[ZITATE-FREITAG] Mami, warum sind hier nur Männer

Hallo ihr Lieben,

da ich heute Abend bei der Lesung von Volker Surmann aus “Mami, warum sind hier nur Männer” in Mainz (QUEER gelesen) dabei sein werde, ist es irgendwie logisch, das ich mir dieses Buch für den heutigen Zitate-Freitag ausgesucht habe. Da das Buch ungemein lustig ist und von Situationskomik lebt, fiel es mir echt schwer, passende Zitate rauszusuchen, denn im Grunde könnte man das halbe Buch zitieren, so amüsant ist Volker Surmanns Roman. Ich hoffe euch gefällt meine Auswahl und ihr seid ein bisschen neugierig, auf Helmer, Ilka, Olga und die Kids 🙂

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meine Rezension

Ich hasse Schwule. Ich dachte, bevor Sie das hier als irgendein emotionales Toleranzgeschwafel missdeuten, stell ich das lieber klar. Schwule gehören zu den nervtötendsten Zeitgenossen unter der Sonne. Ich weiß das, ich betreibe ein Gay-Resort auf Sardinien.

Als Gott überlegte, welche Kreaturen er nach Schlange, Schwan und Schweinchen noch so schöpfen konnte, hat er die Schwulen geschöpft. Er wird sich etwas dabei gedacht haben. Die Wege des Herrn sind unergründlich, die Wege der Herren indessen äußerst vorhersehbar.

“Mami, warum sind hier nur Männer”, S. 5 (c) Volker Surmann / Goldmann Verlag

„Ich bin Teenager“, beharrte Thea.

„Ach nee?“, blaffte ich sie an. „Weil du neulich stolze eleventeen geworden bist?“

Superschwüppi schnappte derweil ein paar Mal nach Luft, fing sich wieder und zischte uns zu: „Check-out ist um elf“, und machte die Biege. Beim Wörtchen „Check-out“ atmeten ein paar Männer im Raum hörbar auf.

Draußen vorm Speisesaal sah ich Schwüppi aufgeregt mit seinem Chef gestikulieren. Hatte was von Ausdruckstanz. Gerade mimte er einen sterbenden Schwan, der von einem Wolf zerfleischt wurde.

“Mami, warum sind hier nur Männer”, S. 21 (c) Volker Surmann / Goldmann Verlag

Boris wimmerte. Wobei man nicht wusste, ob es wegen der Stacheln war oder weil Raphael neben ihm zeterte wie ein zorniger Racheengel. „Kannst du nicht wenigstens mal im Urlaub deinen Schwengel bei dir behalten?“, fauchte er seinen Lover an. „Hätte ich mir ja denken können! Wir hatten eine Abmachung! Offene Beziehung hin oder her, aber im Urlaub möchte ich dich exklusiv! Nur wir beide und Shirley!“

Zum Glück konzentrierte Andreas sich voll und ganz auf Boris‘ Kaktusrücken, ansonsten hätte er mein schadenfrohes Grinsen sicher gesehen und laut losgeprustet.

“Mami, warum sind hier nur Männer”, S. 49 (c) Volker Surmann / Goldmann Verlag

Ein Geräusch lenkte mich ab. Es war eine Art Brummen, das der Seewind zu uns auf die Terrasse trug.

„Hören Sie das auch?“

Es klang nicht unheilvoll, aber ich konnte es nicht zuordnen. Es war, als wenn ein Schwarm übergewichtiger Hummeln sich auf einen gemeinsamen Ton einigte … Kammerton A. Dann wehte Melodiefetzen zu uns rüber.

„Was ist das?“, fragte ich.

„Ach, fragen Sie mich nicht“, seufzte Helmer und schaute auf seine Uhr, als könnte die eine Erklärung liefern.

“Mami, warum sind hier nur Männer”, S. 58-59 (c) Volker Surmann / Goldmann Verlag

Der Zeitpunkt, ab wann Felix dem, nennen wir es mal Liebesspiel beiwohnte, ließ sich perfekt rekonstruieren. Als erstes schaltete er nämlich das Neonlicht an.

„Und was habt ihr gemacht?“

„Wir haben uns erschreckt!“, berichtete Ruben. „Thijs ist hochgesprungen!“

„Ik denk, ich hab sogar geschrien … eein betje.“

„Die entscheidende Frage stellte Helmer: „Und Felix? Was hat er gesagt?“

„De Jongen?“, sagte Ruben. „Der hat gefragt; ‚Gibt’s hier auch Lego?‘“

“Mami, warum sind hier nur Männer”, S. 131 (c) Volker Surmann / Goldmann Verlag

O shit!

Irgendwann lernt man „Mami!“-Rufe zu differenzieren. Mami-guck-mal, Mami-Drama, Mami-hilf!, Mami-ich-hab-was-Schimmes-gemacht-trau-mich-aber-nicht-es-zu-sagen, Mami-nerv und so weiter. Obwohl Mami-nerv kann jedes „Mami!“ sein.

In diesem Moment wurde die Mami jedoch knallrot, da Felix ausgerechnet mitten in ihre Masturbationsfantasie hineinstolperte.

“Mami, warum sind hier nur Männer”, S. 139 (c) Volker Surmann / Goldmann Verlag

Olga wandte sich an Felix und Thea. „Und nächstes Mal, liebe Kinder, erkläre ich euch den Unterschied zwischen Twinks, Hunks, Bears und Chasern.“

„Schluss jetzt!“, befahl Helmer energisch.

„Jetzt will ich’s aber wissen“, forderte ich. Obwohl mir allmählich die Ohren schlackerten, wenn Olga loslegte, hatte ich Spaß an diesen Debatten. „Vorausgesetzt die Antwort ist jugendfrei.“

„Ist sie nicht“, warf Helmer ein. Olga hörte nicht auf ihn.

“Mami, warum sind hier nur Männer”, S. 212 (c) Volker Surmann / Goldmann Verlag

Soweit von mir – nächstes Woche steht “Maurice” von E.M. Foster auf dem Programm, ein Wunsch von Tanja. Seid gespannt.

Liebe Grüße,
Juliane

[ANKÜNDIGUNG] QUEER gelesen 2016

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es keine neue Rezension, da ich noch einmal auf ein Projekt von mir hinweisen möchte, das ich bereits während des Bloggeburtstages erwähnt habe: QUEER gelesen. Morgen ist es soweit: das schwullesbische Lesefestival startet und bietet ein tolles, vielfältiges Programm, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet, wenn ihr aus der näheren Umgebung kommt.

(c) Volker Surmann

Neben bekannten Schriftstellern wie dem mehrfach ausgezeichneten T.A. Wegberg, der im Gay-Romance-Bereich bekannten Chris P. Rolls und Judith Hüller, deren witzige lesbische Romane im Carlsen Verlag erschienen sind, stellen auch Autoren aus dem Rhein-Main-Gebiet ihre aktuellen Bücher vor. Zu Gast sind unter anderem Tanja Meurer, die aus ihrem neuen Fantasy-Roman „Die Seelenlosen“ lesen wird, und Nino Delia, die ihr lesbisches Märchen „Als die Mädchen zu Wölfen wurden“ vorstellen wird. Die Zuhörer erwartet eine bunte Mischung aus humorvollen und dramatischen Alltagsgeschichten, fantastischen und märchenhaften Stoffen, Thrillern und Krimis.

Zur Auftaktveranstaltung am Freitag, 22. April, konnten die Organisatoren den Berliner Autor und Kabarettisten Volker Surmann gewinnen, der ab 20 Uhr in der „Bar jeder Sicht“ aus seinem Roman „Mami, warum sind hier nur Männer?“ lesen wird. Das vollständige Programm ist im Internet unter www.queer-gelesen.de zu finden.

Unterstützt wird das Festival von verschiedenen Verlagen, der Bar jeder Sicht und dem CSD Wiesbaden. Der Eintritt ist für alle Veranstaltungen frei, Spenden sind jedoch gern gesehen.

Veranstaltungsort:
Bar jeder Sicht
Hintere Bleiche 29
55116 Mainz

Schaut einfach mal in das Programm auf der Homepage des Lesefestivals rein, oder blättert durch das Programmheft –  wir freuen uns auf euch.

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Der Liebhaber meines Mannes von Bethan Robert


Autor: Bethan Robert
Taschenbuch:  368 Seiten
ISBN: 978-3-453-35780-8
Preis: 8,99 EUR (eBook) | 8,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Es ist der glücklichste Tag in Marions Leben, als der Bruder ihrer besten Freundin ihr endlich einen Heiratsantrag macht. Seit Jahren ist sie in Tom verliebt, ignoriert sowohl seine kühle Zurückhaltung, als auch die Tatsache, dass der junge Polizist seine Zeit am liebsten mit Patrick Hazlewood verbringt – einem intelligenten und freundlichen Museumskurator, mit dem sich auch Marion angefreundet hat. Obwohl sie ihr bestes tut, das Offensichtliche zu ignorieren, kann sie den Verdacht nicht abschütteln, dass Tom und Patrick mehr verbindet als bloße Freundschaft. Als die beiden Männer zusammen nach Venedig reisen, trifft Marion eine folgenschwere Entscheidung …

Eigene Meinung:
Bethan Roberts‘ „Der Liebhaber meines Mannes“ erschien erstmals 2012 und wurde stark von E.M. Fosters Leben und seiner Freundschaft zu einem verheirateten Polizisten inspiriert. Der Roman gewann mehrere Preise und kam 2013 beim Kunstmann Verlag auf den deutschen Markt. Es ist der dritte Roman aus ihrer Feder. Weiterlesen …

[BLOGGEBURTSTAG] Auswertung Gewinnspiele

Hallo ihr Lieben,

es wird Zeit die 13 Buchpakete an den Mann bzw. die Frau zu bringen, die e sim Rahmen des Bloggeburtstags zu gewinnen gab. Insgesamt gab es 41 (!!) Bücher zu gewinnen, die mir von diversen Verlagen gesponsert wurden. Aus diesem Grund wurden die Pakete an 2 Tagen verlost – am 13.03.2016 und am 29.03.2016. Insgesamt haben über 40 Leute mitgemacht – ich bedanke mich für die vielen Teilnehmer und die lieben Kommentare. Letztendlich hat der Zufallsgenerator über die Gewinner entschieden.

Gewinnspiel 13.03.216

  • Paket 1 – Jessy
  • Paket 2 – Alexandra Bergmann
  • Paket 3 – Sarah
  • Paket 4 – Jenny
  • Paket 5 – Annika Faiss

Gewinnspiel 29.03.2016

  • Paket 1 – samenature
  • Paket 2 – Ines Heindl-Beck
  • Paket 3 – Brigitte Böhm
  • Paket 4 – Kumo Maaß
  • Paket 5 – kittys411
  • Paket 6 – Jenny Siebentaler
  • Paket 7 – Angelika
  • Paket 8 – Gerd Duerner

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!
Diejenigen, die dieses Mal leider kein Glück hatten, sollten meinen Blog im Auge behalten – schon im Mai findet die nächste Special Week mit Tanja Meurer statt, bei der am letzten Tag wie immer Bücher verlost werden.

Bitte meldet euch via Mail mit eurer Anschrift bei mir. Aufgrund des schwullesbischen Lesefestivals QUEER gelesen, das ich organisiere, werde ich erst Anfang Mai dazu kommen, die Pakete zu verschicken. Danke für euer Verständnis.

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Paranormal Investigations 5 – Liebe von Ally Blue

Autor: Ally Blue
Taschenbuch:  206 Seiten
ISBN: 978-3-95823-031-6
Preis: 6,49 EUR (eBook) | 8,95 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Sam und Bo haben es endlich geschafft – sie werden von ihren Freunden akzeptiert und leben offen ihre Liebe füreinander auf. Einzig Bos Exfrau Janine legt den beiden Männern regelmäßig Steine in den Weg, ganz besonders wenn es um die Bos Kinder Dean und Adrian geht. Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu, als in Janines Haus seltsame Dinge geschehen und Adrian erste Anzeichen einer psychokinetischen Begabung zeigt. Während Janine nichts davon wissen will, wächst Bos Sorge um seine Söhne, denn in seinem unkontrollierten Zorn ist Adrian theoretisch in der Lage, Portale zu öffnen und den schrecklichen Kreaturen den Weg zu ebnen, denen sich das Team von BCPI immer wieder stellen musste. Sam, der Adrians Begabung teilt, beginnt diesen zu unterrichten, doch Janine setzt alles daran, die Kinder endgültig von Sam und Bo zu trennen …

Eigene Meinung:
Der Roman „Liebe“ markiert das Ende der 5-bändigen „Paranormal Investigations“-Reihe von Ally Blue, wenn man von den beiden Spin-Offs absieht, die sich um Dean und Adrian drehen. Die Romane erschienen komplett im Cursed-Verlag und beenden den Zyklus um Sam und Bo. Weiterlesen …

[ZITATE-FREITAG] Der Klub der Ungeliebten

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich ein wirklich tolles Buch für euch – Dennis Stephans Debüt “Der Klub der Ungeliebten”. Rezensiert habe ich es bereits, doch es wurde der Wunsch geäußert, es auch im Rahmen des Zitate-Freitags vorzustellen. Kein problem – das Buch bietet unzählige wundervolle Stellen, die man herausgreifen kann (was man daran merkt, dass es mehr Zitate geworden sind, als ich gelant habe). Ich empfehle jedem dieses wundervolle, zeitlose Werk, das mich vollkommen in seinen Bann gezogen hat.

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meine Rezension

Im fünften Stock unseres Mietshauses, genau eine Etage über uns, wohnt eine alte Dame. Seit unserem Einzug nennen wir sie nur Madame Porzellan, denn keiner der Mieter kennt ihren richtigen Namen. Vermutlich hat sich auch niemand je die Mühe gemacht, ihn herauszufinden.

“Der Klub der Ungeliebten”, S. 15 (c) Dennis Stephan / Incubus Verlag

„Selbst Kakteen gehen bei mir ein.“ In meinem Kopf spulen sich Bilder von welkenden Katzenbabys in überwässerten Übertöpfen ab.

Das Tier wiegt fast so leicht wie eine Rolle Klopapier. Es legt eines seiner winzigen Pfötchen auf meine Brust und miaut mitleidsheischend.

„Herrje, ausgerechnet jetzt fällt mir gar kein Name ein.“

[…]

„Ich wäre für einen konventionellen Namen wie Konrad, aber ihr jungen Leute mein ja immer mit der Zeit gehen zu müssen. Also, was hältst du von Nintendo?“

“Der Klub der Ungeliebten”, S. 75-76 (c) Dennis Stephan / Incubus Verlag

So sitzen wir noch eine Weile aneinander gelehnt auf dem Dach des Hauses, über den Köpfen der Menschen, kichern über Coralies Barockkleid, flüstern uns Gutenachtgeschichten zu und schweigen den abnehmenden Mond an.

Wir. Der kleine Prinz und die gebrochene Prinzessin. Der Klub der Ungeliebten.

“Der Klub der Ungeliebten”, S. 89 (c) Dennis Stephan / Incubus Verlag

„Es war Notwehr“, beteuert Adam.

„Ja, sicher.“ Ich nehme einen tiefen Zug und setze mich zu den beiden auf den Boden. Wir bilden ein seltsames Trio – zwei ungleiche Jahrmarktschausteller und ihr somnambules Medium.

„Wie kannst du jetzt bloß rauchen?“ Adam schüttelt verständnislos den Kopf.

„Das beruhigt.“

„Bullshit. Die gehören nicht einmal dir.“

„Nein, sie gehören der Leiche.“

“Der Klub der Ungeliebten”, S. 156 (c) Dennis Stephan / Incubus Verlag

Das einzige, was ich sehe, ist die Dämmerung, die uns allmählich zu verschlucken scheint, während wir nebeneinanderstehen, gerade so weit voneinander entfernt, dass wir die Körperwärme des jeweils anderen auf der eigenen Haut spüren können. Jeder für sich. Jeder allein.

“Der Klub der Ungeliebten”, S. 190-191 (c) Dennis Stephan / Incubus Verlag

Es geht so schnell. Wir stehen uns gegenüber. Auge um Auge, Mund um Mund.

Ich schließe die Augen und berühre seine Lippen mit meinen. Sie sind kalt und salzig und schmecken im Entferntesten nach Meerwasser. Ich könnte in ihnen ertrinken. Ich könnte in dem Meer ertrinken, das der Regen um uns herum aufpeitscht. In der Rohheit dieses Kusses. Es wäre mir egal. Und für den Bruchteil einer Sekunde meine ich, seine Zungenspitze zu spüren, seinen Kuss, der meinen fordert.

“Der Klub der Ungeliebten”, S. 206 (c) Dennis Stephan / Incubus Verlag

Und vielleicht wird ihr endlich klar, was sie nie recht verstanden hat. Nämlich, dass ein Herz in der Lage ist, zu heilen, wenn der Schnitt sauber ausgeführt wird. Dass dies seine Zeit braucht, schrecklich schmerzt und hässliche Narben hinterlässt, aber dass es möglich ist – wohingegen ein schlechtes Gewissen oder der Glaube, einen geliebten Menschen durch eigene Fehler verloren zu haben, uns unser ganzes Leben lang verfolgen können.

Alles kehrt früher oder später zu uns zurück.

“Der Klub der Ungeliebten”, S. 235 (c) Dennis Stephan / Incubus Verlag

Ich hoffe, ich konnte eure Neugier wecken und ihr gebt dem “Klub der Ungeliebten” eine Chance. In diesem Zusammenhang muss ich noch eine Sache ansprechen: Solltet ihr jemals die Möglichkeit haben, eine Leusng von Dennis Stephan zu besuchen, nehmt das auf jeden Fall wahr. Seine Leusngen sind fantastisch – es ist wirklich toll, wie er die Figuren lebendig werden lässt; ganz besonders Madame Porzellan ist ein Erlebnis.

Liebe Grüße,
Juliane

[ROMAN] Imperia – Im Schatten des Drachen von Laurin Dahlem


Autor: Laurin Dahlem
Taschenbuch:  320 Seiten
ISBN: 978-3-941864627
Preis: 8,99 EUR (eBook) | 14,80 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Seit seiner Kindheit ist es Haos größter Wunsch Mitglied der ehrwürdigen Kaisergarde zu werden und seine Kräfte dafür einzusetzen, Imperias Herrscher vor aufrührerischen Yin (Menschen, die über die Elemente herrschen) zu schützen. Seine Sehnsucht wird stärker, als er Kyu-Sung, Bastardsohn des Kaisers, eines Tages beim Kampf gegen einen Asche-Yin unterstützt und diesen näher kennenlernt. Mit Kyu-Sungs Unterstützung gelingt es Hao endlich zu den Prüfungen zugelassen und letztendlich in die Kaisergarde aufgenommen zu werden. Die Wünsche des jungen Mannes scheinen sich endlich zu erfüllen, insbesondere da seine Sehnsucht nach Kyu-Sung von diesem geteilt wird. Doch schon bald muss sich Hao einer Gruppe Rebellen stellen und die Ansichten und Not der Menschen wecken in ihm Gedanken, die sich für einen Gardisten nicht ziemen. Dennoch beginnt er sich über das System der Kaisers und der Yin Gedanken zu machen – mit fatalen Folgen …

Eigene Meinung:
Mit Laurin Dahlems „Imperia – Im Schatten des Drachen“ legt der In Farbe und Bunt Verlag erstmals einen queeren Fantasyroman vor, der in dem fiktiven, asiatisch angehauchten Reich Imperia spielt. Der 370-seitige Roman liegt als eBook und Taschenbuch vor und markiert das Verlagsdebüt von Laurin Dahlem, die bisher im Selfpublishing aktiv war. Weiterlesen …

[ROMAN] Kristallschnee von Svea Lundberg


Autor: Svea Lundberg
Taschenbuch:  268 Seiten
ISBN: 978-3-945934661  
Preis: 5,99 EUR (eBook) | 12,95 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Es sollte nur eine Routineprüfung kurz vor Feierabend werden, als der Polizist Jannis und sein Kollege in einen Stuttgarter Wohnblock gerufen werden. Dort treffen sie nicht nur auf den alkoholisierten Mieter, sondern auch auf dessen Tochter Amelia, die sie sofort dem zuständigen Jugendamt überantworten wollen. Glücklicherweise befindet sich der Sachbearbeiter Felix direkt in der Nähe und kommt vorbei, um sich um das kleine Mädchen zu kümmern. Zwischen Jannis und Felix funkt es sofort, doch für den Polizisten ist der klischeehafte Aufzug von Felix fast zu viel, während dieser noch an dem Ergebnis seiner letzten Beziehung zu knabbern hat. Darüber hinaus offenbart sich schnell, dass Amelias Vater in Besitz harter Drogen war, die sowohl das Kind, als auch Felix in Gefahr bringen. Während sich Felix auf ein Date und später auf eine reine Sexbeziehung mit Jannis einlässt, versucht er das Mädchen in Sicherheit zu bringen, ohne zu wissen, dass Amelias Vater nicht der Kopf der Drogenbande ist …

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „Kristallschnee“ präsentiert Svea Lundberg ihr Debüt im Deadsoft Verlag. Der Roman ist nicht wirklich ein Krimi, sondern ist eher dem Gay Romance zuzuordnen, da sich der Hauptteil der Geschichte mit der Beziehung zwischen Felix und Jannis auseinandersetzt. Wer von den beiden nicht genug bekommt, kann die Kurzgeschichte “Kristallträume” bei Deadsoft erwerben, ebenso ist eine Fortsetzung in Arbeit. Weiterlesen …

[MANGA] Electric Delusion von Nekota Yonezou


Autor: Nekota Yonezou
Taschenbuch:  196 Seiten
ISBN: 978-3-8420-1955-3
Preis: 6,95 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Fumi und Shunpei sind Nachbarn und von Kindesbeinen an die besten Freunde. Selbst in der Schule gibt es die beiden nur im Doppelpack, was deren Klassenkameraden witzig finden. All das ändert sich, als Fumi sich eines Tages outet – Shunpei ist nicht nur extrem verwirrt, er hat auch Angst, dass sein bester Freund an ihm interessiert sein könnte. Dass seine Sorgen unbegründet sind, zeigt sich, als Fumi seinen festen Partner vorstellt: Satanoka, einen leicht sadistischen Mitschüler. Nach dieser Begegnung ist Shunpei nicht nur verwirrt, sondern unerwartet eifersüchtig, denn anstatt sich um seine Freundschaft zu sorgen, beschäftigt ihn die Frage, warum sich Fumi nicht für ihn entschieden hat, am meisten …

Neben der Hauptgeschichte enthält der Band auch die Kurzmangas „Adult experience value“ und “Lover standart value“, in denen die Pärchen Shinkai und Yumeji, sowie Marui und Murasato im Zentrum stehen, die mit den Tücken ihrer Beziehung kämpfen. Weiterlesen …

[ZITATE-FREITAG] Bruder

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das mich tief berührt hat und das vollkommen zu unrecht so unbekannt ist. Dabei wurde es 1999 mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet – zu recht, denn der niederländische Schriftsteller Ted van Lieshout hat mich mit seinem gefühlvollen, tiefgründigen und teilweise schwer verdaulichen Jugendroman tief beeindruckt. Leider ist dieses wundervolle Werk inzwischen nur noch gebraucht erhältlich, was ich sehr schade finde.

Die Zitate des Buches stammen aus der alten Ausgabe von Middelhauve, weswegen sie noch in der alten Rechtschreibung verfasst sind – bitte stört euch nicht daran. Und noch ein Hinweis: die fett gedruckten Sätze sind im Original kursiv geschrieben (was man dank der Zitate-Funktion nicht mehr sieht) und kennzeichnen Marius’ Tagebucheinträge.

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meine Rezension

Ich sitze nun also doch wieder da, dein Tagebuch vor mir, denn ich beabsichtige, so viel zu schreiben, daß dein Tagebuch eher meines ist als deines. Wenn diese blöde Frau dann meine Seiten herausreißen will, muß sie das ganze Ding kaputtmachen, und darauf ist sie, glaube ich, nicht aus. Trotzdem ist es natürlich seltsam, daß ich in dein Tagebuch schreibe und dich anspreche, als solltest du es jemals lesen.

“Bruder”, S. 19-20 (c) Ted van Lieshout, Middelhauve / Beltz&Gehlberg

Danach habe ich mich noch in Luuks Zimmer umgeschaut …

Wo du überhaupt nichts zu suchen hattest!

…und habe unter dem Löschpapier auf seinem Schreibtisch ein seltsames Briefchen gefunden.

Oh nein! Nicht schon wieder! Wir wollen es an diesem besonderen Tag doch gemütlich haben.

Es ist ein Entwurf zu einem Brief, der an Mam und Pap gerichtet ist. Ich habe ihn gelesen, und es steht drin, was ich mir schon gedacht habe, nämlich daß Luuk Jungen mehr mag als Mädchen …

“Bruder”, S. 55 (c) Ted van Lieshout, Middelhauve / Beltz&Gehlberg

[…] – es war, als wären unsere Körper füreinander gemacht, so genau paßte alles, sosehr waren wir füreinander bestimmt. Ich kann es nicht anders erklären. In Kampffilmen schwingen Kerle ihre Schwerter, um sich gegenseitig niederzustechen – Lex und ich führten auch eine Art Schwertkampf, aber zwischen uns war Frieden.

Ich weiß nun genau, daß es nichts Vorübergehendes ist, daß ich mich in einen Jungen verliebt habe. Es ist etwas Ewiges!

“Bruder”, S. 75 (c) Ted van Lieshout, Middelhauve / Beltz&Gehlberg

Am Montag bist du gestorben. Als Mam es mir sagte, wusste ich es eigentlich schon, aber ich wollte es laut hören. Mein Bruder war für immer kaputt. Keine Garantie. Kein Tausch. Keine Reparatur. Vierzehn Jahre und sechs Monate wurdest du alt. Minus einem Tag.

“Bruder”, S. 132 (c) Ted van Lieshout, Middelhauve / Beltz&Gehlberg

“Als Marius starb, bist du einfach weiter Mutter geblieben, meine Mutter nämlich. Aber ich habe meinen einzigen Bruder verloren. Meine Frage ist: Bin ich noch immer ein Bruder, oder bin ich zu einem Einzelkind geworden?”

“Was für eine Frage am frühen Morgen.” Ihr Kopf blieb bewegungslos auf dem Kissen liegen. Ich dachte, sie wolle mir keine Antwort geben, dann tat sie es aber doch. “Ich glaube, das mußt du selbst für dich bestimmen.”

“Ich glaube, ich bin immer noch Bruder, aber von niemandem mehr.”

“Bruder”, S. 146 (c) Ted van Lieshout, Middelhauve / Beltz&Gehlberg

“Und da es nun mal nicht anders ist, muß ich mit einem Schlag glücklich sein? Etwa von alleine?”

“Wenn du sicher weißt, daß du homosexuell bist, obwohl du gerade erst sechzehn bist”, sagte Mam geringschätzig, “dann finde ich mich damit ab. Ich würde sagen: Such dir einen Freund. Und wenn du einen hast, bring ihn mit nach Hause. Ich werde kein Theater machen. Ob es nun ein Freund oder eine Freundin ist, es ist und bleibt eine blöde Kuh, nicht gut genug für meinen Sohn.”

“Ja, das ist witzig, Mam.”

“Ich kann auch heulen, aber ich kann es damit doch nicht ungeschehen machen.”

“Und Pap?” Wieder schaute ich hinauf zu dem Fenster, hinter dem er stand, ohne daß er hören konnte, was wir sprachen.

“Dein Vater hat es eher gemerkt als ich. Der hatte schon einen Verdacht, als du drei warst.”

“Bruder”, S. 167 (c) Ted van Lieshout, Middelhauve / Beltz&Gehlberg

Wie ihr seht konnte ich mich nicht auf 5 Zitate beschränken (und es gibt noch zwei weitere, die ich absolut toll finde, ganz besonders das Schlusszitat – ich liebe Bücher, in denen mir die letzten Sätze im Gedächtnis bleiben). Es ist so wunderschönes Jugendbuch, das ich jedem ans Herz legen möchte. Nächste Woche verlasse ich die niederländischen Jugendbuchautoren und stelle euch anhand von einigen Zitaten den Roman “Der Klub der Ungeliebten” vor. Bis dahin 🙂

Liebe Grüße,
Juliane