[ROMAN] Das Gesetz der Flamm von Leann Porter

Autor: Leann Porter
Taschenbuch: 436 Seiten
ISBN: 978-3960893011
Preis: 7,99 EUR (eBook) | 14,95 EUR (Taschenbuch)
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Story:
Die Neugierde, einmal in seinem Leben einen echten Flamm zu sehen, wird Dashan zum Verhängnis. Zwar sieht er den exotischen Neuzugang in der Sammlung des Königs, dafür fackelt dieser einen Großteil der Galerie samt Sammlung ab. Dashans Strafe bedeutet einerseits Rettung, andererseits den sicheren Tod – der Flamm und er werden mit Giftreifen aneinander gebunden. Höchstens zwanzig Schritte dürfen sie sich voneinander entfernen, ansonsten sterben beide. Dashan erhält die Aufgabe den Flamm Flint bei der Reise des Hochzeitstross‘ von Prinzessin Via zu bewachen – dabei lernt er den Gefangenen nicht nur besser kennen, die beiden entdecken auch, wie sehr sie sich zueinander hingezogen fühlen. Als die Karawane unterwegs von Sturmreitern angegriffen und die Prinzessin entführt wird, müssen sie erstmals zusammenarbeiten, um sich nicht nur gegen eine Gruppe Wegelagerer zu bestehen, sondern auch gegen die Sturmreiter, die es eigentlich auf Flint abgesehen haben …

Eigene Meinung:
Mit dem Gay Fantasy „Das Gesetz der Flamm“ legt Leann Porter den ersten Teil ihrer Duologie „Die Flamm-Chroniken“ vor. Das Buch umfasst knapp 440 Seiten und erschien 2019 im deadsoft Verlag. Wann der abschließende zweite Band erscheint, steht aktuell noch nicht fest.

Die Geschichte ist spannend und bietet einen Einblick in eine faszinierende Fantasywelt, die nicht durch die typischen Rassen besticht, sondern eher an eine mittelalterliche Welt erinnert. Außer den Flamm, die das Feuer beherrschen gibt es (bisher) keine weiteren magischen Wesen – diese sind auch nicht notwendig, um die gut durchdachte, in sich schlüssige Handlung zu erzählen. Man begleitet den jungen Ritteranwärter und Taugenichts Dashan auf seinem Weg, sich endlich als Held zu beweisen, denn sein bisheriger Ruf lässt durchaus zu wünschen übrig und er will die Chancen trotz Giftfessel nutzen. Mit Flint an seiner Seite ist das allerdings nicht ganz so leicht, da der Flamm seinen eigenen Kopf hat und eigene Ziele verfolgt. Während Dashan versucht, zu zeigen, was in ihm steckt, will Flint mehr über die Flamm herausfinden, denn bisher hat er noch keinen weiteren gesehen, geschweige denn mit einem geredet.
Das ungleiche Duo stolpert von einem Misere in die nächste, wächst jedoch auch immer stärker zusammen, denn sie müssen sich einfach aufeinander verlassen. Wer nun mit einer actiongeladenen Handlung mit vielen Kämpfen rechnet, irrt sich – Leann Porters Roman besticht eher durch einen gemächlichen Handlungsbogen ohne rasante Höhepunkte und Wendungen, viele Beschreibungen und den inneren Kämpfen der Protagonisten. So sucht man auch einen heroischen Endkampf vergeblich – Dashan und Flint kommen fast zu leicht davon. Das ist bei weitem nichts schlechtes – Endkämpfe mit viel Tamtam gibt es schließlich genug – man muss sich nur darauf einlassen. Und wer weiß, wie es im zweiten Band aussieht und welche Abenteuer die beiden dann zu bestehen haben.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken sehr authentisch – durch sie lebt die Geschichte. „Das Gesetz der Flamm“ konzentriert sich stark auf die Charakterentwicklung von Dashan, Flint und den anderen, größtenteils wird die Geschichte durch sie vorangetrieben. Alle Figuren haben ihr Stärken und Schwächen, was sie sehr sympathisch und nachvollziehbar macht – seien es Dashan, der fast schon ein Antiheld ist, der eher durch seine Bettgeschichten und Sauftouren auf sich aufmerksam macht, oder der mysteriöse Flint, der bei weitem nicht so stark ist, wie es den Anschein hat. Auch Prinzessin Via und die Pferdemagd Wanya dürfen sich im Laufe der Geschichte beweisen und zeigen, dann auch Frauen ihre Daseinsberechtigung haben – allgemein ist es schön, dass Leann Porter auch interessanten, aktiven weiblichen Figuren einen Platz gibt, denn oftmals sind in Romanen mit schwulen Hauptfiguren die Damen wenn überhaupt eher klischeehaft (beste Freundin) präsent. Es ist schön, dass hier viele starke Frauen dabei sind, ohne dass sie den beiden Helden den Rang ablaufen.

Stilistisch legt Leann Porter einen soliden, schön geschriebenen Fantasyroman vor, der Lust auf mehr macht. Sie hat ein Händchen für ihre Figuren und weiß, wie man ihre Gedanken und Gefühle zu Papier bringt. Auch Beschreibungen liegen ihr – seien es actiongeladene Kämpfe oder Landschaften, sie weiß, wie man beim Leser Kopfkino erzeugt. Auch die expliziteren Szenen sind sehr schön und stimmungsvoll, ohne dass es zu viel wird. Positiv ist auch, dass sie die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt – dabei kommen nicht nur Dashan und Flint zu Wort, sondern auch Via und andere Nebenfiguren. Dadurch wirkt die Geschichte dreidimensionaler, denn Dashan hat nur eine eingeschränkte Sicht auf alles.

Fazit:
„Das Gesetz der Flamm“ ist ein toller Auftaktband, der Lust auf mehr macht. Der Roman besticht durch gut ausgearbeitete Charaktere und eine in sich schlüssige Handlung, der hin und wieder ein wenig die Action und die Höhepunkte fehlen. Doch das ist Geschmackssache – wer gut geschriebene Fantasybücher sucht, in der die Charakterentwicklung im Zentrum steht, der sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren. Leann Porter weiß wie man Helden in Szene setzt und auch ohne einen fiesen Cliffhanger Lust auf den nächsten Teil macht. Unbedingt reinlesen.

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