[ROMAN] #ichwillihnberühren von OJ & ER


Autor: OJ & ER
Taschenbuch: 172 Seiten
ISBN: 978-3947720330
Preis: 6,99 EUR (eBook) | 9,99 EUR (Taschenbuch) | 12,99 EUR (Hardcover)
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Story:
Seit 2 Jahren ist OJ in seinen Kumpel verliebt – da ist es nicht hilfreich, wenn dieser nur in Boxershorts bekleidet in deinem Bett liegt, um gemeinsam mit OJ eine Politsendung zu sehen. Um sich abzulenken, veröffentlicht OJ einen Jodel auf der gleichnamigen, anonymen Plattform und tritt damit eine wahre Welle los – in den folgenden Tagen und Wochen entwickelt sich unterstützt und beobachtet von hunderten, anonymen Jodlern, eine der schönsten Liebesgeschichten unserer Zeit …

Der Erlös des Buches kommt dem Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V. zugute.

Eigene Meinung:
Mit dem Buch „#ichwillihnberühren“ erschien eine der bekanntesten Liebesgeschichten der letzten Jahre beim Ach je Verlag. Der Jodel (den man noch immer lesen kann und der noch immer kommentiert wird), der im November 2017 gestartet wurde und über die Tage und Wochen viral ging (und es schließlich auch in die News diverser Zeitungen und Onlineportale schaffte), erzählt die Liebesgeschichte zweier junger Studenten hautnah und direkt, denn die anonyme Jodelgemeinschaft war rund um die Uhr dabei und unterstützte OJ dabei, sich seinem Kumpel gegenüber zu öffnen und auf ihn zuzugehen.

In diesem Buch kommt nicht nur OJ zu Wort, auch sein Freund darf seine Sicht auf die Ereignisse wiedergeben, denn seine Perspektive ist nicht minder interessant. „#ichwillihnberühren“ enthält nur einige, ausgewählte Ausschnitte und Kommentare aus dem Jodel-Verlauf, der Löwenanteil der Geschichte ist neu, denn OJ hat die wichtigsten Tage ausführlich niedergeschrieben. Er gibt dem Leser einen tieferen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt, seine Sorgen und Ängste und was ihn in dieser Zeit umgetrieben hat. Auf duese Weise erhält man einen sehr authentischen, fast schon intimen Einblick in das Leben eines jungen Mannes, der von Ängsten und Unsicherheiten geplagt wird. Zeitgleich kann man beobachten, wie er allmählich auftaut und immer offener wird, denn die Jodelgemeinschaft hilft ihm dabei, Zeichen zu deuten und sich seinem Kumpel zu nähern.
Die Perspektive seines Freundes (ER) wird ebenfalls bedacht. Sie ist nicht ganz so ausführlich wie OJs Passagen, dafür werden diese Abschnitte mit WhatsApp Verläufen von ihm und einer guten Freundin aufgelockert, die ERs Sicht auf die Ereignisse gut untermalen. In gewisser Weise wird die Geschichte erst mit diesen Abschnitten komplett, denn die meisten Leser des Jodel12s haben sich wahrscheinlich gefragt, was ER während dieser Zeit gedacht hat.
Wer darauf hofft, dass die beiden ihre Identität preisgeben, wird enttäuscht – das Buch erscheint unter OJ & ER. Es werden keine Namen genannt, was im Grunde auch nicht notwendig ist. Die zuckersüße Liebesgeschichte kann man auch genießen, ohne die Namen zu kennen, die sich hinter der Jodel-Geschichte verbergen.

Positiv ist zudem, dass sämtliche Einnahmen einem Verein zugutekommen, denn OJ und sein Freund wollen mit ihrer Geschichte kein Geld verdienen.

Stilistisch ist das Buch teilweise ein wenig schwieriger zu lesen, denn die beiden sind einfach keine gestandenen Autoren, die ihr Handwerk durch vorherige Veröffentlichungen erlernt und verbessert haben. Es verwundert nicht, dass sie sich gedanklich manchmal ein wenig im Kreis drehen oder immer wieder wiederholen, hin und wieder wirken die Sätze nicht ganz rund oder sind unverständlich. Daran gewöhnt man sich allerdings mit der Zeit – irgendwie macht es die Sache authentischer, das nicht jeder Satz und jedes Wort perfekt geschliffen wurde. Es passt zum Thema, zum Jodel und allem, was im Hintergrund steht.

Fazit:
„#ichwillihnberühren“ ist eine Geschichte, die nur das Leben schreibt – sie ist süß, manchmal kitschig, fast schon unwirklich und doch genau so passiert. Wer den Jodel kennt und mitverfolgt hat, wird um dieses Buch nicht herum kommen, wer romantische und authentische Liebesgeschichten mag, sollte ebenfalls zugreifen. OJ und sein Freund haben ein Buch geschrieben, das stilistisch nicht perfekt, dafür aber realistisch und authentisch ist. „#ichwillihnberühren“ berührt und lässt einen an Happy-Ends glauben. Zu empfehlen.

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