[KINDERBUCH] Raffi und sein pinkes Tutu von Riccardo Simonetti und Lisa Rammensee

Autor: Ricardo Simonetti
Illustrator: Lisa Rammensee
Hardcover:  32 Seiten
ISBN: 978-3960961093
Preis: 13 EUR (Hardcover)
Bestellen: Amazon

Story:
Der kleine Raffi liebt Fußballspielen und Herumtoben, seine Eisenbahnen und Autos. Nichtsdestotrotz spielt er auch gerne mit Puppen und trägt zu Hause am liebsten sein pinkes Tutu. Als er sich eines Tages entscheidet, es auch in der Schule zu tragen, sind schiefe Blicke und blöde Kommentare seiner Mitschüler vorprogrammiert, doch Raffi lässt sich nicht unterkriegen und wird von seinem Vater ermutigt, nicht aufzugeben – denn »Anderssein« bedeutet nichts Schlimmes, im Gegenteil ….

Eigene Meinung:
Das Bilderbuch „Raffi und sein pinkes Tutu“ erschien im Herbst 2019 bei Community Editions, einem Verlag der sich auf Social Media Influencer spezialisiert hat. Riccardo Simonetti, Autor des Bilderbuches über Akzeptanz, Toleranz und das Anderssein ist einer der bekanntesten männlichen Blogger und Entertainer, der bereits mit seinem Debüt „Mein Recht zu Funkeln“ auf sich aufmerksam machte. Die Illustrationen zu „Raffi und sein pinkes Tutu“ stammen aus der Feder Lisa Rammensees und markieren ihr Debüt im Bilderbuchbereich.

Die 32-seitige Geschichte über Toleranz und Akzeptanz ist kindgerecht umgesetzt und bietet Kindern eine tolle Möglichkeit sich spielerisch mit dem Anderssein auseinanderzusetzen und was es bedeutet, zu sich selbst zu stehen. Ricardo Simonetti erzählt die klassische Geschichte von einem Jungen, der anders ist als die anderen und den Mut hat, zu sich zu stehen, selbst wenn er zu Beginn Hohn und Spott auf sich zieht. Unterstützt von seinen Eltern geht er seinen Weg und lässt sich von schiefen Seitenblicken nicht beirren. Für Kinder ist das eine tolle und wichtige Message, die man zum Glück immer häufiger in Kinder- und Bilderbüchern findet. Leider kann es dem direkten Vergleich mit anderen Büchern, die sich dem Thema auf ähnliche Art und Weise stellen, nicht ganz standhalten. Die Geschichte wirkt ein wenig abgehackt und unrund – es geht im Grunde zu schnell, da die Konflikte sehr schnell gelöst und die Probleme eher oberflächlich angeschnitten werden. Sicherlich ist das in einem Bilderbuch nicht verkehrt (vor allem, wenn das Buch für Vorschulkinder gedacht ist), aber ein paar zusätzliche Seiten hätten der Geschichte gut getan und dem Thema mehr Raum gegeben, sich zu entwickeln, zumal man Raffi und seinen Vater schnell ins Herz schließt.

Sehr gelungen und kindgerecht sind die bunten, detailreichen Bilder von Lisa Rammensee. Sie hat einen tollen, lebendigen Stil, der gut zur Geschichte passt. Hin und wieder wirken die Illustrationen etwas seltsam, aber das dürfte Kindern nicht auffallen – diese werden die farbenfrohe, kindgerechte Bebilderung von Raffis Geschichte lieben.

Stilistisch punktet „Raffi und sein pinkes Tutu“ mit einer kindgerechten Sprache, wirkt an einigen Stellen jedoch etwas abgehackt und unrund. Das liegt vor allem an der sprunghaften Erzählweise, bei der man das Gefühl hat, die Geschichte schreitet zu sehr voran. Hier hätten weitere Szenen aus Raffis Alltag das Lesen bereichert und der Geschichte mehr Tiefgang gegeben – so konzentrierte sich der Autor leider nur auf den Konflikt mit einem von Raffis Klassenkameraden, was schade ist, da Riccardo Simonetti auf diesem Weg Potenzial verschenkt.

Fazit:
„Raffi und sein pinkes Tutu“ ist ein gelungenes Kinderbuch über das Anderssein, Toleranz und Akzeptanz, das jedoch nicht gänzlich überzeugen kann. Trotz der tollen Message, die in Riccardo Simonettis Buch steckt, ist die Geschichte stilistisch ein wenig enttäuschend, wirkt sie doch etwas abgehackt und unausgegoren. Dafür können die bunten, kindgerechten Illustrationen von Lisa Rammensee punkten, denn sie passen sehr gut zur Geschichte und sind ein echter Blickfang. Trotz der kleineren Schwächen ist das Bilderbuch „Raffi und sein pinkes Tutu“ einen Blick wert und bekommt 3,5 Sternchen von mir.

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