hatte er es auch wirklich so gemeint?

Allmählich erst wurde ihm klar, was Monroe ihm da gerade offenbart hatte. Er hatte ihn nicht vergessen. Er hatte sein Leben, seinen Werdegang aus der Ferne verfolgt. Weshalb nur? Weshalb nur immer dieser Sicherheitsabstand? Und nun dieser Vorschlag aus heiterem Himmel. Warum war er damit ausgerechnet zu ihm gekommen? Hatte er es schon bei anderen versucht? Fragen und Zweifel nagten an ihm, beruhigende Zweifel, denn sie halfen ihm, zu glauben, dass er das Richtige getan hatte. Doch Monroe behielt recht. Maxim wünschte sich an jedem Tag nach diesem, er hätte Monroe niemals mehr wieder gesehen. Besonders nachdem die zwanzig Uhr Nachrichten berichtet hatten, dass er tot war.

“Café der Nacht”, S. 303-304 (c) Susann Julieva / Deadsoft Verlag

Damit verabschiede ich mich für diese Woche – nächste Woche werde ich erstmals ein lesbisches Buch im Rahmen des “Zitate-Freitags” präsentieren. Seid gespannt, auf welches Buch meine Wahl fällt 😉

Liebe Grüße,
Juliane

[AUTOBIOGRAFIE] Zwei Papas und ein Baby von Tobias Rebisch


Autor: Tobias Rebisch
Taschenbuch: 224 Seiten
ISBN: 978-3453200968
Preis: 11,99 EUR (eBook) | 14,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Inhalt:
Nach einer schmerzhaften Trennung stellt Tobias fest, dass er für seinen besten Freund Marc mehr empfindet, als reine Freundschaft – ein Schock für den jungen Mann, der in einem kleinen Dorf aufgewachsen ist. Glücklicherweise werden seine Gefühle erwidert und beide beschließen sich ein gemeinsames Leben aufzubauen. Nach einiger Zeit wächst bei beiden der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind, denn ihre Liebe ist stark genug, um ein junges Leben zu begleiten und ihm über Jahre hinweg beizustehen. Doch der Kampf um ein Kind ist schwierig, denn als gleichgeschlechtliches Paar haben sie mit ungleich mehr Problemen zu kämpfen, wenn es darum geht ein Baby zu adoptieren. Über Jahre hinweg halten Tobias und Marc an ihrem Traum fest und erst als sie die Hoffnung schon fast aufgegeben haben, kommt der erlösende Anruf …

Eigene Meinung:
Das autobiografische Buch „Zwei Papas und ein Baby“ erschien 2016 im Heyne Verlag und ist eine einzige Liebesgeschichte des Autors an seinen Mann Marc und seinen Sohn Luis. Dies spürt man auf jeder Seite, was dafür sorgt, dass es schwer fällt, den Roman aus der Hand zu legen. Es ist wundervoll die Geschichte der beiden Männer mitzuerleben, die sich nicht nur finden, sondern auch, trotz vieler Probleme und Widrigkeiten, eine kleine Familie aufbauen. Es zeigt, wie schwierig es für junge Paare ist (dabei sind nicht nur homosexuelle gemeint, sondern auch heterosexuelle Pärchen, bei denen sich ein Kinderwunsch nicht erfüllt), ein Kind zu adoptieren und welche bürokratische Hürden genommen werden müssen, bevor man ein Kind bei sich aufnehmen kann. Trotzdem haben es Tobias und Marc doppelt schwer, da es ihnen nicht gestattet ist, gemeinsam als Paar ein Kind zu adoptieren (bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ist das bis heute nicht möglich), sondern nur einer von ihnen darf einen entsprechenden Antrag stellen. Dass sie dadurch schlechtere Karten haben, wenn es darum geht, eine Auslands- oder Inlandsadoption durchzuführen, wird mit der Zeit klar, denn  natürlich werden junge Paare gegenüber einem (von Rechtwegen) Single bevorzugt. Dementsprechend müssen die beiden Männer Jahre warten, bevor sie (quasi über Nacht) Eltern werden, was sie und ihre Beziehung vor ganz neue Probleme stellt. Weiterlesen …

[ROMAN] Ein letztes Mal wir von Lovis Cassaris


Autor: Lovis Cassaris
Taschenbuch: 192 Seiten
ISBN: 978-3896562395
Preis: 7,99 EUR (eBook) | 14,90 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Die Berlinerin Alexandra Roth ist eine Stadtpflanze durch und durch. Dennoch nimmt sie an einer 180km langen Wandertour durch Lappland teil, um ein Versprechen einzulösen, dass sie ihrer todkranken Frau Maike kurz vor deren Tod gab. Nur mühsam bewältigt Alex die ersten Kilometer und bekommt unerwartet Unterstützung von der jungen Fotografin Emma Holmqvist, die ihr nicht nur bei den mühevollen Tagesmärschen hilft, sondern ihr auch ein offenen Ohr leiht. So erzählt Alex in der abgeschiedenen Idylle Lapplands von ihrer Frau und ihrer Entscheidung, ihrem Leben selbstbestimmt ein Ende zu setzen, als es gegen den Krebs keine Chance mehr gibt …

Eigene Meinung:
Mit „Ein letztes Mal wir“ erschien 2016 das Debüt der Autorin Lovis Cassaris im Querverlag. Auf knapp 200 Seiten entführt die Autorin zum einen nach in das raue, wilde Lappland, zum anderen in die Schweiz, wo Alexandra und Maike leben. Weiterlesen …