[ROMAN] Take A Chance On Me – Adventskalender zum Verlieben von Gina Heinzmann

Autorin: Gina Heinzmann
Taschenbuch:  288 Seiten
ISBN: 978-3551303288
Preis: 3,99 EUR (eBook) / 12,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Alex hat nur bedingt Glück in der Liebe, denn obwohl er durchaus als Frauenschwarm bekannt ist, schafft er es nicht, eine langfristige Beziehung einzugehen. Als seine beste Freundin ihn für ihr Uni-Projekt einspannt, ist Alex wenig begeistert – geplant ist ein romantischer Adventskalender mit einem Date, das ihm von einem Hochleistungscomputer zugewiesen wird. So landet er beim Bad Boy des Campus – Cash McCabe, der ähnlich begeistert darüber ist, dass sein Date ein Mann sein soll. Dennoch beginnen die beiden, die täglichen Aufgaben zu erfüllen (Alex aufgrund seiner besten Freundin, Cash, weil er es sich nicht leisten kann, das Projekt in den Sand zu setzen), die das Pärchen näherbringen sollen und tatsächlich bemerkt Alex zunehmend, dass cash ganz und gar nicht so schlimm ist wie zunächst gedacht …

Eigene Meinung:
„Take A Chance On Me – Adventskalender zum Verlieben“ stammt von Gina Heinzmann und erschien passend zur Weihnachtszeit 2020 im Impress Verlag. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, auch wenn 2021 eine weitere Geschichte erschien, in der der Dating-Adventskalender eine Rolle spielt, wenngleich es sich bei der Geschichte von June und Asher ein Heteropärchen im Zentrum spielt.

Die Geschichte ist ein wenig an den Haaren herbeigezogen, denn welches Dating-Plattform würde nicht von seinen Teilnehmer*innen die sexuelle Orientierung erfragen, um ein perfektes Matching zu erzielen? So wirkt es ein wenig seltsam, dass zwei Hetero-Männer miteinander verkuppelt werden und diese die ganze Sache auch noch kommentarlos mitmachen – jeder andere wäre ausgestiegen, ganz gleich welche (nicht rechtsgültigen) Klauseln der Vertrag enthält. Aber gut, darüber kann man wegsehen, denn ohne die zusammengewürfelten Dates würde das Ganze nicht funktionieren und die Geschichte zu Ende sein, bevor sie überhaupt beginnt. Die Handlung an sich ist charmant und witzig, was vor allem an den gelungenen Dialogen und Chats von Alex und Cash liegt, die sich natürlich nach und nach näherkommen und sich erst nach und nach kennenlernen. Dass gerade Cash bei weitem nicht der typische Bad Boy ist, wird Alex und den Leser*innen schnell klar, auch dass sie sich immer besser verstehen und ihr Interesse aneinander geweckt ist. Ein wenig unglaubwürdig ist allerdings, dass kaum jemand mitbekommt, wer mit wem verkuppelt wurde, denn im Grunde ist das bei den Aufgaben klar (zumal die Aufgaben ach von anderen Pärchen erfüllt werden sollen). Weiger schön ist auch Alex‘ Verhalten zum Ende hin – er scheint überhaupt nicht zu reflektieren, was sich zwischen den beiden entspinnt und handelt, wie kein normaler Mensch gehandelt hätte, der zumindest einen Moment über alles nachgedacht hätte. Doch scheinbar musste noch eine Menge Drama mit rein, um der Geschichte zum Ende hin noch einmal ordentlich Herzschmerz zu verpassen – darauf hätte man verzichten können, denn es bläht die Geschichte nur künstlich auf, was schade ist.

Die Figuren sind grundsätzlich sympathisch, allerdings kann Alex die Handlung nicht glaubhaft transportieren. Er verhält sich nicht wirklich nachvollziehbar – sei es, weil er sich ziemlich schnell mit der Situation anfreundet, einen Mann als Date zu haben oder weil er sich keinerlei Gedanken darüber macht, was es bedeutet, sich zu Cash hingezogen zu fühlen. Er steigt sogar mit ihm in die Kiste, stellt aber nie Fragen zu seiner sexuellen Orientierung, sondern macht das alles mit, weil es die Challenge verlangt – sorry, aber kein Mensch würde so ticken. Das macht ihn zum Ende hin extrem nervend, unglaubwürdig und arschig. Im Grunde wünscht man ihm gar kein Happy End mehr. Cash ist im Gegenzug dazu wesentlich angenehmer, auch wenn man ihn nur durch Alex‘ Augen kennenlernt. Er ist sympathisch, handelt wesentlich logischer und scheint sich wesentlich mehr über das Geschehen Gedanken zu machen.
Die übrigen Figuren gehen weitestgehend unter und spielen kaum eine Rolle. Einzig Alex‘ beste Freundin hat einen tragenden Part, was sie allerdings nicht wirklich sympathisch macht – sie wirkt sehr herrisch und arrogant. Wenn man sie als Freundin hat, braucht man wirklich keine Feinde mehr.

Stilistisch ist di Geschichte lockerleicht und witzig geschrieben – es macht Spaß sich durch die 24 Kapitel zu hangeln und die beiden Männer dabei zu beobachten, wie sie sich während der Aufgaben näher kommen und besser kennenlernen. Dabei kommt der Witz und die Dynamik vorwiegend durch die Dialoge und Chats, die wirklich Spaß machen und dem Buch einen besonderen Charme verleihen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass di Autorin auf allzu erotische Szenen verzichtet und diese lieber ausblendet – Erotik hätte nicht wirklich zum Stil und der romantischen Atmosphäre des Buches gepasst.

Fazit:
„Take A Chance On Me – Adventskalender zum Verlieben“ von Gina Heinzmann ist eine nette, romantische Weihnachtsgeschichte, bei der man nicht allzu viel Logik erwarten darf, denn die Grundidee wirkt schon arg übertrieben. Auch der Hauptcharakter schneidet nicht sonderlich gut ab, ist er doch zu wenig selbstreflektiert und handelt mitunter sehr unlogisch. Dafür kann die Autorin mit einem flotten, angenehm humorvollen Schreibstil und einigen witzig romantischen Challenges punkten, was das Buch insgesamt zu einem soliden Gay Romance Roman macht, der als Lektüre wirklich hervorragend in die Adventszeit passt. Wer neugierig ist, sollte einen Blick riskieren.

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