[LIKE A DREAM] Vorstellung Elisa Schwarz

Hallo in die Runde,

die letzte Autorenvorstellung liegt fast 6 Monate zurück, dennoch hat die liebe Elisa Schwarz sich daran gemacht die 15 Fragen rund um sich, ihre Geschichte und Romane zu beantworten 🙂

Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Was für Hobbys hast du? Schreibst du Hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?
Ich lebe mit meiner Familie und zwei Kaninchen im wunderschönen Rhein-Main-Gebiet. Mein Hobby, vor allem zum Abschalten vom Alltag, ist natürlich das Schreiben, aber auch lesen, Radfahren und schwimmen gehen gehören zu meinen Freizeitaktivitäten – kurz: viel Zeit mit den Kids verbringen. Was die weiterführende Frage direkt mit beantwortet: Schreiben ist mein Ausgleich von all dem Drumherum. Wenn ich schreibe, kann ich in andere Welten abtauchen, meine Familie kurz mal ausklinken, meinen Brotjob, Job sein lassen …

Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?
Ich schreibe schon sehr, sehr lange. Aber nur für mich. Irgendwann habe ich den Mut gefasst, eine meiner Geschichten auf einer öffentlichen Plattform hochzuladen, von dort war der Weg zum Verlag – durch Zuspruch meiner Leser – gar nicht mehr weit. Schreiben war schon immer eine Leidenschaft von mir. Es war nötig, das, was sich in meinem Kopf abspielte, zu jeder Zeit auf Papier zu bringen, sonst hätte mir womöglich irgendwann der Schädel gequalmt. Gedanken müssen frei sein, damit sich neue festsetzen können. Angefangen hat das mit Liebes-Gedichten in der Schulzeit.

Was bedeutet das Schreiben für dich?
Abtauchen in andere Welten. Probleme wälzen und bewältigen. Erste Liebe immer wieder neu zu definieren. Zeit und Raum vergessen. Fantasie-Figuren zum Leben erwecken. Charakteren liebevolle oder auch grausame Züge verpassen, jedem ein eigenes Gesicht verleihen, einen eigenen Willen einhauchen, Ecken und Kanten angedeihen lassen – erst durch all dies werden sie realistisch in meinem Kopf. Ich forme sie, lasse sie sich entwickeln, ich gebe ihnen eine Vergangenheit und bin gespannt, was ihre Zukunft bringt.

Dein Beitrag für die Anthologie ist die Geschichte „Träume für Finn“. Wie bist du auf diese Geschichte gekommen, bzw. was hat dich dazu bewogen gerade diese Geschichte zu schreiben?
Ich war noch nie in Irland – möglicherweise ist das der Grund, weshalb ich immer wieder mit dem Gedanken um die Insel spiele. Einen kompletten Roman getraue ich mich nicht zu schreiben, da ich zu wenige Kenntnisse über Irland besitze. Daher ist „Träume für Finn“ meine erste Kurzgeschichte gewesen, die dort angesiedelt wurde, aber nicht die einzige geblieben. Die zweite schlummert noch unveröffentlicht auf meiner Festplatte – und hat leider kein Happy End. Wieso einer meiner Charaktere bisexuell und der andere asexuell geworden ist? Nun, weil ich in Kurzgeschichten gern probiere, teste, schaue, wie ich mit Themen zurechtkomme und gerade das Thema Asexualität ist für mich unglaublich faszinierend. Es wird sicher nicht die letzte Geschichte rund um das Thema aus meiner Feder gewesen sein. Sagen wir mal so: Das Thema und ich, wir haben uns in „Träume für Finn“ beschnuppert und gefunden.

Was hast du neben „Träume für Finn“ noch für Projekte oder Veröffentlichungen?
Projekte habe ich unendlich viele. Zu viele. Daher weiß ich gerade nicht, an was ich zuerst weiterarbeiten soll. An Veröffentlichungen gibt es nun, seit Juni 2017, drei Romane von mir, sowie in naher Zukunft die dritte Veröffentlichung in einer Anthologie. Wobei die Herzfrequenz-Reihe gemeinsam mit der Kollegin Lena M. Brand am Entstehen ist, Volume 1 ist bereits erschienen, es werden mindestens zwei weitere Romane folgen. Das Zusammenschreiben ist – war – eine weitere positive Erfahrung auf dem schreiberischen Pfad, die ich nicht missen will, die ich vermutlich aber auch erst mal, im Anschluss, nicht fortsetzen will. Denn mir fehlt die Zeit für eigene Projekte schon sehr.

Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen? Woher bekommst du deine Ideen?
Ideen kommen immer Alltag – Szenen, die ich während des Autofahrens oder Spazierengehens beobachte, spinnen sich in meinem Kopf weiter und daraus entstehen oft ganze Geschichten. Das Niederschreiben ist dann eher das Problem – mangels Zeit.

Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?
Ganz unterschiedlich. Wenn es eine Geschichte mit viel Tiefgang wird, brauche ich einen Plot, denn sonst brechen die Figuren aus ihrem Handlungsrahmen heraus, weil ich sie in Richtung positivem Ausgang schubsen würde. Auch das Gemeinschaftsprojekt funktioniert nicht ohne vorhergehendes, durchgängiges plotten. Andere Geschichten sind in meinem Kopf, werden runtergeschrieben und alles läuft gut. Allerdings würde ich eine Geschichte nie veröffentlichen, ohne mehrere Testleser um Meinung gefragt zu haben, ohne ein anständiges Lektorat und letztes Korrektorat darüber laufen zu lassen. Das gehört für mich beim Schreiben dazu, wie anständiges Recherchieren und Reflektieren des eigenen Geschriebenen.

Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwer fällt?
Nein, eigentlich nicht. Wenn ich mich hineinfühlen kann, worauf ich stets achte, kann ich eigentlich jede Szene schreiben.

Schreibst du mit Musik oder anderen Geräuschkulissen im Hintergrund oder brauchst du dazu absolute Ruhe?
Ich liebe die Ruhe. Geräuschkulisse habe ich tagtäglich genug um mich herum.

Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?
Inspiration hole ich mir von sämtlichen Seiten. Romane, Sachbücher, in Gesprächen, im Netz. Wie ich es gerade benötige. Eine Non-Plus-Ultra Quelle gibt es für mich nicht. Dafür aber eine ganz besondere Freundschaft, aus der ich unglaublich viel Input ziehen darf.

In welchem Genre würdest du dich gerne einmal als Autor versuchen?
Kinderbücher – ich spiele schon lange mit dem Gedanken, hier ins queere Genre einzusteigen, denn ich finde Offenheit gegenüber allem Fremden und Außergewöhnlichem schon in der Kindheit sehr wichtig. Meine Kinder wachsen mit dem Thema auf und es schadet ihnen nicht *lach*

Wie würde für dich ein perfekter (Schreib)Tag aussehen?
Allein sein! Das ist das Wichtigste. Ruhe und Kaffee, mitunter gutes Wetter, zum draußen Schreiben 🙂 Sehr einfach zufriedenzustellen eben.

Was sagen deine Familie / deine Freunde zu deiner Autorentätigkeit?
Sie sind stolz auf mich! Das reicht, um mich wohl zu fühlen. Ich kann offen reden, über das, was ich denke – mehr erwarte ich nicht.

Was würdest du jemanden mit auf den Weg geben, der ebenfalls mit dem Schreiben anfangen möchte?
Sich nicht scheuen, Hilfe einzufordern. Bei Lesern, bei Autoren, bei Freunden, in Foren. Ratschläge reflektieren und mitunter umsetzen. Denn Erfahrung kommt erst im Laufe des Schreibprozesses. Mitunter muss man einige Bücher geschrieben haben, bevor man merkt, dass sich der Stil immer weiter verfeinert und ändert.

Das Thema der Anthologie ist ja „Träume, Hoffnungen und Wünsche“. Wie sieht es denn damit bei dir aus? Was sind deine Träume, Hoffnungen und Wünsche?
Meine Träume, Hoffnungen und Wünsche haben nichts mit dem Schreiben zu tun, sondern sind privat und eher familiär begründet, daher möchte ich darauf nicht eingehen.


Vielen Dank an Elisa für die ausführlichen Antworten – vielleicht erfahrt ihr demnächst ja noch mehr zu den Autor*innen, die sich bisher noch nicht geäußert haben.

Liebe Grüße,
Juliane

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