[NOVELLE] Das Lilienschwert von Laurent Bach

Autor: Laurent Bach
Taschenbuch: 126 Seiten
ISBN: 978-1500166793
Preis: 2,30 EUR (eBook) | 4,96 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Es scheint ein glücklicher Zufall zu sein, dass der junge Jerôme während einer Prozession zu Ehren der Jungfrau Johanna (Jeanne D’Arc) einem Kind das Leben rettet und daraufhin von Gille de Rais, Feldmarschall Frankreichs, in sein Palais geladen wird. Nicht nur begegnet er dort dem bildschönen Guy, der während der Festlichkeiten die heilige Jungfrau von Orleans verkörperte, er wird von de Rais auch als Knappe aufgenommen. Während für Jerôme ein neues Leben beginnt bandelt er mit Guy an, der sich ebenfalls in den unschuldigen Jungen verliebt. Leider wird auch Gille de Rais auf Jerôme aufmerksam – sehr zu Guys Missfallen, der dem Adeligen immer wieder auch im Bett zu Diensten ist – und bietet Jerôme endlich die Möglichkeit den Schwertkampf zu lernen. De Rais schenkt seinem Knappen im Gegenzug für gewisse Gefälligkeiten ein Lilienschwert, doch Jerôme fallen die Übungskämpfe schwer – lediglich bei de Rais ereilen ihn keine blutigen Visionen. Zudem häufen sich die Streitereien mit Guy, was beiden Männern zusetzt …

Eigene Meinung:
Mit der Novelle „Das Lilienschwert“ veröffentlichte Brunhilde Witthaus unter dem Pseudonym Laurent Bach 2014 die Geschichte von Jerôme und Guy im Selbstverlag. Das knapp 80-seitige Werk spielt vor ihrem historischen Roman „Des Teufels Schreiber“, in dem es um Gilles de Rais und seine Machenschaften geht. Die Novelle greift lose die historischen Ereignisse im Frankreich des 15. Jahrhunderts auf und bildet eine gute Ergänzung zu dem im Sieben Verlag erschienen Roman, wenngleich „Das Lilienschert“ dem Gay Historical Genre angehört. Weiterlesen …

[CHARAKTERINTERVIEW] Claude und Frederic aus der “Claude Bocquillon”-Reihe

Dieses Interview ist für nach der Lektüre der Krimis um Claude Bocquillon und seinen Freunden entstanden – daher kann es Spoiler auf den Inhalt der Romane 1-3 enthalten. Leser, die die Krimis noch nicht gelesen haben, sollten das nicht nur nachholen (es lohnt sich!), sondern das geführte Interview mt Vorsicht genießen – es werden viele Punkte aus den Romanen angesprochen, insbesondere aus dem dritten Band “Tod in Montmartre”

Anduze Plan de Brie

Anduze: Plan de Brie

Es ist ein sonniger Nachmittag, als Juliane Lucas Brasserie ansteuert. Fünf Meter weiter wälzt sich der Verkehr vorbei, doch die Kirche mit seinem Säuleneingang und der Platz Plan de Brie ruhen in sich und verleihen der Szene eine gewisse Behaglichkeit. Bäume spenden Schatten, der Brunnen plätschert und Gendarm Bertin wirft hin und wieder mal Blicke zur Brasserie hinüber. Juliane nimmt Platz und genießt die spätsommerliche Atmosphäre. Noch sind ihre Interviewpartner nicht anwesend, doch sie hofft, dass sich das bald ändert. Sie schaut zu Bertin und betrachtet ihn neugierig.

Kaum fünf Minuten später tauchen Claude und Frederic auf und nehmen Platz. Claude bestellt einen Weißwein, Frederic ein Bier. Juliane freut sich sichtlich, die Beiden zu sehen. Sie bestellt sich ebenfalls Weißwein und lächelt die beiden offen an.

“Guten Tag – ich freue mich sehr, dass ihr ein wenig Zeit erübrigen konntet, um euch meinen Fragen zu stellen. Ist die persönliche Anrede in Ordnung für euch?”

Claude lächelt und zuckt die Schultern .”Ich sehe keinen Grund, uns nicht zu duzen.”
Frederic nickt mit einem zustimmenden Brummen und schaut auf die Uhr. Offenbar hat er noch ein Date mit Amelie, ach nein, hier in Frankreich heißt es ja Rendez-vous.

“Sehr schön, sollte ich zu lange brauchen, unterbrecht mich einfach, in Ordnung? Ich denke, am einfachsten ist es, wenn ihr euch zumindest kurz vorstellt. Nicht jeder ist mit euren Abenteuern – kann ich das so nennen? – vertraut.”

“Ich bin Claude Bocquillon und arbeite gern als Privatdetektiv. Nebenbei jobbe ich als Kellner in genau dieser Brasserie. Dass ich schwul bin, ist inzwischen in Anduze bekannt, das ließ sich leider seit meinem ersten großen Fall nicht vermeiden.”
“Erster großer Fall, klar. Du hast vergessen, dass du mir, dem Inspektor der Kriminalpolizei von Nimes, dauernd dazwischengefunkt hast. Naja, vergeben und vergessen. Ich bin Frederic Lambert, ich kenne Claude von der Polizeischule, die ich ihm allerdings vermiest habe.”
Claude winkt ab. “Auch vergeben und vergessen.”
“Nun unterbrich mich nicht. Ich bin inzwischen Kommissar und habe mich mit Claudes guter Freundin Amelie verlobt.”
“Auch wenn die lieber mich haben wollte”, feixt Claude.
“Nicht vergeben und vergessen”, mault Frederic.

Juliane beobachten amüsiert den Schlagabtausch und lehnt sich zufrieden zurück. Sie ist sich sicher, dass das ein interessantes Interview werden wird. “Oha, man merkt, dass eure Freundschaft explosiv ist und weit zurückreicht. Wo habt ihr euch denn zum ersten Mal richtig kennengelernt und wie war euer erster Eindruck voneinander?”

“Naja, richtig von der schlechten Seite habe ich Frederic wie gesagt auf der Polizeischule kennengelernt. Er hat mich gemobbt, wo er nur konnte. Doch als wir unseren Mordfall Pascal Melot, meinen Ex, gelöst hatten, habe ich erkannt, warum Frederic so war. Ich trage ihm nichts mehr nach“, sagt Claude.
“Hm, ich war damals einfach sauer auf den immer fröhlichen und frechen Claude. Ihm fiel alles so leicht auf der Polizeischule, doch ich habe mich so angestrengt, ich hatte einen echten Grund, Polizist zu werden und konnte nicht einsehen, warum der leichtsinnige Claude auch so ein Polizist werden wollte wie ich. Aber dann musste ich mit ihm zusammen den Fall klären. Ich tat mich schwer mit seiner Homosexualität, aber letztendlich habe ich erkannt, was hinter diesem verrückten Kerl steckt: ein frecher, liebenswerter und aufrichtiger Mensch.”
Claude verdreht die Augen, errötet aber stolz.

Juliane grinst und nippt an ihrem Wein. “Also wäre er ein guter Polizist geworden, wenn er die Schule beendet hätte? Oder wäre ihm seine, nennen wir es einfach mal, ungewöhnlichen, halblegalen Ermittlungsmethoden früher oder später zum Verhängnis geworden, Frederic?”

Frederic nickt. “Ich glaube, er wäre ein sehr ungewöhnlicher Polizist geworden. Immer mit einem Bein im Knast. So ist er nun mal.”
“Ich bin wirklich lieber ungebunden und kann mein eigenes Ding durchziehen.”

Anduze: Pagodenbrunnen

“Klar, dann passt Privatdetektiv besser. Hast du nach deinem Austritt aus der Polizeischule direkt gewusst, was du machen möchtest, oder brauchtest du ein wenig Zeit, um dich zu entscheiden?” Juliane sieht neugierig zu Claude.

Claude dreht sein Weinglas. “Ich habe in den Tag hinein gelebt, was mir nicht immer so gefiel. Dieser Kellnerjob bietet mir Normalität und auch ein paar Freundschaften, während meine Fälle für Abwechslung und Aufregung sorgen. Doch ich will mein Büro ausweiten und überlege noch, wie mir das am Besten gelingt. Aber ich setze mich nicht unter Druck.”

Unweigerlich huscht Julianes Blick zu Frederic. “Nach eurem letzten großen Fall in Paris, wo ihr ja eher Claudes Wege beschritten habt, kann ich mir die Frage nicht verkneifen, ob ihr nicht gemeinsam ein gutes Team abgeben könntet? So als Privatdetektiv-Duo.”

Frederic schaut entsetzt auf: “Ich und dieser Chaot? Nie und nimmer.”
Claude lacht. “Ich und dieser Sesselpupser? Auf keinen Fall.” Dann denkt er eine Weile nach. “Obwohl … keine schlechte Idee. Du ziehst doch sowieso nach Anduze, wenn du Amelie heiratest.”
“Du spinnst wohl. Kommt nicht in Frage.”
Claude zwinkert Juliane zu und flüstert: “Wir sprechen uns später mal wieder.”

Juliane fixiert ihren Wein und denkt sich ihren Teil. “Du ziehst also wirklich nach Anduze, Frederic? Wirst du dann auch hier arbeiten? Und was natürlich die meisten interessiert: Gibt es schon einen Termin für die Hochzeit?”

Frederic seufzt. “Ja, ich muss in dieses Kuhkaff ziehen.”
Claude boxt ihm auf den Arm und sagt: “Komm, hör doch auf. Anduze gefällt dir doch längst. Allein der Blick über die Stadt von der Brücke aus …”

Anduze: Stadtansicht

“Ja gut”, gibt Frederic zu. “Ich werde nicht hier arbeiten, sondern jeden Tag nach Nimes fahren. 45 Kilometer, puh. Was tut man nicht alles für die Frau seines Lebens. Übrigens werden wir im bald heiraten, dauert nicht mehr lange.”

“Oh, das klingt aufregend. Dann wünsche ich euch schon jetzt alles Gute und traumhafte Flitterwochen. Ich finde ihr passt gut zusammen und hey, ich fahre auch jeden Tag 50 km zur Arbeit. Das nimmt man in Kauf.” Sie zwinkert ihm zu und murmelt: “Wer weiß, vielleicht übernimmst du irgendwann ja Bertins Platz.”

Frederic schüttelt den Kopf. “Bertin ist Gendarm, ich bin bei der Police judicaire, der Kripo.”

“Okay, da merkt man meine Unwissenheit – ich bin im Polizeiwesen nicht so bewandert. Entschuldige.” Um das einschlafende Gespräch wieder anzukurbeln, wendet sich Juliane Claude zu. “Aber mal zu dir Claude. Ist denn Julien inzwischen wirklich umgezogen, oder lässt er noch auf sich warten?”

Claude bekommt einen verträumten Blick. “Das kommt alles noch. Ich setze ihm nicht die Pistole auf die Brust. Wir überlegen noch, ob wir eine neue Wohnung zusammen nehmen oder ob Julien sich eine eigene Bude nimmt. Was eigentlich Quatsch wäre. Meine ist groß genug. Und Virenque, mein Katerfreund, würde sich auch freuen.”

“Na, dann drücke ich doch beide Daumen, dass du ihn noch überzeugen kannst. Zumal ihr euch ja dann auch mit den Kosten reinteilen könnt. Ich finde es schön, dass ihr euch wieder zusammengerauft habt.”

“Ja, der Streit hat uns beide sehr mitgenommen, uns aber auch Klarheit verschafft.”

“Das ist das Wichtigste. Und manchmal kann ein Streit wirklich die Luft klären. Aktuell scheint es bei euch wirklich gut zu laufen – eine Hochzeit steht ins Haus und ein geplanter Zusammenzug. Was ist denn sonst noch geplant? Gibt es zur Zeit neue Fälle oder Neuigkeiten, die ihr mit mir teilen wollt?”

Frederic sieht zu Claude hin und sagt leichthin: “Nun ja, dass Bertin sich mit Claudes Mutter eingelassen hat, ist ja hinreichend bekannt.”
“Ja”, brummt Claude missmutig. “Hinreichend. Wehe, der Kerl tut ihr weh.”

Anduze Claudes Hausfassade am Place Notre Dame

Anduze: Claudes Hausfassade am Place Notre Dame

“Ja, das ist inzwischen wirklich bekannt. Ich finde es sehr schön, dass die beiden zueinander gefunden haben. Und ich glaube nicht, dass Bertin ihr weh tun würde.”

“Solange ich nicht Papa zu ihm sagen muss”, murmelt Claude.

“Das bezweifle ich doch stark, oder steht da demnächst eine zweite Hochzeit ins Haus?”

“Nein, das glaube ich nicht. Dazu ist meine Mutter zu schlau”, sagt Claude. Man sieht ihm an, dass er das Thema lieber wechseln möchte.

Juliane überlegt eine Weile und trinkt ihren Wein aus. Sie lässt den Blick über den Platz schweifen und sieht dann zu den beiden: “Ihr wisst inzwischen ja, dass es euer Leben in Buchform gibt und ich frage immer mit Freuden, was ihr von eurem Chronisten – Brunhilde Witthaut alias Laurent Bach haltet. Hat er euch so präsentiert wie ihr seid oder gibt es da einige Beschwerden? Das ist eure Chance.” Sie zwinkert ihnen zu.

“Unser Chronist denkt sich immer die unmöglichsten Dinge aus und reitet uns oft richtig in die Scheiße. Das könnte er mal lassen”, beschwert sich Claude. “Ich in den Katakomben von Paris, das kann ja wohl nicht wahr sein. Ich hatte echt Schiss da unten.”
“Und mir solche Sorgen zu bereiten, dass ich Amelie nicht beschützen kann, nein Danke”, sagt Frederic schnaubend.

“Das klingt als seid ihr echt sauer. Also hättet ihr lieber ein ruhiges, beschauliches Leben ohne Sorgen, anstatt die verrücktesten Fälle zu lösen? Wäre das nicht echt langweilig?”

“Nein, sauer sind wir nicht. Aber die Fälle bringen mir nicht genug Geld ein. Könnte er sich nicht mal eine nette Wirtschaftsspionage ausdenken oder einen satten Erbschaftsstreitfall? Das bringt Geld in die Kasse”, schlägt Claude vor.
Frederic schüttelt den Kopf. “Hättest du mal lieber was Ordentliches gelernt.”

Anduze: Gardon

“Na, man muss aber bedenken, dass Laurent Bach dir bei deinem vorletzten großen Fall ein großes Erbe zugeschrieben hat. Das hättest du ja auch ein wenig besser anlegen können, als alles in kurzer Zeit auszugeben.”

“Vergiss nicht, dass an diesem Geld Blut klebte. Es war mir ein Bedürfnis, es an eine schwule Organisation zu spenden. Gut, ein bisschen habe ich noch auf der Kante, doch das ist nur meine Altersvorsorge.”
“Hahaha”, Frederic schlägt sich auf die Schenkel.

“Was ist so lustig?” Juliane schaut verwirrt zwischen den beiden hin und her.

“Altersvorsorge, dass ich nicht lache!” Frederic schlägt Claude auf die Schulter. “Mann, du bist 30 oder so. Und jetzt klingst du wie ein Versicherungsvertreter.”
“Na und? Das Geld ist eben für Notfälle.”
“Du erbst doch noch den Hof deiner Mutter.”
“Daran denke ich lieber nicht”, sagt Claude düster. “Das hat noch lange Zeit.”

Anduze: Brunnen

“So verkehrt ist es nicht, in die Zukunft zu denken. Machst du das nicht, Frederic? Planen und so weiter? Welche Ziele hast du denn noch im Leben? Stehen vielleicht irgendwann auch einmal Kinder ins Haus?” Juliane stellt sich gerade Frederic als Vater vor, bringt es aber nicht über sich, das Bild für die anderen zu malen.

Frederics Blick wird weich. “Na, wenn ich schon heirate, dann müssen auch Kinder her. Ein Junge und ein Mädchen, so hübsch wie Amelie.”
“Du klingst ja richtig altbacken”, wundert sich Claude, dann seufzt er. “Ich werde natürlich nie Kinder haben.”
“Ach, ich leih dir dann unsere, du Patenonkel. Die kannst du nach dem Spielen wenigstens wieder abgeben.”
“Danke, sehr großzügig”, sagt Claude, sieht aber nicht sehr verärgert aus. Er lächelt. “Tja, es ist halt, wie es ist.”

Juliane sieht verwundert zu Claude. “Du hättest gern Kinder? Um ehrlich zu sein, habe ich dich gar nicht so eingeschätzt. Das ist nicht abwertend gemeint, okay? Aber Frederic hat recht – du darfst die Kinder immer mal wieder bespaßen und glaub mir, es ist bestimmt ganz erholsam, sie nach 3 Stunden wieder abzugeben. Ich glaube Virenque wird das auch zu schätzen wissen.”

“Mein Kater ist ja irgendwie mein Ersatzkind, das hatte ich ganz vergessen”, schmunzelt Claude. “Er hat ja auch schon einiges leiden müssen unter meinem ersten Fall. Abgesengtes Fell und so, brrr.” Er schüttelt sich.

“Ja, der arme Kerl. Aber er hat sich ja gut erholt.” Juliane muss an ihre zwei Katzen denken. “Habt ihr von eurem Chronisten eigentlich schon erfahren, was er für euch als nächstes in petto hat? Werdet ihr eigentlich vorgewarnt, oder lässt er euch komplett auflaufen?”

“Er lässt uns auflaufen. Und seine Leser auch.” Claude seufzt. “Man ist nie sicher vor ihm. Aber ich habe läuten hören, dass unser Chronist sehr überlastet ist, sodass der nächste Fall noch eine ganze Weile auf sich warten lassen wird. Schon Pech, wenn man so viele Projekte annimmt.”

“Oh, da wisst ihr scheinbar mehr als die Leser. Schade, und ich dachte, er lässt uns an der Hochzeit von Frederic und Amelie teilhaben.” Juliane wirft einen Blick auf die Uhr. “Du bist hoffentlich nicht zu spät zu deinem Date, Frederic, oder? Wobei ich nichts dagegen hätte, auch mal Amelie auf den Zahn zu fühlen. Oder
Julien. Der treibt sich nicht zufällig hier in der Nähe herum?”

“Nein, der ist noch arm Arbeiten in der neuen Bank.”

“Ja, aber irgendwie hält sich Claude hinsichtlich Julien noch ein wenig bedeckt. Mich interessiert nämlich noch, ob sich der Gute inzwischen mit deiner Arbeit abgefunden hat? Immerhin macht er sich ja (zu recht) Sorgen um dich. Du stürzt dich ja öfters mitten in die Gefahr.”

“Das nervt ihn natürlich gewaltig. Er schimpft immer mit mir, ich solle es der Polizei überlassen und so. Er liebt mich eben, ich verstehe seine Sorge ja auch. Aber dann geht es mit mir durch und ich kann die Finger nicht von einem Fall lassen. Besonders, wenn der Fall mich persönlich betrifft, was ja bisher bei jedem Fall der Fall war.”
“Hehe, gutes Wortspiel.” Frederic grinst.

“Ja, du hast irgendwie ein Händchen dafür, dich in Schwierigkeiten zu bringen, wobei der 2. Fall ja dein persönlichster war. Hast du eigentlich jemals mit deiner Mutter über deinen richtigen Vater gesprochen?”

“Ja, sie hat mir einiges über ihn erzählt. Wir haben Fotos betrachtet und ein paar Zeitungsartikel über ihn. Im Grunde bin ich mit ihm im Reinen. Er war nett und intelligent, aber jetzt, wo ich Bescheid weiß, berührt es mich nicht mehr so sehr.” Claude sieht Juliane offen an. “Ich habe eben reichlich Auswahl an Vätern.” Er grinst.

“Wer kann das schon von sich behaupten? Du hast quasi die freie Auswahl. Um allmählich zu einem Ende zu finden, meine letzte Frage: “Was würdet ihr gerne euren Lesern, eurem Chronisten und euch selbst schon immer einmal sagen?”

Claude: “Also ich finde, dass ich meinem Chronisten gut gelungen bin. Danke Laurent, du hast mich wirklich gut getroffen.”
Laurent Bachs Stimme aus dem Off: “Danke Claude, du bist mir die liebste Figur all meiner Bücher.”
“Jetzt bin ich dran”, sagt Frederic. “Tja, Laurent, ich war ja erst der Buhmann, aber dann habe ich doch noch einen festen Platz in deinen

Anduze Dampflok aus Teil 1

Anduze: Dampflok aus Teil 1

Büchern gefunden. Danke dafür.”
Claude: “Und vielen Dank an alle Leser, die uns mögen. Wir sind auf euch und euer Interesse angewiesen. Und nicht zuletzt Danke an dich Juliane. Wo wäre ich, wenn du uns nicht entdeckt hättest? Echt am Arsch. Du bist die Beste!”

Juliane errötet und weiß zum ersten Mal keine Antwort darauf. Schließlich murmelt sie: “Also ich habe euch nicht entdeckt, sondern der Verlag – aber ich liebe eure Abenteuer und habe echt einen Narren an euren Büchern gefressen. Und ich teile Laurents Meinung – du bist auch einer meiner Lieblingscharaktere, Claude!”

“Also, jetzt ist ein Küsschen fällig.” Claude steht auf und gibt Juliane links und rechts einen Kuss auf die Wange, wie es Franzosen halt so tun.

“Danke für das tolle Interview. Und ich hab nichts dagegen, jetzt ein paar der Sehenswürdigkeiten, der Tatorte und natürlich Virenque kennenzulernen.” Juliane steht auf und winkt den Kellner zu sich um zu bezahlen. “Also wie sieht‘s aus, Claude? Hast du noch ein wenig Zeit?”

“Ja, ich führe dich ein wenig herum und zeige dir die Markthalle, den Pagodenbrunnen, die engen Gassen und Virenques Lieblingsbalkon. Kommst du mit, Frederic?”
“Ja klar, auf dem Weg hole ich Amelie von der Arbeit ab. Danke für das interessante Interview.”

“Ich bin dabei und freue mich schon Amelie kennenzulernen…”

Jetzt habt ihr die Möglichkeit Claude und Frederic ebenfalls Fragen zu stellen! Schickt sie einfach an Koriko@gmx.de – ich leite sie entsprechend weiter. Alle, die sich bereits jetzt daran beteiligen, nehmen automatisch am Gewinnspiel teil, das am Samstag startet und bei dem es signierte Bücher von Brunhilde Witthaut alias Corinna/Laurent Bach zu gewinnen gibt.

[ROMAN] Tod in Montmartre von Laurent Bach

Autor: Laurent Bach
Taschenbuch: 304 Seiten
ISBN: 978-3867878456
Preis: 9,99 EUR (eBook) | 14,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Zwei Wochen Urlaub in Paris – der Traum eines verliebten Pärchen. Für den Privatdetektiv Claude wird aus den gemeinsamen Tagen mit seinem Freund Julian schnell ein Albtraum, denn dieser setzt ihn nicht nur unerwartet darüber in Kenntnis, dass er die Möglichkeit hat für seinen Job nach Genf zu ziehen, er stolpert auch noch über die Leiche einer jungen Frau. Da diese seiner Freundin Amelie extrem ähnlich sieht, ahnt er bereits frühzeitig wer das Opfer eines Gewaltverbrechens wurde: Francine Lambert, Schwester seines Freundes Frederik, der seit Jahren nach der verschwundenen jungen Frau sucht. Sofort reisen Frederik und dessen Freundin Amelie nach Paris, um die Tote zu identifizieren und in Erfahrung zu bringen, was geschehen ist.

Da die Pariser Polizei die Zusammenarbeit mit Frederic (seines Zeichens ebenfalls Polizist) und Claude ablehnt, beginnen beide auf eigene Faust zu ermitteln und geraten in einen Sumpf aus Drogen, illegalen Waffen und Menschenhandel. Für Claude bietet der neue Fall nicht nur die Möglichkeit Frederic beizustehen, es lenkt ihn auch mehr oder minder erfolgreich von seinen Problemen mit Julian ab, der überhaupt nicht begeistert von Claudes Ermittlungen ist …

Eigene Meinung:
Die Krimis um den Privatdetektiv Claude Bocquillon gehen in die 3. Runde – die ersten beiden Fälle des Südfranzosen erschienen ebenfalls beim Bruno Gmünder Verlag unter den Titeln „Mord auf Französisch“ und „Die zehn Plagen“. Hinter dem Autoren Laurent Bach verbirgt sich Brunhilde Witthaut, die u.a. historische Romane verfasst, aber auch unter dem Pseudonym Corinna Bach als Gay Romance Autorin für den Sieben Verlag schreibt. Weiterlesen …

[ROMAN] Vancouver Dreams von Corinna Bach

Autor: Corinna Bach
Taschenbuch: 320 Seiten
ISBN: 978-3864434853
Preis: 6,99 EUR (eBook) | 12,90 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Kaum aus dem Gefängnis entlassen, stolpert der junge Zachary ungewollt in Ärger, als ein fremder Mann ihm einen Schließfachschlüssel in die Hand drückt und ihn auffordert zur Polizei zu gehen. Natürlich kommt Zac der Aufforderung nicht nach, immerhin steht er als entlassener Häftling im Fokus der Beamten und plant nicht, sich erneut in Schwierigkeiten zu bringen. Dass er sich damit direkt mit den Red Skorpiens – eine der führenden Banden von Vancouver – anlegt, bringt nicht nur ihn in Schwierigkeiten, sondern auch seinen Bewährungshelfer Liam Hillerman, zu dem er sich stark hingezogen fühlt. Auch Liam entwickelt schnell Gefühle für Zac, doch ihre Beziehung steht nicht nur durch die drohende Gefahr der Bandenmitglieder unter einem schlechten Stern, auch ihre verschiedenen sozialen Stände sorgen für Spannungen …

Eigene Meinung:
Mit „Vancouver Dreams“ legt die Autorin Corinna Bach ihren zweiten Gay Romance vor, der im Sieben Verlag erscheint. Dass der Roman für die unter Pseudonym arbeitende Brunhilde Witthaut nicht erst die zweite Veröffentlichung ist, zeigt sich, wenn man sich die Bücher ansieht, die sie unter ihrem richtigen Namen oder unter Laurent Bach herausgebracht hat. So stammt auch die beliebte Reihe um den schwulen Detektiv Claude Bocquillon von ihr, ebenso einige historische Romane, die im Sieben Verlag oder bei Bookshouse erschienen sind. Weiterlesen …

[ROMAN] Katzenauge von Calli Hall

Autor: Calli Hall
Taschenbuch:  212 Seiten
ISBN: 978-3959490351
Preis: 5,99 EUR (ebook) | 12,90 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Ein kleiner Fehltritt – und schon landet der halbindianische Polizist Aiden Sunshine Youngblood in einem winzigen Kuhkaff in Sachsen-Anhalt, in dem die Uhren vollkommen anders laufen: seine neuen Schützlinge bestehen aus Fossilen der DDR, diebischen Putzfrauen und gartenzwergversessenen Dörflern, die gänzlich anders ticken, als der Rest der Menschheit. Die Geduld des „Wessis“ wird auf eine harte Probe gestellt, doch es gibt ein Licht am Ende des Tunnels: sollte es keinerlei Verbrechen in dem kleinen Dörfchen geben, wird das Polizeirevier endgültig geschlossen. Aidens Hoffnungen zerschlagen sich, als plötzlich die Leiche eines Drogendealers mitten im Hausflur des Bürgermeisters auftaucht, der sich nicht nur als Drogenhehler entpuppt, sondern auch mit seinem männlichen Harem das Weite gesucht hat. Zu allem Überfluss darf sich Aiden auch noch um Kater “Bobbelchen” kümmern, dabei hasst er Katzen wie die Pest.

Dass all das Chaos nur die Spitze des Eisberges ist, zeigt sich, als er erfährt, dass „Bobbelchen“ ein Gestaltwandler und Dieb ist, der sich unglücklicherweise auf Aiden fixiert hat. Damit muss sich der heterosexuelle Aiden nicht nur mit dem Wahnsinn der Dörfler, verschwundenen Drogen und unangenehmen Kollegen herumschlagen, sondern auch seine jungfräuliche Kehrseite vor dem paarungswilligen Gestaltwandler schützen …

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „Katzenauge“ legt die junge Autorin Calli Hall ihr Debüt beim Main Verlag vor. In ihrem satirischen Erstlingswerk nimmt sie kein Blatt vor den Mund und präsentiert eine chaotische Geschichte, mit extremen Charakteren und einer recht gewöhnungsbedürftigen Umgangssprache. Weiterlesen …

[NOVELLE] Operation Alpha: Navy Seals – Wild Forces von Bianca Nias


Autor:
Bianca Nias
Taschenbuch: 120 Seiten
ASIN: B015RJHB50
Preis: 3,99 EUR (eBook)
Bestellen: Amazon

Story:
Nachdem sich Commander Kunuk entschließt den auf einem Einsatz gefangen genommenen Devon McMattock zu suchen und deswegen mit seinen zwei besten Freunden aus der Armee aussteigt, tritt der Soldat Miles Hollings dessen Nachfolge an. Für Miles eine positive Überraschung, wäre ihm nicht ausgerechnet Cayden Pride als Lieutenant Commander zugewiesen worden. Die beiden können sich nicht ausstehen, geraten sie doch in regelmäßigen Abständen aneinander, denn wo Miles meist einen kühlen Kopf bewahrt, ist Cayden impulsiv und tut sich schwer damit, sich unterzuordnen. So ist es nicht verwunderlich, dass sie bereits am selben Abend eine Prügelei in einer Kneipe anzetteln und aus diesem Grund von ihrem Admiral auf eine geheime Mission geschickt werden: Operation Alpha. Sie sollen die verschwundenen Hintergrundmänner Shirkou Sorans ausfindig machen, die nach dem Anschlag auf den Frankfurter Flughafen untergetaucht sind.

Erstmals müssen Miles und Cayden zusammenarbeiten und kommen sich während ihrer Mission in Tschechien unweigerlich näher. Dabei entdecken sie, dass sie sich nicht nur perfekt ergänzen, sondern auch, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen …

Eigene Meinung:
Mit dem Kurzroman „Operation Alpha: Navy Seals – Wild Forces“ erfüllt die Autorin Bianca Nias den Wunsch ihrer Fans nach weiteren Geschichten rund um ihre Gestaltwandler. Dieses Mal ist sie jedoch ohne den Deadsoft Verlag unterwegs – „Bruns_LLC“ Teil 5 erschien im Eigenverlag. Da es sich um ein Werk für ihre Fans handelt, sollte man die Handlung aus Teil 1-4 zumindest in den Grundzügen kennen, da die Mission der beiden Männer auf den Geschehnissen der anderen Teilen aufbaut, insbesondere auf dem vierten Band der Reihe: „Devon@Bruns_LLC“. Es wird hier und da zwar erklärt oder rückblickend zusammengefasst, doch insgesamt sollte man die Hintergründe kennen. Weiterlesen …

[ANKÜNDIGUNG] Special Week: Brunhilde Witthaut

SW-Brunhilde

Die letzte Special Week liegt bereits 4 Monate zurück – Zeit sich endlich dem nächsten Autoren und dessen Werken zu widmen. Dieses Mal steht die kommende Woche ganz im Zeichen von Brunhilde Witthaut, die unter den Pseudonymen Corinna und Laurent Bach den schwulen Buchmarkt “unsicher macht” und sowohl beim Bruno Gmünder und Sieben Verlag, als auch als Selfpublisherin aktiv ist. Freut euch schon jetzt auf Rezensionen zu ihren neuen Werken, einem Charakterinterview mit Claude Bocquillon und Frederic Lambert, dem obligatorischen Autoreninterview und natürlich einem passenden Gewinnsiel am Ende der Woche.

Hier die einzelnen Stationen der Special Week:

05.10. Rezension: “Vancouver Dreams”
06.10. Rezension: “Tod in Montmartre”
07.10. Charakterinterview Claude Bocquillon und Frederic Lambert
08.10. Rezension: “Das Lilienschwert”
09.10. Interview Brunhilde Witthaut
10.10. Gewinnspiel – Leserinterview

Die Autorin und ich freuen uns auf die kommende Woche und wünschen schon jetzt viel Vergnügen 🙂

[ANTHOLOGIE] Love is Love

Autoren: France Carol, Màili Cavanagh, Madison Clark, Sitala Helki, Savannah Lichtenwald, Tanja Meurer, Karolina Peli, Elana Rain, Ani Rid, Juliane Seidel, Angie Snow, Karo Stein, Daniel Swan, Marc Weiherhof
Taschenbuch: 480 Seiten
ASIN: B014TFCH52
Preis: 6,99 EUR (ebook) | 15,00 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Erneut habe ich keine Rezension im Gepäck, sondern eine weitere Anthologie, bei der ich mit einer Kurzgeschichte ebenfalls mit von der Partie bin. Aus diesem Grund gibt es (wie bei “Zusammen finden“) ein paar Textausschnitte aus unserer Benefiz-Anthologie “Love is Love”. Dieses Mal kommt der Gewinn der Organisation “Enough is Enough” zugute, die sich gegen Homophobie und Transphobie und u.a. für die “Ehe für alle” einsetzt. Euch erwarten 15 Kurzgeschichten und einige Gedichte, die sich um das Thema Gleichberechtigung, Ehe und Homophobie drehen – hier könnt ihr in die Beiträge reinschnuppern:

Traum oder Albtraum von Carol Francis

Als ich endlich bei ihm angelange, werde ich freudig begrüßt, was ich mit einem erzwungenen Lächeln erwidere. Danach machen wir uns auf den Weg und setzen uns zwei Straßen weiter in einen Biergarten. Nachdem wir die Getränke bestellt haben, lehnt sich Rico gemütlich zurück und mustert mich eine Weile eingehend.
„Also, Marc, dann erzähl mal. Wie ist es dir so ergangen?“, will mein Gegenüber schließlich wissen.
Mit einem Schulterzucken erwiderte ich: „Ganz gut, denk ich mal.“
Es ist unglaublich. Ich fühle mich schon wieder ganz klein neben ihm, was natürlich rein optisch gesehen ja auch stimmt. Aber warum – zum Teufel – schafft es dieser Kerl, mich nach so langer Zeit abermals einzuschüchtern? Habe ich die letzten sechs Jahre nicht mein Leben allein gemeistert und damit mein Selbstwertgefühl gestärkt? Anscheinend nicht!a

Liebe in Zeiten der Homophobie oder Matthias und ich von Màili Cavanagh

Ja, mein Leben ist geteilt. Zerbrochen in ein Vorher und ein Nachher. Die Ereignisse haben mein Leben erschüttert, haben mich kurzzeitig zweifeln lassen.
Ich bin seit Jahren Pastor dieser Gemeinde, habe mich hier immer wohl gefühlt und nie an meiner Berufung gezweifelt. Mein Glaube war stets fest und mein unumstößlicher Fels in der Brandung, mein Hafen, mein Heil. Zweifel waren mir fremd. Ich fühlte mich berufen. Ein Leben für Gott und die Gemeinde in Treue und Glaube, das war alles, was ich wollte und brauchte.
Bis ich ihm begegnete.
Matthias.

Zehn Jahre danach von Madison Clark

Plötzlich sah er in zwei wunderschöne glänzende grüne Augen. Sie kamen langsam näher und zogen ihn förmlich in ihren magischen Bann. Sein Herzschlag beschleunigte sich. Aber erst als Adam ihn an der Schulter anstupste, wurde ihm bewusst, dass er nicht träumte. Es war wahrhaftig Liam, der über das Gras zum Podium lief und kurz davor stehen blieb.
Die Standesbeamtin unterbrach sich und hinter Sarah und ihm wurde Gemurmel laut, aber davon ließ er sich nicht beirren. Liam war zurückgekehrt und nur das zählte. Inzwischen schlug sein Herz in einem wilden Rhythmus, seine Kehle war trocken und ein heißkaltes Kribbeln erfasste seinen Körper. Schmetterlinge wuselten in seinem Bauch umher. Seine Entscheidung war gefallen, er würde Liam nie wieder gehen lassen.
David wandte sich an Sarah, die ihn lächelnd ansah und nickte. Mehr wollte er nicht von ihr. Doch bevor er ging, hauchte er ihr einen sanften Kuss auf die Wange und flüsterte ihr ein »Danke« ins Ohr.
Dann hielt ihn nichts mehr auf. Unter entsetzten Rufen und lautem Stimmengewirr stieg er vom Podium und schritt langsam auf Liam zu. Schließlich standen sich beide gegenüber. Dunkelbraun traf auf Hellgrün und ihrer beider Augen leuchteten.

Leere Versprechungen von Sitala Helki

“Ich hasse Hochzeiten! Ehrlich, was soll dieser ganze Quatsch? Einen Tag lang Stress und Heuchelei und im besten Fall nur ein besoffener Onkel, der einen das letzte Mal als Kind gesehen hat, und nun schön die peinlichsten Geschichten lallend zum Besten gibt. Im schlimmsten Fall: Familienzoff, Häme und manchmal sogar Verletzte und Tote. Wer braucht so etwas schon? Und sich dann auch noch einen Menschen für den Rest seines Lebens ans Bein binden – ganz klasse! Gut, heutzutage bedeutet für viele ›Für den Rest des Lebens‹ eher bis zum nächsten größeren Problem und dann heißt es: ›Tschüss! Wir sehen uns vor dem Scheidungsrichter.‹ Und dafür gibt man ein Vermögen aus? Also wirklich …”

Liebe und Mut im Angesicht der Macht von Savannah Lichtenwald

“Während des Essens unterhielten sie sich über den neuesten Kinofilm, den Nicolas nur aus Trailern im Internet kannte, über Clubs und Gaststätten, in denen er nie gewesen war, und über Marios letzten Urlaub mit Freunden, die es für ihn selbst nicht gab. Im Internat und während des Studiums hatte er zurückgezogen gelebt, wollte bloß möglichst schnell die Approbation erlangen, um seine Praxis eröffnen zu können, bevor sein Vater es sich anders überlegte und das Einverständnis zurücknahm.
Beim Erzählen flogen Marios Hände durch die Luft, seine Augen leuchteten hellblau wie die eines Huskys und bei jedem Lächeln setzte Nicolas´ Herzschlag für einen Moment aus. Nein, an diesem Mann gab es nichts Unangenehmes, das sein Bild aus Nicolas´ Kopf vertreiben könnte. Im Gegenteil, mit jeder Minute, die er in seiner Gegenwart verbrachte, wünschte er sich, der Abend würde nie enden. Oder im großen, weichen Bett seines Schlafzimmers. Er musste gehen, sofort, oder er würde alles verlieren, das ihm wichtig war: seinen Job, seine Wohnung, seine Familie. Sein Herz hatte er schon vor Stunden verloren.”

Herbst von Tanja Meurer

»Raus aus meinem Haus!«, schnappte mein Vater. »Reza, werfen Sie dieses Gesindel hinaus!«
So musste es kommen. Eigentlich hatte ich mit nichts anderem gerechnet. Die Reaktion war erbärmlich. Ihm fehlte die Kraft seine Boshaftigkeit in Worte zu fassen. Was immer in seinem Kopf vor sich ging, er konnte es nicht mehr aussprechen. Solch eine Schwäche kannte ich nicht von ihm. Es erschütterte mich.
»Wenn du meinst“, sagte ich. »Davon wird sich dein Leid nicht minimieren. Die Probleme bleiben, du hast sie nur nicht mehr vor Augen.«
Ich straffte mich und wollte mich gerade abwenden, als Andreas meine Hand packte. »Deswegen sind wir nicht hierhergekommen, Herr von Schwindt!«
Ich sah Andreas an. In seinem schmalen, immer noch schönen Gesicht zeigte sich blanke, tief sitzende Wut, die ihn aufzehrte. Andreas schluckte hart. Seine Halsschlagader pochte sichtbar. Er bebte.
»Warum haben Sie auf ihren Sohn geschossen?!«, fragte er scharf.

Hochzeitsstühle, ein Tafeltisch und erfüllte Träume von Karolina Peli

Er spürte, wie Rafael sich versteifte, in die Knie sank und … schluchzte? Sofort kniete er sich neben ihn. Panisch lauschte er den Schluchzern seines Liebsten. Fühlte sich hilflos. Warum weinte sein Kerl jetzt? Weil er so gestottert hatte? Fand er den Tisch schrecklich? Rafael hob endlich den Kopf. Tränen flossen ihm aus den Augen, aber er wirkte ganz und gar nicht traurig. Im Gegenteil, er lachte schon wieder.
»Oh, was ein tolles Geschenk von meinem zukünftigen Mann! Ich werde ihn ganz gewiss verschönern. Aber warum ich lache, erfährst du gleich.«
Er langte in seine Tasche und legte Laurent etwas in den Schoß. Erwartungsvoll nahm dieser es in die Hand und musste unwillkürlich lachen. Kein Ring! Ein Miniaturstuhl!
»Du hast doch schon immer gejammert, dass wir keine Stühle für unsere Freunde haben. Seit Jahren improvisieren wir mit Campingstühlen, teilweise bringen sie ihre eigenen mit. Wir bekamen es bisher nicht auf die Reihe, uns da zu organisieren. Das hat jetzt ein Ende. Ich bin monatelang herumgefahren und hab nach alten Stühlen Ausschau gehalten. Nach und nach wurde ich fündig. Ich hab so viele aufgekauft, dass ich im Moment gar nicht mehr weiß, wie viel ich zusammen habe.«
Rafael lachte sein typisches Lachen. Tief und ungemein ansteckend wirkend.

Innere Stärke von Elana Rain

»Verpiss dich! Eine Schwuchtel wie du setzt keinen Fuß in meine Wohnung! Es gibt nichts weiter zu sagen! Verschwinde!!«
Schluckend lasse ich meine Hand sinken. Ich habe damit gerechnet, eigentlich glaubte ich sogar, dass es noch schlimmer wird, aber diesmal habe ich nicht vor, aufzugeben.
»Ich werde nicht gehen! Also mach bitte die Tür auf!«
Du schweigst, dennoch bin ich mir sicher, dass du dich nicht von der Tür entfernt hast.
»Anton, bitte! Es ist ja schön, wenn du mir nichts zu sagen hast, aber ich habe etwas zu sagen! Und wenn du nicht diese blöde Tür öffnest, werde ich es auch durch sie hindurch loswerden und mir ist es vollkommen egal, dass die Nachbarn dann alles mitbekommen!«
Ein Knallen ertönt, als von innen irgendetwas gegen den Rahmen geschlagen wird und ich zucke zusammen.
»Ich hab gesagt, du sollst mich in Ruhe lassen! Geh endlich! Geh verdammt noch mal weg!«
Hellhörig geworden halte ich inne. Irgendwas hat sich verändert. Das gerade klang überhaupt nicht nach dir, nicht stark, nicht wütend, sondern … flehend? Die Augen kurz schließend stoße ich die unbemerkt angehaltene Luft aus und mit ihr verlässt der Satz meinen Mund, der mir als Erstes in den Sinn kommt: »Verflucht noch mal, Anton, wovor hast du denn nur solche Angst?!«
Es überrascht mich selbst, denn auf die Idee, dass es Angst ist, die dich zurückhält, bin ich noch niemals zuvor gekommen. Dass ich aber intuitiv irgendetwas richtig gemacht habe mit dieser Frage, wird mir in dem Moment klar, in dem sich erneut die Tür öffnet.

Umweg zum Glück von Ani Rid

Florian stützt sich auf den Ellbogen und sieht zu mir hoch. “Gegenvorschlag: Ich sage meinen Großeltern, dass ich es nicht schaffe dieses Wochenende. Wir bleiben im Bett und die Pizza verschieben wir auf später.” Meine Antwort hierauf wartet er gar nicht ab, sondern drückt mich stürmisch in die Kissen. Florians Plan ist sogar noch besser als mein eigener Vorschlag.

Satt und zufrieden lümmeln wir am Abend auf der Couch. Florian sitzt hinter mir und hat seinen Arm um meine Brust gelegt. Mein Kopf ruht an seiner Brust und ich lausche dem Schlagen seines Herzens. Jede Sekunde mit ihm ist kostbar. Die Zeit bis zu den Sommerferien erscheint mir unendlich lang. Am liebsten würde ich ihn Tag und Nacht bei mir haben. Jeden Morgen, den ich ohne ihn aufwache, halte ich für verschwendete Zeit. Von den letzten zehn Jahren jetzt mal gar nicht zu reden. Jetzt wo er endlich zu mir gehört, hasse ich es, mich ständig von ihm trennen zu müssen. Ich will mit ihm alt und grau werden. Und vor allem habe ich Angst, dass da draußen jemand sein könnte, der ihn mir doch wieder wegnimmt.

Amelies Vermächtnis von Juliane Seidel

Noah angelte sich eine Tasse und goss erst ihr, dann sich selbst ein. Mechanisch kippte er Milch hinzu und rührte um. Er wusste, dass Fanny auf eine Erklärung wartete, doch es fiel ihm schwer, die richtigen Worte zu finden. Die Scham brachte Tränen mit sich, die ihm nicht zustanden. Gabriel hatte vielmehr Anrecht auf sie.
»Noah? Was ist passiert?«
»Ich hab’s versaut!«, brach es aus ihm heraus. »Gab wird mir nie verzeihen.«
»Was denn?«
»Ich hab ihn betrogen … gestern Nacht.«
Fannys Finger, die sich eben auf seine zitternde Hand legen wollten, verharrten in der Luft. Schlagartig verlor ihr Gesicht alle Farbe. »Aber …«
»Wir haben uns gestritten, er ist mit dem Auto abgehauen und ich hab mich ins Shade aufgemacht. Ich war so verflucht wütend. Eigentlich wollte ich mir nur ein paar Drinks genehmigen, um wieder runterzukommen, doch dann …« Er biss sich auf die Unterlippe. Dass er John oder James auch noch mit in ihre gemeinsame Wohnung genommen hatte, ersparte er Fanny lieber. Es genügte, dass Gabriel sie beide auf dem Sofa erwischt hatte. Gott, er war das letzte Arschloch.

Liebe, ein anderes Wort für Heimat von Angie Snow

»Was unternehmen wir heute?«, fragte Peter überdreht seine Freunde, die noch etwas müde ihren Kaffee schlürften.
»Mich würde eher interessieren, was du schon wieder hier machst? Gibt es bei dir daheim kein Frühstück?«, erwiderte Andy leicht sauer. Er konnte es nicht abhaben, wenn jemand bereits am frühen Morgen so hektisch war. Peter zuckte mit den Schultern und gab so etwas wie »Morgenmuffel« von sich.
»Ich bin kein Morgenmuffel! Du bist nur nervig um die Zeit«, fauchte Andy und wurde durch einen Blick seiner Mutter sofort eingebremst.
»Eigentlich wollten wir heute zu diesem Fest gehen, das sie zum Ende der Saison immer machen, oder? Aber jetzt weiß ich nicht, ob das so eine gute Idee ist«, brachte sich Sam ein. Er wusste, dass Andy morgens immer länger brauchte, um auf Touren zu kommen. Da konnte auch schon mal ein erwarteter Morgenquickie schiefgehen.
»Wir gehen alle dahin. Wäre doch gelacht, wenn wir uns wegen ein paar Minderbemittelten verstecken würden«, bestimmte Ludwig und beendete das Thema.
»Bist du dir sicher, Paps? Ich habe keine Lust auf Ärger mit den Typen«, murmelte Andy.
»Die sollen ruhig kommen, die Rotzlöffel. Ich kannte die bereits, da haben sie noch in die Windel geschissen. Vor denen fürchte ich mich sicher nicht«, bestätigt Ludwig noch einmal sein Vorhaben.
»Okay. Wie wäre es vorher mit einem Spaziergang? Wir könnten diesen Rundweg gehen, von dem du immer so geschwärmt hast, Schatz.« Sam stand auf und begann den Tisch abzuräumen.

Vom Mondlicht, Rotkäppchen und goldenen Ringen von Karo Stein

»Dann sind es jetzt 28 Jahre. Mein Gott, wie die Zeit vergeht. Das ist ja echt unglaublich. Dabei fühle ich mich noch gar nicht so alt.« Sie seufzt theatralisch.
»Du bist ja auch noch nicht alt«, sage ich und zwinkere ihr zu.
»Warum interessiert dich das? Du planst doch nicht etwa irgendwas für unseren Hochzeitstag?«
»Nein … du kennst mich doch. Ich … keine Ahnung. Hast du es jemals bereut?«
»Was? Geheiratet zu haben? Was denkst du, weshalb ich meine Haare ständig färbe? Dein Vater hat dafür gesorgt, dass sie längst grau sind.« Sie lacht, dann greift sie nach meiner Hand und sieht mich ernst an. »Unsinn, es war genau richtig für uns. Und noch mal: Weshalb interessiert dich das?«
Ich zucke ratlos mit den Schultern, trinke einen großen Schluck Kaffee und schaffe es nicht, meine Gedanken zu sortieren. Warum habe ich ausgerechnet bei meiner Mutter das Thema angesprochen? Ein lauter Aufschrei reißt mich aus meiner Starre. »Du willst Lennard heiraten?« Sie quietscht so laut, dass es in meinen Ohren dröhnt.
»Was? Nein, ja … ähm …« Ich unterbreche mein Stottern und sehe sie hilflos an.
»Wo liegt das Problem? Hast du Angst, dass Lennard nicht will?«
»Ich weiß, dass er will. Ich glaube, er wünscht es sich schon eine ganze Weile.«

Schwanentanz von Daniel Swan

Nach der sechsten Stunde war Schulschluss. Zusammen mit Damian verließ ich das Gelände. Kaum waren wir um die Ecke gebogen, um zu unseren Fahrrädern zu gehen, ertönten hinter uns Rufe.
»Hey Schwuchtel! Du hast ja direkt den Neuen an der Angel!«
»Hat ja nicht lange gedauert«, schrie ein anderer.
Nervös drehte ich mich um und sah drei Typen auf uns zukommen. Einen erkannte ich sofort. Es war Christian. Er bedachte uns mit einem teuflischen Grinsen.
»Lasst mir meine Ruhe«, gab Damian zurück. »Ich schreie auch nicht ständig herum, wenn du eine andere fickst.«
Christian verengte die Augen zu Schlitzen. »Ich kann dir mal zeigen wen ich ficke und wen nicht.« Er eilte auf Damian zu.
Dann ging alles ganz schnell. Christian stellte sich vor Damian, holte aus und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Ich erschrak so sehr, dass ich erst einmal nicht reagieren konnte. Prompt holte er ein weiteres Mal aus, doch jetzt war Damian schneller. Er drehte sich zur Seite weg und schlug ihm mit der Faust in den Magen. Keuchend krümmte Christian sich.
»Das wirst du büßen, Schwuchtel.«
»Wenn du meinst.« Damian zuckte unbeeindruckt die Schultern.
Erneut kam Christian auf Damian zu, doch dieses Mal hielt ich mich nicht heraus. Ich positionierte mich zwischen den beiden und spürte die Wucht des Schlages mitten auf die Brust. Ich japste nur ganz kurz und hielt mich ziemlich gut. Es war eine gute Idee gewesen, dass ich in München Kampfsport betrieben hatte.

Traumhochzeit mit Tücken von Marc Weiherhof

»Ja … du hast ja recht. Ich wollte halt nur, dass … dass alles perfekt wird. Du weißt ja, wie ich bin …«, kommt es verlegen und noch immer ziemlich atemlos.
»Ja, du bist ein kleiner Perfektionist und sowas von sensibel … Aber weißt du was? Genau dafür liebe ich dich doch so!«, bestätigt Greg liebevoll, als er Ray eine feuchte Strähne aus der Stirn streicht.
»Wi-wirklich? Hast du noch nicht genug von mir?«, flüstert Ray mit wässrigen Augen. Er bemüht sich um ein Lächeln, scheitert aber kläglich.
»Ach, Schatz. Wieso sollte ich genug von dir haben? Ich liebe dich und ich werde dich heiraten. Das heißt natürlich, wenn du bis dahin noch lebst! Du solltest es unbedingt ruhiger angehen lassen! Ich möchte nicht, dass du mit knapp Dreißig einen Herzinfarkt erleidest!«
»Ja, ich weiß. Ich … ich werde mir Mühe geben.«
»Okay, mehr kann ich wohl nicht erwarten!«, gibt Greg zurück, bevor er seinem Verlobten ein Küsschen auf die Stirn haucht und zur Arbeit geht.

Schlechtes zum Guten von Detail

»In meinem Auto … in der Nebenstraße vom Club … hab mich eingeschlossen«, hörte ich meine eigene Stimme, die so fremd klang.
Tränen stiegen in mir hoch. Ich unterdrückte sie, weil ich nicht wehleidig klingen wollte.
»Bin gleich da. Rühr dich nicht vom Fleck!«, vernahm ich Manuels beruhigende, aber auch aufgewühlte Stimme, wobei ich seinen Haustürschlüssel klimpern hörte.
»Hab ich nicht vor«, bestätigte ich ihm, bevor ich auflegte.
Die nächsten Minuten zogen sich zäh wie Kaugummi. Manuel wohnte nicht allzu weit weg vom Club und der Verkehr sollte es ihm möglich machen, schnell hier zu sein. Immerhin wusste er mittlerweile sehr vieles von mir, auch wo ich grundsätzlich parkte.
Meine Finger hatten sich wieder um das Lenkrad geschlossen, so sehr verkrampft, dass meine Fingerknochen gewiss weiß hervortraten, was ich aber auf Grund der Dunkelheit nicht sehen konnte. Zaghaft sank mein Kopf nun ebenfalls aufs Lenkrad, damit ich mir keine Schattengestalten in der Dunkelheit einbildete, die sowieso nicht da waren. So musste ich nicht länger nach draußen starren.
Das verletzte Auge pochte wie blöd in kleinen, hitzigen, hämmernden Schlägen und langsam ließ der Blutgeschmack im Mund nach, weil alles weggespült worden war. Die Schmerzen in der Seite waren auszuhalten, solange ich einfach nur ruhig sitzen blieb und nicht zu tief ein und aus atmete.
Erst ein anderes Pochen ließ mich hochschrecken. Manuel stand vor meinem Auto und hatte gegen das Fenster geklopft.

Feuersturm von Alex Kenny

Das Gespräch mit der Direktorin am nächsten Tag verlief nicht sonderlich gut – für keines der Mädchen. Aber es war auch nicht so schlimm, wie sie erwartet hatten. Nachsitzen konnten sie nicht – waren ja Ferien – und die Direktorin war auch nicht zu strengen Maßnahmen aufgelegt. Also durften die zwei während der gesamten Ferien die Arbeiten der Putzfrauen übernehmen und dafür sorgen, dass alles sauber blieb. Wirklich alles – also auch die Jungentoiletten und das war nun wirklich kein angenehmer Job. Dabei waren gerade mal nur vier Jungs im Internat.
Wenn Anna nach dem Mittagessen wieder zur Arbeit verschwand, kümmerte sich Karo darum, dass sie nicht aufflog, und nachts lagen sie noch lange wach und quatschten. Sie hatten mehr gemeinsam, als sie am Anfang gedacht hätten, und sie mochten sich auch wesentlich mehr. Anna stellte fest, wie angenehm es ist, mit jemandem zu reden, der nicht über alles und jeden lästerte. Und Karo verliebte sich Tag für Tag mehr in ihre Mitbewohnerin und gestand es sich allmählich auch ein. Schließlich – die Ferien waren beinahe zu Ende – wagte Karo einen Versuch, Anna ihre Liebe zu gestehen.
Sie saßen rauchend auf der Fensterbank ihres Zimmers. Mondlicht fiel in den Raum und spendete gerade so viel Licht, dass Karo Annas silberglänzendes Haar und die leuchtend blauen Augen erkennen konnte. Nach einer Weile nahm sie sämtlichen Mut zusammen.
»Kannst du ein Geheimnis für dich behalten?«

Vatersein – der schönste Wahnsinn der Welt! von Michael Schwarz

Ich kann mich noch gut erinnern, wie so manche vermeintlich dicke Freundschaft auf die Probe gestellt wurde, als es mich plötzlich nur noch im Doppelpack gemeinsam mit meinem geliebten Mann gab. Einige, die damals noch nicht aus der Kurve der Freundschaft flogen, haben sich dann nach Louis‘ Eintreffen von der gemeinsamen Piste verabschiedet oder gefragt, ob es mich auch mal einen Abend ohne Kind gibt. Wirklich spät ist es an diesen Abenden nie geworden. Andere Freundschaften wurden dafür plötzlich viel bedeutender und ein tatkräftiges, liebevolles Netzwerk entwickelte sich rund um die Bedürfnisse von Louis und seinen Papas. Natürlich von anderen Eltern, aber auch von eher flüchtigen Bekannten, die plötzlich zu Tanten, Onkeln, Omas und Opas wurden.
Haben wir unsere Familien vielleicht etwas überfordert? Überrascht allemal und für den einen oder anderen ist es wohl etwas schwierig, sein Verhältnis zu Louis zu finden. Vielleicht fehlt aber auch einfach nur die Schwangerschaft als Reifezeit und an Louis Taufe im Sommer findet sich die eine oder andere Rolle noch.

Wat is?! Gayopa! von Dieter Wischnewski

»Aber guck ma’, wenn du zum Beispiel siehst, dat die jetzt in der Grundschule den Kindern beibringen, wie Arschficken geht und dat es gut ist, wenn die Eltern schwul sind, dann is dat doch nicht in Ordnung!«
»Also, erstens: In der Grundschule geht’s nicht um Analsex. Dat kommt erst so ab Klasse sieben. Zweitens: Es wird nicht gesagt, dass das gut ist und dass die Kinder Analsex haben oder homosexuell werden sollen, sondern es wird dargelegt, dass das einfach normale Dinge sind.«
»Aber dat müssen die in dem Alter doch nicht wissen!«
»Na, meinste denn im Ernst, die wissen dat noch nicht? Auch bei den Eltern der Grundschüler gibt es gleichgeschlechtliche Paare. Findeste, die sollten nicht erklärt bekommen, warum dat so ist? Wenn die lernen, dass dat normal ist, hilft dat den Kindern.«
»Wie soll denen dat denn helfen? Die werden doch nur frühsexualisiert!«
»Die haben doch Augen und Ohren, Manni! Zum einen hilft das allen: Weil die dann merken, dass das okay ist. Und keine Angst vor dem Kind mit zwei Vätern haben. Und zum anderen: Stell dir mal vor, wie sich ein Kind fühlen muss, das gemobbt wird, weil die Eltern nicht Mann-Frau sind. Das macht Kinder kaputt und zerstört dat Verhältnis zu den Eltern. Mal daran gedacht?«

Ich sei von Jens Rettberg

Und mein Seelenheil?
Die kruden Sprüche passen
zu dem Vorurteil,

mit dem sie die hassen,
die Gott, wie sie verkünden,
nicht ins Weltbild passen,

schuldig schwerer Sünden.
Ich frage, wohin führt
mich, was sie verkünden?

Ich hoffe, dass ich euch die Anthologie ebenfalls ein wenig schmackhaft machen konnte – das eBook findet ihr in allen großen Onlineshops, auch die Printausgabe kann man schon bestellen. Wir freuen uns über eure Unterstützung.

[NOVELLE] Der Krähenwolf von Lonna Haden

Autor: Lonna Haden
Taschenbuch:  144 Seiten
ISBN: 978-3944737850
Preis: 3,99 EUR (ebook)7,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Der junge Bejran entgeht nur knapp dem Tod, als seine Mutter und er auf dem Nachhauseweg von einem riesigen Wolf angegriffen werden. Gerettet wird er von einer riesigen schwarzen Krähe, die den gefährlichen Angreifer in die Flucht schlägt. Die folgenden Tage und Wochen schwebt Bejran zwischen Leben und Tod, während sich der Heiler des Dorfes um ihn kümmert und er nachts von dem seltsamen Corvin besucht wird, der ebenfalls alles daran setzt, ihn am Leben zu halten. Erst später erfährt Bejran, dass der Fremde in Wirklichkeit ein Gestaltwandler ist und ihm als Krähe das Leben gerettet hat. Corvin offenbart ihm auch, dass er von einem Werwolf gebissen wurde und fortan ebenfalls den Fluch in sich trägt, sich bei Vollmond zu verwandeln. Die einzige Möglichkeit sein Schicksal zu ändern, besteht darin, den Werwolf, der ihn gebissen hat, zum Duell zu fordern – eine gefährliche Maßnahme, bei der Corvin den jungen Mann unterstützen will …

Eigene Meinung:
Die Novelle „Der Krähenwolf“ stammt von der Autorin Lonna Haden, hinter der sich eine deutsche Kinderbuchautorin verbirgt. Der bei deadsoft erschienene Kurzroman ist ihr Debüt im (Gay) Erotik Genre, dem im September 2015 die Novelle „Der Künstler und seine Musen“ folgte, bei der sie sich Erotik in all ihren Facetten (schwul, lesbisch, hetero) zuwendet. Weiterlesen …

[ROMAN] Flüstern der Ewigkeit von Tanja Bern

Autor: Tanja Bern
Taschenbuch:  273 Seiten
ISBN: 978-9963529452
Preis: 4,99 EUR (ebook)11,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon

Story:
Frankreich, 19. Jahrhundert: Andreis komplettes Leben wird auf den Kopf gestellt, als Vampire in sein Dorf einfallen und nahezu alle Bewohner töten oder verschleppen. Auch der junge Mann und seine Verlobte werden von Orvills Gefolgsleuten mitgenommen, allerdings mit dem Ziel sie in Vampire zu verwandeln. Andrei wird hierbei im Rahmen eines Experimentes zum Vampir, was bedeutet, das er sich grundlegend von den übrigen Vampiren unterscheidet: er ist nicht nur in der Lage sich Orville zu wiedersetzen, er ist auch wesentlich menschlicher.

Als es ihm gelingt mit der Gefangenen Sabienne zu fliehen, ist es die Vampirin, die ihm das Leben als Wesen der Nacht näherbringt und an seiner Seite bleibt. Lediglich Sabiennes Gefühle kann er nicht erwidern, da er sich eher zu Männern hingezogen fühlt. Als er zufällig dem jungen Sam begegnet und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, ahnt er nicht, mit wem er es eigentlich zu tun hat. Denn Sam entstammt einer alten Linie von Vampirjägern und hat unzählige von Andreis Artgenossen getötet …

Eigene Meinung:
Die Autorin Tanja Bern ist für ihre historischen, romantischen Bücher bekannt und legte mit „Nah bei mir“ bereits einen Gay Romance Roman vor. Mit „Flüstern der Ewigkeit“ wagte sie sich einmal mehr in die Vergangenheit vor, wenngleich sie mit den Vampiren dieses Mal eine deutlich fantastischere Komponente gewählt hat, als mit der dezenten Geisterthematik in „Nah bei mir“. Weiterlesen …