[ROMAN] Ein Schuss kommt selten allein von AJ Sherwood

Autorin: AJ Sherwood
Taschenbuch:  350 Seiten
ISBN: 978-3-96698-381-5
Preis: 5,99 EUR (eBook) / 12,00 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Nie hätte Jonathan Bane, lizensiertes Polizeimedium, gedacht, dass er jemals einen passenden Partner findet, der ihm während seiner gefährlichen Einsätze, den Rücken freihält – bis er auf Donovan Havili trifft, einen ehemaligen Soldaten mit enormen Beschützerinstinkt. Überraschend schnell stellen sich die beiden aufeinander ein, was Jon die Möglichkeit gibt, sich vollkommen auf seine Fälle zu konzentrieren – die Suche nach Mördern und Verbrechern, die Unterstützung der Polizei bei Vernehmungen oder die Aufklärung eines seltsamen Anschlags auf einen chinesischen Austauschstudenten, der wesentlich komplexer ist, als Jon es anfangs vermutet hat. Zeitgleich wachsen Jons Gefühle für Donovan und auch sein neuer Partner scheint sein Herz an jemanden zu verlieren …

Eigene Meinung:
Mit dem spritzigen Krimi „Ein Schuss kommt selten allein“ erscheint der erste Band der Reihe „Jons übernatürliche Fälle“ von AJ Sherwood beim Verlag Second Chances in deutscher Sprache. Bisher liegen 3 Bände vor – der zweite Roman „Herz und Totschlag“ soll noch im November 2020 auf dem deutschen Markt erscheinen.

Die Geschichte beginnt spannend und entführt den Leser bereits auf den ersten Seiten in die Welt von Jonathan Bane, der seine übernatürlichen Fähigkeiten nutzt, um der Polizei bei der Aufklärung verschiedener Fälle zu helfen. Da er die Auren seiner Mitmenschen sieht und erkennen kann, wann jemand lügt, ist er gerade bei Verhören eine unersetzliche Hilfe. Dass dieses Leben auch seine Nachteile hat, wird schnell deutlich, ebenso die Tatsache, dass er einen Partner, wenn nicht sogar Anker braucht. Dieser betritt in Form von Donovan schnell das Feld – als (wortwörtlich) strahlender Held mit dem Körper und Look eines Dwayne Johnson. Die beiden ungleichen Helden bilden schnell ein gut funktionierendes Team, das sich fortan gemeinsam den Kriminellen stellen darf.
Der Leser ist schnell in der Geschichte – AJ Sherwood ist eine tolle Urban Fantasy Welt gelungen, die bis auf einige kleinere Schnitzer logisch und in sich schlüssig ist. Sehr schön ist die Tatsache, dass Jons Fähigkeiten, so toll sie auch sind, eine Menge Nachteile mit sich bringen, die ihm als Medium das Leben deutlich erschweren. Auch die verschiedenen Fälle, in die Jon und Donovan involviert sind, sind spannend umgesetzt und bilden einen guten Querschnitt der Aufträge, die der Hauptcharakter als Medium erhält. Gerade der Fall um den chinesischen Austauschstudenten, der den Leser bis ans überraschende Ende begleitet, ist gut durchdacht und kann überzeugen. Denselben Raum, wie die Ermittlungen und die kriminalistischen Elemente nimmt die wachsende Liebesgeschichte zwischen Jon und Donovan ein – eine gute Mischung, da die Autorin nicht zu viel Zeit für die Liebesgeschichte aufwendet, diese aber auch nicht komplett überstürzt. Es passt zur Geschichte, ist in sich stimmig und atmosphärisch.

Die Figuren sind sympathisch und wachsen dem Leser schnell ans Herz – Jonathan Bane ist ein ungewöhnlicher Held, der seine Ecken und Kanten hat, jedoch das Herz am rechten Fleck trägt. Er hat stets mit den Auswirkungen seiner Fähigkeiten zu kämpfen und führt ein sehr chaotisches Leben. Donovan Havili ist sein genaues Gegenteil – ein Mann mit großem Herzen und enormen Beschützerinstinkt. Dass er körperlich eher abschreckend wirken soll, wird nicht so recht deutlich, was möglicherweise an Jons verklärter Sicht liegt, ist doch die Geschichte komplett aus seiner Perspektive geschrieben. Generell scheint Donovan keine Schwächen zu haben, er wirkt fast schon zu perfekt.
Die übrigen Figuren passen zur Geschichte, kommen jedoch nur am Rande vor. Sie geben Jon und Donovan einen guten Rahmen, sind (bis auf wenige Ausnahmen) sympathisch und haben jeder für sich Stärken und Schwächen. Man hofft, in den kommenden Büchern mehr über sie zu erfahren, denn sie haben alle Potenzial für mehr.

Stilistisch legt AJ Sherwood einen gut geschriebenen, spritzigen Roman vor, der komplett in Jons leicht flapsiger Ich-Perspektive erzählt wird. Dadurch lernt man den Helden der Geschichte, seine Gedanken und Gefühle sehr gut kennen und kann sich gut mit ihm identifizieren. Der lockerleichte Schreibstil ist spannend, actionreich und gefühlvoll – die Autorin weiß, wie sie ihre Figuren und die Ereignisse in Szene setzt, wie sie Spannung erzeugt und wann sie das Tempo reduzieren muss. Es macht Spaß, die Geschichte zu lesen und man ist gespannt, was sich AJ Sherwood für die nächsten Bücher hat einfallen lassen.

Fazit:
„Ein Schuss kommt selten allein“ ist ein gelungener, lesenswerter Auftakt der Urban Fantasy Krimi Reihe „Jons übernatürliche Fälle“ von AJ Sherwood, der durch spannende Fälle, eine überzeugende, nicht zu aufdringliche Liebesgeschichte, sympathische Charaktere und einen lockerleichten, spritzigen Schreibstil besticht. Man ist gerne an Jons Seite, löst mit ihm kniffelige Fälle und lernt seinen neuen Partner Donovan kennen. Man darf gespannt sein, was die Autorin im zweiten Band geplant hat – Lust auf mehr macht das Buch auf jeden Fall. Wer Krimi mit einer guten Portion Fantasy und einer stimmigen schwulen Liebesgeschichte sucht, dem wird „Ein Schuss kommt selten allein“ auf jeden Fall gefallen. Zu empfehlen.

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