
Autor*in: Oreg Rogerson
Taschenbuch: 190 Seiten
ISBN: 978-3969760284
Preis: 4,99 EUR (eBook) / 9,99 EUR (Taschenbuch)
Bestellen: Amazon
Story:
Eine Einbruchserie im Villenviertel sorgt für viel Tratsch und Spekulationen, denn scheinbar können die Einbrecher funktionierende Alarmanlagen umgehen, um die Häuser auszuräumen, wenn die Besitzer nicht da sind. Als es auch Mike und Alex‘ trifft, steht für sie fest, selbst die Ermittlungen aufzunehmen, denn die Polizei scheint im Dunkeln zu tappen. Über Umwege führt sie die Spur schließlich zum Hersteller der Alarmanlagen. Um mehr zu erfahren und herauszufinden, ob in der Firma jemand ein doppeltes Spiel treib, schleusen sie Alex‘ beste Freundin ein …
Eigene Meinung:
„Einbruch mit Stil“ ist der zweite Band der Cosy Crime-Reihe „High Society Crimes“ von Oreg Rogerson. Der knapp 200-seitige Roman erschien im Sommer, nahezu zeitgleich mit Band 1 im dp Verlag. Das Buch ist in sich abgeschlossen und behandelt den zweiten Kriminalfall, den Alex und Mike untersuchen dürfen.
Die Geschichte spielt einmal mehr in L.A. – dieses Mal haben es Mike und Alex mit einer bizarren Einbruchsserie zu tun, sie sie schließlich selbst erwischt. Sie haben lediglich das Glück, die Täter auf frischer Tat zu ertappen und so zu verhindern, dass ihre Villa ausgeräumt wird. An diesem Punkte beschließen sie selbst aktiv zu werden und eigenmächtig zu ermitteln, was der Polizei weniger gefällt, immerhin sind sie selbst auf den Spuren der Täter. Wie schon in Band 1 gibt es auch dieses Mal viele Logiklücken und einen recht haarsträubenden Fall, den natürlich nur Alex und Mike lösen können. Da gibt es eine Gruppe Einbrecher, die jede Nacht zuschlagen, anstatt (wie wahrscheinlich jeder logisch handelnde Verbrecher) mehr Zeit zwischen den Einbrüchen verstreichen zu lassen. Warum die Polizei nicht auf gut Glück Tag und Nacht in dem Viertel patrouilliert, und verdächtige schwarze Lieferwagen einkassiert ist Leser*innen ein Rätsel – immerhin wären die Erfolgschancen bei täglichen Einbrüchen ziemlich hoch. Ebenso fragt man sich, warum die Firma, die die teuersten und sichersten Alarmanlagen der Welt vertreibt, nicht aktiv wird, immerhin geht es um ihren guten Ruf. Da würde man annehmen, dass sämtliche Angestellte auf Herz und Nieren geprüft und die Zugangscodes der Alarmanlagen aus Sicherheitsgründen geändert werden. Von der Tatsache, dass die neue Mitarbeiterin der Geschäftsführung 8Alex‘ Freundin), nicht einfach so vollen Zugang zu sämtlichen sensiblen Bereichen erhält, einmal abgesehen. Auf diesem Weg konstruiert der Autor einmal mehr einen Fall, der alles andere als logisch und nachvollziehbar ist – Krimifans werden an dem Fall wenig Freude haben, denn die meiste Zeit fragt man sich, warum alle Figuren und die Polizei im speziellen so unsinnig agieren.
Die Figuren können leider auch dieses Mal nicht überzeugen – Mike und Alex bleiben recht flach, man erfährt wenig neues über die beiden ungleichen Männer: sie sind reich, schön, intelligent und haben so gar keine Probleme. Tatsächlich werden sie Leser*innen mit der Zeit eher unsympathisch. Sie sind natürlich wesentlich intelligenter und gewitzter als die Polizei, die zwar auch ermittelt, aber nicht schnell genug die richtigen Schlüsse zieht. Alex‘ Freundin ist zwar gewitzt und nicht auf den Kopf gefallen, aber natürlich darf sie kein Händchen für Männer haben – sie ist die klischeehafte Frau, die nie den Richtigen findet und sich dann bei ihrem schwulen, besten Freund ausheult. Selbst die Hausangestellten verkommen zum Klischee – da greift die Köchin natürlich zum Nudelholz, um den Einbrecher k.o. zu schlagen. Es ist schade, dass auch in diesem Band kein Charakter eine Entwicklung durchläuft oder etwas Tiefe gewinnt.
Stilistisch bleibt sich Oreg Rogerson treu und legt einen lockerleicht geschriebenen Cosy Crime vor, der durch Humor und witzige Dialoge punkten kann. Leider bleibt auch dieses Mal die Spannung und Action auf der Strecke, ebenso die Logik – dafür bekommt man einmal mehr die Kosenamen „Hase“ und „Captain“ in jedem Dialog, den die beiden führen. Vielleicht liegt es an der Kürze der Geschichten, doch es ist schade, dass der Autor sich nicht mehr Zeit aufwendet, um den Fall aufzubauen und dabei bei Spannung aufzubauen. So bekommt man am Ende ein eher durchwachsenes Final präsentiert, das leider weder fesseln noch überzeugen kann.
Fazit:
Mit dem 200-seitigen Roman „Einbruch mit Stil“ legt Oreg Rogerson den zweiten Band seiner Cosy Crime Reihe vor und entführt Leser*innen einmal mehr nach L.A. Leider gelingt es ihm auch dieses Mal nicht einen spannenden, logischen Kriminalfallaufzubauen, da die Geschichte unheimlich viele Logiklücken aufweist und der gesamte Fall sehr konstruiert wirkt. Die beiden Hauptfiguren wirken leider sehr klischeehaft und, durch die Darstellung der ermittelnden Polizisten als unwissende Idioten, noch unsympathischer. Gerade Krimifans, die miträtseln wollen, Wert auf realistische Fälle und Figuren mit Tiefgang legen, sollten eher einen Bogen um die Reihe machen – sie kann leider nicht wirklich überzeugen.





