[ROMAN] Nah bei mir von Tanja Bern

Autor: Tanja Bern
Taschenbuch: 318 Seiten
ISBN: 978-3958100053
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 18,90 EUR (Hardcoverausgabe)
Bestellen: Amazon

Story:
Schon immer wurde die junge Katelyn von Träumen heimgesucht, die sie nicht einordnen konnte. Als ihre Großmutter ihr eines Tages die Tagebücher von John McKay gibt, der vor zweihundert Jahren gelebt hat, erkennt sie überrascht, dass die Aufzeichnungen mit ihren Visionen übereinstimmen. So weckt die Lektüre der drei Bücher seltsame Erinnerungen an den jungen Zigeuner Jake, der einst mit seiner Familie auf den Ländereien der McKays lagerte und später für die adelige Familie arbeitete. Zwischen John und Jake entwickelte sich eine tiefe Liebe, die den strengen Gesetzen der damaligen Gesellschaft unterworfen war und die dennoch mehrere Jahre bestand. Für John, der nicht nur verheiratet war, sondern auch die Geschäfte der Familie führte, war Jake die Liebe seines Lebens, ebenso tief fühlte sich der Zigeuner mit dem jungen Landadeligen verbunden.

Katelyn taucht immer tiefer in Johns Tagebücher ein und entdeckt schnell, wie eng sie mit Jakes Schicksal verbunden ist. Zudem lernt sie in Chris einen Mann kennen, der ganz ähnliche Träume und Visionen hat, wie sie …

Eigene Meinung:
„Nah bei mir“ erschien in der „Edition Romantica“ des Aryuna Verlags und stammt von der Autorin Tanja Bern, die bereits mehrere Romane veröffentlicht hat. Die Geschichte um John und Jake ist ihr erster Ausflug ins Gay Romance Genre, allerdings sind weitere Bücher geplant – so ist für Juli 2015 der Gay-Vampir-Romance „Flüstern der Ewigkeit“ bei Bookshouse angekündigt. Weiterlesen …

[MANGA] Mein hübsches Ego von Mariko Nekono

Autor: Mariko Nekono
Taschenbuch: 212 Seiten
ISBN: 978-3842012448
Preis: 6,95 EUR
Bestellen: Amazon

Story:
Der quirlige, naive Naru hat ein düsteres Geheimnis, das er unter allen Umständen verstecken will. Gerade jetzt, wo er auf die Uni wechselt und sich nach einer Freundin sehnt, setzt er alles daran seine narzisstische Seite aus seinem Leben zu verbannen, die immer dann auftaucht, wenn er in einen Spiegel sieht. Doch sei Vorhaben scheitert bereits nach einige Tagen und ausgerechnet der Schulschwarm Mamoru lernt den anderen Naru kennen. Überraschenderweise ist sein Mitschüler verständnisvoll und entpuppt sich als echte Hilfe, wenn Narus anderes Ich die Oberhand ergreift: mit einem Kuss kann er die narzisstische Seite des Studenten zurückschicken. Die beiden werden Freunde, doch schon bald entwickelt sich zwischen ihnen mehr, als bloße Freundschaft …

Eigene Meinung:
Der Einzelband „Mein hübsches Ego“ stammt von der Zeichnerin Mariko Nekono und ist deutschen Fans bereits durch ihr, bei EMA erschienenes Werk „My Honey Express“ bekannt. Der vorliegende Manga erschien bei Tokyopop und ist dem Genre Comedy zuzuordnen. Weiterlesen …

[INTERVIEW] Florian Tietgen

Wir nähern uns dem Ende der Special Week und wie gewohnt habe ich kurz vor der Verlosung und dem Leserinterview mein eigenes Interview mit Florian Tietgen im Gepäck. Euch erwarten tolle Einblicke in sein Leben, seine Werke und was er mit seinen Büchern verbindet. Wer mehr über ihn und seine Bücher erfahren will (immerhin wurden nur einige wenige hier vorgestellt), der sollte sich auf seiner Homepage umsehen:

http://www.floriantietgen.de

Bitte erzähl uns ein wenig mehr von dir. Was machst du in deiner Freizeit?
Schreiben ist doch Freizeit. Zum sportlichen Ausgleich trainiere ich kleine Fußballer, was jeden Nachmittag in Anspruch nimmt.

Was machst du beruflich? Inwieweit fließen Beruf und die Arbeit mit den Fußball-Kids in deine literarische Arbeit ein?
Im Moment habe ich leider aus gesundheitlichen Gründen keine regelmäßige Arbeit. Ab und zu bearbeite ich die Romane von Kollegen. Die Arbeit mit den Fußballkindern sehe ich eher als Ausgleich zum Schreiben, noch ist nichts davon in die Bücher geflossen. »Auf einen Schlag« habe ich geschrieben, bevor ich überhaupt daran dachte, mal selbst Kinder zu trainieren. Die Schauspielausbildung und die pädagogische Ausbildung fließen allerdings mit ein. Deshalb schreibe ich so gern in der ersten Person, weil ich mich dann wie ein Schauspieler in den Protagonisten fühlen und denken kann und die Welt mit dessen Augen sehen. Die pädagogische Ausbildung bewirkt, dass ich so oft aus jugendlicher Perspektive schreibe, obwohl ich schon ein alter Knacker bin.

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen? Gab es einen Auslöser, der dich zum Schreiben brachte?
Ich kann mich an keinen Auslöser erinnern. Es gab schon immer Zeiten, in denen ich viel geschrieben habe und welche, in denen ich es gar nicht getan habe. Das begann in der Grundschule und ist bis heute so. Als Kind habe ich mich dabei häufig an den Büchern orientiert, die ich gerade gelesen habe, Enid Blyton in der Grundschule, Simmel oder Böll in der Pubertät. Die Kombination ist ungewöhnlich, aber als Dreizehnjähriger unterscheidet man die Literatur nicht nach gängigen Kriterien, da zählt nur, was einem gefällt. Ab dreizehn habe ich dann Liedtexte geschrieben, so absurd es klingt, zunächst inspiriert von Gunther Gabriels „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“. Ich habe aber erst als Fünfzehnjähriger Gitarre gelernt, um sie zu vertonen. Und konsequent geschrieben und daran gearbeitet, habe ich ab 2003. Zwei Jahre zuvor hatte ich zwar schon die erste Fassung zu „Ein tiefer See“ geschrieben, aber erst 2003 habe ich Kurzgeschichten.de entdeckt, mich da registriert und es genossen, auf einmal so viel weiterbringendes Feedback zu bekommen, an dem ich mich schreibend entwickeln konnte. Und oft habe ich da gedacht, das hätte ich gern als Jugendlicher schon gehabt.

Hast du schon damals beschlossen, homoerotische Literatur zu verfassen oder gingen deine Anfangstexte in eine andere Richtung?
Das habe ich nie beschlossen. Ich empfinde sie auch gar nicht als homoerotische Literatur. Meine Hauptfiguren sind halt oft schwul. In einem meiner Liedtexte kam es mal vor und in den Geschichten ist es einfach entstanden. Ich mache mir beim Schreiben nie Gedanken über ein Genre oder eine mögliche Zielgruppe. Dass meine Figuren oft schwul sind, hat viel mehr mit meiner eigenen Sehnsucht nach tiefen Freundschaften zu tun.

Wie viel Zeit brauchst du, um ein Buch zu schreiben? Gibt es irgendwelche festen Prozeduren, wenn du schreibst, oder ist das bei jedem Buch anders?
Das ist sehr unterschiedlich. Ich schreibe eher langsam, aber es gibt Stoffe, die sich wie von selbst schreiben. Und meist lasse ich die Bücher dann auch noch lange liegen, bevor ich sie noch mal überarbeite, ganz viel wieder streiche, an der Satzmelodie feile. Am liebsten ist es mir, wenn ich morgens um acht beginne und bis mittags schreibe. Dann komme ich auch am besten voran. Aber das lässt die Notwendigkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen nicht zu.

Was sind Deine aktuellen Projekte? Auf was können sich die Leser als Nächstes freuen?
Zurzeit arbeite ich an einer Geschichte um einen fiktiven Hit zur Zeit der Neuen Deutschen Welle und den Mann, der den als damals Sechzehnjähriger gesungen hat. Toll wäre es, eine Band zu finden, dir diesen fiktiven Hit im Vorfeld einspielt und ein Video davon auf den entsprechenden Plattformen veröffentlicht. Gerade E-Books bieten da ja tolle Möglichkeiten, solche Videos verlinkt auch in die Geschichte zu integrieren. Diesen Zusammenklang unterschiedlichster Kreativität finde ich spannend.

Deine Bücher entsprechen nicht ganz den gängigen Gay Romanen, sind sie doch frei von Klischees und Stereotypen. Was hat dich bewogen, in deinen Romanen andere Themen aufzugreifen, als die genretypischen Motive?
Es klingt immer arrogant, wenn ich antworte, ich schreibe ja nicht leserorientiert, aber das meine ichnicht als Sockel, sondern als Fundament. Ich kann eine Geschichte nur schreibend verfolgen, wenn ich sie spannend finde, wenn mich die Figuren reizen und ich auch Lust habe, ihnen so nahe zu kommen, wie es das Schreiben erfordert. Schließlich verbringe ich viel Zeit mit ihnen. An Menschen reizt mich die Brüchigkeit, die Liebe, die Schuld, das, was beides mit ihnen macht und wie sie sich dem stellen oder sich davon erlösen lassen. Mich reizt ihre Tiefe und ich hadere oft damit, dass andere diese Tiefe viel eindringlicher erfassen und erzählen können, verbeuge mich aber gleichzeitig ehrfurchtsvoll davor. Am „Haus der Jugend“ reizte mich die Konstellation von Veränderung und Konstanz. Und in der Konstellation von Homosexualität und Gesellschaft finden wir beides. Es hat sich unglaublich viel zum Positiven verändert, aber die Vorurteile sind konstant geblieben, auch, wenn sie sich auf weniger Menschen verteilen. Und beides Veränderung und Konstanz erleben Menschen passiv und gestalten es dennoch.
Und dann kommt erst die Frage, wie ich das erzähle, um für die LeserInnen vor allem eine interessante Welt zu gestalten, in der sie sich während des Lesens aufhalten möchten, vielleicht einmal innehalten, sich aber vor allem wohlfühlen und dennoch Spannung erleben. Verzeih die lange Antwort, aber ich bin der Überzeugung, LeserInnen und Geschichten gewinnen einfach mehr, wenn die Autoren ihre Themen aufgreifen. Und da komme ich auf das „bewogen“ zurück. Ich kann nur schreiben, was mich bewegt.

Auch enden deine Romane teilweise offen, oder bieten Platz für Spekulationen. Ist dies Absicht und hast du schon einmal interessante Diskussionen über deine Bücher geführt?
Absicht ist es in sofern, dass das Leben, an dem ich als Autor und auch die Leser ein paar Seiten und Stunden lang teilhaben durften, ja weiter geht. Ich mag diese Form des Loslassens. Ihr (die Protagonisten) seid jetzt auf einem guten Weg, es gibt mal mehr, mal weniger Hoffnung für euch, ihr habt die Aufgaben erledigt, seid mal gescheitert, habt mal bestanden, und jetzt lasse ich euch euren Weg selbst gehen, denke ab und zu an euch und treffe ich euch vielleicht in einem anderen Buch wieder. Und darüber habe ich in der Tat schon spannende Diskussionen geführt.
Die meisten Diskussionen führe ich allerdings weniger über offene Enden, sondern über Reizpunkte in Geschichten. In einer habe ich mal einen schwulen linken Autonomen nach einer Demonstration mit einem Stein auf einen Neonazi gehetzt. Die Situation eskalierte, weil der junge Mann immer wütender darüber wurde, wie erotisch und anziehend er den Nazi fand. Über diese Geschichte habe ich richtig viel diskutiert.

Mit welchem deiner Romane hast du dich zum ersten Mal einem schwulen Protagonisten gewidmet?
Das war kein Roman, das war die Erzählung »Ein tiefer See«. Die ist 2001 entstanden, nachdem ich auf einem Internetportal namens »Nicstories« einige Geschichten von einem Autor namens Thomas gelesen hatte. Ich habe den tiefen See dort auch eingereicht, eine sehr nette Antwort von Nic erhalten, er hätte die Geschichte zur Beurteilung an genau diesen Thomas weitergereicht und sie hätten beschlossen, sie nicht auf die Seite zu nehmen. Auch der Thomas schrieb mich noch an. Der Grund lag nicht in der Qualität der Geschichte, sondern in deren Verantwortungsgefühl. Sie hatten Angst, ein missbrauchter Junge könnte sich seines Missbrauchs erst durch diese Geschichte gewahr werden und dann wie Ole aus dieser Geschichte reagieren.

Wie viel fließt aus deiner Erinnerung, deinem Umfeld und deinen Erfahrungen in deinen Büchern?
Das ist unterschiedlich, aber ich glaube fast, der unbewusste Anteil davon ist noch größer als der Teil, den ich bewusst dafür nutze. Schauspieler machen es ja auch so, um authentisch in ihre Rolle zu schlüpfen. Dabei nutzen sie das Grundthema. Betrauern sie in ihrer Rolle den Vater, nutzen sie eigene Verlusterfahrung, eigenen Schmerz, um den Zuschauer die Trauer in der Geschichte spüren zu lassen. Ähnlich ist es ganz sicher nicht nur bei mir beim Schreiben. Dass meine Erfahrungen leider auch bitter sind, teile ich ja mit vielen. Meiner eigenen Kindheitserfahrung komme ich in der Figur Ole in »Ein tiefer See« und in Martin in »Kopfsprünge und der Rücken von Mark Spitz« am nächsten. Allerdings habe ich da sehr viel an direktem Geschehen verändert.

„Haus der Jugend“ hat durchaus philosophische Ansätze. War dies Absicht, oder kam das beim Schreiben?
Das kam eindeutig beim Schreiben. Wenn ich versuche, absichtlich philosophisch zu sein, wird es trocken und langweilig.

Mit wem der beiden Männer identifizierst du dich am meisten – Siegfried oder Darius?
Mit Siegfried, auch, wenn ich noch nicht so weit bin, wie er es ist. Aber diese grüblerische Melancholie, die durchaus auch mit Pragmatismus gepaart ist, kenne ich ganz gut. Siegfried ist aber glaube ich selbstbewusster als ich es bin.

Im Buch gibt es nur teilweise eine Erklärung für Darius‘ ewige Jugend. Hast du für die Leser weitere Informationen zu der fantastischen Komponente deines Buches?
Ich habe daran lange überlegt, auch, weil ich fürchtete, die Geschichte könnte in dieser Form der Auflösung als unstimmig empfunden werden. Ich bin dann aber zu der Entscheidung gekommen, dass mehr Informationen der Geschichte schadeten. Zum einem bestünde die Gefahr eines langweiligen Infodumps am Schluss, zum anderen mag ich diesen unklaren Grenzverlauf zwischen Realität und Fantasie. Bei Darius auch deshalb, weil der Jugendwahn ja durchaus zu den Klischees über schwules Leben gehört.

Auch in „… wenn es Zeit ist …“ baust du eine fantastische Komponente ein. Was reizt dich daran, diese in deine Bücher einzubauen?
Für mich gehört die Fantasie zum Leben. Sie bereichert uns und gibt uns vor allem die Kreativität, reale Probleme zu lösen. Fantasie und Wissen oder Realität lassen sich nicht trennen. Mich selbst reizt daran, dass ich mithilfe der fantastischen oder surrealen Elemente oft Realität viel pointierter treffen kann. Die besondere Gabe von Henrik passt nicht in eine wissenschaftliche Welt, junge Menschen mit weltlicheren Begabungen kämpfen aber oft mit den gleichen Ambivalenzen, mit denen sich Henrik auseinandersetzen muss. Nur lässt sich das in diesem fantasievollen Element für jeden nachvollziehbarer gestalten. Und ich bilde mir ein, für den Leser auf diese etwas versponnene Art auch reizvoller. Als Autor bin ich ja der Reiseführer durch die Welt der Geschichte.

Wie sehr kannst du dich mit Henrik identifizieren?
Das fällt mir leicht. Ich neige leider zu seinem Jähzorn, auch, wenn der sich nicht in körperlicher Gewalt äußert, sondern bei mir bleibt. Mein Urgroßvater besaß die Fähigkeit, mittels Besprechung zu heilen. Das hat er auch bei mir mal gemacht. Als Kind hatte ich entsetzlich viele Warzen auf der Stirn. Ein bisschen von dieser Fähigkeit hat er auf mich übertragen. Auch Henrik ist ein grüblerischer Zweifler, anders als ich scheint er aber etwas aus seinem Potenzial machen zu können.

Das bedeutet, dass die Geschichte durchaus auf realen Erlebnissen basiert, mehr noch: sie betrifft dich persönlich. Baust du in deine Romane immer wieder kleine reale Ereignisse ein oder persönliche Aspekte?
Ich drücke es mal anders aus. Ich nutze mein Leben als Fundus für erfundene Geschichten. Manchmal führe ich auch Dinge zusammen. Meine Mutter ist sogar in dem Haus groß geworden, das ich für diesem Roman Henriks Oma zugedacht habe. Den beschriebenen Garten gab es auch wirklich, allerdings haben wir nie darin gewohnt. Die Handlung, der Vater, der Schulverweis oder der verständnisvolle Schuldirektor sind frei erfunden. Die Ohrfeige wegen des Klassenwürgens bei der Vokabel Spinat habe ich aber wirklich kassiert und leider auch zurückgegeben.

Da das Buch relativ offen endet – planst du vielleicht einmal eine Fortsetzung?
Für dieses Buch hatte ich schon drei Enden geschrieben und zur Veröffentlichung dann das vierte. Im kitschigsten davon endete es mit einem Besuch Henriks bei Jan im Krankenhaus, ausgerechnet ein Pastor als dessen Bettnachbar, der die beiden ermuntert, ihre Liebe zu leben. Für mich war diese Geschichte an diesem Punkt zu Ende, weil sich ab da alles nur noch wiederholen könnte. Henrik hat begriffen und angenommen, dass er anders ist. Der Kampf darum ist abgeschlossen. Wenn sich aus den Konsequenzen neue Konflikte ergeben, ist das eine andere Geschichte. Eine Fortsetzung habe ich bisher nicht geplant, aber vielleicht tritt der erwachsene Arzt Henrik ja irgendwann wieder in meine Fantasie und erzählt mir, wie er mit den Erkenntnissen umgegangen und sein Leben weiter verlaufen ist. Dann lasse ich gern wieder daran teilhaben.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Henrik mit diesen Fähigkeiten auszustatten?
Durch ein Buchprojekt des Website-Verlags, an dem wir mit der Seite kurzgeschichten.de teilgenommen hatten. Bei der Themen- und Titelsuche für unseren Beitrag schlug jemand »Metaatem« vor. Wir entschieden uns damals für etwas anderes, aber der Betreiber und ich mochten den Vorschlag so sehr, dass er mich bat, dazu eine Geschichte zu schreiben. Da ich zu dem Zeitpunkt zufällig die Besprechungsformeln meines Urgroßvaters zugeschickt bekommen hatte, lag der Gedanke nah, diese Fähigkeit mit dem Atem zu verbinden und für das Meta zu überhöhen.

Sind die Formeln, die du im Buch verwendest die deines Urgroßvaters? Glaubst du an derartige Befähigungen?
Nein, ich habe eigene Formeln entwickelt. Die meines Urgroßvaters bleiben streng geheim. Es ist komisch, ich bin ja ein politisch denkender Mensch, der gern seine Fantasie benutzt, was solche Befähigungen betrifft, bin ich aber sehr zwiegespalten. Glaube – egal an was oder wen – wird so oft benutzt, um daran zu verdienen, um gesellschaftliche Ungerechtigkeiten zu legitimieren, um Menschen zu manipulieren. Glaube hat aber auch eine ungeheure Kraft, kann die Selbstheilungskräfte aktivieren und helfen, Grenzen zu überwinden. Deshalb möchte ich auch als eher wissenschaftlich denkender Mensch solche Befähigungen nicht nur nicht ausschließen, sondern auch nicht missen. Der Glaube gibt oft die gerade in der Medizin wichtige Zuversicht, weiterzukämpfen.

Was hat dich dazu bewogen, die Geschichte so sprunghaft zu erzählen?
Das ist schwer zu sagen. Ganz sicher hätte sie chronologisch viel zu viele Längen gehabt. Sie hätte dann auch in der dritten Person erzählt werden müssen. Mein Gefühl riet mir zu Assoziationsketten als dem der Geschichten am hilfreichsten dienendem Stilmittel. Wenn Henrik uns anhand der Gegenwart in die Flashbacks seiner Entwicklung nähme, könnten wir uns in der Geschichte bewegen wie bei einer Städtereise. Heute diese, morgen jene Sehenswürdigkeit.

Mit welchem deiner Bücher oder Charaktere verbindest du etwas Besonderes?
Mit Simon aus »Ein tiefer See.« Ich wäre gern wie er und hätte auch gern einen Freund wie ihn. Seinetwegen habe ich mich in Internetforen lange Zeit immer nur als »sim« angemeldet.

Wird man irgendwann Sim wiederbegegnen oder ist er schon einmal in einer deiner anderen Geschichten aufgetaucht?
Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Aber ich würde mich freuen, wieder von ihm zu hören und schreiben zu dürfen, welche Wege er als Erwachsener ausprobieren und gehen durfte.

Du bist sowohl als Verlagsautor (Neobooks, Knaur) als auch als Selfpublisher aktiv? Welche Form der Veröffentlichung gefällt dir mehr?
Ich persönlich stecke da noch zu sehr in blockierenden Gedanken. Ich hätte gern einen Verlag wie Suhrkamp oder Diogenes, einen klassischen Literaturverlag. Das hat einige fürchterlich eitle, aber auch einige ganz pragmatische Gründe. Die eitlen stecken in meinem Wunsch, in der Welt der Feuilletons ernst genommen zu werden, als Künstler akzeptiert zu sein und dadurch natürlich auch über den stationären Buchhandel andere Verkaufsmöglichkeiten für meine Bücher zu habe, die ich nicht erst selbst erschließen muss. Das hat etwas von einem Künstler, der von seinen Werken zwar nicht leben kann, aber stolz auf deren Aushang in Galerien ist, auf die Vernissagen, das Geschwätz. Ich merke aber bei jeder Buchmesse, ich werde diesen Status nicht erlangen, selbst, wenn ich noch so gut arbeite und schreibe (wozu mir auch noch viel fehlt). Mir fehlt einfach diese Haltung, die ich bei diesen Menschen erlebe. Und da kann ich das Kreuz auch noch so sehr durchdrücken, die Schultern noch so gerade tragen. Ich weiß nicht, wie man diese Haltung erlangt.
Als Selfpublisher brauche ich die auch, da beeinflusst sie aber vor allem den Verkauf, nicht jedoch, ob ich überhaupt veröffentliche. Ich hänge noch immer in dem Gedanken, es sei ein Makel, nicht verlegt worden zu sein, obwohl ich weiß, dass es einem auch Freiheiten bietet, was die Gestaltung und die Vermarktung betrifft und Autoren der Unterhaltungsliteratur ohne Verlag sogar oft besser verdienen.

Was empfiehlst du Jungautoren? Den Gang zum Verlag, oder der Versuch in Eigenregie?
Den Selbstbewussten mit hoher Frustrationstoleranz immer beides. Weil sie auch durch das Feedback bei den Absagen weiterkommen. Den weniger Selbstbewussten kann man im Grunde kaum etwas raten. Es frustriert einfach, egal ob man nicht verkauft oder das Buch nicht genommen wird. Ich würde zumSelfpublishing raten, wenn der Verlag nur als E-Book erscheint. Es ist im Moment leider noch nicht egal, ob ein Buch auch im Print oder nur als E-Book erscheint. Und beim Print vor allem durch große Verlage sind die Chancen, sich durchzusetzen größer.
Für alles, was nicht zur Unterhaltungsliteratur gehört, sehe ich nur außerhalb dieser Selfbublishingnetzwerkamazon-Parallelwelt eine reelle Chance. Aber wie gesagt. Ich bin da auch noch sehr in blockierendem Denken verhaftet.

Gibt es zu Deinen Charakteren lebende Vorbilder?
Der eine oder andere inspiriert mich sicherlich, aber keiner wandert 1 zu 1 in eine Geschichte. »Wozu brauche ich Niko?« zum Beispiel habe ich nach der Geschichte eines Freundes geschrieben. Bei »Anpassung« trägt die Geschichte Spuren eines Mannes, den ich bei meinen Recherchen kennengelernt habe und der es mir vor allem ermöglichte, mit seinen Kindern darüber zu sprechen, wie sie diese Zeit erlebt haben.

Hast Du als Autorin Vorbilder? Was inspiriert Dich?
Wahrscheinlich immer die, die ich gerade selbst lese, egal, ob es Murakami ist oder Shalev, Schami oder Hesse. Ich denke so oft »boah, so würde ich gern schreiben können«, dass es viele Vorbilder gibt, aber vor allem zu viele, um einem davon wirklich zu folgen, anstatt meine eigenen Stil zu entwickeln.

Wie lang begleiten dich gelesene Bücher, deren Protagonisten, Handlung und das Zusammenspiel im Nachgang?
Es gibt Bücher. Die mich ewig begleiten. Tunströms »Solveigs Vermächtnis« oder auch sein »Der Dieb« zum Beispiel. Ich habe sie nicht mehr Satz für Satz im Kopf, aber wenn ich an sie denke, spüre ich immer noch die Wärme und die orgastische Begeisterung, die ich beim Lesen oft hatte. Ähnlich geht es mir bei den Büchern »Der Junge und das Meer« von Aitmatow oder »Wenn die Wale fortziehen« von Rychteâu. Aber ich könnte auch »Trapez« von Zimmer Bradley nehmen. Der Leitsatz »Halte es von der Plattform« hat sich mir als Aufforderung, persönliche Kränkung nicht die professionelle Arbeit beeinflussen zu lassen, tief eingegraben.

Du schreibst auch Krimis. Was reizt dich an diesem Genre?
Krimis kann ich nicht, obwohl ich gerade »Schuld« ein spannendes Thema finde. Wie wirkt sie sich auf ein weiteres Leben aus? Davon sind auch meine wenigen Krimis inspiriert. Auch hier finde ich das Motiv eines Menschen spannender als die Ermittlung. Was macht Menschen zu Tätern? Was lässt sie für den Moment ihrer Tat oder darüber hinaus glauben, sie handelten richtig oder sie hätten keine andere Chance? Ich finde Krimis aber für mich auch deshalb schwer, weil ich als Konsument so wenig Spannung vertrage.

Welche Genre würden dich noch interessieren?
Schwer, ich bin gegen diese Einteilung von Literatur in Genres. Ein Geschichte ist eine Geschichte ist eine Geschichte … – und wenn diese Geschichte einen fliegenden Elefanten braucht, um erzählt zu werden, wird dieser fliegende Elefant auftauchen. Ich habe noch nie verstanden, warum, obwohl Lesen doch den Horizont erweitern soll, ausgerechnet in der Literatur Grenzen und Schubladen geschaffen werden, weder als Leser noch als Autor. Als Leser merke ich aber immer einen starken Widerwillen gegen Geschichten, die fast nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt sind, um ungeschriebene Genrevorgaben zu erfüllen. Und ich tue mich schwer damit, zu verstehen, wenn mir Menschen sagen, sie läsen ausschließlich diese oder jene Bücher. Das ist mir zu eng.

Wie tief geht Deine Recherche zu Deinen Büchern?
Die Tiefe bleibt immer gleich, der Aufwand, sie zu erzielen, ist von Buch zu Buch verschieden. Das hängt von der eigenen Erfahrungswelt ab. Da ich 1955 noch nicht gelebt habe, musste ich für das »Haus der Jugend« zum Beispiel Interviews mit Menschen führen, die diese Zeit als junge Schwule gelebt haben, um aus deren Sicht ein Gespür für die Atmosphäre zu bekommen. Für »Anpassung« habe ich zunächst in thematischen Internetforen geschildert, was ich vorhabe, und dann bin ich bis in die Schweiz gereist, um Interviews mit Kindern Transsexueller zu führen. In diesen Interviews habe ich gelernt, wie sehr ich meinen Vorurteilen aufgesessen wäre, hätte ich sie nicht geführt. Ich studiere Wetterkarten der in einer Geschichte geschilderten Tage, lese die alten Zeitungsartikel zu den politischen und historischen Ereignissen der Zeit. Ich könnte eine Geschichte nicht im August 1961 spielen lassen, ohne den Mauerbau zu berücksichtigen, nicht mal in Tokio. Dazu haben manche Dinge die Menschen zu sehr bewegt. Selbst, wenn sie in der Geschichte nicht vorkommen, prägen sie die Zeit und die Menschen.

Wie wichtig ist das Thema Liebe und Romantik für Deine Bücher/Dich?
Romantik ist ein starker Ausdruck der Sehnsucht nach Harmonie. In Geschichten bietet sie dem Leser etwas, das er sich für sein Leben wünscht, aber nicht immer besitzt. Mit romantischen Motiven bin ich vorsichtig, weil der eine als Kitsch erlebt, was der nächste romantisch findet. Am schönsten finde ich es als Leser, wenn mir ein Buch hilft, die Romantik in Dingen zu finden, die ich habe. Im Duft von Kamillentee, der immer etwas von liebevoller Sorge in sich trägt, im Flügelschlag einer Schwalbe, im durch Strandgras verdichteten Blick aufs Meer. Wenn ich bei einem Buch die Augen schließen und den Thymian riechen kann, der gerade beschrieben wurde, ohne an mein Gewürzregal zu gehen.
Liebe ist so mächtig, dass sie seit Anbeginn der Geschichten diese initiiert. Das beginnt schon bei der Schöpfungsgeschichte, zieht sich über Koran und Bibel fort und ist heute nicht anders. Liebe tötet und Liebe heilt, Liebe opfert und fordert Opfer. Liebe ist das Motiv für Verbrechen, aber auch das, sich zu überwinden. Sie ist unser wirksamstes Medikament, hat aber auch die grausamsten Nebenwirkungen. Sie kann in keiner Geschichte der Welt fehlen, auch, wenn es sich manchmal nur um die Liebe zu Dingen handelt, oder um die Liebe zur Macht, oder die zum Sport. Und wenn es in einer Geschichte keine Liebe gibt, macht die Liebe sich in genau dieser Geschichte gerade deshalb zum Thema.

Wie stehst Du zum klassischen romantischen “Gay Romance”? Könntest Du in diesem Bereich schreiben?
Ich nehme an, ich könnte es, aber es reizt mich bisher nicht. Vor 5 Jahren hätte ich vielleicht sogar nicht gefragt, warum man sich freiwillig ein literarisches Getto wählt und es Genre nennt. Inzwischen hat sich die Situation Homosexueller in einigen Ländern drastisch verschärft und auch hier ist die Akzeptanz wieder gesunken. Dennoch wäre ich für eine Literatur, in der es am Ende völlig egal ist, ob sich zwei Männer oder zwei Frauen oder Mann und Frau lieben, solange die Geschichte berührt.

Liest Du Gay Romance oder bist du eher ein Fan realistischer Gay-Romane? Wie sieht es allgemein mit denen Buch-Vorlieben aus?
Gay Romance ist einfach ein Etikett, ich kann mit diesem Begriff nicht so viel anfangen. Wenn er Menschen eine Orientierung bietet, in der sie die Bücher finden, bei denen sie sich wohlfühlen, ist er in Ordnung, die Gefahr der literarischen Gettos empfinde ich dennoch dabei. Persönlich lese ich Bücher nicht danach. Ich lasse mich gern verzaubern, zum Beispiel von der Erzählkunst Rushdies oder Schamis,
ich reise gern in die Welten Murakamis, lese Paul Auster oder Ralf Rothmann, zuletzt Meir Shalev, lese sie alle langsam und genieße den Sprachfluss.

Wie findest du den deutschen Markt im Gay Bereich? Wo siehst du ihn (und dich als Autor) in ein paar Jahren?
Ich wünsche den KollegInnen in diesem Bereich, dass der Markt sich hält. Der Literatur wünsche ich eher, dass Grenzen abgebaut und Schubladen geöffnet werden. Auch, weil sich unter den Romanen für diese Zielgruppenschublade viele Geschichten finden, die jeder lesen sollte.
Ich selbst werde als Autor sicher so erfolglos bleiben, wie bisher, obwohl ich sicher bin, auch sprachmelodisch werden meine Bücher reifer.

Was würdest du deine Leser fragen, wenn du etwas wissen möchtest?
Gar nichts. Ich fände das ähnlich eitel wie die Klischeefrage »Wie war ich?« Ich bin neugierig auf die Menschen, auf ihr Leben und die Bedingungen, in denen es stattfindet. Ich würde sie höchstens fragen, was sie zu erzählen hätten.

Deine Worte an die Leser?
Schön, dass ihr eure Sinne öffnet, um die Bücher und die darin enthaltenen Gedanken einzulassen.

Vielen lieben Dank für das tolle, informative Interview.

[ROMAN] Aus sich hinaus von Florian Tietgen

Autor: Florian Tietgen
Taschenbuch:  190 Seiten
ISBN: 978-1495376146
Preis: 3,99 EUR (eBook) | 9,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Fünf Kurzgeschichten und Erzählungen, in denen es um Liebe, Coming-Out, Freundschaft und Tod geht. Fünf Erzähler, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die jedoch eine Sache miteinander verbindet: ihre Homosexualität. Sei es Daniel aus der Geschichte „In lautem Gedanken“, der seit dem Tod der Mutter gegen das Schweigen seines Vaters bestehen muss und sich im Schwimmbad in Addy verliebt, oder Simon, der in der Erzählung „Ein tiefer See“ dem gleichaltrigen Ole während einer Klassenfahrt einen Platz in seinem Einzelzimmer anbietet und mit Gerüchten über seine sexuelle Orientierung und Vorurteile zu kämpfen hat. Sie sind ebenso schwul wie Mika („Und was ist mit deinem Vater?“), der der Frage nach seinem Vater beharrlich ausweicht, bis es Benedikt gelingt, hinter die Fassade zu blicken und das schreckliche Geheimnis zu enthüllen.

Neben den drei längeren Erzählungen enthält die Sammlung noch die Kurzgeschichten „Die Wette“ und „Tausend Stecknageln“.

Eigene Meinung:
Mit „Aus sich hinaus“ legt Florian Tietgen eine gelungene Geschichtensammlung vor, die sowohl zum Nachdenken anregt, als auch Grundlage für Diskussionen bietet. Wie nicht anders gewohnt, bietet der Autor keine leichte Kost, sondern wagt sich an ungewöhnliche Themen und ausgefallene Protagonisten. Leser, die bereits Romane von Florian Tietgen kennen, wissen um seine Vorliebe für tiefgründige Ideen, realistische Figuren und seinen ansprechenden, erwachsenen Schreibstil – und werden auch dieses Mal nicht enttäuscht. Weiterlesen …

[ROMAN] Haus der Jugend von Florian Tietgen

Autor: Florian Tietgen
Taschenbuch:  216 Seiten
ISBN: 978-1492912132
Preis: 9,99 EUR
Bestellen: Amazon

Story:
München in den 50er Jahren: Das Leben des jungen Siegfried läuft trotz seiner Homosexualität zufriedenstellend. Ihm fehlt nur noch die Praktikumsbescheinigung des Theaters, bei dem er arbeitet, dann kann er auf der Universität Kunst und Design studieren. Sein Leben nimmt eine Wendung, als er Darius auf dem Theatervorplatz begegnet und sich zwischen den beiden mehr entwickelt. Als Siegfried kurz darauf dank der Verleumdung eines Arbeitskollegen seine Stellung verliert, ist es Darius, der ihn auffängt und davon überzeugt ihn für eine Woche in eine einsame Berghütte zu begleiten. Siegfried kommt tatsächlich zur Ruhe, doch eines Nachts verschwindet Darius plötzlich spurlos.

Siegfrieds Suche nach Darius bleibt erfolglos, auch in den kommenden Wochen findet er keine Spur. Erst 50 Jahre später treffen sich die beiden in Hamburg wieder: Siegfried ist über 70 Jahre alt und ein bedeutender Künstler geworden, und Darius hat sich überhaupt nicht verändert. Er ist weder gealtert, noch hat er Siegfried je vergessen …

Eigene Meinung:
Der deutsche Autor Florian Tietgen hat bereits mehrere Romane und Novellen herausgebracht, teils als Selfpublisher, teils über Knaur-Tochter neobooks, wo er eine eigene Edition hat. Neben Krimis veröffentlicht er regelmäßig Erzählungen und Geschichten mit homosexuellen Hauptcharakteren, zu dem auch der Roman „Haus der Jugend“ gehört. Weiterlesen …

[ROMAN] … wenn es Zeit ist … von Florian Tietgen

Autor: Florian Tietgen
Taschenbuch:  212 Seiten
ISBN: 978-1491285527
Preis: 3,99 EUR (eBook) | 9,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der sechszehnjährige Henrik unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von seinen Mitschülern und ist zeitgleich seinem prügelnden Vater erschreckend ähnlich, da auch er den Hang hat seiner Wut die Zügel zu lassen und um sich zu schlagen. Zeitgleich stecken vollkommen ungeahnte Fähigkeiten in ihm, die er sich nicht erklären kann. So sieht er die farbigen Auren, die Menschen umgeben und ist in der Lage Verletzungen, Krankheiten und Brüche allein mit seinem Atem zu heilen. Allerdings glaubt daran eher seine Freundin Michi, während Henrik die meiste Zeit damit beschäftigt ist, seine Wut zu kontrollieren und sein Leben zu meistern. Als er einem Kind nach einem Autounfall das Leben rettet und die Presse auf den Wunderheiler aufmerksam wird, ändert sich Henriks leben schlagartig – zum einen bittet ihn sein Mitschüler Jan um Hilfe, den er schon längere Zeit mag, zum anderen drängt sich die geheimnisvolle Kiste seiner Großmutter immer stärker in seine Gedanken, die er erst öffnen darf, wenn es Zeit ist …

Eigene Meinung:
Der vorliegende Roman stammt aus der Feder von Florian Tietgen, der bereits etliche Romane und Novellen geschrieben hat. Zu seinen bevorzugten Genres gehören Krimi und Thriller, jedoch auch belletristische Werke und Jugendbücher, die zumeist durch homosexuelle Hauptfiguren aus der breiten Masse hervorstechen, zu dem auch „… wenn es Zeit ist …“ gehört. Weiterlesen …

[ANKÜNDIGUNG] Special Week: Florian Tietgen

Banner Special Week

Morgen ist es endlich soweit – die Special Week rund um Florian Tietgen und seine Werke beginnt. Freut euch auf neue Rezensionen, zwei tolle Interviews und ein abschließendes Gewinnspiel. Wer schon jetzt neugierig ist und etwas von Florian lesen möchte, kann bis zum Ende der Special Week den wundervollen Roman “Haus der Jugend” für nur 0,99 € auf allen gängigen Plattformen (u.a. Amazon) erwerben. Lasst euch die Chance nicht entgehen – es lohnt sich.

Hier die einzelnen Stationen der Special Week:

01.06. Rezension: “… wenn es Zeit ist …”
02.06. Rezension: “Haus der Jugend”
03.06. Charakterinterview Siegfried und Darius
04.06. Rezension: “Aus sich hinaus”
05.06. Interview Florian
06.06. Gewinnspiel – Leserinterview

Wir sehen uns ab Morgen 🙂

[MANGA] Ten Count von Rihito Takarai

Autor: Rihito Takarai
Taschenbuch: 196 Seiten
ISBN: 978-3-8420-1289-9
Preis: 6,95 EUR
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Story:
Das Leben des Sekretärs Shirotani könnte wesentlich einfacher sein, wenn er nicht unter Mysophobie leiden würde, der krankhaften Angst vor Schmutz und Bakterien. Als sein Chef beinah von einem LKW angefahren wird und in letzter Sekunde von dem jungen Kurose gerettet wird, ändert sich das Leben des Sekretärs schlagartig. Denn Kurose durchschaut ihn auf den ersten Blick, behandelt er doch in einer speziellen Klinik Kinder, die unter psychischen Störungen und Mysophobie leiden. Er bietet Shirotani seine Hilfe und Unterstützung an, um das Problem in den Griff zu bekommen, und Shirotani willigt schließlich ein. Während der Behandlung, in der Shirotani 10 selbstgewählte Punkte erfüllen soll, die ihn in Panik versetzen, kommt er Kurose näher und schon bald entwickelt sich ein ungewöhnliches Verhältnis zwischen den beiden …

Eigene Meinung:
Mit dem Manga „Ten Count“ bringt Tokyopop das neuste Werk der beliebten Mangaka Rihito Takarai auf den Markt, die durch ihre Werke „Seven Days“ (das 2015 eine zweiteilige Realverfilmung erhalten hat), „Only the Flower knows“ und „Bride oft he Fox Spirit“ bekannt geworden ist. Dieses Mal verlässt die Mangaka die gewohnten, romantischen Pfade und porträtiert einen psychisch kranken, jungen Mann. Die Geschichte ist daher ernster und wartet mit einigen verstörenden Elementen auf, was den Manga aus der breiten Masse der Veröffentlichungen hervorhebt. Weiterlesen …

[ANTHOLOGIE] Ein ganzes Jahr Liebe

Autor: Kuschelgang
Taschenbuch: 374 Seiten
ASIN: B00SXP1F0S
Preis: 7,99 EUR (eBook) | 14,00 EUR (Taschenbuch)
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Inhalt:
Erneut hat die Kuschelgang eine Anthologie herausgebracht in denen sich unterschiedliche Autoren der Gruppe der Thematik „12 Monate“ widmen. Dementsprechend wundert es nicht, dass das Büchlein 12 Geschichten enthält, passend zu den jeweiligen Monaten.

Folgende Autoren und Geschichten sind enthalten:
Januar: Neues Jahr, Neues Glück von Sandra Black
Februar: Ein Schneemann zum Verlieben von Mia Grieg
März: Märzveilchen von Chris P. Rolls
April: April, April – Das Leben macht, was es will von Moos Rose
Mai: Maikäferalarm von Karolina Peli
Juni: Junikäfer – die erste Liebe vergisst man nie von Ashan Delon
Juli: Juli(s) Küsse von S. B. Sasori
August: Erdbeerprinz und Pechmarie von Nico Morleen
September: Spinnweben im Altweibersommer von Karolina Peli
Oktober: Große und kleine Wunder im Oktober von Karo Stein
November: Novembersonne von Karo Stein
Dezember: Weihnachtsüberraschung in letzter Minute von Kataro Nuel

Eigene Meinung:
„Ein ganzes Jahr Liebe“ ist die sechste Anthologie der Kuschelgang und ein wenig umfangreicher, als die vorherigen Kurzgeschichtensammlungen der Autorengruppe. Mal gefühlvoll und lockerleicht, mal dramatisch und spannend wurden die verschiedenen Geschichtsideen zu Papier gebracht und bieten eine breite Palette unterschiedlicher Gay-Themen: ob die Suche nach Mister Right, Babywünsche, das Überwinden von Verlusten oder einfach nur das alltägliche Leben zweier Männer – die Kuschelgang hat für jeden Geschmack etwas in petto. Weiterlesen …

[ROMAN] Männerbande von Sylvia Pranga

Autor: Sylvia Pranga
Taschenbuch: 350 Seiten
ISBN: 978-3-864434-76-1
Preis: 6,99 EUR (eBook) | 12,90 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Seit der Collegezeit ist John Walker in seinen besten Freund Calum verliebt, fand jedoch nie den Mut es diesem zu gestehen, da Calum ein echter Weiberheld ist und kein Mädchen von der Bettkante stößt. An diesem Zustand hat sich 25 Jahre später nichts geändert – die beiden sind beste Freunde, wohnen nebeneinander und sehen sich täglich. Doch während John ein introvertierter Single ist, hat Calum eine Frau und zwei Söhne. Als eines Tages überraschend die offenherzige Julie in Johns Leben stolpert und ihn zu einer gemeinsamen Wette überredet, wandelt sich Johns Leben. Beide müssen binnen eines halben Jahres versuchen einen Partner zu finden und sich gegenseitig über ihre Versuche informieren. Calum, der seinen Freund ebenfalls glücklich sehen will, bietet dabei seine volle Unterstützung an.

John beginnt nach und nach aus seinem Schneckenhaus zu kriechen, neue Männer kennenzulernen und sich in seinem Leben neu zu positionieren. Doch auch Calum ändert sich im Laufe der Zeit, da es mit seiner Ehe zusehends bergab geht und er schon länger ein Geheimnis mit sich herumträgt, das er nicht einmal John anvertraut hat.

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „Männerbande“ von Sylvia Pranga erschien ein weiterer Gay Romance im Sieben Verlag. Auf 350 Seiten erzählt die Autorin die Geschichte von John und Calum, und verzichtet dabei größtenteils auf Erotik, so dass sich das Buch angenehm von „Gefährlicher Geliebter“ abhebt, bei dem Sex eine größere Rolle spielte. Stattdessen geht Sylvia Pranga sehr gefühlvoll und behutsam an die Sache heran. Sie lässt ihren Charakteren Zeit, sich zu entwickeln, gibt ihnen genug Raum sich zu ändern und schafft damit eine realistische Atmosphäre. Bis auf einige kleinere Ungenauigkeiten und Logiklücken, die sich aus den Enthüllungen der Geheimnisse ergeben, ist das Buch angenehm logisch und gut nachvollziehbar aufgebaut. Das merkt man ganz besonders in Calums Charakterisierung und seinem Geheimnis, das am Ende nur teilweise überzeugen kann. So schön das happy End auch ist und so gefühlvoll Sylvia Pranga die große Aussprache in Szene setzt, man nimmt Calum seine Offenbarung einfach nicht ab. Dazu gab es zu wenig Hinweise im Laufe der Geschichte, keinerlei Anzeichen dafür, dass Calum ebenfalls mehr für John empfindet. Er wirkt bis kurz vor Schluss weder schwul noch bisexuell, was der Entwicklung am Ende einen unglaubwürdigen Touch verleiht. Weiterlesen …