[ROMAN] Blutjagd: Vampire sind unter uns von Nicole Meißner

Autor: Nicole Meißner
Taschenbuch: 285 Seiten
ISBN-13: 978-3750403604
Preis: 0,99 EUR (eBook) | 12,90 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Für Alan Beckster sollte der Umzug mit seiner Mutter von Los Angelesnach Santa Cruz der Start in ein neues Leben sein, doch kaum sind sie in der kleinen Küstenstadt angekommen überschlagen sich die Ereignisse. Seit Jahren verschwinden Menschen, die Polizei ist machtlos. Lediglich Daryll White, Besitzer des Comicladens weiß, was in der Stadt vor sich geht – Vampire habe sich in einer der Höhlen am Strand eingenistet. Alan stolpert direkt ins Chaos, denn die Vampire und ihre Getreuen bereiten ein großes Ritual vor bei dem der junge Mann eine wichtige Rolle spielt. Es liegt an Daryll seinen neuen Freund zu beschützen, zumal die beiden schon bald mehr füreinander empfinden. Unterstützung finden sie bei dem Zauberer Merlin, der schon immer Vampirjäger ausgebildet hat und aus dem sagenumwobenen Aibon stammt …

Eigene Meinung:
Mit dem Roman „Vampire sind unter uns!“ legt die Autorin Nicole Meißner den ersten Band ihrer Romanreihe „Blutjagd“ vor. Das Buch erschien im Selfpublishing, im Herbst soll die Geschichte um Alan und Daryll fortgesetzt werden.

Die Geschichte ist in Santa Cruz angesiedelt und stellt zwei junge Männer ins Zentrum, die gegen ein Vampirplage zu kämpfen haben. Der Einstieg fällt ein wenig schwer, man braucht lange, um sich mit der Rahmenhandlung und den Figuren anzufreunden. Leider hält sich dieses Problem die meiste Zeit – es fällt schwer, sich auf Alan und Daryll einzulassen, da sie sehr plakativ und stereotyp gestaltet sind und meistens recht unlogisch und unkoordiniert handeln. Es passiert mehrfach, dass sie das Gegenteil von dem machen, was sie angekündigt haben, in ihrer Meinung hin und her springe und Offenbarungen und Wahrheiten im Laufe der Handlung zu vergessen scheinen. Hinzukommen eine Menge Logiklücken, die den Lesefluss stören und die man im Lektorat unbedingt hätte ausmerzen müssen – das fängt bi der Beschreibung von Santa Cruz an (eine knapp 50.000 Einwohner-Stadt ist jetzt nicht so klein, dass jeder jeden kennt) und geht bis zu dem Punkt, dass mal Darylls Vater mal sein Großvater der Habvampir ist.
Auch sonst wirkt die Geschichte sehr konstruiert – man hat das Gefühl, der Autorin wären zwischendurch tolle Ideen gekommen, die sie in die Handlung einbauen wollte, ohne die vorherigen Handlung entsprechend anzupassen. So ergibt sic leider kein flüssiges Gesamtbild, sondern ein seltsames Durcheinander, das man nur schwer nachvollziehen kann. Auch die Liebesgeschichte zwischen Alan und Daryll kann nicht überzeugen – sie kennen sich im Grunde kaum, sind aber sofort ineinander verliebt (was auch bedeutet, dass Alan sofort damit einverstanden ist, Vampirjäger zu werden).

Neben der Geschichte bereiten die Figuren am meisten Probleme – gerade Daryll kann keinerlei Sympathiepunkte sammeln. Er ist aufbrausend, ungerecht und selbstverliebt, weiß alles besser und sieht sich in der Lage, es mit den gesamten Vampiren aufzunehmen (kaum dass Alan da ist – davor hat er interessanterweise nichts gegen sie unternommen, obwohl er die Mittel dazu hatte). Dass er vielleicht Fehler und Menschen gefährden könnte, begreift er nicht einmal ansatzweise. Stattdessen stößt er permanent die einzige Peron vor den Kopf, die wirklich die Macht hat, etwas gegen die Vampire zu unternehmen – den Zauberer Merlin. Dieser verhält sich mitunter zwar auch daneben und extrem kindisch, aber Daryll hätte ich mit Freuden auf jeder Seite des Buches geohrfeigt. Auch Alan ist sehr inkonsistent, was seine Entscheidungen anbelangt – da verschwindet seine Mutter, er will sie retten und vergisst das urplötzlich einfach so. Er springt hin und her, man kann sich schwer auf eine Richtung einstellen.
Auch die übrigen Figuren wirken leider so – sehr plakativ und stereotyp. Sei es Finn, Darylls bester Freund, der eigentlich mit diesem als Vampirjäger arbeiten wollte, den Besitzer der Videothek Max und Tiffy, die ebenfalls kein gewöhnlicher Mensch ist. Was hinsichtlich der Figuren auch auffällt, ist auch die Tatsache, dass Nicole Meißner wirklich viele Charaktere übers Messer springen lässt. Man fragt sich, warum sie sich solche Mühe macht, eine so interessante Figur wie Tiffy einzubauen, nur um sich ihrer kurze Zeit später zu entledigen. Das frustet mit der Zeit einfach nur, dass lediglich die Hauptfiguren am Ende als Überlebende dastehen (ohne dass sie es wirklich verdient hätten).

Stilistisch ist Nicole Meißners Schreibstil Geschmackssache – man hat das Gefühl, die Bilder eines Mangas beschrieben zu bekommen, was leider dafür sorgt, dass die Geschichte so chaotisch und durcheinander wirkt und keinem wirklich roten Faden folgte. Sie hat sich zudem für einen allwissender Erzähler entschieden, der von weit weg die Handlungen und Ereignisse beschreibt. Diese Perspektive birgt zwei Gefahren – zum eine bleiben dem Leser die Hauptfiguren fern, da man nicht nah bei ihnen ist und ihre Gefühle nicht kennenlernt, zum anderen nimmt es die Spannung heraus, da man zu schnell und zu direkt erfährt, wer in Santa Cruz ein doppeltes Spiel treibt. So nimmt die Autorin leider selbst einen Großteil der Spannung aus der Geschichte und verschenkt Möglichkeiten, interessante Wendungen einzubauen. Dadurch verschenkt sie leider eine Menge. Hinzu kommt eine sehr alltägliche Sprache, flapsige Kommentare (die gerade bei einem solch mächtigen Magier wie Merlin seltsam wirken) und einige seltsame Satzkonstruktionen.

Fazit:
„Vampire sind unter uns“ von Nicole Meißner weist leider eine Menge Fehler, Ungereimtheiten und sprachliche Probleme auf, die das Lesen spürbar erschweren. In Kombination mit den unreifen, teils unsympathischen Figuren und den vielen Logiklücken, kann ich das Buch leider nicht weiterempfehlen. Wer dennoch neugierig geworden ist, sollte einen Blick in die Leseprobe werfen, um zu schauen, ob einem der Stil und die Figuren zusagen.

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