[ROMAN] Him – Mit ihm allein von Sarina Bowen und Elle Kennedy

Autorinnen: Sarina Bowen und Elle Kennedy
eBook:  321 Seiten
ASIN: B01LBLYL1A
Preis: 8,99 EUR (eBook)
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Story:
Wes und Jamie verbindet eine gemeinsame Leidenschaft – Eishockey. Seit Jahren verbringen sie den Sommer in einem Trainingscamp, sind Zimmernachbarn und beste Freunde. Als sie sich auf eine blöde Wette einlassen, bei dem ein Blowjob im Zentrum steht, scheint ihre Freundschaft endgültig vorbei zu sein. Zumindest ist das Wes‘ Meinung, der schon lange in Jamie verliebt ist, sich jedoch scheut, offen zu seinen Gefühlen zu stehen. Stattdessen bricht er den Kontakt ab, versucht über Jamie hinweg zu kommen und sich auf seine Karriere als Profi-Eishockeyspieler zu konzentrieren. Als er eines Tages unverhofft wieder auf Jamie trifft, sind die alten Gefühle sofort wieder da – wesentlich intensiver. Und Jamie scheint ganz und gar nicht abgeneigt zu sein, seinen alten Freund gänzlich neu kennenzulernen …

Eigene Meinung:
Mit „Him – Mit ihm allein“ erschien 2016 der erste Roman der „Him“-Duologie, die von Sarina Bowen und Elle Kennedy stammt, bei Egmont Lyx. Die Fortsetzung „Us – Du und ich für immer“ kam 2017 auf den Markt und führt die Geschichte um Wes und Jamie fort. Zudem gibt es noch die knapp 80-seitige Novelle „Epic“, die jedoch nicht in Deutschland erschienen ist. Die Bücher sind aktuell nur als eBook zu haben, da die Taschenbücher schon lange vergriffen sind.

Die Geschichte konzentriert sich komplett auf Wes und Jamie, ihr Wiedersehen, ihre gemeinsame Vergangenheit (die in Form von Rückblenden eingebaut wird) und ihre stetig wachsenden Gefühle zueinander, die sie scheinbar nur auf einem Weg zeigen können – beim Sex. Dementsprechend viele explizite Szenen findet der Leser im Buch. Man hat das Gefühl, dass die beiden keinen anderen Weg kennen, um sich nah zu sein und ihre Gefühle zu zeigen. Sicherlich führen sie auch lockere Gespräche miteinander, ebenso oft arbeiten sie als Trainer im Eishockeycamp mit jungen Nachwuchstalenten, aber all das verblasst gegen die vielen Sexszenen, die gefühlt 50% der Geschichte ausmachen. Denn sobald sie allein in ihrem Zimmer sind, scheint es nur noch eines zu geben, was sie umtreibt. Das sorgt dafür, dass sich die knapp 400 Seiten mit der Zeit auch in die Länge ziehen, zumal auch die Wortwahl immer dieselbe ist. Dabei ist die Grundthematik eigentlich spannend, denn als schwuler Mann Eishockey zu spielen, ist alles andere als einfach. Das ist besonders Wes klar, der nur ein Ziel vor Augen hat – Profi zu werden, was bedeutet, dass es mit seinem offen schwulen Lebensstil vorbei ist, wenn seine erste Saison in Toronto startet. Leider gelingt es den Autorinnen nicht, der Geschichte den Tiefgang zu geben, den sie verdient hätte, obwohl Potenzial vorhanden gewesen wäre.

Die Charaktere sind sympathisch und gut ausgearbeitet – sei es Wes, der sich zwar seiner Sexualität sicher ist, jedoch nicht weiß, wie er mit seiner Liebe zu seinem Jugendfreund umgehen soll, oder Jamie, der erst mit Anfang 20 mitbekommt, dass er nicht nur Frauen attraktiv findet, sondern auch Männern nicht abgeneigt ist. Ihre inneren Zweifel und Probleme werden gut beleuchtet, man kann auch Wes‘ Sorgen als homosexueller Eishockeyspieler verstehen, der Angst hat, dass seine Karriere endet bevor sie begonnen hat.

Stilistisch ist „Him“ solide und stimmig geschrieben – es wird wechselnd aus Jamies und Wes‘ Perspektive erzählt. Die gewählte Ich-Perspektive passt sehr gut, da man sich gut in die beiden Hauptfiguren hineinversetzen kann und sowohl Wes als auch Jamie sehr gut verstehen kann. Man ist hautnah dabei, wenn sie sich näherkommen und sich ihren Gefühlen stellen. Auch die wenigen Eishockeyszenen sind gut in Szene gesetzt, voller Dynamik und Action – hiervon hätte es mehr geben können, insbesondere da dieser Sport beiden jungen Männern so viel bedeutet. Dafür hätte man gerne auf die ein oder andere erotische Szene verzichtet, denn davon waren es einfach zu viele.

Fazit:
„Him – Mit ihm allein“ ist ein solider Gay Romance, der sein volles Potenzial leider nicht gänzlich ausschöpfen kann. Dafür liegt er Fokus zu stark auf den Sexszenen, die mit der Zeit nicht nur langatmig sind, sondern sich auch von der Wortwahl her wiederholen. Das ist schade, denn Sarina Bowen und Elle Kennedy können schreiben und sympathische Charaktere erschaffen, in die man sich gut hineindenken kann. Wer erotische Gay Romance aus dem Sportgenre mag, dem wird „Him – Mit ihm allein“ gefallen, wer Romane mit mehr Tiefgang sucht, wird mit dem Buch nicht glücklich. Am besten reinlesen und selbst entscheiden.

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