[MANGA] Sayonara Red Beryl von Atami Michinoku


Autor*in: Atami Michinoku
Taschenbuch: 162 Seiten
ISBN:978-3551620781
Preis: 5,99 (eBook) / 7,00 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Japan 1968: Akihiko hat seinen Lebensmut verloren, nachdem er aufgrund böser Nachrede seinen Job verliert und sich die meiste Zeit einsam und allein fühlt. Als er überlegt, seinem Leben ein Ende zu setzen und in einen Unfall verwickelt wird, rettet ihn der Vampir Kazushige. Dieser lebt sehr zurückgezogen und ernährt sich von Blutkonserven, in der Hoffnung, seine Menschlichkeit beizubehalten. Für Akihiko stet fest, dass er sich um seine Retter kümmern will – jeden Tag kommt er bei Kazushige vorbei, kocht für ihn und leistet ihm Gesellschaft, was die beiden einander unweigerlich näherbringt …

Eigene Meinung:
„Sayonara Red Beryl“ ist der erste Manga von Atami Michinoku, der in Deutschland erscheint. Die Geschichte um den Vampir Kazushige und den Menschen Akihiko ist auf 3 Bände angelegt, die im Juni und August bei Hayabusa erscheinen. Die bekannteste Reihe der Mangaka „Fudanshi Koukou Seikatsu“ ist aktuell nur in den USA erhältlich und erhielt im Sonner 2016 eine Animeadaption. Für Herbst/Winter 2021 ist mit „Die Rippe des Adam“ eine weitere Reihe der Mangaka geplant.

Die Geschichte um Akihiko und Kazushige beginnt eher ruhig und bedächtig. Die beiden ungleichen Männer lernen sich kennen und Akihiko beschließt, seinem Lebensretter fortan Gutes zu tun und ihm Gesellschaft zu leisten, denn beide leben in Einsamkeit. Er hat wenig Angst davor, dass Kazushige ein Vampir ist – lediglich dessen Erschaffer, der sich ebenfalls in der Stadt aufhält, sorgt zunehmend für Ärger. Ansonsten lässt sich die Mangaka viel Zeit, die beiden vorzustellen und einander näherzubringen, was leider auch bedeutet, dass die Geschichte mit wenig Action und Spannung aufwarten kann. Zumeist plätschert die Handlung vor sich hin, ohne nennenswert Fahrt aufzunehmen. Wer zudem Erotik und Leidenschaft erwartet, wird mit dem ersten Band ebenfalls nicht glücklich, denn viel spielt sich zwischen den ungleichen Männern nicht ab. Das ändert sich wahrscheinlich in den Folgebänden, denn diese sind vom Verlag ab 18 empfohlen, während der erste Band die Empfehlung ab 16 enthielt. Es bleibt zu hoffen, dass dann auch die Geschichte anzieht und mit mehr Dynamik und Überraschungen aufwarten kann.

Die Figuren sind noch etwas blass und bis zu einem gewissen Grad stereotyp – der düstere, gutaussehende Vampir, der unsicherer, etwas naive Mensch. Sowohl Akihiko als auch Kazushige fügen sich in die ihnen zugedachten Rollen ein. Der Vampir ist abweisend, etwas spröde und möchte lieber für sich sein, der Mensch ist ein wenig lebensfroher, offener und hält nicht viel davon Abstand zu einem „Blutsauger“ zu halten. Die übrigen Figuren – Kazushiges Erschaffen und sein junger Begleiter – kommen bisher nur am Rande vor, dürften in den Folgebänden jedoch für mehr Chaos und Dynamik sorgen.

Die Zeichnungen von Atami Michinoku passen sehr gut zu einem Vampir-Manga. Die Mangaka hat einen sehr erwachsenen Stil, der vorwiegend durch Eleganz und eine gewisse Androgynität besticht, wenngleich sie nicht gänzlich auf SD-Einlagen und witzige Elemente verzichtet, um die Geschichte ein wenig aufzulockern. Der Schwerpunkt der Zeichnungen liegt auf die Figuren – aufwendige Szenen und Hintergründe wird man in „Sayonara Red Beryl“ nicht finden. Das sorgt leider auch dafür, dass man nicht den Eindruck hat, dass die Geschichte 1968 spielt, sondern sie ohne Probleme auch in der jetzigen Zeit angesiedelt sein könnte, wenn man von den fehlenden Handys absieht.

Fazit:
„Sayonara Red Beryl“ ist ein guter Reihenauftakt von Atami Michinoku, der durch eine ruhige Geschichte, interessante Charaktere und elegante Zeichnungen besticht. Wirklichen Tiefgang darf man in diesem Band nicht erwarten, ebenso wenig Action, Spannung und Dynamik – dafür passiert außerhalb der Charaktervorstellung dann doch zu wenig. Nichtsdestotrotz dürfte der Manga denjenigen Gefallen, die Geschichten á la „Interview mit einem Vampir“ mögen, ruhigere Handlungselemente und ein langsames Kennenlernen der Figuren vorziehen. Einen Blick riskieren sollte man auf jeden Fall.

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