
Autor*in: Fei Tian Ye Xiang
Übersetzer*in: Anna Pfeiffer
Hardcover: 400 Seiten
ISBN: 978-3426564363
Preis: 12,99 EUR (eBook) / 24,00 EUR (Hardcover)
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Story:
Seitdem das Mana aus der Welt verschwunden ist, gibt es keine Magie mehr – magische Waffen und Artefakte sind nutzlos geworden, Zaubersprüche wirkungslos. Niemand weiß, was genau passiert ist. Lediglich die Herzenslampe hat ihre Kraft nicht verloren, was Chen Xing zum letzten Exorzisten der Welt macht. Auf der Suche nach der Wahrheit und einem Weg das Mana in die Welt zurückzubringen steht ihm ein Schutzpatron zur Seite, ein mächtiger Krieger, der für und mit ihm kämpft. Diesen findet Chen Xing in dem stillen, unwilligen Xiang Shu, der keinerlei Interesse daran hat der Beschützer eines Exorzisten zu sein. Doch als die ersten Ba und ein seltsamer dunkler Magier auftaucht, sind sie gezwungen zusammen zu arbeiten …
Eigene Meinung:
Die fantastische Danmei Reihe “Dinghai Fusheng Records” erschien erstmals 2019 als Webnovel und stammt von Fei Tian Ye Xiang. Die Geschichte ist mit 6 Bänden abgeschlossen und ist Teil der “Legend of Exorcism” Rehe, die im selben Universum spielt. Aufgrund der Popularität der Geschichte erschien ein Audo Drama, ebenso wurde “Dinghai Fusheng Records” als Manhua adaptiert. In Deutschland erscheint die Reihe bei Bramble Books, wie gewohnt in schöner Hardcover-Ausstattung mit Farbschnitt und Charakterkarten.
Die Geschichte entführt Leser*innen in ein fiktives, historische China, in dem die Magie seit etlichen Jahrhunderten verschwunden ist und mit ihr all die Möglichkeiten magische Artefakte zu nutzen oder Zauber zu wirken. Chen Xing und Xiang Shu, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sollen gemeinsam den Ursachen auf den Grund gehen und die Magie zurückbringen, wenngleich Xiang Shu weniger angetan ist, als Schutzpatron einen jungen Exorzisten zu begleiten, zumal er selbst Anführer der verschiedenen Hu-Clans ist, die jenseits der großen Mauer leben und für deren Wohl in Zeiten des politischen Umbruchs verantwortlich ist.
Fei Tian Ye Xiang entwirft eine spannende Hintergrundgeschichte und eine faszinierende Welt, die stark von den historischen Begebenheiten geprägt ist. Dort führt er zwei gänzlich unterschiedliche Figuren zusammen, die sich nur schwer aufeinander einlassen können – den gutmütigen, naiven und entschlossenen Exorzisten Chen Xing und den stoischen, wortkargen und ruppigen Krieger Xiang Shu. Leider schafft es der Autor nicht gänzlich mit der soliden Grundidee und den interessanten Figuren zu überzeugen, was vorwiegend an seiner Erzählweise liegt und der Tatsache, dass es ihm nicht gelingt, die Welt wirklich lebendig zu gestalten. Sie wirkt leider recht plakativ und kulissenhaft, was zum einen am extrem schnellen Voranschreiten der Handlung liegt als auch an den unzähligen Infodumps, die den Lesefluss stören. Kaum ist man halbwegs in die Geschichte eingetaucht kommt ein mehrseitiger Infodump über Hintergründe, die in dem Moment für die eigentliche Handlung kaum relevant sind und die man sich aufgrund der Fülle an Namen und Informationen kaum merken kann. Auch das teils hektische Herunterzählen von Szenen, die dem Autor nicht sonderlich wichtig erscheinen, fallen störend ins Auge, denn mitunter kann man den Abläufen gar nicht mehr folgen. Die Handlung greift nicht flüssig ineinander und es hätte dem Erzählfluss gutgetan, wenn sich Fei Tian Ye Xiang mehr Zeit gelassen hätte, um neben den hektischen, mitunter holprigen Actionszenen auch die Welt und deren Bewohner besser zu beleuchten. So verschenkt der Autor leider viel Potenzial, um die Geschichte den Leser*innen näher zu bringen und Welt und Figuren realistisch darzustellen.
Unter der Hektik des Erzählens leidet auch die Charakterdarstellung – Chen Xing ist mit seinen 16 Jahren noch sehr jung, um eine solche Reise anzutreten, schlägt sich aber erstaunlich gut, was teil daran liegt, dass ihm das Glück stets wohlgesonnen ist. Xiang Shu wirkt wie sehr komplettes Gegenteil und hat seine eigenen Probleme, mit denen er sich herumschlagen muss. Auch er ist mit 20 Jahren recht jung – eigentlich zu jung für all die Fähigkeiten, die er als Krieger hat. Ansonsten bleiben die beiden Leser*innen ein wenig blass und unzugänglich, da man nur wenig über sie und ihre Gefühlswelt erfährt – sie schlagen sich irgendwie durch die Ereignisse, warum sie sich aber zusammentun wird nicht wirklich klar, denn im Grunde haben sie keinerlei Gemeinsamkeiten. Aus diesem Grund gibt es im ersten Band auch keinerlei romantische Ansätze zwischen Chen Xing und Xiang Shu – wer auf eine Slow Burn Romance hofft, wird sich bis zum nächsten oder übernächsten Band gedulden müssen.
Auch die Nebenfiguren bleiben blass und farblos, wirken eher wie Statisten, die man am Ende des Bandes bereits wieder vergessen hat. Keiner von ihnen vermittelt den Eindruck eine wichtige Rolle einzunehmen.
Stilistisch ist “Dinghai Fusheng Records” gewöhnungsbedürftig, da der abgehakte, übereilte Stil ohne Tiefgang nicht jedermanns Sache sein dürfte. Fei Tian Ye Xiang hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, treibt die Geschichte stakkatohaft voran und konzentriert sich darauf, die Hauptgeschichte voranzutreiben. Leider geht dadurch viel Atmosphäre und Authentizität verloren, teils fehlen Lesenden wichtige Informationen, um das Gesamtbild zu erfassen. Die vielen Infodumps sind dahingehend wenig hilfreich, da sie nicht gut in die Geschichte eingewoben sind und eher für Verwirrung sorgen. Auch die Dialoge wirken manchmal etwas aufgesetzt und nicht natürlich, was dafür sorgt, dass die Figuren manchmal komisch agieren und seltsam wirken.
Fazit:
“Dinghai Fusheng Records” kann aus verschiedenen Gründen leider insgesamt nicht gänzlich überzeugen, was vor allem an Fei Tian Ye Xiangs Schreibstil liegt, der zu holprig und abgehakt wirkt und für wenige Tiefgang und emotionale Nähe sorgt. Trotz guter Grundideen und einer spannenden Hintergrundwelt fällt es schwer in die Geschichte einzutauchen und sich auf die Figuren einzulassen. Die Welt bleibt blass und kulissenhaft, die Figuren können mit ihren Aktionen und Dialogen die Leser*innen nicht erreichen und das Storytelling krankt an unpassenden Infodumps, unpassenden Szenen und unlogischen Handlungssprüngen. Wer dennoch neugierig ist, sollte auf jeden Fall einen Blick in die Leseprobe werfen, ansonsten gibt es auf dem Markt fesselndere Danmei-Reihen, die ein ähnliches Setting bieten





