[ROMAN] Feuererbe von Celia Jansson

Autor: Celia Jansson
eBook:  ca. 300 Seiten
ASIN: B07CRPJFNM
Preis: 4,99 EUR (eBook)
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Story:
Jessie Wheelers Welt steht Kopf, als er eines abends in einer Bar erstmals mit dem übernatürlichen in Berührung kommt – in Form eines Feuerkreises am Himmel. Nur kurze Zeit später lernt er den Magier Allan Lee kennen, der ihm schon in der Bar aufgefallen ist, und mit ihm eine geheime Agency, die sich um die Belange übernatürlicher Wesen beschäftigt – Fae, Vampire, Werwesen, Dämonen und andere Kreaturen aus Mythen und Legenden. Nach und nach beginnt er hinter den Glamour zu blicken, der alles Übernatürliche verschleiert und erfährt, dass er selbst ein Feuerelementar ist – einer der mächtigsten seit Jahren. Unglücklicherweise ist seine Macht versiegelt, was einen wahnsinnigen Serienmörder, der bereits etliche Elementare getötet hat, nicht davon abhält, Jagd auf ihn zu machen. Unweigerlich wird Jessie mit in die Angelegenheit gezogen und kommt dabei Allan unwillkürlich näher …

Eigene Meinung:
„Mit „Feuererbe“ wagt Celia Jansson erstmals einen Schritt ins Fantasy-Genre und legt den Auftaktband ihrer Urban Fantasy Reihe „Lee und Caldwell“ vor. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, bietet jedoch Potenzial für weitere Bände, denn einige Punkte bleiben ungeklärt, ebenso bietet die Welt des Übernatürlichen eine Menge Möglichkeiten für weitere Romane.

Die Geschichte schreitet sehr schnell voran und wirkt stark gehetzt – gerade zum Ende hin hat man das Gefühl, die Autorin wollte einfach nur schnell fertig werden, was man am großen Finale merkt, das unheimlich abgehetzt und unspektakulär daherkommt und schon vorbei ist, kaum das es angefangen hat. Das lässt den Leser doch ein wenig unzufrieden zurück, insbesondere, da man auch im Vorfeld das Gefühl hatte, alles wird nur kurz angerissen. Die Geschichte wirkt dadurch irgendwie unausgegoren, so als würden erklärende und spannungssteigernde Teile zwischen einzelnen Szenen fehlen. Celia Jansson hätte definitiv ausführlicher werden sollen – in den Beschreibungen der Umgebung (dass die Geschichte in London spielt nimmt man kaum wahr) und der einzelnen Figuren (gerade die übernatürlichen Kreaturen hätte man ein wenig plastischer beschreiben können), der Charakterentwicklung und dem Spannungsaufbau. Die Hektik spürt man leider auch zwischen Allan und Jessie – die Beziehung der beiden bleibt dem Leser fremd, man kann sie in weiten Teilen nicht nachvollziehen. Das ist schade, da die beiden ein interessantes Paar sind, das viele Probleme zu bewältigen hat. Doch diese werden so gar nicht angerissen oder sind plötzlich geklärt, obwohl sie nicht einmal darüber gesprochen haben.
Ein großes Problem sind auch die Logiklücken und die kleinen Unstimmigkeiten im Handlungsverlauf, die irritieren. Gerade bei den Kämpfen verliert man schnell den Überblick, ebenso wenn die Figuren fliehen. Auch hier häufen sich die Fehler im letzten Drittel – man merkt einfach, dass die Geschichte in kürzester Zeit beendet wurde.
Positiv hervorzuheben ist die Welt, die die Autorin aufgebaut hat mit all den Wesen und den kleinen und großen Streitigkeiten untereinander. Auch die Hintergründe des Glamours sind toll – da kann man eine Menge rausholen, wenn man sich genügend Zeit lässt und der Geschichte mehr Raum zum Entfalten gibt.

Die Charaktere sind durchaus interessant und haben Potenzial, doch sie bleiben dem Leser leider fremd und seltsam distanziert. Dadurch berührt einen auch die Liebesgeschichte zwischen Jessie und Lee nicht wirklich, zumal die Probleme, die die beiden teilweise haben wirklich nicht notwendig sind, wenn sie auch mal richtig miteinander reden würden. Allerdings ist das kaum möglich, da die Figuren ziemlich durch die Ereignisse gehetzt werden und oftmals nur reagieren können, anstatt wirklich aktiv Einfluss aufs Geschehen zu nehmen. Gerade Jessie wirkt lange Zeit sehr passiv, da er nur wenig unternehmen kann und erst zum Ende hin sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Allan ist da schon aktiver und wesentlich greifbarer.

Stilistisch ist Celia Jansson Geschmackssache, da sie einen distanzierten, fast schon kühlen Stil hat, der dafür sorgt, dass man sich nur schwer auf die Geschichte einlassen kann. Das bedeutet nicht, dass sie nicht schreiben kann – sie weiß, wie man eine Geschichte aufbaut, Actionszenen beschreibt und verschiedene Figuren in Szene setzt, doch irgendwie springt der Funke nicht rüber, so dass man die meiste Zeit außen vor bleibt, anstatt mit den Charakteren mitzufiebern. Das ist schade, gerade weil die Geschichte wechselnd aus Jessies und Allans Sicht geschildert wird und man diese wirklich gut kennenlernen sollte. Leider mangelt es an Beschreibungen ihrer Gefühlswelten (über ihre Gefühle füreinander hinaus), so dass man nicht weiß, was sie in den jeweiligen Situationen empfinden.
Leider schleichen sich zum Ende hin vermehrt Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler ein, die den Lesefluss doch ein wenig behindern – vielleicht kann man da nochmal einen Korrekturdurchgang starten.

Fazit:
„Feuererbe“ bietet einen interessanten Urban Fantasy-Auftakt, dessen Potenzial leider nicht gänzlich ausgeschöpft wird. Dem Roman merkt man die Hektik an, mit der er entstanden ist, denn viele Szenen hätten mehr Beschreibung und mehr Zwischensequenzen vertragen können. Auch die Figuren bleiben dem Leser fremd, was schade ist, denn von den Hintergründen her sind sie durchaus interessant und bieten eine Menge Möglichkeiten, aus der breiten Masse hervorzustechen – vielleicht wird das ja in den Folgebänden ausgebaut. Wer Urban Fantasy mag, sollte vorab einen Blick in die Leseprobe werfen, ob ihm Celia Janssons Stil gefällt oder nicht.

Von meiner Seite leider nur 2,5 Sterne.

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