[REZENSION] Vielleicht sind wir Lila von Serena C. Evans

Autor: Serena C. Evans
Taschenbuch: 113 Seiten
ISBN: 978-1976919176
Preis: 2,99 EUR (eBook) | 6,99 EUR (Taschenbuch)
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Story: 
Sam ist neu an der Schule und unterscheidet sich stark von den anderen Mädchen – sie ist eher burschikos, kann mit Makeup und Kleidern nichts anfangen und spielt mit Freude Schlagzeug (weswegen sie bei der Schulband als Ersatzdrummer einsteigen kann. Nach ihrem ersten Auftritt mit der Band lernt sie Julia kennen, die Schwester des Bandleaders. Die beiden verstehen sich auf Anhieb. Auch in der Schule werden die beiden schnell beste Freunde. Einziges Problem – Julia hält Sam für einen Jungen und verliebt sich prompt in „ihn“. Als die Wahrheit ans Licht kommt, ist Julia nicht nur totenttäuscht, sie sieht sich plötzlich dem Mobbing ihrer besten Freundin Alexandra ausgesetzt. Für Sam, die wirklich lesbisch ist, wird die Sache auch nicht einfacher, da sie schon längst mehr für Julia empfindet als reine Freundschaft. 

Eigene Meinung: 
Der Kurzroman „Vielleicht sind wir lila“ stammt von Serena C. Evans und erzählt die Geschichte von Julia und Sam, die einige Hindernisse bewältigen müssen, um zueinander zu finden. Das knapp 100-seitige Buch erschien im Winter 2018 und ist in sich abgeschlossen. 

Die Geschichte ist süß und herzerwärmend, wenngleich sie wenig Neues bietet und man von Anfang an weiß, wie die Sache ausgehen wird. Dennoch macht es Spaß Julia und Sam zu begleiten, die man gut kennenlernt und mit denen man mitfühlen kann. Serena C. Evans hat eine lockerleichte Liebesgeschichte geschrieben, die ohne Erotik und allzu viel Kitsch auskommt, und die man binnen eines Tages lesen kann. Leider endet die Geschichte etwas unbefriedigend, was vor allem daran liegt, dass Dinge nicht ausformuliert und ausreichen in die Handlung eingebaut werden. Da haben Julia und Sam mit dem Mobbing eines Mädchens wie Alexandra zu tun, gegen die sich kaum jemand stellen will und die wirklich zu fiesen Mitteln greift, um Julia zu schaden. Das Thema wird im letzten Kapitel mit 3 Sätzen abgeschlossen, ohne dass man direkt dabei ist. Weder ist man bei den Mädchen, wenn es ein klärendes Gespräch gibt, noch wird das Verhalten der Mitschüler überhaupt thematisiert. Man fühlt sich um das eigentliche Ende, quasi das Finale des Buches betrogen, denn die Auseinandersetzung mit den Mobbern ist eines der zentralen Themen des Buches. Mehr als eine kurze Zusammenfassung gibt es nicht. Das ist sehr schade, denn dadurch verliert der Roman spürbar an Potenzial. Auch das Coming-Out von Julia, die erkennt, dass sie bisexuell ist, wird übergangen – es gibt keine Gespräche mit ihrem Zwillingsbruder oder ihrer älteren Schwester. Alles, was dem Buch mehr Tiefgang hätte geben können, wurde vermieden – selbst Julias Vergangenheit wird mit einem kurzen Abschnitt abgewickelt, dabei gäbe es so viel mehr, was man erzählen könnte. Das ist schade, denn man freut sich auf bestimmte Ereignisse, die dann nicht kommen. 

Die Figuren sind sympathisch – ganz besonders Julia und Sam. Gerade letztere ist schon sehr gefestigt in ihrem Charakter und weiß, was sie will. Umso verwirrender ist es, als sie sich für Julia verstellt – das passt nicht zu ihrem Charakter. Nichtsdestotrotz mag man sie und kann ihre Beweggründe gut verstehen. Auch Julia handelt nachvollziehbar, auch wenn man sich wünschte, sie würde sich früher gegen Alexandra auflehnen.
Die Nebenfiguren bleiben leider arg blass (was aber auch an der Kürze des Buches liegt). Außer Alexandra (die im Grunde nur negativ dargestellt wird und gar keine positiven Eigenschaften hat), Julias Bruder und die Band lernt man die meisten Figuren nur namentlich kennen. Sie bleiben wahnsinnig blass, sind lediglich Statisten. 

Stilistisch legt Serena C. Evans einen lockerleichten Liebesroman vor, den man gut zwischendurch lesen kann. Hin und wieder schleichen sich Fehler ein, doch darüber kann man hinwegsehen. Sie hat ein Händchen für Dialoge und gefühlvolle Szenen, und schafft es, die Liebesgeschichte überzeugend in Szene zu setzen. Leider fehlt es ein wenig an Tiefgang und ausführlicheren Beschreibungen, um sich auch den Rahmen der Geschichte vorstellen zu können. 

Fazit: 
„Vielleicht sind wir lila“ ist ein netter Kurzroman für Zwischendurch, der durch eine süße Liebesgeschichte, sympathische Charaktere und einen lockerleichten Schreibstil besticht. Leider mangelt es der Handlung an Tiefgang und spannende Themen werden lediglich kurz angesprochen oder inhaltlich im abrupten Ende abgewürgt. Schade – ein paar weitere Kapitel und ein Ausformulieren einiger Szenen hätten dem Buch gut getan.  

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