[MANGA] Outwards von Wendigo

 
Künstlerin: Wendigo
Heft:  52 Seiten
Preis: 6,00 EUR (Heft)
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Story:
Die Welt der Zukunft besteht zu großen Teilen aus verdorrter Wüste. Während die Reichen und Privilegierten in großen Städten leben, fristen die übrigen Menschen ihr Dasein in der Wüste und kämpfen um ihr Überleben. Zu ihnen gehört auch Mark Koch, Waffenhersteller und Schmuggler, der sich in der Wüste ein kleines Reich aufgebaut hat und mit Hilfe seiner Schwester und seiner Leute in der sogenannten Kolonie lebt. Als er eines Tages den Abtrünnigen Stefan Drahos in der Wüste findet und bei sich aufnimmt, ahnt Mark nicht, dass ihm dieser Mann noch etliche Probleme bereiten wird – er beginnt nicht nur eine Beziehung mit Stefan, er schenkt ihm auch sein Vertrauen, obwohl er kaum etwas über den Fremden weiß …

Eigene Meinung:
Mit den ersten beiden Kapiteln legt der Fireangels Verlag die bisher bei Yaoi Revolution erschienenen Teile der dystopischen Mangareihe „Outwards des italienischen Künstlers Wendigo vor, der bereits mehrere Mangas herausgebracht hat und mit Illustrationen in etlichen Artbooks vertreten ist. Aktuell arbeitet er an Kapitel 3 der Reihe, ein viertes ist in Planung. Wann die Fortsetzung der Geschichte um Mark und Stefan erscheint, steht bisher noch nicht fest.

Die Geschichte spielt in einem postapokalyptischen Setting und stellt zwei Männer ins Zentrum, die unterschiedlicher nicht sein könnten – den lebensfrohen Mark Koch, der nichts anbrennen lässt und genau weiß, wie er das Leben in vollen Zügen genießt, und Stefan Drahos, ein Abtrünniger, der wenig über sich preisgibt und sich hinsichtlich seiner Vergangenheit und Beweggründe eher im Hintergrund hält. Dass die beiden aneinander interessiert sind und schließlich miteinander im Bett landen kommt sehr überraschend, da nichts darauf hindeutet, dass sie überhaupt an Männern interessiert sind. Ebenso wenig holpert die Erklärung hinsichtlich der Beziehung, die die beiden im Geheimen aufbauen. Das wirkt alles sehr gehetzt und hat mehr den Anschein, dass man die beiden einfach nur schnell miteinander ins Bett bekommen will (natürlich um entsprechende Erotik detailliert zu zeigen). Zwischendurch bekommt man einen kleinen Einblick in das Leben innerhalb der Kolonie, die Bewohner und die Arbeit (Waffenherstellung und Schmuggel), die verrichtet wird, um das Überleben zu garantieren. Zum Ende des zweiten Bandes wird es endlich spannender, da dann die wahren Beweggründe von Stefan Drahos enthüllt werden und offenbart wird, dass der Mann nicht ganz da ist, was er zu sein scheint.

Die Figuren wirken glücklicherweise nicht ganz so stereotyp, handeln jedoch nicht immer logisch. Es fällt schwer, nachzuvollziehen, warum Stefan und Mark sich auf körperlicher Ebene näherkommen und warum Mark dem fremden Mann so schnell sein Vertrauen schenkt. Stefan selbst ist da logischer aufgebaut, da er von seinen Gedanken und Hintergründen wirklich nichts nach außen trägt und sich in vielerlei Hinsicht zurückhält. Die übrigen Figuren bleiben relativ blass, auch wenn Boos, einer von Marks Arbeitern im zweiten Teil ein bisschen mehr Tiefgang bekommt.

Stilistisch legt Wendigo einen realistischen, liebevoll ausgearbeiteten Manga vor, insbesondere wenn man die Schattierungen und Graustufen betrachtet. Er investiert viel Zeit in die Ausarbeitung der Seiten, was ein Grund für die lange Wartezeit zwischen den einzelnen Kapiteln sein dürfte. Leider wirken die Zeichnungen dadurch aber auch sehr steif, fast schon statisch. Es fehlen Dynamik und Schwung, gerade bei den Actionszenen oder wenn es zwischen Mark und Stefan expliziter zur Sache geht. Möglicherweise liegt es auch an der Seitenaufteilung der Panele, da diese sehr statisch ist und kaum Variationen bietet. Dafür sind ihre Farbillustrationen wirklich gut gelungen – was man beim Cover merkt und bei den beiliegenden Bonuspostkarten.

Fazit:
„Outwards“ bietet eine ungewöhnliche Mangareihe, die durch eine interessante Hintergrundwelt und durchaus ansprechende Illustrationen besticht, insofern man mit dem leicht statischem Seitenaufbau kein Problem hat. Wendigo weiß auf jeden Fall wie man gestandene Männer zu Papier bringt, da weder Stefan noch Mark wie Teenies wirken und wissen, wo sie im Leben stehen. Ein bisschen unschön ist die Tatsache, dass man lange auf die Fortsetzung warten muss (da Teil 2 mit einem fiesen Cliffhanger endet), ebenso die Tatsache, dass auch diese 52-seitigen Mangahefte jeweils 6,-€ kosten. Wen das nicht stört, sollte einen Blick riskieren.

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