[INTERVIEW] Chris P. Rolls

Mit dem obligatorischen Interview sind wir bereits am Ende der Special Week angekommen – für Chris P. Rolls ist es ja nicht das erste Interview, dass sie Like a Dream gibt, im Gegenteil. Vor ein paar Jahren stand sie bereits Rede und Antwort. Das alte Interview findet ihr auf der alten Homepage der Seite, damals wurde “Irgendwie Top” gerade veröffentlicht. Weitere Informationen zu Chris findet ihr auf ihrem Blog, zudem ist sie auf Facebook sehr aktiv.

Du bist den Lesern inzwischen sehr bekannt und hast unzählige Veröffentlichungen vorzuweisen. Gibt es etwas, das du zu deiner Vorstellung erzählen möchtest, dass bisher kaum jemand über dich weiß?
Hm schwer zu sagen, da fällt mir spontan nichts ein 🙂

Welchem Job gehst du hauptberuflich nach?
Hauptberuflich arbeite ich als Reitlehrerin und gebe Seminar.

Wann hast du mit dem Schreiben begonnen? Gab es einen Auslöser, der dich zum Schreiben brachte?
Einen Auslöser könnte ich nicht benennen, ich hatte schon immer viel Fantasie, habe viel alleine draußen verbracht und mir Welten und Szenarien ausgedacht. Sie zu verschriftlichen war dann irgendwann ein weiterer Schritt. Ich schreibe seit ich denken kann Fantasystorys, meine ersten mit homosexuellen Charakteren bereits mit 14 klammheimlich.

Wie viel Zeit brauchst du, um ein Buch zu schreiben?
Das ist sehr unterschiedlich, je nachdem wie die Muse mitspielt. Das können auch mal drei Wochen sein oder auch sechs Jahre. In der Regel schreibe ich allerdings recht flott.

Was sind Deine aktuellen Projekte? Auf was können sich die Leser als Nächstes freuen?
Als nächstes erscheint ein Gay-Thriller. “Blackmail Love” der recht hart wird. Die Geschichte um einen lebensfrohen Barkeeper, der Sohn des Europoldirektors ist und dadurch ins Fadenkreuz des organisierten Verbrechens gerät. Keine ganz leichte Kost.

Um euch schon jetzt neugierig zu machen, zeigt Like a Dream an dieser Stelle das vorläufige Cover zu “Blackmail Love” und den Klappentext, der voraussichtlich Dezember/Januar erscheinen soll <3


Klappentext:

Dem russischen Akzent und der geheimnisvollen Ausstrahlung von Yakub kann der lebensfrohe Barkeeper Sascha absolut nicht widerstehen. Ihr heißes Intermezzo im Darkroom des Clubs endet jedoch anders als erwartet und Sascha findet sich betäubt und gefangen,Gott-weiß-wo in Osteuropa, in einem kahlen Raum wieder. Sein Vater, Ewan Andrew Lymond, erfolgreicher Direktor von Europol, hat sich mit der osteuropäischen Mafia angelegt und diese holt zum Gegenschlag aus. Jeden weiteren Fahndungserfolg drohen sie zu ahnden und ihr Opferist Sascha. Yakub hat zu viele Menschen sterben sehen, qualvoll gelernt, Herz und Verstand auszuschalten und zu tun, was man ihm aufträgt. Der einzige Job ist es nun, Sascha so lange wie möglich am Leben zu halten. Seinen Prinzipien treu zu bleiben, fällt ihm jedoch immer schwerer, denn nicht nur Saschas schlagfertige Art spricht längst verdrängte Gefühle an. Es scheint indes für keinen von ihnen einen Ausweg zu geben, der nicht mit dem Tod enden würde.

Spannend oder? Welche deiner Figuren ist deine Lieblingsfigur und warum?
Es gibt mehrere, die ich aus unterschiedlichen Gründen sehr mag. Das wären Alec aus Bodycaught, was ohnehin ein sehr persönlicher Roman ist, dann Louis aus Failed, dessen ganze Art ich sehr mag und der sich wunderbar schreiben lässt und ich stelle fest, dass auch Sascha, mein neuer Protagonist, mir sehr liegt.

Dein Fantasy -Roman „Shilsas“ spielt an einem ungewöhnlichen Ort. Wie bist du auf die Idee zu Shilsas gekommen?
Ich bin schon seit einer Fernsehdokumentation, die ich als Jugendliche gesehen habe, fasziniert von den Tafelbergen in Venezuela, den Tepuis. Sie sind größtenteils endemisch, völlig abgeschlossen von der restlichen Welt. Diese Orte hoch oben im Nebel waren die Inspiration zu Shilsas.

Könntest du dir vorstellen noch einmal zurückzukehren und die Legenden um Shilsas fortzuführen?
Oh ja sicher, da sind noch ein paar Fäden, die man wunderbar aufnehmen könnte. Allerdings dann wohl mit anderen Protagonisten. Meine Muse hat mal angedeutet, dass Shilsas durchaus in der Welt von Pegasuscitar liegen könnte.

Wann können die Leser mit einer Fortsetzung deines Fantasy-Epos „Unantastbar“ rechnen?
Tja Planung und so … Angedacht ist es für 2018, nach Blackmail Love, Blinded Date 3 und Failed 3.

Was hat dich zu „Failed“ und den ungewöhnlichen Wandlern inspiriert?
Eigentlich sollte es eine kleine satirische Kurzgeschichte für eine Anthologie werden und verselbstständigte sich dann. Grundidee war, dass es neben den ganzen Alphawandlern, Löwen, Bären, Tiger, Panther, Wölfe usw doch auch die anderen geben müsse, die im Schatten stehen, die unbeachtet sind und eventuell den Fleischfressern ihren Status etwas neiden. Tja und dann sprang Louis aus dem Busch, bissig, etwas verbittert, weil er als Pflanzenfresser so weit unten in der Hierarchie steht und bereit, dies zu ändern. Dann flossen noch aktuelle Bezüge ein und auf einmal war es ein Roman.

Kannst du schon einmal einen Einblick in den nächsten Teil der Reihe geben? Was erwartet Louis und seine Freunde als nächstes?
Der nächste Teil wird sie unter anderem in die Karpaten führen, wo der Legende nach Werwölfe ihr Unwesen treiben. Natürlich wird auch der Roman wieder Bezüge zum aktuelle Geschehen haben, was spontan einfließt. Man wird mehr über die Darkshifter erfahren und es gibt mindestens zwei neue Charaktere.

Hättest du mit dem Erfolg der Bücher gerechnet?
Failed? Nein, absolut nicht. Das hat mich komplett umgehauen. Das Ebook hat es bis auf Platz 11 im Gesamtranking aller ebooks auf Amazon geschafft. Das war echt der Wahnsinn.

„Die Anderen“ ist eine deiner ältesten Reihen – sie hat eine Menge hinter sich? Was für ein Gefühl ist es, sie endlich in neuem Gewand zu sehen?
Ein sehr, sehr gutes Gefühl. Sie sind nicht komplett an meinen jetzigen Stil angepasst worden und das finde ich auch gut so, denn es passt zu dem Setting, der Story und vor allem dem Charakter Finn. Was sehr schön war, dass ich zwei Figuren viel solider anlegen und mit mehr Szenen ausstatten konnte, ehe es in die Fortsetzung geht.

Warum haben Finns innere Stimmen so viel Raum? In deinen anderen Büchern findet man dieses Stilmittel nicht.
Das war damals einfach eine Idee, die wunderbar zu Finn und seiner Art passte, die gut ankam und die ich dann natürlich beibehalten habe. Diese inneren Stimmen hat wohl jeder, aber in dem Roman agieren und handeln sie nahezu wie eigenständige Charaktere.

Wie viele Bände planst du zur Reihe? Die Geschichte soll ja fortgeführt werden.
Tja, Planung … Also mindestens ein weiterer Band, der schon geplotet ist, auf jeden Fall, aber es sind jede Menge weitere Abenteuer möglich.

Was reizt dich daran schwule Figuren in deine Bücher einzubauen? Kannst du dir vorstellen, irgendwann ein Buch ohne queere Figuren zu schreiben?
Das ist nicht leicht zu beantworten, aber mich haben schwule Charaktere schon immer mehr interessiert, weil das Konfliktpotential größer ist und sich mir dadurch beim schreiben mehr Möglichkeiten eröffnen und weil es kein Mainstream ist.
Ich könnte es mir sicher vorstellen, auch andere Charaktere zu schreiben, aber mehr Spaß machen homoerotische Geschichten.

Du bist sowohl als Verlagsautor, als auch als Selfpublisher unterwegs? Welche Form der Veröffentlichung gefällt dir mehr?
Beides hat seine Vor- und Nachteile, sodass ich das nicht direkt beantworten kann. In der Regel werde ich lieber selbst veröffentlichen, weil ich da volle Kontrolle über alles habe. Aber es gibt auch erfolgreiche Zusammenarbeit mit Verlagen, sodass ich weiterhin beides machen werde.

Was empfiehlst du Jungautoren? Den Gang zum Verlag, oder den Versuch in Eigenregie?
Ich empfehle erst mal sich eine Leserschaft zum testen zu suchen und dann ggf. zu entscheiden, was einem mehr liegt. Heute muss niemand beim Verlag veröffentlichen, allerdings gehört beim SP sehr viel mehr dazu, als nur das Schreiben. Wer völlig unbekannt ist, hat es in der großen Menge an SPs sicher nicht leicht.

Wie wichtig ist das Thema Liebe und Romantik in deinen Büchern?
Liebe ist das Hauptthema. Wer liebt, kann alles erreichen. Sie ist immer die besondere Kraft hinter allem, ihr kommt immer eine große Bedeutung zu. Folglich gehört auch Romantik immer dazu, mal mehr, mal weniger.

Liest du Gay Romance oder lieber realistische Gay-Romane?
Beides. Die Grenzen sind ja fließend, wobei ich ein Happyend-Liebhaber bin und entsprechend diese Art Romane bevorzuge.

Wie findest du den deutschen Markt im Gay Bereich? Wo siehst du ihn (und dich als Autor) in ein paar Jahren?
Der deutsche Markt boomt. Gerade im Bereich Selfpublishing ist eine extreme Entwicklung passiert. Es gibt so viele tolle autoren und es kommen immer neue dazu. Ich sehe, dass unsere Romane es im Ranking immer höher schaffen, immer mehr Leser gewinnen und immer „gesellschaftsfähiger“ werden. Vielleicht kommt Toleranz immer mehr in den Köpfen an. Ich hoffe, dass ich auch in ein paar Jahren ein Teil dieser wunderbaren GayRomance-Gemeinschaft bin und es noch viel mehr Autoren und Leser gibt, die daran teilhaben.

Was würdest du deine Leser fragen?
Da fällt mir spontan nichts ein 🙂

Deine Worte an die Leser?
Bitte etwas Geduld haben. So viele Romane schreien nach Fortsetzungen, so viele Leser, die diese gerne lesen wollen. Aber sie müssen ja alle auch geschrieben werden. Ich bin dran.

 

 

1 thought on “[INTERVIEW] Chris P. Rolls”

  1. Hat dies auf Amalia Zeichnerin rebloggt und kommentierte:
    Durch die historische Trilogie “Bruderschaft der Küste” von Chris P. Rolls habe ich sehr viel über die individuelle “Stimme” und Erzählperspektive von Charakteren gelernt. Entsprechend erwähne ich sie in meinen Danksagungen zu “Berlingtons Geisterjäger 2 – Mördernächte”. Hier ein Interview mit ihr im Blog “Like a dream”.

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