
Autor*in: Josh Silver
Übersetzer*in: Sandra Knuffinke
Hardcover: 416 Seiten
ISBN: 978-3734850950
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 22,00 EUR (Hardcover)
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Story:
Das neuartige, experimentelle Programm Happy Head soll orientierungslosen Jugendlichen dabei helfen ihr Glück zu finden. Auch Sebastian bekommt eine Einladung und darf Teil der ersten Gruppe sein. Doch um erfolgreich zu sein und die Challenges gut abschließen zu können, muss er sich auf das Programm einlassen und sich zu einem Teil selbst verleugnen, denn seine Gefühle für Finneas, der die Zusammenarbeit rundheraus ablehnt, sind alles andere als hilfreich. Stattdessen scheint Eleanor ihm die Möglichkeit zu bieten, die Aufgaben erfolgreich zu bewältigen. Mit der Zeit nehmen die Challenges jedoch extremere Züge an und Sebastian wird klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmt …
Eigene Meinung:
Mit dem Roman „Happy Head“ erschien im Februar 2026 der erste Band der Jugendthriller-Duologie „Happy Head“ von Josh Silver im Magellan Verlag. Die Geschichte um Sebastian, Fineas und Eleanor ist nicht gänzlich abgeschlossen und wird im Roman „Dead Happy“ fortgeführt, der im Herbst 2026 in deutscher Sprach erscheinen wird.
Die Geschichte wirkt wie eine Mischung aus „Squid Game“, „Battle Royale“ und „Die Welle“. und entführt Lesende in ein abgesperrtes Areal, in dem sich 100 Jugendliche verschiedenen Challenges stellen dürfen. Wer offen für die Inhalte des Programms ist sich den Programmleitern öffnet und die Einzel und Gruppenaufgaben gut meistert, hat Chancen aufzusteigen und Happy Head erfolgreich abzuschließen. Sebastian, der es sich zum Ziel gesetzt hat, das Programm gut abzuschließen, um seine Familie stolz zu machen, ist zu Beginn mit Feuereifer dabei, erkennt jedoch schnell, dass einige Challenges teils gefährliche Züge annehmen. Seine wachsenden Gefühle für Finneas, der Teil seiner Gruppe ist, sind ebenfalls nicht hilfreich, da Finneas ein Rebell ist, der sich gegen das Programm sträubt. Auch scheint es, dass Homosexualität im Rahmen des Gesamtziels nicht akzeptiert wird, da sogar Challenges entwickelt werden, in denen heterosexuelle Pärchen gebildet werden sollen, denen die Betreuer fortan gesteigerte Aufmerksamkeit schenken.
Josh Silver erschafft eine bedrückende Atmosphäre, die sich gemächlich steigert, so dass Lesende erst mit der Zeit erkennen, wie gefährlich die Challenges sind, denen die Jugendlichen ausgesetzt werden. Es dauert, bis Sebastian beginnt, die Aufgaben zu hinterfragen und dem Programm nicht blindlings zu folgen, auch wenn er nach außen hin den Schein wahrt und mitspielt. All das findet in einem abgesperrten Areal ab, das kein Entkommen möglich macht und selbst eine Kommunikation nach außen unterbindet. In diesem Setting jagt der Autor die Teilnehmenden von Challenge zu Challenge und man erlebt durch Sebastians Sicht, was mit ihm und den übrigen Teenagern passiert. Die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen Sebastian und Finneas anbahnt, steht unter einem schlechten Stern, denn ihre Treffen laufen in aller Heimlichkeit ab, da das gesamte Areal stark überwacht wird und Teilnehmende mitunter gar nicht miteinander reden dürfen.
Die Figuren sind gut gezeichnet, wirken authentisch und gut nachvollziehbar. Sebastian lernt man am besten kennen, da die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt wird. Bis zu einem gewissen Grad ist er ein Mitläufer, da er seine Zweifel nur mit sich selbst ausmacht und zumeist mitspielt, auch wenn er weiß, dass etwas nicht stimmt. Seine innere Zerrissenheit wird zum Ende hin immer stärker und kurbelt auch die Entwicklung an, die er durchläuft. Neben ihm nehmen Finneas und Eleanor wichtige Rollen ein und wirken wie zwei komplette Gegensätze – Eleanor, die von Erfolg getrieben die Beste sein will, und Finneas, der das gesamte Programm hinterfragt und Sebastian frühzeitig vor Happy Head und den Mitarbeitenden warnt.
Stilistisch legt Josh Silver einen fesselnden, spannenden Jugendthriller vor, der durch atmosphärische Beschreibungen und gute Dialoge besticht. Man taucht schnell in die Welt von Happy Head ein, erlebt die verschiedenen Challenges durch Sebastians Augen und ist an seiner Seite, wenn er den Hintergründen des Programms auf den Grund geht. Man erfährt nur so viel, wie Sebastian mit der Zeit herausfindet, was der Spannung zu Gute kommt. Da der Roman mit einem Cliffhanger endet, darf man gespannt sein, was der Autor für die Fortsetzung geplant hat, doch die Aussicht am Ende des Buches verspricht eine interessante Fortsetzung.
Fazit:
„Happy Head“ ist ein spannender, atmosphärischer Jugendthriller von Josh Silver, der durch eine gut durchdachte, fesselnde Rahmenhandlung und authentische Figuren besticht. Man findet schnell Zugang zur Geschichte und erlebt durch Sebastians Augen verschiedene Challenges, die immer extremere Züge annehmen. Josh Silver weiß, wie man Spannung mit Worten aufbaut und wie die Gefahren, die für die Jugendlichen bestehen, zunächst unterschwellig, dann immer offensichtlicher in die Handlung einbaut. Wer spannende Thriller im Stil von „Battle Royale“ und „Die Welle“ mag, sollte einen Blick riskieren. Es lohnt sich.





