[ROMAN] Der Date-Manager von Bianca Nias

Autorin: Bianca Nias
Taschenbuch:  348 Seiten
ISBN: 978-3960890416
Preis: 6,99 EUR (eBook) / 12,95 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Der dreißigjährige Joss nutzt seine Talente, um schwulen Männern zum Traumdate zu verhelfen. Als Date-Manager hat er sich darauf spezialisiert gut situierten Schwulen einen perfekten Abend zu bereiten, ganz gleich ob es auf einen kultivierten One-Night-Stand oder die Liebe des Lebens hinausläuft. Mit seinem neusten Kunden, dem Wirtschaftsprüfer Dion Collister hat er sich einen harten Brocken an Land gezogen. Dem vermögenden, aber schweigsamen Mann kann Joss nur schwer ein perfektes Date bescheren – dass er sich selbst zu seinem Kunden hingezogen fühlt, macht die Sache nicht einfacher. Und auch Dion kann sich der Anziehungskraft des Date-Managers nur schwer entziehen …

Eigene Meinung:
„Der Date-Manger“ erschien bereits 2016 im deadsoft Verlag und zählt zu den früheren Büchern der Autorin Bianca Nias. Es ist in sich abgeschlossen und enthält keinerlei fantastischen Elemente, stattdessen ist es teils im Wirtschaftssektor angesiedelt – quasi ein Heimspiel der Autorin, die selbst beim Finanzamt tätig ist.

Die Geschichte bietet wenig Neues, wenn man sie mit gängigen Romanen des Genres vergleicht – zwei Männer, die sich ineinander verlieben, zu Beginn ein wenig mit sich hadern, jedoch am Ende zueinander finden. Wirkliche Spannung baut sich nicht auf – „Der Date-Manager“ ist eher ein Wohlfühlroman, den man zwischendurch lesen kann, wenn man Lust auf leichte Lektüre hat (was nicht negativ gemeint ist – manchmal braucht man einfach Bücher, die sich nicht mit schweren Themen auseinandersetzen und einfach nur unterhalten). Natürlich hätte man den beiden Hauptcharakteren ein bisschen mehr Steine in den Weg legen können, oder ein wenig mehr Tiefgang einbringen können – gerade zum Ende hin lösen sich die Probleme so leicht und ohne wirkliches Zutun der Figuren auf, dass man schon enttäuscht ist. Auch stört die geballte Erotik im letzten Viertel, weil es einfach zu viel des Guten ist. Gefühlt machen Joss und Dion nichts anderes als miteinander ins Bett zu gehen, nachdem sie zusammen gekommen sind, ganz gleich in welcher Lebenslage. Als würde Sex all die Probleme lösen, die sich zum Ende hin anhäufen.
Zumindest ist das Setting gut beschrieben und wirkt realistisch – Bianca Nias weiß über die Wirtschaft Bescheid, so dass die Beschreibungen von Dions Arbeitsumfeld sinnvoll und logisch sind und man keinen Millionär vorgesetzt bekommt, dessen Arbeit mehr als fragwürdig ist. Es ist schade, dass der Konflikt mit Dions Arbeitgeber am Ende nicht gänzlich zum Abschluss gebracht wird – hier wäre es schön gewesen, mehr zu erfahren bzw. Dion ein wenig mehr Aktivität gegen seinen Arbeitgeber zuzugestehen, gerade weil man den Aspekt der Homophobie anders hätte behandeln können.

Die Figuren handeln in sich schlüssig, hätten jedoch mehr Tiefgang aufweisen können. Die Autorin lässt zwei gestandene Männer aufeinander treffen, die beide im Grunde Tops sind und sich nicht unterwerfen wollen. Das Thema wird jedoch recht schnell beiseite gelegt (Liebe macht alles möglich, da werden auch recht schnell Prinzipien über Bord geworfen). Leider bestehen die meisten Beschreibungen von Joss und Dion daraus, wie heiß und gutaussehend der jeweils andere ist – das wird so oft wiederholt, dass man als Leser irgendwann die Augen rollt. Mehr erwähnenswerte Charaktereigenschaften scheinen die beiden Männer nicht zu haben …
Die Nebenfiguren spielen am Anfang eine größere Rolle – seien es Joss‘ WG-Mitbewohner Kevin oder die Nachbarin Feliz, aber spätestens wenn die beiden Männer zusammen sind, treten sie merklich in den Hintergrund.

Stilistisch legt Bianca Nias einen leicht geschriebenen, schlichen Roman vor, der durchaus zu unterhalten weiß. Er ist abwechselnd aus Joss‘ und aus Dions Sicht geschrieben, was man jedoch kaum merkt, da beide Männer ähnlich denken und ticken und sich kaum Unterschiede in der Gedanken- und Gefühlswelt zeigen. Leider nerven mit der Zeit die ewigen Wiederholungen und die gleichen, teils kitschigen Phrasen, gepaart mit scheinbar endlosen Liebesschwüren. Dem Buch hätte mehr Abwechslung, auch stilistisch, gut getan. Wer die fantastischen Bücher von Bianca Nias kennt, dürfte von „Der Date-Manager“ enttäuscht sein, doch vielleicht liegt es auch daran, dass der Roman schon älter ist und die Autorin definitiv an sich gearbeitet hat.

Fazit:
„Der Date-Manager“ ist ein netter, leichter Liebesroman für zwischendurch, der nicht an die anderen Werke von Bianca Nias heranreicht. Dazu bleibt er durchgängig zu flach, ergeht sich in zu vielen Wiederholungen und am Ende in zu viel Erotik. Wen das nicht stört und wer keine Lust hat, sich mit schweren Themen auseinander zu setzen, sondern nach einer schwulen Liebesgeschichte mit starken, heißen Männern und Happy End sucht, der sollte ein Blick riskieren. Am besten reinlesen und selbst entscheiden …

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