[KURZROMAN] Ein Geschenk mit Folgen von AJ Sherwood

Autorin: AJ Sherwood
Taschenbuch:  148 Seiten
ISBN: 978-3966987851
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 7,99 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Brandon Havili, Bruder von Donovan, FBI-Agent und zukünftiger Anker in Ausbildung, kann mit dem Weihnachtsgeschenk für Jon nur bedingt punkten, denn in der Schneekugel ist der Geist einer Frau gefangen. Für Jon nur bedingt ein Problem, Don hat jedoch bekanntermaßen Probleme mit Geistern. Schnell steht fest, dass sie die Schneekugel nach Eureka Springs in Arkansas bringen, wo eines der bekanntesten Geistermedien lebt und gerade den jungen Mack ausbildet. Dort soll dem Geist beim Übertritt ins Jenseits geholfen werden. Dass Brandon, der erst kurz zuvor mitbekommen hat, dass er bisexuell ist, von Mack mehr als nur angetan ist, stößt sofort auf Gegenliebe, denn auch Mack findet Gefallen an Brandon …

Eigene Meinung:
Mit „Ein Geschenk mit Folgen“ legt AJ Sherwood einen Spinoff zu „Jons übernatürliche Fälle“ vor, zeitglich ist es der Start der Auftakt zur Reihe “Macks geisterhafte Erscheinungen”, zu dem bereits zwei Bände erschienen sind. Die Geschichte dreht sich um Brandon und Mack, im vorliegenden lernen sich die beiden Männer kennen. Jon und Donovan kommen am Rande vor – um die Zusammenhänge zu verstehen, ist es ratsam, die 4-bändige Reihe „Jons übernatürliche Fälle“ zu kennen.

Die Geschichte ist überraschend kurz gehalten und kommt gerade einmal auf knapp 150 Seiten – nur wenig Patz um der Handlung und den Figuren Tiefgang zu verleihen (zum Vergleich – die Bücher um Jon und Donovan sind doppelt so lang). I Grunde passiert relativ wenig und man  weiß schon nach wenigen Seiten, worauf der Kurzroman hinauslaufen wird. Spannende Wendungen und ein wenig Tiefgang sucht man vergeblich, denn AJ Sherwood lässt jede Gelegenheit verstreichen, um Spannung aufzubauen. Dass es sich um eine Geistergeschichte handelt, bekommt man nur am Rande mit, denn diese spielen fast gar kein Rolle. Das ist schade, denn gerade diese Komponente hätte der Geschichte die passende Würze geben und die Entwicklung der Figuren vorantreiben können. Leider kann auch die Liebesgeschichte zwischen Brandon und Mack nicht wirklich berühren, denn es geht alles viel zu schnell – sie lernen sich kennen, finden sich heiß (allgemein ist das der einzige Aufhänger, um die beiden zusammenzubringen) und sind bereits einen Tag später zusammen und planen sich zu verankern. Das geht einfach zu schnell, es fehlt das richtige Kennenlernen, das emotionale Auf und Ab, das Drama und die Schwierigkeiten, die eine solche Beziehung gerade für Brandon bedeuten sollte (immerhin war er bisher nur mit Frauen zusammen). Die Liebesgeschichte ist leider fad und vorhersehbar, wenig einfühlsam und berührend. Als Leser*in fiebert man nicht mit, ist nicht hautnah bei den beiden Männern. Der Geschichte und den Figuren hätten mehr Seiten gut getan – so wirkt „Ein Geschenk mit Folgen“ leider lieblos runtergeschrieben.

Wie erwähnt bleiben die Figuren eher blass und können nur wenig punkten. Brandon wirkt wie ein Abziehbild von Donovan, mit dem Unterschied, dass er Geister mag, Mack ist zwar der Meinung, eher unsicher und schüchtern zu sein, verhält sich jedoch überhaupt nicht so. Sie wirken dadurch seltsam inkonsistent, manchmal sogar nur schwer nachvollziehbar, zumal sie sehr schnell zueinander finden. Das ist schade, denn im Grunde ist gerade Mack mit all seinen Schwächen eine interessante Figur, die viel Potenzial bietet. Auch Jon und Donovan, die zumeist im Hintergrund bleiben, haben nur wenig Raum, um zu zeigen, wie gut sie eigentlich als Team harmonieren.

Stilistisch legt AJ Sherwood gewohnt solide, gut geschriebene Kost vor, die durch einen spritzigen, lockerleichten Schreibstil und einem Spritzer Humopr besticht. Leider gelingt es ihr dieses Mal nicht, Tiefgang und Spannung zu erzeugen und ähnlich mitreißende Geschichten zu erzählen wie in den Romanen mit Jon und Donovan. Selbst wenn man bedenkt, dass es sich bei „Ein Geschenk mit Folgen“ um einen Gay Ropmance mit leichten Urban Fantasy Elementen handelt, wird man enttäuscht sein, denn für eine emotionale, nachvollziehbare Liebesgeschichte geht es einfach zu schnell und überstürzt.

Fazit:
„Ein Geschenk mit Folgen“ von AJ Sherwood ist ein Spinoff zur Originalreihe, der s viel mehr hätte sein können, wenn die Autorin sich die Zeit genommen hätte, die Mack und Brandon verdient hätten. Der knapp 150-seitige Geschichte fehlt es an Tiefgang, Spannung und nachvollziehbaren Charakteren, die man nur oberflächlich kennenlernt. Das ist schade, denn im Grunde ist die Welt der Medien, die AJ Sherwood geschaffen hat sehr komplex und spannend, und gerade ein Geistermedium hätte dem Ganzen eine neue Facette geben können. So bleibt der Spin-Off leider langweilig und vorhersehbar. Fans der Reihe „Jons übernatürliche Fälle“ können einen Blick riskieren, insbesondere wenn sie Brandon mögen, jeder der in die fantastische Welt von AJ Sherwood einsteigen will, sollte definitiv zu „Ein Schuss kommt selten allein“ greifen.

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